VGH 2020/038
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25.06.2020
VGH
Urteil
Sprüche: abgewiesen
VGH 2020/037
VGH 2020 / 038
Der Verwaltungsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, hat durch die
Richterlic.iur. Andreas Batliner, Präsident
lic.iur. Marion Seeger
lic.iur. Adrian Rufener
Dr.iur. Esther Schneider
lic.iur. Daniel Tschikof
in der Beschwerdesache der
Beschwerdeführerin:A AG


vertreten durch:

***
Beschwerdegegnerin:
Liechtensteinische Steuerverwaltung
Äulestrasse 38
9490 Vaduz
wegenErtragssteuer 2015 und 2016
in der nicht-öffentlichen Sitzung vom 25. Juni 2020
entschieden:
1.Die beiden Beschwerdeverfahren zu VGH 2020/037 und VGH 2020/038 werden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden. Führender Akt ist jener zu VGH 2020/037.
2.Die beiden Beschwerden vom 16. März 2020 gegen die Entscheidung der Landessteuerkommission vom 06. Februar 2020 zu LSteK 2019/34 und LSteK 2019/35 werden abgewiesen und die angefochtene Entscheidung wird bestätigt. 
3.Die Kosten des Verfahrens in der Höhe von CHF 1'260.00 werden der Beschwerdeführerin auferlegt.
TATBESTAND
1.
Die Beschwerdeführerin reichte die Steuererklärung für das Steuerjahr 2015 am 07.02.2017 ein. Darin deklarierte sie unter anderem die Aufwandspositionen "übriger Betriebsaufwand" in Höhe von CHF 95'985.49 und "Abschreibung Fahrzeuge" in Höhe von CHF 26'749.35. Sie deklarierte keinen Zinsertrag aus Aktivdarlehen. Der in Liechtenstein steuerpflichtige Reingewinn für 2015 wurde mit CHF 0.00 angegeben.
2.
In der Steuererklärung 2016 deklarierte die Beschwerdeführerin "übrigen Betriebsaufwand" in Höhe von CHF 93'666.46 sowie die Aufwandposition "Abschreibung Fahrzeuge" in Höhe von CHF 31'029.25. Im Steuerjahr 2016 deklarierte sie einen Zinsertrag aus Darlehen in Höhe von CHF 1'517.90 und einen in Liechtenstein steuerpflichtigen Reingewinn in Höhe von CHF 0.00.
3.
Im Rahmen des Veranlagungsverfahrens wurden seitens der Steuerverwaltung diverse Unterlagen, unter anderem Detailbelege betreffend den übrigen Betriebsaufwand sowie Kontodetails hinsichtlich des Fremdwährungsdarlehens B einverlangt.
4.
Mit Schreiben vom 04.03.2019 reichte die Beschwerdeführerin unter anderem die Viseca-Kreditkartenabrechnungen ohne Belege und das Kontoblatt betreffend Darlehen B ein.
5.
Mit Steuerrechnung 2015/Ertragssteuer vom 07.03.2019 wurde die Beschwerdeführerin veranlagt. Die Steuerverwaltung korrigierte dabei den übrigen Betriebsaufwand um eine Aufrechnung über CHF 58'050.00 und den Zinsertrag um eine Aufrechnung über CHF 360'182.00. Zudem wurden die Fahrzeugaufwendungen (Abschreibung von CHF 26'750.00 sowie Bussen etc. von CHF 904.00) nicht als geschäftsmässig begründet beurteilt. Nach weiteren steuerlichen Korrekturen resultierte ein in Liechtenstein steuerpflichtiger Reinertrag in Höhe von CHF 181'657.00. Die Aufrechnungen wurden dabei wie folgt begründet:
Die Aufrechnung "übriger Betriebsaufwand" von CHF 58'050.00 erfolge, da der Aufwand nicht steuerlich angerechnet werden könne, da der Nachweis der geschäftsmässigen Begründetheit nicht erbracht worden sei. Bezüglich der Aufrechnung "Zinsertrag Dritte" von CHF 360'182.00 sei festzuhalten, dass die Darlehensvergabe bzw. die Bewirtschaftung der Forderung dem Fremdvergleichsgrundsatz widerspreche. Die Gewährung ungenügend verzinster Darlehen oder Vorschüsse stelle eine geldwerte Leistung dar, weshalb eine Aufrechnung des Zinsertrags in Höhe von CHF 360'182.00 zu erfolgen habe. Dieser Betrag ergebe sich wie folgt: BRL 9'490'139.00 x 15% = 1'423'521.00 x Umrechnungskurs 0.253022 = CHF 360'182.00. Weiter sei festzuhalten, dass das Fahrzeug als nicht geschäftsmässig zu qualifizieren und damit eine Abschreibung steuerlich nicht zulässig sei. Die Abschreibung von CHF 26'750.00 sowie alle Bussen und sonstigen Aufwendungen mit dem Fahrzeug von CHF 904.00 könnten daher nicht anerkannt werden.
6.
Hinsichtlich des Steuerjahrs 2016 wurden von der Steuerverwaltung dieselben Positionen mit denselben Begründungen aufgerechnet. Betreffend den übrigen Betriebsaufwand wurde zudem eine Zahlung betreffend "C" nicht anerkannt, da die entsprechende Rechnung nicht vorgelegt wurde. Es wurden folgende Aufrechnungen vorgenommen: übriger Betriebsaufwand CHF 63'204.00, Zinsertrag Dritte CHF 448'576.00, Fahrzeugaufwand CHF 7'152.00. Im Steuerjahr resultierte ein in Liechtenstein steuerpflichtiger Reinertrag in Höhe von CHF 362'010.00.
7.
Mit zwei Schriftsätzen vom 08.04.2019 erhob die Beschwerdeführerin Einsprache gegen die Veranlagungsverfügungen 2015 und 2016 vom 07.03.2019 und sie brachte zusammengefasst wie folgt vor: Das Einverlangen der einzelnen Belege zu den bereits vorgelegten Abrechnungen der Viseca für die Visa-Kreditkarte sei unverhältnismässig. Anhand der Abrechnung der Viseca lasse sich mit ausreichender Bestimmtheit nachvollziehen, welche mit der Visa-Kreditkarte getätigten Ausgaben geschäftsbegründet seien und welche nicht. Die Steuerverwaltung habe deshalb auf Grundlage der Viseca-Abrechnung eine Ausscheidung geschäftsbegründeter und nichtgeschäftsbegründeter Ausgaben vorzunehmen. Bezüglich des Zinsertrages Dritte sei darauf hinzuweisen, dass Voraussetzung für die Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes ein Naheverhältnis zwischen den in die Geschäftsbeziehung involvierten Gesellschaften sei. Das Darlehen sei an eine Drittgesellschaft vergeben worden. Die Beschwerdeführerin sei an dieser Drittgesellschaft nicht beteiligt. Der Fremdvergleichsgrundsatz sei nicht anwendbar und daher habe eine Aufrechnung des technischen Zinsertrags zu unterbleiben. Bezüglich des Fahrzeugs sei festzuhalten, dass das Fahrzeug "BMW i8" tatsächlich geschäftlich genutzt werde. Die Einsprecherin betreibe eine informatikgestützte Personalrekrutierungsplattform. Für die Kundenakquisition und Kundenpflege im DACH-Raum werde das Geschäftsfahrzeug "BMW i8" eingesetzt. Die Kosten dafür seien ausgewiesen; sowohl in der Anschaffung, im Unterhalt als auch im Betrieb. Dieser Aufwand sei anzuerkennen; zumindest zu einem überwiegenden Teil von 2/3 der ausgewiesenen Kosten.
8.
Die Steuerverwaltung erteilte der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 28.08.2019 im Rahmen des Einspracheverfahrens einen Verbesserungsauftrag und verlangte die Vorlage folgender Dokumente, Unterlagen und Informationen:
  • Nachweis, dass sämtliche in den Kreditkartenabrechnungen vom 24.6.2015, 24.8.2015, 24.9.2015 und 24.10.2016 aufgeführten Zahlungen geschäftsmässig begründet sind. Der Nachweis hat mit geeigneten Unterlagen zu erfolgen. Insbesondere ist betreffend jeder Zahlung darzulegen, um was für eine Ausgabe es sich handelt, mit welcher konkreten Geschäftsbeziehung die Zahlung in Verbindung steht, was für Umsätze aus der Geschäftsbeziehung resultieren und für wen die Ausgabe getätigt wurde (Geschäftspartner?).
  • Darlehensvertrag betreffend Darlehen B.
  • Nachweis mittels geeigneten Unterlagen, dass es sich bei der B zum Zeitpunkt der Darlehensvergabe und in der Steuerjahren 2015 und 2016 um keine nahestehende Person im Sinne von Art. 31a SteV handelt.
  • Erklärung dahingehend, weshalb betreffend Darlehen an die B auf Sicherheiten und marktübliche Rückzahlungen verzichtet wurde.
  • Bonitätsprüfung der B zum Zeitpunkt der Darlehensvergabe.
  • Jahresrechnung 2015, 2016 und die Jahresrechnung zum Zeitpunkt der Darlehensvergabe der B.
  • Fahrtenbuch betreffend Fahrzeug BMW i8 für die Steuerjahre 2015 und 2016 oder geeignete Unterlagen, die eine geschäftsmässige Verwendung des Fahrzeuges nachzuweisen vermögen.
Diese Unterlagen wurden von der Beschwerdeführerin innerhalb der festgelegten Frist nicht vorgelegt und es wurde auch keine Fristverlängerung beantragt.
9.
Mit Einspracheentscheidung vom 17.09.2019 wies die Steuerverwaltung die beiden Einsprachen vom 08.04.2019 gegen die Steuerrechnung 2015 und die Steuerrechnung 2016 vom 07.03.2019 ab. Die Einspracheentscheidung wurde zusammengefasst begründet wie folgt:
Die Einsprecherin habe in der Jahresrechnung 2015 einen übrigen Betriebsaufwand in Höhe von CHF 95'985.49 bzw. CHF 93'666.46 im Steuerjahr 2016 deklariert. Gemäss Kontodetail seien davon im Steuerjahr 2015 CHF 58'050.00 und im Steuerjahr 2016 CHF 30'005.55 auf Kreditkartenabrechnungen (Viseca Card) entfallen. Mit der Kreditkarte, welche vom einzigen Arbeitnehmer der Einsprecherin (D) genutzt werde, seien unter anderem folgende Zahlungen getätigt worden:
  • Germanwings, Passagier: E;
  • EasyJet, Passagier: F;
  • G Hair 
  • Piscines H
  • G Hair
  • I Trainingszentrum
  • Boutique J
  • Solbad K
  • Kino ***
  • L Apotheke AG
  • Athleticum
  • Kino ***
  • G Hair
  • Sportzentrum *** AG
  • Versace 047, Mailand 
  • Geox 056, Mailand
  • TV-Turm Alexanderplatz Berlin
  • Souvenirshop Fernsehturm Berlin
  • Herren Globus
  • Geox Shop
  • Sportzentrum ***
  • Photo *** AG 
  • Aqua-Spa-Resorts AG
  • Kino ***
Aufgrund dieser Zahlungen sei festzustellen, dass die Kreditkarte in den Steuerjahren 2015 und 2016 zur Bezahlung von Lebenshaltungskosten verwendet worden sei. Eine geschäftsmässige Nutzung der Kreditkarte habe nicht nachgewiesen werden können. Im Steuerjahr 2016 seien zudem CHF 33'198.10 mit dem Vermerk "C" über das Konto übriger Betriebsaufwand verbucht worden. Seitens der Einsprecherin sei trotz Nachfrage die entsprechende Rechnung nicht vorgelegt worden. Ein geschäftsmässiger Nachweis der Kosten über CHF 33'198.10 liege somit nicht vor.
Im Steuerjahr 2015 habe die Einsprecherin ein Aktivdarlehen gegenüber der B in Höhe von CHF 5'579'460.67 und im Steuerjahr 2016 in Höhe von CHF 5'527'318.67 deklariert. Aus dem Darlehen resultiere in den Steuerjahren 2015 und 2016 kein Zinsertrag. Im Steuerjahr 2016 habe eine Teilrückzahlung des Darlehens über CHF 52'142.00 stattgefunden. Im Steuerjahr 2015 sei keine Teilrückzahlung erfolgt. Betreffend das Darlehen sei kein Darlehensvertrag vorgelegt worden. Ein Nachweis über vereinbarte Sicherheiten und Zahlungsmodalitäten und über eine Bonitätsprüfung zum Zeitpunkt der Darlehensvergabe sei nicht erbracht worden. Ein Nachweis, dass es sich bei der Einsprecherin und der B um keine nahestehenden Personen im Sinne von Art. 31a SteV handle, sei nicht erbracht worden. Die Einsprecherin bringe lediglich vor, dass kein Beteiligungsverhältnis vorliege.
In den Steuerjahren 2015 und 2016 sei ein "BMW i8" auf die Einsprecherin eingelöst gewesen. Der Kauf des Fahrzeugs "BMW i8" sei von der Steuerverwaltung (Mehrwertsteuer) mit Abrechnung Q4/2015 vom 17.10.2017 als nicht im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit qualifiziert worden. Die Einsprecherin habe trotz Aufforderung keinen Nachweis erbracht, dass das Fahrzeug "BMW i8" geschäftsmässig genutzt werde. Sie bringe zudem implizit vor, dass das Fahrzeug auch privat benutzt werde, da sie eine Nutzung mindestens im Umfang von 2/3 als geschäftsmässig erachte.
Die Aufrechnung beim übrigen Betriebsaufwand sei zu Recht erfolgt und zwar aus folgenden Gründen: Laut Art. 47 Abs. 3 SteG bestehe der steuerpflichtige Reinertrag aus der Gesamtheit der um die geschäftsmässig begründeten Aufwendungen reduzierten Erträge. Die allgemeine Beweislastregel im Steuerrecht besage, dass steuermindernde Tatsachen von der Einsprecherin zu beweisen seien. Weiter sei in Art. 97 Abs. 2 SteG festgehalten, dass die Steuerpflichtige auf Verlangen der Behörde Auskunft erteilen und Geschäftsbücher, Belege und weitere Bescheinigungen sowie Urkunden über den Geschäftsverkehr vorlegen müsse. Letztlich seien im Rahmen der Einsprache sämtliche Beweismittel vorzulegen. Wenn die Einsprecherin somit behaupte, dass die fraglichen Kreditkartenaufwendungen geschäftsmässig begründet seien, so habe sie hierzu auch einen Nachweis zu erbringen. Dies gelte insbesondere dann, wenn berechtigte Zweifel bestünden, dass die mit der Kreditkarte bezahlten Aufwendungen nicht der Geschäftstätigkeit der Einsprecherin, sondern den privaten Lebensunterhalt des Inhabers der Kreditkarte zuzurechnen seien. Aus den Kreditkartenabrechnungen sei gerade nicht ersichtlich, dass die Ausgaben geschäftsmässig begründet seien. Es sei lediglich mit Sicherheit erkennbar, dass die zuvor genannten Positionen offenkundig zu privaten Zwecken aufgewendet worden seien und dass die Kreditkarte von Herrn D, dem einzigen Arbeitnehmer der Einsprecherin, genutzt werde. Es sei trotz mehrfacher Aufforderung kein Nachweis vorgelegt worden, dass die Kreditkarte auch für die geschäftsmässig begründeten Aufwendungen eingesetzt worden seien. Entsprechend sei davon auszugehen, dass die Kreditkarte lediglich zur Bestreitung des privaten Lebensunterhaltes des Kreditkarteninhabers benutzt werde. Die Aufrechnung sei daher zu Recht erfolgt. Weiter habe die Einsprecherin im Steuerjahr 2016 einen Aufwand "C" in Höhe von CHF 33'198.10 verbucht. Die Einsprecherin habe trotz mehrmaliger Aufforderung keinerlei Unterlagen vorgelegt, welche die geschäftsmässige Begründung der Zahlung zu rechtfertigen vermögen. Zudem sei aufgrund des Buchungstextes 16-07-13 davon auszugehen, dass die Rechnung dem Steuerjahr 2013 zuzurechnen wäre. Die Aufrechnung sei auch bezüglich dieser Position zu Recht erfolgt. Bezüglich Aktivdarlehen an die B sei festzuhalten, dass die Aufrechnung des Zinsertrags zu Recht erfolgt sei. Die Einsprecherin bringe vor, dass es sich bei der B um keine nahestehende Person handle, da die Einsprecherin nicht an der B beteiligt sei. Wie aus Art. 31a SteV ersichtlich, könne jedoch auch ein Naheverhältnis vorliegen, wenn kein Beteiligungsverhältnis zwischen der Einsprecherin und der Darlehensnehmerin bestehe. Da seitens der Einsprecherin trotz Aufforderung kein Darlehensvertrag vorgelegt worden sei, müsse davon ausgegangen werden, dass kein Darlehensvertrag bestehe. Seitens der Einsprecherin sei aus dem Darlehen in den Steuerjahren 2015 und 2016 kein Zinsertrag verbucht worden, weshalb von einem zinslosen Darlehen auszugehen sei. Im Steuerjahr 2015 sei eine Teilrückzahlung des Darlehens von ca. CHF 50'000.00 erfolgt. Angesichts der Darlehenssumme von über CHF 5 Mio. erscheine die Teilrückzahlung über CHF 50'000.00 als nicht einem Fremdvergleich entsprechend. Zudem sei das Darlehen offenbar ohne Sicherheiten und ohne Bonitätsprüfung vergeben worden. Anderslautende Nachweise seien nicht vorgelegt worden. Aufgrund der unüblichen Bewirtschaftung, des fehlenden Darlehensvertrags, den fehlenden Sicherheiten und der fehlenden Bonitätsprüfung sei von einem Nahestehendenverhältnis im Sinne von Art. 31a SteV zwischen der Einsprecherin und der B auszugehen. Die Einsprecherin habe trotz Aufforderung keinen Nachweis erbracht, dass es sich bei der B um eine unabhängige Drittgesellschaft handle. Auch sei die Einsprecherin zur Beantwortung der Frage aufgefordert worden, weshalb auf Sicherheiten und Bonitätsprüfung bei der Darlehensvergabe verzichtet worden sei. Die Einsprecherin habe jedoch keine weiteren Unterlagen vorgelegt, weshalb die Darlehensqualifizierung anhand der vorliegenden Informationen und Indizien zu erfolgen habe. Die Umstände der Darlehensgewährung würden für ein Nahestehendenverhältnis sprechen, weshalb die Aufrechnung des Zinsertrages zu Recht erfolgt sei. Bezüglich des Fahrzeugs "BMW i8" bringe die Einsprecherin vor, dass der Aufwand mindestens zu 2/3 geschäftsmässig begründet und daher entsprechend anzuerkennen sei. Das Fahrzeug werde zur Kundenpflege und Akquisition verwendet. Die Einsprecherin sei aufgefordert worden, ein Fahrtenbuch oder andere geeignete Unterlagen beizubringen, die eine geschäftsmässige Verwendung des Fahrzeuges nachzuweisen vermögen. Die Einsprecherin habe jedoch keine Unterlagen vorgelegt. Ausserdem habe die Einsprecherin in der Einsprache selber mitgeteilt, dass das Fahrzeug nicht ausschliesslich zu geschäftlichen Zwecken verwendet werde, wenn sie vorbringe, dass der Fahrzeugaufwand mindestens zu 2/3 geschäftsmässig begründet sei. Ein Nachweis, dass das Fahrzeug zu 2/3 geschäftsmässig genutzt werde, habe die Einsprecherin jedoch auch nicht vorgelegt. Die Aufrechnung des Fahrzeugaufwandes sei daher zu Recht erfolgt.
10.
Mit Schriftsatz vom 18.10.2019 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die Einspracheentscheidung betreffend die Ertragssteuer 2015. Mit weiterem Schriftsatz vom gleichen Tag erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die Einspracheentscheidung betreffend Ertragssteuer 2016. Zusammengefasst brachte sie in den beiden Beschwerden vor wie folgt: Die Beschwerdeführerin habe im Veranlagungsverfahren alle Kreditkartenabrechnungen der Viseca eingereicht. Die von der Steuerverwaltung eingeforderte Vorlage von Einzelbelegen zu den bereits vorgelegten Abrechnungen der Viseca für die Kreditkarte sei unverhältnismässig. Anhand der Abrechnungen der Viseca lasse sich mit ausreichender Bestimmtheit nachvollziehen, welche mit der Kreditkarte getätigten Ausgaben geschäftsbegründet seien und welche nicht. Die Steuerverwaltung sei auf Grundlage der Visecaabrechnungen in der Lage, eine Ausscheidung geschäftsbegründeter und nicht geschäftsbegründeter Ausgaben vorzunehmen. Diese Ausscheidung wäre von der Steuerverwaltung der Beschwerdeführerin zur Stellungnahme vorzulegen gewesen, was nicht erfolgt sei, womit auch der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. Die im Einspracheentscheid exemplarisch für das Steuerjahr 2015 und 2016 aufgeführten Buchungen aus den Visecaabrechnungen für den Nachweis der privaten Nutzung der Kreditkarte sei eine willkürliche Beweisführung. Der Steuerverwaltung seien alle Kreditkartenabrechnungen vorgelegen und sie hätte diejenigen Ausgaben ausscheiden müssen, die sie nicht zum Abzug hätte zulassen wollen. Das habe sie unterlassen, obwohl es ihr möglich gewesen sei. Die Belege hätten inhaltlich in Bezug auf den Zweck der Ausgaben keine höhere Aussagekraft als die Buchung auf der Kreditkartenabrechnung. Sofern die Steuerverwaltung auf eine Einzelprüfung jeder Buchung verzichten wolle, seien zumindest 50% der Kreditkartenausgaben als geschäftsmässig begründeter Aufwand anzuerkennen und zum Abzug zuzulassen. Bei der B handle es sich um eine Drittgesellschaft und um keine Beteiligung der Beschwerdeführerin. Aufgrund des fehlenden Naheverhältnisses sei der Fremdvergleichsgrundsatz nicht anwendbar und habe eine Aufrechnung des Zinsertrags zu unterbleiben. Bezüglich des Fahrzeugs "BMW i8" sei festzuhalten, dass dieses tatsächlich geschäftlich genutzt werde. Die nachträgliche Einforderung eines Fahrtenbuches sei unverhältnismässig. Die Veranlagung des Steuerjahrs 2015 sei erst am 07.03.2019 erfolgt. Eine Erstellung eines Fahrtenbuches sei nach mehr als drei Jahren nach Abschluss des Steuerjahres 2015 nicht mehr möglich und zumutbar. Dasselbe gelte auch für das Steuerjahr 2016.
11.
Mit Schreiben vom 28.11.2019 verzichtete die Steuerverwaltung auf eine Gegenäusserung.
12.
Mit Entscheidung vom 6. Februar 2020 zu LSteK 2019/34 und LSteK 2019/35 gab die Landessteuerkommission den beiden Beschwerden vom 18. Oktober 2019 keine Folge und bestätigte die Einspracheentscheidung der Steuerverwaltung vom 17. September 2019.
Zur Begründung führte die Landessteuerkommission zusammengefasst wie folgt aus:
Für steuermindernde und steuerausschliessende Tatsachen sei die Steuerpflichtige, d.h. die Beschwerdeführerin beweispflichtig. Demzufolge habe die Beschwerdeführerin die allfälligen Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. 
Die Beschwerdeführerin habe zwar die Kreditkartenabrechnungen für die Jahre 2015 und 2016 vorgelegt. Aus diesen ergebe sich jedoch nicht, ob die Aufwendungen geschäftsmässig begründet seien. Vielmehr ergebe sich aus einigen Kreditkartenbuchungen, wie sie exemplarisch in der Einspracheentscheidung aufgeführt seien, dass die Kreditkarte zur Bezahlung von Lebenshaltungskosten des Kreditkarteninhabers verwendet worden sei. Es bestünden daher begründete Zweifel, dass die Kreditkarte zu geschäftlichen Zwecken der Beschwerdeführerin verwendet worden sei. Entsprechend sei es auch nicht willkürlich, wenn die Steuerverwaltung von der Beschwerdeführerin Einzelnachweise und Erklärungen zu den einzelnen Ausgaben in den Kreditkartenabrechnungen verlangt habe. Der Steuerpflichtige sei gemäss Art. 97 Abs. 2 SteG verpflichtet, auf Verlangen der Behörde Auskunft zu erteilen und Geschäftsbücher, Belege und weitere Bescheinigungen sowie Urkunden über den Geschäftsverkehr vorzulegen. Die Steuerverwaltung habe der Beschwerdeführerin im Rahmen des Einspracheverfahrens nochmals Gelegenheit gegeben, einen Nachweis für die geschäftsmässige Begründetheit der Kreditkartenausgaben zu erbringen, und sie aufgefordert, Nachweise und Erklärungen einzureichen, dass sämtliche in den Kreditkartenabrechnungen aufgeführten Zahlungen geschäftsmässig begründet seien. Da diese Nachweise nicht erbracht worden seien, sei zu Recht eine Aufrechnung erfolgt.
Weiter mache die Beschwerdeführerin geltend, dass die Aufrechnung von Zinsen betreffend das Aktivdarlehen gegenüber B nicht berechtigt sei, da es sich bei der B um eine Dritte handle und daher der Fremdvergleichsgrundsatz nicht anwendbar sei. Auch dieser Einwand sei nicht berechtigt. Aufgrund der in der Einspracheentscheidung vom 17.09.2019 festgestellten und dargelegten Umstände betreffend das Darlehen B sei davon auszugehen, dass es sich bei der B nicht um einen Dritten, sondern um eine nahestehende Gesellschaft handle. Aus den Darlehen resultierte in den Steuerjahren 2015 und 2016 kein Zinsertrag und es sei daher davon auszugehen, dass es sich um ein zinsloses Darlehen handle. Trotz Aufforderung sei kein Darlehensvertrag vorgelegt worden, weshalb davon auszugehen sei, dass kein Darlehensvertrag bestehe. Zudem sei mangels Nachweis davon auszugehen, dass das Darlehen ohne Sicherheiten und ohne Bonitätsprüfung gewährt worden sei. Die Steuerverwaltung habe deshalb zu Recht Zinsen auf dem Aktivdarlehen für die Jahre 2015 und 2016 aufgerechnet.
Bezüglich den Aufwand betreffend das Fahrzeug "BMW i8" mache die Beschwerdeführerin geltend, dass dieser Aufwand (zumindest zu 2/3) als geschäftsmässig begründet zu qualifizieren sei, da das Fahrzeug geschäftlich genutzt werde. Aufgrund der Beweislastverteilung zulasten der Beschwerdeführerin hätte diese nachzuweisen, dass das Fahrzeug geschäftlich benutzt worden sei. Die Vorlage eines Fahrtenbuches oder ähnlicher Aufschriebe sei nicht unverhältnismässig. Mangels entsprechender Nachweise seien deshalb zu Recht Aufrechnungen erfolgt.
13.
Mit zwei Schriftsätzen vom 16.03.2020 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die Entscheidung der Landessteuerkommission vom 06.02.2020 zu LSteK 2019/34 und 2019/35, dies mit den Anträgen, der Verwaltungsgerichtshof wolle den Beschwerden Folge geben, die Entscheidung der Landessteuerkommission aufheben und die geltend gemachten Aufwendungen steuerlich zum Abzug zu lassen. Zudem sei auf die Aufrechnung eines Zinsertrages auf dem Darlehen, welches der B gewährt worden sei, zu verzichten. Zur Begründung der Beschwerde wurden die gleichen Argumente vorgetragen wie im Beschwerdeverfahren vor Landessteuerkommission.
14.
Mit Schreiben vom 24. März 2020 verzichtete die Steuerverwaltung auf eine Gegenäusserung.
15.
Der Verwaltungsgerichtshof zog die Vorakten der Landessteuerkommission zu LSteK 2020/34 und 2019/35 bei, erörterte in seiner nicht-öffentlichen Sitzung vom 25.06.2020 die Sach- und Rechtslage und entschied wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Hinsichtlich des Sachverhaltes kann auf die Feststellungen der Unterinstanz verwiesen werden (Art. 101 Abs. 4 LVG).
2.
Da sich in beiden Beschwerdeverfahren die gleichen Rechtsfragen stellen und im wesentlichen der gleiche Sachverhalt zu beurteilen ist, werden die beiden Verfahren zu gemeinsamer Entscheidung verbunden.
3.
Gemäss Art. 117 Abs. 8 und Art. 118 Abs. 4 SteG kommen auf das Beschwerdeverfahren in Steuerangelegenheiten die Bestimmungen des LVG zur Anwendung, dies jedoch nur soweit, als das Steuergesetz nichts Anderes regelt. Solche anderen Regeln enthält das Steuergesetz insbesondere hinsichtlich der Beschwerdegründe. Insoweit kommen also nicht die Bestimmungen des LVG und damit auch nicht die Bestimmung des Art. 90 Abs. 6 LVG, sondern die Bestimmungen des Steuergesetzes zur Anwendung. Gemäss Art. 118 Abs. 3 SteG können mit der Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof drei Rügen erhoben werden, nämlich (1.) Rechtsverletzungen, (2.) aktenwidriger Sachverhalt und (3.) unvollständig festgestellter Sachverhalt. Demnach kann kein Beschwerdegrund der unrichtigen Sachverhaltsfeststellungen wegen unrichtiger Beweiswürdigung erhoben werden und Noven sind nicht zulässig. Hingegen fallen Verletzungen von Verfahrensbestimmungen unter "Rechtsverletzungen" gemäss Art. 118 Abs. 3 SteG (VGH 2015/105 Erw. 4.).
4.
Verfahrensrechtlich ist darauf hinzuweisen, dass denjenigen, der ein Rechtsmittel (eine Beschwerde) erhebt, die Rüge- und Substantiierungspflicht trifft (LES 2014, 155; LES 2015, 25). Der Rechtsmittelwerber muss in seinem Rechtsmittel konkret auf die angefochtene Entscheidung eingehen und ausführen, welche Entscheidungsgründe angefochten werden (Rügepflicht) und aus welchen Gründen eine solche Anfechtung erfolgt (Substantiierungspflicht). Dies gilt im steuerrechtlichen Verfahren nicht nur für Beschwerden an den Verwaltungsgerichtshof, sondern auch für Beschwerden an die Landessteuerkommission (vgl.VGH 2016/163; VGH 2019/068, Erw. 4).
In ihren Schriftsätzen vom 16. März 2020 setzt sich die Beschwerdeführerin nicht mit der Entscheidung der Landessteuerkommission auseinander. Vielmehr beschränkt sie sich darauf, die bei der Landessteuerkommission eingereichten Beschwerden in leicht angepasster Form zu wiederholen. Allein schon deshalb kommt den beiden Beschwerden vom 16. März 2020 keine Berechtigung zu.
5.
Selbst wenn die Beschwerdeführerin der ihr obliegenden Rüge- und Substantiierungspflicht gehörig nachgekommen wäre, erweist sich die Beschwerde als unbegründet.
Vorab kann ganz generell darauf hingewiesen werden, dass nach der allgemeinen Regel über die Verteilung der objektiven Beweislast die Veranlagungsbehörde (Steuerverwaltung) die Beweislast für rechtserhebliche Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen oder mehren, trägt. Der Steuerpflichtige trägt die Beweislast für rechtserhebliche Tatsachen, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern (Art. 6 Abs. 1 PGR; Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Zürich 2008, § 19 Rz. 8). 
Die Beschwerdeführerin hat im Veranlagungs- und Einspracheverfahren vor der Steuerverwaltung nicht bewiesen, dass es sich bei den von der Steuerverwaltung und der Landessteuerkommission steuerlich nicht zum Abzug zugelassenen "Aufwendungen" (Kreditkartenabrechnung VISA/Viseca; 2015: CHF 58'050; 2016: CHF 63'024) um geschäftsmässig begründeten Aufwand der Beschwerdeführerin handelt. Gleiches gilt für die für das Fahrzeug "BMW i8" vorgenommenen Abschreibungen in der Höhe von CHF 26'750.- (Geschäftsjahr 2015) bzw. CHF 31'029.- (Geschäftsjahr 2016) sowie die im Geschäftsjahr 2015 auf dem Konto 67000 ("übriger Geschäftsaufwand") verbuchten Bussen in der Höhe von total CHF 904.00. Die Unterinstanzen haben dies detailliert ausgeführt und begründet und die Beschwerdeführerin hält dem nichts Substantiiertes entgegen. Somit haben die Unterinstanzen richtig entschieden.
6.
Ebenso wenig hat die Beschwerdeführerin nachgewiesen, dass es sich bei dem der B gewährten Darlehen nicht um ein Darlehen an eine nahestehende Person im Sinne von Art. 31a SteV handelt. Auch dies haben die Unterinstanzen detailliert ausgeführt und begründet und die Beschwerdeführerin hält auch dem nichts Substantiiertes entgegen. In Bezug auf die Höhe der von der Steuerverwaltung vorgenommenen Aufrechnung (an Zinsen) hat die Beschwerdeführerin keine Rüge erhoben. Die Vorinstanz hat deshalb die von der Steuerverwaltung vorgenommene fremdübliche Verzinsung des Aktivdarlehens zu Recht bestätigt.
7.
Aus all diesen Gründen war spruchgemäss zu entscheiden.
8.
Die Kostenentscheidung stützt sich auf Art. 118 Abs. 4 SteG i.V.m. Art. 41 Abs. 1 und Art. 35 Abs. 4 LVG sowie § 41 Abs. 1 ZPO. Da die Beschwerdeführerin mit ihren Beschwerden nicht durchgedrungen ist, hat sie die Gerichtsgebühren zu tragen. Diese betragen für beide gegenständlichen Beschwerdeverfahren je CHF 630.-, total CHF 1'260, wie in den Schreiben des Verwaltungsgerichtshofes vom 18.03.2020 ausgeführt. Sie wurden von der Beschwerdeführerin am 27.03.2020 bezahlt.