VGH 2022/001
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28.01.2022
VGH
Beschluss
Sprüche: abgewiesen
Leitsatz 1
VGH 2022/001
BESCHLUSS
Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, lic.iur. Andreas Batliner, hat
in der Beschwerdesache des
Beschwerdeführers:
A
wegenAsyl (Unzulässigkeit)
gegenUnzulässigkeitsentscheid des für das Ministerium für Inneres zuständigen Regierungsmitglieds vom 16. Dezember 2021 zu UE: 2672615 
am 28. Januar 2022
entschieden:
1.Die Beschwerde vom 27. Dezember 2021 gegen den Unzulässigkeitsentscheid des für das Ministerium für Inneres zuständigen Regierungsmitglieds vom 16. Dezember 2021 zu UE: 2672615 wird abgewiesen und die angefochtene Entscheidung bestätigt.
2.Der Antrag des Beschwerdeführers vom 27. Dezember 2021 auf Gewährung der Verfahrenshilfe in vollem Umfang wird abgewiesen.
3.Die Kosten des Verfahrens verbleiben beim Land.
TATBESTAND
1.
Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und am 1965 in Deutschland geboren. Er reiste am 29.11.2021 in Liechtenstein ein und stellte am 30.11.2021 beim Ausländer- und Passamt (APA) ein Asylgesuch. 
2.
In seiner Befragung durch das APA am 30.11.2021 gab der Beschwerdeführer zusammengefasst zu Protokoll, dass er sein Heimatland am 01.08.2019 verlassen habe und seitdem nur über die Honorarkonsulate in Neapel (Italien) und Dornbirn (Österreich) mit Deutschland in Kontakt gewesen sei. Er sei von Beruf Mediengestalter Bild und Ton sowie Schriftsteller. Nach Liechtenstein sei er nun gekommen, weil er prüfen müsse, ob hier ein Tantiemen-Konto für ihn eingerichtet worden sei. Tom Cruise und Sharon Stone hätten die Hauptdarsteller im Film zu seinem Drehbuch werden sollen. 
Er wisse nicht, wo sich seine Ausweispapiere befänden. Er habe vergeblich versucht, einen aus seiner Sicht gefälschten deutschen Pass bei den italienischen Behörden anzuzeigen und diesen dann weggeworfen. Vom deutschen Honorarkonsulat in Italien habe er ein für vier Wochen gültiges Passersatzpapier zur Rückreise nach Deutschland erhalten. Zu seinem Gesundheitszustand gab der Beschwerdeführer an, dass er bis auf seinen Raucherhusten und den Grippesymptomen, welche er von den Übernachtungen in der Kälte habe, gesund sei und keinen Arzt benötige. 
Deutschland habe er aufgrund des Folterberichtes, seiner "Zwangskatholisierung" und seiner in Neapel am 21.12.2020 erlangten Erkenntnis, dass er eigentlich aus einer jüdischen Familie stamme, verlassen. Er habe damals festgestellt, dass er väterlicherseits einen jüdischen Onkel habe, welcher Rabbiner und als vermisst geführt worden sei. Mit diesen Problemen habe er sich selbstverständlich nicht an die deutschen Behörden gewandt, um Hilfe zu erhalten. Er habe in Neapel und (telefonisch) in Dornbirn vor den deutschen Honorarkonsulaten gesagt, dass er nie wieder etwas mit Deutschland zu tun haben wolle oder zumindest erst, wenn Deutschland wieder in die Frankfurter und Leipziger Republik aufgelöst werde. Als weitere Gründe für das Verlassen seines Heimatlandes gab der Beschwerdeführer an, dass er Deutschland aufgrund der falschen "Psychiatrisierung" von Personen und der Weigerung, Reformen durchzulassen, verlassen habe. Seine Vorschläge dazu seien nicht angenommen worden. Ferner habe Deutschland seine Einreise nach Island im Oktober 2017 sabotiert und habe er seinem Asylwunsch in den USA  nicht nachgehen können.
Der Beschwerdeführer wurde durch das APA im Rahmen dieser Befragung gestützt auf Art. 16a Abs. 2 AsyIG explizit über die gemäss Aktenlage vorliegende Unzulässigkeit seines Asylgesuches als EWR-Bürger mangels konkreter Hinweise auf eine asylrelevante Verfolgung informiert. Er beharrte jedoch auf seinem Asylgesuch und gab zu Protokoll, dass er auf keinen Fall nach Italien überstellt werden wolle, da dort sein Leben zerstört worden sei. Auch sei Deutschland für ihn nicht sicher, aber wenn dies so eingeschätzt werde, dann wolle er dies schriftlich erhalten.
3.
Am 30.11.2021 ergab eine Abfrage des Zentralen Schweizerischen Migrationsinformationssystems (ZEMIS), dass der Beschwerdeführer in der Schweiz mit dem Nachnamen *** vermerkt worden war, weil er am 09.11.2021 in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt hatte. Der Beschwerdeführer gab auf Nachfrage an, dass es sich hierbei um einen Schreibfehler seines Nachnamens handeln müsse. Er habe ein Gesuch in der Schweiz gestellt, in Bern habe es jedoch kein Interview gegeben, sondern er sei nach Altstätten transferiert worden.
Im Rahmen einer am 30.11.2021 erfolgten Gepäckskontrolle durch das APA konnten ein Schreiben der Schweizer Kantonspolizei vom 07.11.2021, die Bestätigung über die Abnahme von Dokumenten durch die schweizerischen Behörden vom 07.11.2021 sowie ÖBB-Zugtickets vom 26.11.2021 und die Adresse der Beratungs-, Begleitungs- und Unterstützungsstelle für Asylsuchende in Feldkirch (Österreich) beim Beschwerdeführer gefunden werden.
4.
Ebenfalls am 30.11.2021 befreite der Beschwerdeführer alle seine behandelnden Ärzte und Pflegeinstitutionen von der ärztlichen Schweigepflicht und erteilte dem APA die Vollmacht, sämtliche Informationen über seinen Gesundheitszustand einzuholen. Diese Informationen dürften auch an andere Staaten übermittelt werden.
5.
Am 01.12.2021 teilte B telefonisch mit, dass er den Beschwerdeführer zuletzt vor dessen Ausreise aus Deutschland rechtlich betreut und seit 1,5 Jahren nichts mehr mit ihm zu tun habe, was er beibehalten wolle.
6.
Am 16.12.2021 entschied das für das Ministerium für Inneres zuständige Regierungsmitglied nach Art. 5 Abs. 2 AsylG, dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers wegen Unzulässigkeit zurückgewiesen (Ziff. 1.) und der Beschwerdeführer nach Deutschland weggewiesen werde (Ziff. 2.). Der Beschwerdeführer habe das Fürstentum Liechtenstein binnen sieben Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids zu verlassen (Ziff. 3.). Im Unterlassungsfall würden angemessene Zwangsmassnahmen angeordnet (Ziff. 4.). 
Das zuständige Regierungsmitglied führte in seiner Entscheidung aus, dass gemäss Art. 20 Abs. 1 Bst. e AsylG ein Asylgesuch unzulässig sei, wenn der Asylsuchende in einen sicheren Heimat- oder Herkunftsstaat zurückkehren könne, in welchem er sich vorher aufgehalten habe, sofern keine konkreten Hinweise auf eine Verfolgung vorlägen. Als deutscher Staatsangehöriger habe der Beschwerdeführer sich in Deutschland aufgehalten. Deutschland sei ein EU-Mitgliedstaat, was klar zu einer Stärkung der gesetzlichen Vermutung beitrage, dass es sich bei Deutschland um einen sicheren Heimat- und Herkunftsstaat iSd Art. 5a AsyIG iVm Art. 4a Ziff. 1 Asylverordnung (AsyIV, LGBI. 2012 Nr. 153) handle. 
Zu den Gründen für das Verlassen seines Heimatstaates Deutschland habe der Beschwerdeführer stark zusammengefasst die falsche "Psychiatrisierung" von Personen, die Verweigerung von Reformen, die Zwangskatholisierung sowie den Folterbericht und die Erkenntnis, dass er aus einer jüdischen Familie stamme, angegeben. Zudem habe er sich für Liechtenstein entschieden, weil er hier der Frage nachgehen wolle, ob eine Stiftung für Tantiemen aus seinem Drehbuch in Liechtenstein eingerichtet worden sei.
Im Rahmen der Befragung habe der Beschwerdeführer keine Unterlagen vorgelegt, die diese Aussagen stützen könnten. Ferner seien auch bei seinen Gepäckstücken keine entsprechenden Hinweise gefunden worden, die einen allfälligen Rückschluss auf die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Aussagen zuliessen. Die gefundenen Unterlagen belegten lediglich, dass der Beschwerdeführer sich vor seiner Einreise in Liechtenstein ohne entsprechende Ausweispapiere  in der Schweiz und Österreich sowie Italien aufgehalten habe. Es könne demnach nicht davon ausgegangen werden, dass die deutschen Behörden für den Beschwerdeführer nicht schutzwillig oder -fähig wären und eine Verfolgung seitens der deutschen Behörden vorliege. 
Der Vortrag des Beschwerdeführers sei daher nicht geeignet, die gesetzliche Vermutung, dass es sich bei Deutschland um einen sicheren Heimat- und Herkunftsstaat handle, umzustossen, zumal seine Ausführungen widersprüchlich und wenig plausibel seien. Zum einen stelle er lediglich Begriffe wie den "Folterbericht" in den Raum und zum anderen liessen auch die Aussagen zu seiner angeblichen Zwangskatholisierung keine Rückschlüsse auf eine Verfolgung zu. Es seien auch aufgrund der sonstigen Aktenlage keinerlei Hinweise auf eine konkrete asylrelevante Verfolgung des Beschwerdeführers in Deutschland zu erkennen. Seine geschilderten Probleme und Vorbringen habe der Beschwerdeführer mit den schutzwilligen und schutzfähigen deutschen Behörden zu klären. Da keine konkreten Hinweise auf eine Verfolgung in Deutschland vorlägen, sei sein Asylgesuch nach Art. 20 Abs. 1 Bst. e AsyIG unzulässig und dieses zurückzuweisen sowie seine Wegweisung auszusprechen.
Der Vollzug der Wegweisung aus Liechtenstein sei jedenfalls möglich, weil der Beschwerdeführer als EWR-Bürger und deutscher Staatsangehöriger nach Deutschland zurückkehren und sich dort aufhalten könne. Zudem könne er sich nach Ausstellung gültiger deutscher Ausweispapiere auch sonst im Schengen-Raum frei bewegen und aufhalten. Es sei für ihn unproblematisch möglich, einen Reisepass oder abermals ein Passersatzpapier bei der zuständigen deutschen Botschaft zu beantragen und zu erhalten. Mit seinen pauschalen und unbelegten Äusserungen zum Vorhalt der Wegweisung nach Deutschland bringe der Beschwerdeführer nichts vor, was gegen seine Wegweisung nach Deutschland spreche. Es werde an dieser Stelle nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich der Beschwerdeführer als EU-Bürger bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen in jedem Mitgliedstaat der Europäischen Union aufhalten dürfe.
Der Vollzug der Wegweisung sei darüber hinaus zulässig, weil Deutschland ein für den Beschwerdeführer sicherer Heimat- und Herkunftsstaat sei. Ein Verstoss gegen das in Art. 3 AsylG normierte Rückschiebungsverbot, welches sich unter anderem aus Art. 3 EMRK ergebe, sei nicht ersichtlich. In Deutschland oder auch im restlichen EWR-Raum, in dem sich der Beschwerdeführer aufhalten dürfe, bestehe keine Bedrohung von Leib, Leben oder Freiheit des Beschwerdeführers und auch nicht die Gefahr einer solchen Bedrohung. Eine solche Gefahr ergebe sich weder aus seinem Vortrag noch der Aktenlage oder aus den über Deutschland vorliegenden Informationen. Der Beschwerdeführer habe nicht einmal ansatzweise konkret vorgebracht, dass er in Deutschland eine Gefahr nach Art. 3 Abs. 1 AsyIG oder Art. 3 EMRK vergegenwärtige. Es sprächen vorliegend keine völkerrechtlichen Verpflichtungen Liechtensteins gegen den Vollzug der Wegweisung. 
Eine Wegweisung nach Deutschland sei darüber hinaus zumutbar, weil eine gesundheitliche Versorgung in physischer und psychischer Hinsicht für den Beschwerdeführer auch in Deutschland sichergestellt sei. Deutschland unterhalte ein gutes Gesundheitssystem, das dem Beschwerdeführer als deutschem Staatsangehörigen jedenfalls offenstehe. Der Beschwerdeführer habe unter anderem während seiner Befragung angegeben, bis auf den Raucherhusten und die Grippesymptome gesund zu sein und, selbst wegen der geschilderten Probleme, zu keinem Arzt zu wollen. Weiter lägen keinerlei Hinweise vor, dass er in Deutschland nicht eine allenfalls notwendige medizinische Versorgung erhalten werde. Der Beschwerdeführer selbst habe auch keine Gründe angegeben, weshalb eine Überstellung nach Deutschland aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar wäre. Eine abermalige Nachfrage nach dem Gesundheitszustand erfolge im Rahmen des Vollzugs der Wegweisung. Nach der Aktenlage bestünden auch sonst keine Hinweise auf eine Unzumutbarkeit des Vollzugs nach Deutschland. 
Mangels gültiger Reisepapiere erfülle der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für die Einreise und einen touristischen Aufenthalt in Liechtenstein gemäss Art. 6 Abs. 1 Personenfreizügigkeitsgesetz (PFZG) ebenfalls nicht. Zudem habe er durch die Asylgesuchstellung klar zum Ausdruck gebracht, dass er keinen rein touristischen Aufenthalt in Liechtenstein bezwecke. Es sei demnach auch gestützt auf das PFZG kein Aufenthaltsrecht des Beschwerdeführers ersichtlich, das gegen die Wegweisung nach Deutschland spreche.
7.
Dieser Unzulässigkeitsentscheid wurde dem Beschwerdeführer durch das APA im Postweg zugesandt und dem Beschwerdeführer am 20.12.2021 durch Hinterlegung zugestellt sowie von diesem am 21.12.2021 beim Postamt behoben. Im beigelegten Begleitschreiben des APA vom 17.12.2021 wurden dem Beschwerdeführer die Rechtsmittelfristen und die kostenlose Rechtsberatung erläutert, die insbesondere die Erläuterung seiner Rechte und Pflichten, die Verfahrens- und Chancenberatung sowie die Beratung und Unterstützung im Beschwerdeverfahren umfasse.
8.
Mit im Zuge der kostenlosen Rechtsberatung verfasstem und durch den Beschwerdeführer handschriftlich ergänztem Schriftsatz vom 27.12.2021 (bei der Regierung am 03.01.2022 eingebracht) erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen den Unzulässigkeitsentscheid vom 16.12.2021 an den Verwaltungsgerichtshof. Er fechte den Unzulässigkeitsentscheid vom 16.12.2021 zur Gänze an, mache als Beschwerdegründe insbesondere diejenigen nach Art. 90 Abs. 6 LVG geltend und beantrage, der Verwaltungsgerichtshof möge der gegenständlichen Beschwerde Folge geben und die angefochtene Entscheidung dahingehend abändern, dass der Unzulässigkeitsentscheid der Regierung vom 16.12.2021 ersatzlos aufgehoben und dem Beschwerdeführer Asyl gewährt werde, in eventu möge der Verwaltungsgerichtshof die angefochtene Entscheidung aufheben und die Rechtsache zur neuerlichen Entscheidung unter Bindung an die Rechtsansicht des Verwaltungsgerichtshofs an die Regierung zurückverweisen.
Mit demselben Schriftsatz stellte der Beschwerdeführer auch einen Antrag auf Gewährung der Verfahrenshilfe in vollem Umfang unter Beigabe eines Rechtsanwaltes zum Verfahrenshelfer. Der Beschwerde waren zudem handschriftliche Schriftsätze des Beschwerdeführers (Beschwerdeergänzung sowie Konzept für die amerikanische Justiz)  und ein Internetausdruck des deutschen Parteiengesetzes beigelegt.
9.
Auf Mitteilung der Flüchtlingshilfe, dass der Beschwerdeführer sich sehr auffällig zeige und in gleich mehreren Sachverhalten eine aktuelle Verfolgung der deutschen Regierung erkennen wolle, teilte der den Beschwerdeführer in Liechtenstein behandelnde Arzt der Flüchtlingshilfe und dem APA mit E-Mail vom 12.01.2022 mit, dass der Beschwerdeführer an Schizophrenie mit Verfolgungswahn leide. Er sei sehr wahrscheinlich in Deutschland deswegen in einer psychiatrischen Klinik hospitalisiert gewesen, verweigere hierzu aber jede Aussage. Eine Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik in der Schweiz sei nur bei akuter Selbstgefährdung oder Fremdgefährdung möglich.
10.
Am 26.01.2022 legte der Beschwerdeführer weitere handschriftliche Schreiben und eine Rückantwort der C AG zu seiner Anfrage über das Bestehen oder Nichtbestehen einer Kontobeziehung vor. 
11.
Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes zog die den Beschwerdeführer betreffenden Akten der Regierung und des APA bei und entschied am 28.01.2022 wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Der Beschwerdeführer stellte am 30.11.2021 in Liechtenstein ein Asylgesuch. Somit ist das Asylgesetz (AsylG) vom 14.12.2011, LGBl. 2012 Nr. 29 idF LGBl. 2021 Nr. 315, grundsätzlich anwendbar. 
Gemäss Art. 76 Abs. 1 AsylG kann gegen Entscheidungen der Regierung oder des zuständigen Regierungsmitglieds binnen 14 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof eingereicht werden.
Ein Antrag auf Verfahrenshilfe kann nach Art. 83 Abs. 1a AsylG frühestens mit dem verfahrenseinleitenden Schriftsatz bzw. der Beschwerde gestellt werden.
Gemäss Art. 77 Abs. 2 Bst. a AsylG entscheidet ein Einzelrichter des Verwaltungsgerichtshofes endgültig über Beschwerden gegen Entscheidungen betreffend die Unzulässigkeit eines Asylgesuchs und die damit verbundene Wegweisung. Zuständig ist gemäss Geschäftsordnung vom 15.02.2019, LGBl. 2019 Nr. 42, iVm Ziff. 6 der Geschäftsverteilung vom 31.01.2020 der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes (Art. 77 Abs. 4 AsylG; abrufbar unter: www.vgh.li). 
2.
Hinsichtlich des Sachverhaltes kann auf die Feststellungen der Unterinstanz im Unzulässigkeitsentscheid vom 16.12.2021 verwiesen werden (Art. 101 Abs. 4 LVG, vgl. oben Ziff. 6 des Tatbestands).
Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes schliesst sich diesen Feststellungen, der diesen zugrunde liegenden Beweiswürdigung wie auch der rechtlichen Subsumtion des zuständigen Regierungsmitgliedes vollinhaltlich an. Ergänzend ist zugunsten des Beschwerdeführers festzuhalten, dass dieser neben den bereits im Unzulässigkeitsentscheid festgestellten gesundheitlichen Problemen auch an Schizophrenie mit Verfolgungswahn leidet. Der Beschwerdeführer hatte deshalb in Deutschland bis zum Oktober 2017 einen Rechtsanwalt als Sachwalter.
3.
Vorab ist auch ohne ein entsprechendes Vorbringen des Beschwerdeführers zu prüfen, ob der als deutscher Staatsbürger sprachkundige Beschwerdeführer sich in der Lage zeigt, das vorliegende Verfahren hinreichend zu verstehen und seine Rechte selbst wahrzunehmen, oder ob für ihn ein Sachwalter zu bestellen wäre; dies nicht zuletzt, um sicherzustellen, dass ihm der Unzulässigkeitsentscheid ordnungsgemäss zugestellt werden konnte und ihm mit seiner nunmehrigen Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof ein effektiver Rechtsschutz zukommt.
Während das Vorbringen des Beschwerdeführers durchaus das diagnostizierte Krankheitsbild unterstreicht, ergeben sich keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer sein Verfahren nicht selbst führen könnte oder dessen Inhalte und Zusammenhänge nicht begriffen hätte. Vielmehr ist hervorzuheben, dass auch in Deutschland die Sachwalterschaft bereits im Oktober 2017 laut den eigenen präzisen Angaben des Beschwerdeführers beendet werden konnte. Dabei wird nicht verkannt, dass der ihn damals rechtlich betreuende Rechtsanwalt gegenüber dem APA das Ende der Betreuung auf 1,5 Jahre vor diesem Telefonat und damit auf 2019 datierte. Eine derartige, wenig konkrete fernmündliche Aussage aus der spontanen Erinnerung des Rechtsanwaltes ohne nachfolgende Überprüfung in seinen Akten erweist sich vorliegend jedoch als weniger aussagekräftig als die eigene detaillierte Mitteilung des Beschwerdeführers. Dieser zeigte im Verfahren wie auch in seinen Schriftsätzen, dass er die jeweiligen Sachverhaltselemente sehr genau und gleichbleibend zeitlich einordnen konnte. Deshalb war dem Beschwerdeführer hierbei zu folgen.
Nach Ende der Sachwalterschaft war es dem Beschwerdeführer möglich, im Jahr 2019 nach Italien zu reisen und sich dort ca. zwei Jahre lang aufzuhalten sowie über das dortige Honorarkonsulat Reisepapiere für die Rückkehr nach Deutschland zu organisieren. Der Beschwerdeführer war auch in der Lage, sich die jeweiligen Reiseunterlagen zu beschaffen, wie nicht zuletzt die bei ihm gefundenen Tickets darlegen. Im Vorbringen vor dem APA zeigten sich zwar seine Verfolgungsängste. Jedoch war er gleichsam in der Lage, sein Vorbringen zu erstatten und das Befragungsprotokoll entsprechend zu ergänzen. Er forderte auf Belehrung des APA, dass sein Asylgesuch als EWR-Bürger unzulässig sei, auch eine schriftliche Ausfertigung und zeigte damit, dass er durchaus die Verfahrensgänge versteht. Nicht zuletzt handelt es sich bei Asylverfahren um Verfahren, die primär auf Sachverhaltserhebungen beruhen und in denen der Untersuchungsgrundsatz herrscht. Den Aussagen eines Gesuchstellers zu den Fluchtgründen kommt wesentliche Bedeutung zu. Hierfür bedarf es in der Regel weder einer Beratung durch einen Rechtsanwalt noch der Klärung komplexer Rechtsfragen, sondern lediglich der wahrheitsgetreuen und damit glaubwürdigen Schilderung des entsprechenden Fluchtvorbringens (s. VGH 2016/071 vom 29.04.2016, Erw. 4). 
Für seine Beschwerdeerhebung an den Verwaltungsgerichtshof stellte der Beschwerdeführer über die Flüchtlingshilfe den Kontakt zu seinem Rechtsberater her, der für ihn die Beschwerde verfasste. Darin ergänzte und korrigierte der Beschwerdeführer durchaus die Feststellungen des zuständigen Regierungsmitglieds. Nicht zuletzt hat er auch diese Beschwerde und den gleichzeitig verfassten Verfahrenshilfeantrag mit seinen handschriftlichen und zielgerichteten Anmerkungen versehen sowie weitere handschriftliche Schriftsätze und Internetauszüge beigelegt - darunter auch eine Abhandlung, wie aus seiner Sicht das amerikanische Justizsystem aufgebaut werden und organisiert sein soll. Diese Schriftsätze hat der Beschwerdeführer unter Wahrung der Rechtsmittelfrist rechtzeitig bei der Regierungskanzlei eingebracht.
Hinzu kommt, dass es sich bei Deutschland um einen EU-Mitgliedstaat handelt, der dem EU-Acquis unterliegt und für den seitens der Europäischen Kommission kein Verfahren wegen einer Verletzung von Rechtsstaatprinzipien eingeleitet wurde, weshalb in einem vorliegend sehr hohen Mass davon auszugehen ist, dass Deutschland für den Beschwerdeführer ein sicherer Heimat- und Herkunftsstaat ist.
Folglich durften das APA und das zuständige Regierungsmitglied das Verfahren ohne Rechtsbeistand bzw. Bestellung eines Sachwalters mit dem Beschwerdeführer führen und konnten diesem den Unzulässigkeitsentscheid auch rechtswirksam zustellen. Hervorzuheben ist, dass der Beschwerdeführer selbst eine Sachwalterschaft eindeutig ablehnt und diese als für nicht zumutbar erachtet (vgl. Ziff. II.2.10 der Beschwerde).
Nicht zuletzt erfüllt die rechtzeitige Beschwerde des Beschwerdeführers alle Anforderungen des Art. 93 LVG und ist damit als zulässig im Sinne des Art. 76 Abs. 1 AsylG zu werten (vgl. dazu auch StGH 2017/167 vom 27.03.2018 sowie StGH 2017/142 vom 29.06.2018, beide nicht öffentlich abrufbar). Sie erweist sich jedoch als unbegründet.
4.
Es entspricht der ständigen Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes (s. ua VGH 2016/071 vom 29.04.2016, Erw. 4f), dass die Regelvermutung, aus einem "verfolgungssicheren" Land zu stammen, gerade für einen Mitgliedstaat der Europäischen Union, der deren strengen Überprüfungsmechanismen und insbesondere der Europäischen Grundrechtecharta unterliegt, jedenfalls gerechtfertigt ist. Dem Beschwerdeführer kommt damit in Deutschland als EU-Mitgliedstaat und Vertragsstaat des Europarates Sicherheit vor staatlicher Verfolgung, Schutz vor privater Verfolgung und Rechtsschutz gegen erlittene Verletzungen seiner Rechte zu. 
Bereits das zuständige Regierungsmitglied hat dem Beschwerdeführer vorgehalten, dass er sein Vorbringen lediglich in den Raum stellt und keinerlei Beweismittel vorlegen kann. Überdies wurde er mit seinen Anliegen zu Recht an die Behörden und Gerichte seines Heimatlandes verwiesen. Zu diesen hat er als Staatsbürger wie auch zu den Sozialleistungen des Landes und dessen Gesundheitssystem entsprechenden Zugang. Mit seinem Vorbringen zu seinen Problemen und Bedenken in Deutschland kann der Beschwerdeführer dem Unzulässigkeitsentscheid deshalb nicht entgegentreten. Vielmehr ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bereits seine Substantiierungspflicht nicht erfüllte, wonach er sich mit den wesentlichen Erwägungen der angefochtenen Entscheidung argumentativ auseinandersetzen muss (StGH 2021/018 vom 22.03.2021, Erw. 8.3, nicht öffentlich abrufbar; mit Verweis auf StGH 2017/066, Erw. 2.4.1; StGH 2016/105, Erw. 2.3; StGH 2015/008, Erw. 1.3; alle abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li).
Hierfür genügt nicht, dass der Beschwerdeführer neuerlich lediglich in den Raum stellt, dass er Deutschland aus Furcht vor Verfolgung und Folter verlassen habe (Ziff. II.1.1 der Beschwerde). Eine begründete Furcht sei auf den UN-Folterbericht, wonach für Menschen in Deutschland eindeutig eine Gefahr für Leib und Leben bestehe, und seine jüdischen Vorfahren zurückzuführen. Der Beschwerdeführer werde auch in Deutschland verfolgt, weil er für die amerikanische Justiz das "Court of Wise" verfasst habe. Der Beschwerdeführer ist hierzu nicht annähernd in der Lage, die angebliche Verfolgung konkret zu schildern oder darzulegen, worin seine Befürchtung vor einer persönlichen Verfolgung besteht. Auch kann er keinen hinreichenden persönlichen Bezug zu den von ihm genannten Berichten herstellen. Nicht zuletzt legt er trotz Vorhalts im Unzulässigkeitsentscheid keinerlei Nachweis für sein Vorbringen vor, wobei nicht verkannt wird, dass er handschriftlich zu diesen Punkten durchaus versucht, Stellung zu nehmen. Mit seinem Vorbringen vermag er jedoch erneut nicht einmal im Ansatz, ein persönliches Risiko aufzuzeigen. Insbesondere legt der Beschwerdeführer überdies nicht dar, wie er im Rechtsstaat Deutschland seine Rechte - gegebenenfalls unter Hinzuziehung eines Rechtsbeistandes - eingefordert und verteidigt hat. Folglich müsste selbst bei Wahrunterstellung seines Vorbringens lediglich erneut der Verweis an die deutschen Behörden und Gerichte ausgesprochen werden. 
Zudem bestätigen die Sachverhaltsklarstellungen des Beschwerdeführers in Ziff. II.2 seiner Beschwerde den entscheidungswesentlichen Sachverhalt bzw. ergänzen diesen lediglich in nicht relevanter Form. So ist für das vorliegende Verfahren ebenso gänzlich irrelevant, welche konkrete Polizeistelle in der Schweiz das Bussen- und Kostendepositum ausstellte, wie dass der Beschwerdeführer auch vor 2019 sein Heimatland schon einmal verlassen hatte, ob er beim Honorarkonsulat persönlich vorsprach oder lediglich telefonierte, wie das vom Beschwerdeführer verfasste Drehbuch angeblich heissen und an wen es verkauft worden sein soll sowie welche Probleme der Beschwerdeführer in Italien hatte.
Einzig dem Vorbringen in Ziff. II.2.10 der Beschwerde, wonach der genannte Rechtsanwalt lediglich von 2005 bis Oktober 2017 und nicht bis zur Ausreise aus Deutschland im Jahr 2019 Sachwalter des Beschwerdeführers war, kommt - wenn auch untergeordnete - Relevanz für die Beurteilung der Frage der Zulässigkeit seiner Beschwerde zu, wie oben (Erw. 3) bereits ausgeführt wurde.
5.
Gänzlich ins Leere muss seine verfehlte Rechtsansicht (Beschwerdeergänzung Seite 5f) verlaufen, dass die Asylverordnung (LGBl. 2012 Nr. 153) nicht heranzuziehen sei, weil diese im Jahr 2012 und damit vor dem UN-Folterbericht aus Mai 2015 und seiner Asylgesuchstellung beschlossen worden sei. Hierbei ist er zu belehren, dass es sich lediglich um die Stammfassung der Asylverordnung handelt, die in ihrer jeweils gültigen Fassung, aktuell in ihrer Fassung LGBl. 2020 Nr. 433, zur Anwendung kommt. Hinweise, dass Deutschland für ihn nicht sicher wäre, ergeben sich im Verfahren jedenfalls keine, wie bereits das zuständige Regierungsmitglied zu Recht festgehalten hat. Aus seinem wenig differenzierenden Vorbringen zum angeblichen "Deutsch-Terrorland" (s. Beschwerdeergänzung ab Seite 5ff.) ergibt sich für den Verwaltungsgerichtshof kein Anlass, dass Deutschland als EU-Mitgliedstaat nicht zu Recht auf der Liste der sicheren Heimat- und Herkunftsstaaten geführt wird. Eine persönliche Betroffenheit macht der Beschwerdeführer auch mit seinen besonders umfassenden, jedoch stets pauschalen oder verfahrensrechtlich gänzlich irrelevanten Angaben nicht geltend. 
Dies gilt auch für das Vorbringen, dass der Beschwerdeführer als Köder und Zielscheibe internationaler Kriminalität eingesetzt worden sei und angeblich zusehen musste, wie professionelle Attentäter, die einen Anschlag auf die Bundeskanzlerin geplant hätten, gefasst worden seien. Dass er selbst dabei gefährdet worden wäre, behauptet er im Übrigen nicht einmal. Auch ein Anschlag in Deutschland (Ziff. II.1.3 der Beschwerde) sowie ein Militäreinsatz in Afghanistan, bei dem Menschen starben (Ziff. II.1.4 der Beschwerde), weisen keinerlei Bezug zum Beschwerdeführer auf, aufgrund derer er um seine eigene körperliche Unversehrtheit in Deutschland fürchten müsste. Auch sind diese also nicht geeignet, ein reales Risiko für den Beschwerdeführer darzulegen.  
Als nicht hinreichend aktuell und damit bereits per se nicht entscheidungsrelevant, erweist sich weiter sein umfassendes Vorbringen in der Beschwerdeergänzung zu seiner Lebens- und Familiengeschichte, seiner Kindheit, den erlebten Übergriffen, medizinischen (Fehl-)Behandlungen und einer Zwangseinweisung aus dem Jahr 1998 sowie die zwangsweise Einnahme von Medikamenten im Jahr 1998/1999 und 2004, die der Beschwerdeführer als weitere Asylgründe geltend machen will. Wie er dagegen - allenfalls mit Hilfe eines Rechtsbeistandes - vorgegangen ist, bringt er erneut nicht vor. Folglich wäre dieses Vorbringen selbst bei vorliegender Aktualität und Wahrunterstellung nicht geeignet, die Vermutung umzustossen, dass Deutschland für den Beschwerdeführer sicher ist, sodass er an dessen Behörden und Gerichte zu verweisen wäre.
Gleiches gilt für sein weiteres Vorbringen, wonach er wiederholt ausspioniert worden sei (Beschwerdeergänzung ab Seite 29) und ihm ua durch Deutschland seine Idee für deutsche Regierungskennzeichen in Neapel gestohlen worden sei (Beschwerdeergänzung ab Seite 46). Keinerlei Relevanz für das vorliegende Verfahren haben seine weiteren Beilagen mit geschichtlichen Ausführungen, dem deutschen Parteiengesetz, um dessen Studium er den Verwaltungsgerichtshof ersucht, sowie seine umfassenden Überlegungen zu einem Rekrutierungsverfahren für die amerikanische Justiz als "Court of the Wise" und deren Organisation sowie Verfahrensabläufe.
6.
Durch die angeführten Übergriffe in seiner Kindheit und eine daraus resultierende posttraumatische Belastungsstörung, die erst 1998/1999 diagnostiziert und behandelt worden sei, wobei richtige Hilfe ihm erst mit Medikamenten und Therapien ab Februar 2014 zugekommen sei (Ziff. II.1.2 der Beschwerde, Beschwerdeergänzung Seite 27ff), gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, darzulegen, dass der deutsche Staat nicht schutzwillig und -fähig wäre. Gleiches gilt für das Vorbringen, im Jahr 1998 nicht ordnungsgemäss (Beschwerdeergänzung Seite 8ff.) bzw. durch Zwangseinweisung in die Psychiatrie (Beschwerdeergänzung Seite 11ff.) behandelt worden zu sein. Welche Schritte er zur Einleitung eines Straf- bzw. Schadenersatzverfahrens und zur Erlangung einer früheren zielgerichteten medizinischen Behandlung getätigt hat, legt der Beschwerdeführer nämlich nicht dar. Zudem unterbreitet er für sein nunmehriges neues Vorbringen wiederum keinerlei Beweismittel. Insbesondere zeigt sich in diesem Vorbringen jedoch, dass der Beschwerdeführer Zugang zum Gesundheitssystem erhalten hat und bei einer Rückkehr wieder erhalten wird. Folglich ist er auch mit seinem weiteren Vorbringen, dass er Raucherhusten und Grippesymptome sowie starke Schmerzen in der Schulter und am Oberarm habe, weshalb er in Behandlung stehe, sowie Anzeichen für eine Erkrankung an Typ-2-Diabetes vorlägen (Ziff. II.1.7 der Beschwerde), an sein eigenes Vorbringen, in Deutschland behandelt zu werden, zu verweisen. Deutschland verfügt über ein gutes Gesundheitssystem, wie bereits das zuständige Regierungsmitglied feststellte.
Weshalb dem Beschwerdeführer, der alleine durch mehrere Länder Europas reise konnte, eine notwendigenfalls medizinisch begleitete Rückkehr nach Deutschland - gegebenenfalls auch am Landweg - nicht zumutbar sein sollte, stellt er ebenfalls lediglich in den Raum. Mit dieser pauschalen Behauptung gelingt es ihm jedoch nicht, ein reales und annähernd entscheidungsrelevantes Risiko im Sinne der Judikatur des EGMR wie auch des EuGH (vgl. u.a. die Urteile des EGMR vom 28.02.2008, Saadi gegen Italien, Grosse Kammer, Appl. 37201/06, §§ 124-127 m.w.H.; vom 26.02.2015, M.T. v. Schweden, Nr. 1412/12; vom 13.12.2016, Paposhvili v. Belgien, Grosse Kammer, Nr. 41738/10; vom 07.12.2021, Savran gg Dänemark, Grosse Kammer, Nr. 57467/15; alle abrufbar unter: www.echr.coe.int; vgl. auch EuGH Urteil vom 16.02.2017, C.K. ua., C-578/16, EU:C:2017:127, Rn. 78 und 95) aufzuzeigen, das gegen eine Überstellung sprechen könnte. 
7.
Wenn der Beschwerdeführer das deutsche Harz IV-System als verfassungswidrig ansieht, wodurch er bei einer Rückkehr genötigt wäre, eine ihm "zumutbare" Arbeitsleistung zu verrichten, die nur sehr gering entlohnt werde, wobei den Politikern das demokratische Bewusstsein fehle (Ziff. II.1.7. der Beschwerde), so ist der Beschwerdeführer mit diesem für sein Asylverfahren in Liechtenstein irrelevanten Vorbringen an die deutschen Behörden und Gerichte zu verweisen. Damit legt er im Übrigen lediglich dar, dass er auch aus seiner Sicht bei einer Rückkehr einen Zugang zum deutschen Sozialsystem haben wird.
Gleiches gilt für sein Vorbringen zur Beitragsbemessungsgrenze, den Pflichtversicherungen und der Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems (Beschwerdeergänzung Seite 24 ff) sowie welche Art von Reisedokument die deutschen Behörden ihm auszustellen bereit seien (Beschwerdeergänzung Seite 6) und wie er damit Reisen antreten kann (Beschwerdeergänzung Seite 48). Auch mit derartigen Fragenstellungen hat er sich im Übrigen an die deutschen Behörden und Gerichte zu wenden.
8.
In seiner Beschwerdeergänzung bringt der Beschwerdeführer eingangs vor, dass am Deckblatt des Unzulässigkeitsentscheids angeführt sei, dass anhand der Aktenlage entschieden worden sei. Ihm sei jedoch unklar, welche genauen Akten herangezogen worden seien. Er wendet sich dabei insbesondere gegen die Ausführungen der Regierung, dass seine handschriftlichen Korrekturen einen Beweis für seine Verwirrtheit darstellten, jedoch sei am Protokoll wenig Platz gewesen, um die Fehler des Protokolls, das er ja unterzeichnen sollte, zu korrigieren. Da der Beschwerdeführer mit diesen Ausführungen den für das vorliegende Verfahren ausreichend getroffenen Sachverhaltsfeststellungen des zuständigen Regierungsmitglieds nicht entgegentritt, war auf dieses zu allgemein gehaltene Vorbringen nicht näher einzugehen.
9.
Der jüngste handschriftliche Schriftsatz vom 26.01.2022 ist im Wesentlichen bereits ebenso wenig zu berücksichtigen, wie auch die Ankündigung des Beschwerdeführers, noch weitere Ergänzungen vorlegen zu wollen, nicht beachtlich sein kann. Vielmehr ist der Beschwerdeführer an dieser Stelle an den Grundsatz der Einmaligkeit des Rechtsmittels, der im verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren gilt, zu verweisen (VGH 2014/34 in LES 2014, 155; VGH 2015/6 in LES 2015, 137; StGH 2013/80 E. 1.3; VGH 2016/002 vom 19.02.2016; alle öffentlich abrufbar unter: www.gerichtsentscheide.li).
Lediglich der Vollständigkeit halber hält der Verwaltungsgerichtshof deshalb fest, dass das Vorbringen im handschriftlichen Schriftsatz vom 26.01.2022 für das vorliegende Beschwerdeverfahren auch nicht von Belang ist. So kann weder die Aussage zu seinem Alias- bzw. Künstlernamen als *** noch die Frage nach einem allfälligen Stiftungsvermögen eine andere Entscheidung erwirken. Auch die C AG hat dem Beschwerdeführer am 07.01.2022 auf seine Frage nach dem Bestehen eines Stiftungskontos zu seinen Gunsten mitgeteilt, dass sein Schreiben keinerlei Aussagen über den Bestand einer Geschäftsbeziehung mache, weshalb gemäss ständiger Praxis derartige Anfragen über das Bestehen oder Nichtbestehen einer Geschäftsbeziehung nicht beantwortet werden könnten. Weshalb der Beschwerdeführer diese Unterlagen dem Verwaltungsgerichtshof vorlegt, erschliesst sich nicht. Keinesfalls kann dieses als Beweis seiner Verfolgung dienen. Das Schreiben suggeriert auch kein Vermögen des Beschwerdeführers, sondern gibt vielmehr gerade keine Auskunft über das Bestehen oder Nichtbestehen einer Bankbeziehung. Im Übrigen wäre es lediglich dann relevant, wenn der Beschwerdeführer über ein für ihn greifbares Vermögen verfügen würde, weil er damit bereits nicht bedürftig und sein Verfahrenshilfeantrag jedenfalls bereits abzuweisen wäre.
Wenn der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang bemängelt, dass in seiner Karte für Asylsuchende vermerkt sei, "Identität nicht geklärt", so ist auch dies nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Für Identitätsdokumente hat er sich an die deutschen Vertretungsbehörden bzw. an das APA um Hilfestellung bei der Kontaktaufnahme zu wenden.
In Bezug auf die Probleme in seiner Unterkunft mit anderen Asylsuchenden und seine Verfolgungsängste in Liechtenstein (s. hierzu auch Beschwerdeergänzung Seite 46ff) ist er an die Heimleitung oder gegebenenfalls an die Landespolizei sowie seinen behandelnden Arzt zu verweisen, mit den vorgebrachten urheberrechtlichen Problemen an die deutschen Behörden und Gerichte, mit seiner Bitte um finanzielle Unterstützung ebenfalls an die Flüchtlingshilfe.
Gänzlich irrelevant für das vorliegende Verfahren sind weiter seine Ausführungen, wie ein US-Strafverfahren auszusehen habe und welche Befugnisse einer "Jury" zuzukommen hätten, sowie eine allfällige "gedankliche Mitarbeit am U.S. Naval Department" oder eine offene Steuerschuld in Deutschland.
10.
Da das Vorbringen zusammengefasst weder geeignet war, den Feststellungen des zuständigen Regierungsmitglieds auch nur im Ansatz entgegenzutreten, noch eine Betroffenheit des Beschwerdeführers oder ein reales Risiko für ihn aufzeigen konnte, gelang es dem Beschwerdeführer auch nicht, infrage zu stellen, dass Deutschland ein für ihn sicherer Staat ist. Dass dem Beschwerdeführer kein sonstiges Aufenthaltsrecht zukommt, das einer Wegweisung entgegenstehen könnte, und er weder über die erforderlichen Dokumente noch finanziellen Mittel verfügt, bestätigt der Beschwerdeführer im Übrigen selbst (Beschwerdeergänzung Seite 6f). Folglich konnte auch die beantragte Parteieneinvernahme unterbleiben und war der Unzulässigkeitsentscheid nicht zu beanstanden.
11.
Gemäss Art. 83 Abs. 1 Bst. a AsylG kann Asylsuchenden nach Massgabe der einschlägigen Bestimmungen der Zivilprozessordnung Verfahrenshilfe im Beschwerdeverfahren gewährt werden.
Ein Antrag auf Gewährung von Verfahrenshilfe kann gemäss Art. 83 Abs. 1a Asylgesetz frühestens mit dem verfahrenseinleitenden Schriftsatz bzw. der Beschwerde gestellt werden, was vorliegend eingehalten worden ist.
Gemäss § 63 Abs. 1 ZPO ist einer Verfahrenspartei Verfahrenshilfe zu bewilligen, wenn sie ausser Stande ist, die Kosten der Führung des Verfahrens ohne Beeinträchtigung des notwendigen Unterhalts zu bestreiten und die beabsichtigte Rechtsverfolgung nicht als offenbar mutwillig oder aussichtslos erscheint. Als notwendiger Unterhalt ist derjenige Unterhalt anzusehen, den die Partei für sich und ihre Familie, für deren Unterhalt sie zu sorgen hat, zu einer einfachen Lebensführung benötigt. Als mutwillig ist die Rechtsverfolgung besonders anzusehen, wenn eine nicht die Verfahrenshilfe beanspruchende Partei bei verständiger Würdigung aller Umstände des Falles, besonders auch der für die Eintreibung ihres Anspruches bestehenden Aussichten, von der Führung des Verfahrens absehen oder nur einen Teil des Anspruches geltend machen würde.
Laut ständiger Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes (vgl. ua in StGH 2015/116 vom 26.01.2016, derzeit nicht öffentlich abrufbar) liegt eine offenbare Aussichtslosigkeit der begehrten Rechtsverfolgung vor, wenn die Rechtsverfolgung schon ohne nähere Prüfung der Angriffs- oder Abwehrmittel als erfolglos erkannt werden kann. Um die Verfahrenshilfe bewilligen zu können, müsse der Erfolg zwar nicht gewiss, aber nach der sofort erkennbaren Lage eine gewisse (wenn auch nicht allzu grosse) Wahrscheinlichkeit für sich haben (vgl. Michael Bydlinski, in: Fasching / Konecny [Hrsg.], Kommentar zu den Zivilprozessgesetzen, 2. Band/1. Teilband, 3. Aufl., Wien 2015, § 63, Rz. 20; vgl. auch StGH 2013/171 vom 01.09.2014, abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li). Ob eine Rechtsverfolgung offenbar aussichtslos sei, müsse nämlich objektiv beurteilt werden, was im konkreten Fall eine Auseinandersetzung mit dem Vorbringen des Antragstellers in seinem Verfahrenshilfeantrag unter Zugrundelegung des Unzulässigkeitsentscheids erfordere. Bei der Prüfung der Erfolgsaussichten einer Beschwerdeführung sei jedoch grundsätzlich kein allzu strenger Massstab anzulegen, um den Anspruch der Verfahrenshilfe in einer für die Betroffenen existenziellen Angelegenheit nicht von vorneherein leer laufen zu lassen (vgl. Bydlinski aaO § 63 ZPO, Rz. 20 und Robert Fucik, in: Walter H. Rechberger [Hrsg.], Kommentar zur ZPO, 4. Aufl., Wien 2014, § 63 ZPO Rz. 6, jeweils mit Rechtsprechungsnachweisen).
Die Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Prozessführung bzw. Rechtsverteidigung bedingt gemäss Judikatur des Staatsgerichtshofes jedenfalls eine ex ante bzw. prima facie Würdigung der Vorbringen und Umstände, auf die sich die antragstellende Partei beruft (StGH 2015/003 vom 23.03.2015, derzeit nicht öffentlich abrufbar; vgl. auch StGH 2013/171 vom 01.09.2014, VGH 2016/056 vom 29.04.2016, Erw. 6, beide abrufbar unter: www.gerichtsentscheide.li).
Während zugunsten des Beschwerdeführers von einer Bedürftigkeit ausgegangen wird, ist ein Beschwerdeverfahren des Beschwerdeführers in einer prima facie-Prüfung als offenbar aussichtslos zu beurteilen. So tritt er dem Unzulässigkeitsentscheid nicht annähernd substantiiert entgegen, wonach Deutschland für ihn ein sicherer Heimat- und Herkunftsstaat ist, dem als EU-Mitgliedstaat eine starke gesetzliche Vermutung zukomme. Der Beschwerdeführer bringe mit seinen pauschalen und unbelegten Aussagen nichts vor, das dem entgegentreten würde. Er habe in Deutschland bereits eine medizinische Behandlung erhalten und werde bei Rückkehr erneut behandelt werden. Vielmehr bestätigt der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde, dass er mit einer Rückkehr erneut Zugang zum Sozial- und Gesundheitssystem Deutschlands haben wird. Seine Befürchtungen haben teils keinerlei Bezug zu seiner Person, zeigen kein Risiko für ihn auf oder sind - wie beispielsweise seine Probleme in Italien - gänzlich ohne Bedeutung für das vorliegende Verfahren. Damit kommt der Beschwerde des deutschen Staatsbürger keinerlei Aussicht auf Erfolg zu und war sein Antrag auf Gewährung der Verfahrenshilfe abzuweisen.
Der zwar formell nicht vertretene Beschwerdeführer war überdies durch den Rechtsberater rechtsfreundlich beraten und es liegt bereits ausreichend Judikatur der liechtensteinischen Höchstgerichte vor, weshalb das Beschwerdeverfahren als aussichtslos zu beurteilen war. Hervorzuheben ist, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der kostenlosen Rechtsberatung jedenfalls ein effektives Rechtsmittel zukam, das dieser auch entsprechend nützte, indem er mit Hilfe seines Rechtsberaters seine Beschwerde verfasste und durch eigene umfassende Schriftsätze ergänzte. 
12.
Auf die Auferlegung von Gebühren für das gegenständliche Verfahren konnte verzichtet werden (Art. 8 Abs. 4 GGG).