VGH 2022/039
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26.08.2022
VGH
Beschluss
Sprüche: abgewiesen
VGH 2022/039
BESCHLUSS
Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, lic.iur. Andreas Batliner, hat
in der Beschwerdesache der
Beschwerdeführer:
1.A
2.B
3. mj. C

alle:

4.D
5.E
wegenAsyl (Unzulässigkeit)
gegenUnzulässigkeitsentscheid des für das Ministerium für Inneres zuständigen Regierungsmitglieds vom 07. Juni 2022 zu UE: 2679216
am 26. August 2022
entschieden:
1.Die Beschwerde der Beschwerdeführer zu 1. bis 3. vom 24. Juni 2022 gegen den Unzulässigkeitsentscheid des für das Ministerium für Inneres zuständigen Regierungsmitglieds vom 07. Juni 2022 wird abgewiesen und die angefochtene Entscheidung bestätigt.
2.Die Beschwerde der Beschwerdeführer zu 4. und 5. vom 24. Juni 2022 gegen den Unzulässigkeitsentscheid des für das Ministerium für Inneres zuständigen Regierungsmitglieds vom 07. Juni 2022 wird zurückgewiesen. 
3.Die Kosten des Verfahrens verbleiben beim Land.
TATBESTAND
1.
Der Beschwerdeführer zu 1. (im Folgenden: der Beschwerdeführer), geboren am ***1988 in Russland, seine Frau, die Beschwerdeführerin zu 2. (im Folgenden: die Beschwerdeführerin), geboren am ***1989 in Charkiw / heutige Ukraine, und deren gemeinsame minderjährige Tochter (Beschwerdeführerin zu 3., im Folgenden: mj. Beschwerdeführerin), geboren am ***2015 in Österreich, reisten am 09.03.2022 in Liechtenstein ein und stellten beim Ausländer- und Passamt (im Folgenden: APA) ein Asylgesuch. Sie legten dem APA ihre gültigen russischen Reise- und Inlandspässe, einen gültigen ukrainischen Reisepass der Beschwerdeführerin, die österreichische Geburtsurkunde der mj. Beschwerdeführerin und ein Anhörungsprotokoll nach Art. 29 chAsylG des Schweizer Staatssekretariates für Migration (im Folgenden: SEM) vom 19.01.2022 vor. Im Personalienblatt gaben die Beschwerdeführer zu 1. bis. 3. (im Folgenden: die Beschwerdeführer) als Staatsangehörigkeit ausschliesslich Russland an. Zuletzt hätten sie in der Russischen Föderation gelebt. Der Beschwerdeführer sei von Beruf Analytiker und habe das Masterstudium der Wirtschaftswissenschaften absolviert. Die Beschwerdeführerin sei von Beruf Hilfslehrerin und habe den Bachelor in Hotelmanagement gemacht.
Aus dem dem APA durch die Beschwerdeführer vorgelegten Anhörungsprotokoll des SEM vom 19.01.2022 geht hervor, dass der Beschwerdeführer darauf bestand, die damalige Asylbefragung nicht durchzuführen, seine Asylgründe für die Ukraine und die Russische Föderation nicht zu nennen und das Asylgesuch für sich und seine Familie in der Schweiz zurückzuziehen. Dies begründete er damit, dass die Flughafen-Grenzpolizei Zürich Informationen über den Beschwerdeführer an Swissair Mitarbeiterinnen in Moskau weitergeleitet und der Befrager des SEM ihn in einer Befragung am 16.12.2021 unter Druck gesetzt habe. Dieser habe einseitig Protokoll geführt, nur die Ukraine und nicht die Russische Föderation als Herkunftsland vermerkt und dem Beschwerdeführer gedroht, dass er ausgeschafft werde, wenn er sich nicht zwingend eine Rechtsvertretung nehme. Folglich habe der Beschwerdeführer in der Schweiz keine Rechtssicherheit gegenüber der Russischen Föderation durch das SEM, ersuche um Rückgabe seiner Dokumente und werde eventuell in einem anderen europäischen Staat ein Asylgesuch stellen. 
Trotz mehrfacher rechtlicher Belehrungen des SEM-Mitarbeiters, der Erklärung des Dublin-Systems, wonach die Schweiz aufgrund der Heimreise aus Österreich nach dem dortigen ersten Asylverfahren und der neuerlichen Einreise in das Gebiet der Dublin-Staaten für das nunmehrige Asylverfahren zuständig sei und die Familie bei einem derartigen Vorgehen von anderen Dublin-Staaten in die Schweiz rücküberstellt werden würde sowie trotz eindringlichen Abratens des Rechtsvertreters zog der Beschwerdeführer nach neuerlichem Vieraugengespräch mit seinem Rechtsvertreter das Asylgesuch für sich, seine Frau und die gemeinsame Tochter zurück. Dies, obwohl ihm vom SEM-Mitarbeiter wiederholt versichert worden war, dass die Familie jedenfalls auch unter ihrer russischen Staatsangehörigkeit im System eingepflegt und entsprechend geführt und er ausführlich zu seinen Fluchtgründen befragt werde.
2.
Mit den Beschwerdeführern reisten am 09.03.2022 in einer grösseren Gruppe von ukrainischen Staatsangehörigen aus Charkiw auch deren Verwandte, alle ukrainische Staatsangehörige, in Liechtenstein ein; nämlich die Mutter des Beschwerdeführers, F, geboren am ***1967, von Beruf Technikerin, deren Sohn und Bruder des Beschwerdeführers (Beschwerdeführer zu 4.) sowie die Mutter der Beschwerdeführerin (Beschwerdeführerin zu 5). Der Beschwerdeführer zu 4. ist am ***.2001 geboren, verfügt über ein Bachelorstudium und ist von Beruf Student sowie Informatiker. Die Beschwerdeführerin zu 5. ist am ***1953 geboren, verwitwet, Pensionistin und verfügt ebenfalls über einen Hochschulabschluss.
Das Verfahren dieser Verwandten der Beschwerdeführer wurde vom vorliegenden Verfahren getrennt geführt. Den Verwandten wurde gemäss der Verordnung über die vorübergehende Schutzgewährung für bestimmte Personengruppen aus der Ukraine (Ukraine-SchutzV) in Liechtenstein wie den weiteren mit ihnen gereisten ukrainischen Staatsangehörigen vorübergehender Schutz gewährt, ohne in das Asylverfahren einzusteigen. Ihnen wurde gemäss Art. 5 Abs. 1 Ukraine-SchutzV iVm Art. 28 AsylV ein Ausweis S erteilt.
Beim Verwaltungsgerichtshof wurde keine Beschwerde gegen die Heranziehung der Ukraine-SchutzV anstelle der Durchführung eines ordentlichen Asylverfahrens erhoben. 
3.
Die Prüfung in der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) fand für die Beschwerdeführer am 09.03.2022 statt. Diese ergab, dass die Beschwerdeführer zu 1. und 2. bereits am 18.03.2015 in der Schweiz, am 19.05.2015 in Luxemburg als ukrainische Staatsangehörige und am 17.11.2021 erneut in der Schweiz nunmehr auch als russische Staatsangehörige je ein Asylgesuch gestellt hatten. Der Beschwerdeführer hatte überdies am 28.08.2015 auch in Österreich ein Asylgesuch gestellt. 
Abklärungen der Landespolizei vom 11.03.2022 und vom 01.04.2022 in den relevanten Informationssystemen ergaben Treffer der Beschwerdeführer im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) der Schweiz. Darin sind die Beschwerdeführer mit beiden Staatsangehörigkeiten verzeichnet.
4.
In der gemeinsamen Befragung der Beschwerdeführer durch das APA am 21.03.2022 betonten diese, dass sie Schutz im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention begehrten. Sie hätten die Russische Föderation am 13.11.2021 verlassen, weil sie Zeugen Jehovas seien und es dort verboten sei, den Zeugen Jehovas anzugehören. Deshalb könnten sie nicht nach Russland zurückkehren. Der Beschwerdeführer habe seine ukrainische Staatsbürgerschaft vor einem Jahr abgelehnt, es sei ihm jedoch unbekannt, ob diese seitens der ukrainischen Regierung ebenfalls abgelehnt worden sei. Die Beschwerdeführerin sei am 10.02.2022 in die Ukraine gegangen, um den Verzicht der ukrainischen Staatsbürgerschaft zu erklären. Im Migrationsdienst sei von ihr jedoch Schmiergeld in Höhe von USD 1'000.-- dafür verlangt worden, dass sie einen Stempel erhalte. Die Beschwerdeführer wollten in Liechtenstein kein Gesuch um Gewährung des vorübergehenden Schutzes wegen des Krieges in der Ukraine stellen, sondern Asyl beantragen, weil die Ukraine für sie ein fremdes Land sei und sie dort keinen Schutz bekommen könnten. Sie seien Russen und hätten die russische Staatsbürgerschaft über den Onkel des Beschwerdeführers bzw. die Mutter der Beschwerdeführerin erhalten. Die Beschwerdeführer hätten beide dieselben Asylgründe, ihre siebenjährige Tochter habe aber ihre eigenen Fluchtgründe. Diese habe nämlich legal lediglich die russische Staatsbürgerschaft erhalten und deren Eltern seien Zeugen Jehovas.
In Liechtenstein seien die Beschwerdeführer zuvor noch nie gewesen. Auf Vorhalt des Ergebnisses der Eurodac-Abfrage gab der Beschwerdeführer an, dass sie dem APA bereits ein Protokoll über die Befragung in der Schweiz vorgelegt hätten. In der Vergangenheit hätten sie im Jahr 2015 ein Visum für Österreich beantragt und in weiterer Folge in der Schweiz ein Asylgesuch als ukrainische Staatsbürger gestellt. Sie seien in der Schweiz als Dublin-Fall geprüft worden und hätten nach Österreich ausreisen sollen. Stattdessen seien sie aber nach Luxemburg gereist. Von Luxemburg aus hätten sie sich entschieden, nach Österreich zu reisen. In Österreich seien sie als Asylsuchende von 2015 bis 2019 geblieben. Nach einem Bescheid des Obergerichts seien sie 2019 von Österreich in die Ukraine und von dort nach zwei Wochen sofort weiter nach Russland gereist. Sie hätten die russische Staatsbürgerschaft erhalten, weil sie nicht in der Ukraine leben könnten. Am 15.11.2021 hätten sie dann als Zeugen Jehovas ein Asylgesuch in der Schweiz gestellt. Es habe jedoch keine Entscheidung gegeben, weshalb sie schliesslich ein "Misstrauensvotum" gestellt hätten. Nach Liechtenstein seien sie mit ihren Müttern und dem Bruder des Beschwerdeführers gekommen. Da Liechtenstein für die Asylgesuche ihrer Familienangehörigen zuständig sei, ersuchten die Beschwerdeführer, dass Liechtenstein gemäss Dublin auch ihre Asylgesuche prüfe. 
Auf Nachfrage ergänzte der Beschwerdeführer, dass sie am 04.02.2022 von der Schweiz in die Ukraine gereist seien, um seine Schwiegermutter zu holen und die Formalitäten betreffend die ukrainische Staatsbürgerschaft seiner Frau zu erledigen. Die Ukraine hätten sie dann mit dem Zug nach Wien verlassen. In Wien habe er als Helfer den Ukrainern geholfen. Die anderen Familienangehörigen und ihre Freunde seien von Wien gekommen und dann seien sie alle zusammen über die Schweiz nach Liechtenstein gereist. Im ukrainischen Reisepass seiner Frau gebe es einen Zollstempel, welcher den Aufenthalt in der Ukraine bescheinige. Seinen eigenen Reisepass habe er von Wien aus dem ukrainischen Präsidenten geschickt.
Als Gründe, die dagegen sprechen, dass ihr Asylgesuch nicht in Liechtenstein, sondern in einem anderen Dublin-Staat geprüft werde, führte der Beschwerdeführer an, dass sie nicht in die Schweiz wollten. Er vertraue dem Migrationsdienst der Schweiz, insbesondere jenem von Zürich, nicht. Sie hätten aufgrund ihrer Familie das Recht, dass ihr Asylantrag in Liechtenstein geprüft werde. Abschliessend erkundigte sich der Beschwerdeführer, wie er einen Arbeitsvertrag bekommen könne.
5.
Mit E-Mail vom 23.03.2022 übermittelte der Beschwerdeführer Zugtickets, wonach die Beschwerdeführer mit weiteren Verwandten am 16.02.2022 von Charkiw nach Kiew gefahren seien und verwies auf einen Stempel im ukrainischen Pass der Beschwerdeführerin über die Einreise am 04.02.2022 von Ungarn in die Ukraine. Weil Liechtenstein für die Asylverfahren seiner Mutter, seiner Schwiegermutter und seines Bruders zuständig sei, würden die Beschwerdeführer ersuchen, dass auch ihre Asylgesuche in Liechtenstein geprüft würden. Zum Nachweis ihres Aufenthaltes in der Ukraine könnten auch Fotos und Videos vorgelegt werden, die zwischen dem 05. und 16.02.2022 in Charkiw aufgenommen worden seien.
Im Pass der Beschwerdeführerin befand sich überdies der Stempel aus Ungarn über den Wiedereintritt ins Schengengebiet am 18.02.2022.
6.
Am 22.03.2022 legte die Flüchtlingshilfe dem APA einen unbefristeten Arbeitsvertrag für den Beschwerdeführer bei G GmbH mit einem  Beschäftigungsgrad von 100% und einem Bruttolohn von CHF 3'600,- vor.
Am 07.04.2022 legte die Flüchtlingshilfe dem APA einen unbefristeten Arbeitsvertrag für die Beschwerdeführerin bei G GmbH mit einem Beschäftigungsgrad von 50% und einem Bruttolohn von CHF 1'650,- vor. 
Am 18.05.2022 legte die Flüchtlingshilfe dem APA für den Beschwerdeführer einen bis zum 23.12.2022 befristeten Arbeitsvertrag als Hilfsschreiner bei der Schreinerei H AG mit einem Beschäftigungsgrad von 100% (42 h) und einem Bruttolohn von CHF 19,25/h vor. Der andere Arbeitsvertrag sei rechtzeitig gekündigt worden.
7.
Gestützt auf das Ergebnis der Eurodac-Abfrage und die Angaben der Beschwerdeführer ersuchte das APA die Schweizer Behörden am 22.04.2022 um Wiederaufnahme der Beschwerdeführer gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-Verordnung. Das APA unterrichtete die Schweizer Behörden darüber, dass die Beschwerdeführer zur Abholung der Schwiegermutter des Beschwerdeführers aus der Ukraine am 04.02.2022 aus der Schweiz ausgereist und am 18.02.2022 in Ungarn eingereist seien, weshalb nach wie vor von der Zuständigkeit der Schweiz auszugehen sei. Hierzu langte gleichentags eine automatische elektronische Bestätigung über den Erhalt der Anfrage beim Dublin Unit des APA ein.   
Bedingt durch den Umstand, dass seitens der Schweizer Behörden bis zum 11.05.2022 keine entsprechende Rückmeldung erfolgte, zeigte das APA diesen die Verfristung gemäss Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-Verordnung an, worauf die Schweizer Behörden gleichentags deutlich machten, dass sie aufgrund einer Systemmitteilung davon ausgegangen seien, dass das APA das Ersuchen um Wiederaufnahme zurückgezogen habe. Das APA teilte daraufhin mit, dass kein Rückzug erfolgt war, sondern ein technischer Fehler aufgrund der Dateigrösse vorgelegen haben müsse. In weiterer Folge wiederholte das APA sein Ersuchen um Wiederaufnahme gegenüber den Schweizer Behörden am 12.05.2022.
Die Schweizer Behörden teilten mit Schriftsatz vom 13.05.2022 mit, der Wiederaufnahme der Beschwerdeführer gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-Verordnung zuzustimmen. Eine Überstellung solle nach Möglichkeit über die Polizeistation Buchs oder den Polizeistützpunkt Mels stattfinden und spätestens drei Arbeitstage vor Überstellung mitgeteilt werden. Lägen physische oder psychische Einschränkungen vor oder seien besondere Vorkehrungen bei bzw. nach der Überstellung notwendig, werde um Mitteilung der Einzelheiten zur Überstellung mindestens 5 Arbeitstage vor dem geplanten Termin gebeten.
8.
Am 07.06.2022 entschied das für das Ministerium für Inneres zuständige Regierungsmitglied nach Art. 5 Abs. 2 AsylG, dass das Asylgesuch der Beschwerdeführer wegen Unzulässigkeit zurückgewiesen (Ziff. 1) und die Beschwerdeführer in die Schweiz weggewiesen würden (Ziff. 2). Die Beschwerdeführer hätten Liechtenstein binnen sieben Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids zu verlassen (Ziff. 3). Im Unterlassungsfall würden angemessene Zwangsmassnahmen angeordnet (Ziff. 4).
9.
Dieser Unzulässigkeitsentscheid wurde den Beschwerdeführern am 10.06.2022 durch das APA mittels Dolmetscher eröffnet. Die Beschwerdeführer gaben an, sie hätten den Unzulässigkeitsentscheid und die Wegweisung in die Schweiz verstanden.
Den Beschwerdeführern wurden die Rechtsmittel und die Beschwerdefrist erklärt sowie die Bestandteile einer Beschwerde explizit aufgezählt. Sie wurden auf die Möglichkeit einer Rechtsvertretung durch einen Rechtsanwalt und die Einreichung eines Antrags auf Verfahrenshilfe sowie die Möglichkeit, die Beschwerde in ihrer Muttersprache einzureichen, hingewiesen. Die Beschwerdeführer gaben an, sie hätten die Rechtsmittel verstanden.
Den Beschwerdeführern wurde auch die kostenlose Rechtsberatung erläutert, wonach der Rechtsberater über eine juristische Qualifikation verfüge und die Beratung die Chancen und den Ablauf des Beschwerdeverfahrens sowie die Beratung und Unterstützung im Beschwerdeverfahren, jedoch nicht die Vertretung vor Gericht umfasse. Zur Unterstützung im Beschwerdeverfahren zähle insbesondere die Stellung eines Verfahrenshilfeantrages, der zusammen mit der Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof einzureichen sei. Auf die Frage, ob sie eine kostenlose Rechtsberatung wünschten, gaben die Beschwerdeführer an: "Nein, das brauchen wir nicht." Sie baten um Rückgabe des Protokolls aus der Schweiz.
10.
Am 13.06.2022 wandten die Beschwerdeführer sich mit dem Anliegen an S.D. den Fürsten, wonach ihr mit der grösseren Familie gemeinsamer Asylantrag gemeinsam durch das APA bearbeitet und entschieden hätte werden sollen. Hingegen seien sie nicht gehört und von der Familie getrennt worden, indem einerseits den Verwandten vorübergehender Schutz gewährt worden sei und andererseits die Beschwerdeführer nach der Dublin-III-Verordnung in die Schweiz geschickt würden. Diese werde jedoch deren Asylgesuch nicht behandeln. Eine Kopie dieses E-Mails wurde an den Verwaltungsgerichtshof übermittelt.
11.
Mit durch die Beschwerdeführer verfasstem undatiertem Schriftsatz  (Eingabe bei der Regierungskanzlei am 24.06.2022 sowie Eingabe mit E-Mail vom selben Tag beim Verwaltungsgerichtshof) erhoben die Beschwerdeführer Beschwerde gegen den Unzulässigkeitsentscheid vom 07.06.2022 an den Verwaltungsgerichtshof. Sie beantragten insbesondere, dass ihr Asylverfahren aus familiären und humanitären Gründen in Liechtenstein durchgeführt werden und keine Trennung von ihren Verwandten erfolgen möge. Dies begründeten sie näher mit den Zuständigkeitsregeln der Dublin-III-Verordnung wie auch ihrem Privat- und Familienleben sowie den Richtlinien des UNHCR und IKRK. Sie führten überdies aus, dass ihre Rechte im Verfahren vor dem APA beschnitten worden seien, weil sie nicht ausreichend befragt worden seien. Sie hätten ein Recht auf ihr Asylverfahren in Liechtenstein, jedenfalls könne Liechtenstein zur Wahrung der Familieneinheit sein Selbsteintrittsrecht ausüben. Andernfalls wollten die Beschwerdeführer mit ihren Verwandten in die Schweiz überstellt werden.
Die Beschwerdeführer zu 4. und 5. unterzeichneten ebenfalls die vom Beschwerdeführer für sich, seine Frau und die gemeinsame Tochter wie auch für seine Schwiegermutter und seinen Bruder verfasste Beschwerde gegen den an die Beschwerdeführer ergangenen Unzulässigkeitsentscheid. 
12.
Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes zog die die Beschwerdeführer betreffenden Akten der Regierung und des APA bei und entschied am 26.08.2022 wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Die Beschwerdeführer stellten am 09.03.2022 in Liechtenstein ein Asylgesuch. Somit ist das Asylgesetz (AsylG) vom 14.12.2011, LGBl. 2012 Nr. 29 idF LGBl. 2021 Nr. 315, grundsätzlich anwendbar.
Gemäss Art. 76 Abs. 1 AsylG kann gegen Entscheidungen der Regierung oder des zuständigen Regierungsmitglieds binnen 14 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof eingereicht werden.
Gemäss Art. 77 Abs. 2 Bst. a AsylG entscheidet ein Einzelrichter des Verwaltungsgerichtshofes endgültig über Beschwerden gegen Entscheidungen betreffend die Unzulässigkeit eines Asylgesuchs und die damit verbundene Wegweisung. Zuständig ist gemäss Geschäftsordnung vom 15.02.2019, LGBl. 2019 Nr. 42, iVm Ziff. 6 der Geschäftsverteilung vom 31.01.2020 der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes (Art. 77 Abs. 4 AsylG; Geschäftsverteilung abrufbar unter: www.vgh.li).
Im vorliegenden Verfahren kommt die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26.06.2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-Verordnung), direkt zur Anwendung.
2.
Die undatierte Beschwerde der Beschwerdeführer ist rechtzeitig und unterschrieben am 24.06.2022 bei der Regierungskanzlei eingelangt. Sie ist als zulässig im Sinne des Art. 76 Abs. 1 AsylG iVm Art. 93 Abs. 2 LVG zu werten (vgl. dazu auch StGH 2017/167 vom 27.03.2018 sowie StGH 2017/142 vom 29.06.2018, beide nicht öffentlich abrufbar). So richtet sich der "Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof gegen den UE: 2679216" bezeichnete Schriftsatz jedenfalls an den Verwaltungsgerichtshof und bezeichnet dabei auch den Unzulässigkeitsentscheid durch Nennung dessen Geschäftszahl. Aus den Ausführungen, dass Liechtenstein auf das Asylgesuch der Beschwerdeführer eintreten und deren Asylverfahren durchführen sowie von einer Überstellung in die Schweiz Abstand nehmen soll, ist ohne Zweifel ersichtlich, dass die Beschwerdeführer, obwohl sie juristische Laien und der deutschen Sprache nicht umfassend mächtig sind, den Unzulässigkeitsentscheid seinem gesamten Inhalt nach bekämpfen. Darin und in ihren weiteren - inhaltlich begründeten - Ausführungen zur Frage der Zuständigkeitskriterien der Dublin-III-Verordnung wie auch der Wertung des Familienlebens und zum Selbsteintrittsrecht eines Staates nehmen sie inhaltlich Stellung zum angefochtenen Unzulässigkeitsentscheid. Mit "wir wollen" stellen sie in weiterer Folge unverkennbar die Anträge, dass der Unzulässigkeitsentscheid behoben werden und Liechtenstein ihr Asylverfahren aus familiären wie auch humanitären Gründen materiell durchführen möge. Nicht zuletzt paraphierten die Beschwerdeführer zu 1. und 2. jede Seite und unterzeichneten die Beschwerde. 
Die Beschwerdeführer wurden durch das APA auch umfassend belehrt, gaben an, die Rechtsmittel und die Möglichkeit einer Rechtsvertretung verstanden zu haben, und verzichteten explizit auf die kostenlose Rechtsberatung. Auch mit der nunmehrigen Beschwerde beantragten sie keine Verfahrenshilfe. Es liegt bei den durchaus gebildeten Beschwerdeführern mit Erfahrung im Asyl- und Dublinverfahren sowie zumindest geringen Deutschkenntnissen auch kein Fall vor wie in StGH 2017/045 vom 18.12.2017 (abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li), wonach den Verwaltungsgerichtshof eine besondere Aufklärungspflicht treffen könnte.
3.
Der vorliegend der Beschwerde zugrunde liegende Unzulässigkeitsentscheid richtet sich formell wie auch seinem Inhalt nach ausschliesslich an die im Rubrum genannten Beschwerdeführer zu 1. bis 3., weshalb weiteren Verwandten der Beschwerdeführer, mögen diese durchaus indirekt vom Unzulässigkeitsentscheid und der Wegweisungsverfügung der Beschwerdeführer betroffen sein, keine Beschwerdelegitimation zukommt. Indem der Beschwerdeführer zu 4. und die Beschwerdeführerin zu 5., wie die Beschwerdeführer selbst, ihre Anträge stellten und die vom Beschwerdeführer verfasste Beschwerde unterzeichneten sowie jede Seite paraphierten, zeigen sie jedoch ihren klaren Willen, selbst Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof zu erheben. Der Unzulässigkeitsentscheid richtet sich jedoch weder an sie selbst noch greift dieser direkt in ihre Rechte ein. Die Beschwerde der Beschwerdeführer zu 4. und 5. war deshalb mangels Legitimation (s. Art. 76 Abs. 1 AsylG iVm Art. 92 Abs. 1 LVG) spruchgemäss  zurückzuweisen (s. oben Spruchpunkt 2). 
Unklar ist, ob die Verwandten der Beschwerdeführer sich auch gegen ihre eigene Schutzgewährung aussprechen, wenn der Beschwerdeführer auch für diese ausführt, dass sie einen gemeinsamen Asylantrag, einen "Familienasylantrag", gestellt hätten und bei Ausstellung ihrer Ausweise davon ausgegangen seien, dass auch die Beschwerdeführer ihr Verfahren in Liechtenstein hätten. Die sich eindeutig gegen den Unzulässigkeitsentscheid vom 07.06.2022 zu UE: 2679216 gerichtete Beschwerde ist jedoch kein taugliches Mittel, gegen ihre eigene Entscheidung nach der Ukraine-SchutzV vorzugehen. Vielmehr haben sie die Entscheidung, mit der ihnen vorübergehender Schutz gewährt wurde, bislang nicht beim Verwaltungsgerichtshof angefochten. Sie nahmen laut den Ausführungen in der Beschwerde auch ihre S-Ausweise entgegen, womit sie sich offensichtlich einverstanden zeigten, vorübergehenden Schutz zu erhalten. Im Übrigen bestimmt Art. 47 Abs. 2 AsylG, dass damit deren Asyl- und Wegweisungsverfahren sistiert wurde.
4.
Bereits das für das Ministerium für Inneres zuständige Regierungsmitglied hielt im Unzulässigkeitsentscheid vom 07.06.2022 fest, dass die am 16.03.2022 in Kraft getretene Verordnung über die vorübergehende Schutzgewährung für bestimmte Personengruppen aus der Ukraine (Ukraine-SchutzV) auf die Beschwerdeführer nicht anwendbar sei. Dies ergebe sich daraus, dass die Beschwerdeführer sich als russische Staatsangehörige registriert hätten, ihre ukrainische Staatsangehörigkeit ablehnten und ausdrücklich kein Gesuch um Gewährung des vorübergehenden Schutzes, sondern ein Asylgesuch gestellt hätten.
Hierzu hebt der Verwaltungsgerichtshof hervor, dass die Beschwerdeführer insbesondere unter die Ausschlussgründe des Art. 3 Ukraine-SchutzV fallen, der Personen von der vorübergehenden Schutzgewährung ausnimmt: 
a) die bereits vor dem 24.02.2022 in einem anderen Dublin-Staat ein Asylgesuch gestellt haben oder sonst dem Dublin-Verfahren unterliegen. Art. 14 AsylV (Zuständigkeitsprüfung nach Dublin) bleibt vorbehalten;
b) die über einen gültigen Aufenthaltstitel im Schengen-Raum oder in einem sicheren Heimat-, Herkunfts- oder Drittstaat verfügen oder dorthin zurückkehren können;
c) bei welchen Ausschlussgründe nach Art. 48 AsylG vorliegen.
Vorliegend ist unstrittig, dass die Beschwerdeführer bereits im November 2021 in der Schweiz ein neuerliches Asylgesuch - nunmehr als russische Staatsangehörige - stellten, nachdem sie sich zuvor nach ihrer Rückkehr aus Österreich jahrelang in der Russischen Föderation aufgehalten hatten. An dieses neuerliche Asylgesuch der Beschwerdeführer knüpft sich die Zuständigkeit gemäss der Dublin-III-Verordnung, weshalb für die Beschwerdeführer der Ausschlussgrund nach Art. 3 Bst. a Ukraine-SchutzV vorliegt. Die Schweiz hat denn auch ausdrücklich deren Wiederaufnahme nach Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-Verordnung erklärt und die Überstellungsmodalitäten mitgeteilt. Folglich kann die Ukraine-SchutzV bei den Beschwerdeführern schon deshalb nicht herangezogen werden.
Die Beschwerdeführer brachten zudem bereits vor dem APA vor, keinen vorübergehenden Schutz als Ukrainer zu begehren, sondern als russische Staatsangehörige ein Asylgesuch zu stellen, wie das zuständige Regierungsmitglied zu Recht betonte. Auch mit ihrer Beschwerde bringen sie nicht vor, dass die Ukraine-SchutzV auf sie hätte angewandt werden müssen. Folglich wurde den Beschwerdeführern zu Recht kein vorübergehender Schutz nach der Ukraine-SchutzV erteilt und damit deren Asylverfahren sistiert, sondern das Asylgesuch der Beschwerdeführer gemäss den weiteren Bestimmungen des AsylG geprüft und nach einem Konsultationsverfahren mit der Schweiz nach der Dublin-III-Verordnung deren Zuständigkeit festgestellt. 
5.
Das gemäss Art. 5 Abs. 2 AsylG zuständige Regierungsmitglied hat im auf Art. 20 Abs. 1 Bst. b gestützten Unzulässigkeitsentscheid vom 07.06.2022 festgestellt, dass die Schweizer Behörden dem fristgerechten liechtensteinischen Ersuchen um Wiederaufnahme der Beschwerdeführer gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-Verordnung am 16.05.2022 schriftlich zustimmten, weshalb die Schweiz für das Asyl- und gegebenenfalls Wegweisungsverfahren der Beschwerdeführer zuständig sei. Damit sei das Asylgesuch der Beschwerdeführer gemäss Art. 20 Abs. 1 Bst. b AsylG als unzulässig zurückzuweisen, weil die Asylsuchenden in einen anderen Dublin-Staat, der zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens völkerrechtlich zuständig sei, ausreisen könnten. Die Tatsache, dass die Verwandten der Beschwerdeführer ebenfalls Asylgesuche in Liechtenstein gestellt hätten, ändere nichts an der Zuständigkeit der Schweiz. Vielmehr seien die Kriterien nach Art. 8 bis 11 Dublin-III-Verordnung gegenständlich nicht einschlägig, weil es sich nicht um Familienangehörige der Beschwerdeführer gemäss Art. 2 Bst. g Dublin-III-Verordnung handle. Auch die Ausreise der Beschwerdeführer aus dem Schengen-Raum ändere nichts an der Zuständigkeit der Schweiz, weil durch die Schweiz keine Ausschaffung erfolgt sei und die Aufenthaltsdauer ausserhalb des Schengen-Raums wesentlich kürzer als drei Monate gewesen sei.
Die Beschwerdeführer bringen in ihrer Beschwerde im Wesentlichen vor, dass sie mit der Mutter der Beschwerdeführerin und dem Bruder des Beschwerdeführers einen gemeinsamen Asylantrag gestellt hätten. Als die übrigen Familienmitglieder ihre S-Ausweise bekommen hätten, hätten die Beschwerdeführer geglaubt, dass ihr Verfahren in Liechtenstein geführt werde. Hingegen hätten sie trotz der UNHCR-Guidelines wie auch der Position des Internationalen Roten Kreuzes zur Familienzusammenführung und zum Familienbegriff einen Unzulässigkeitsentscheid erhalten. Neben den Normen, die einen Anspruch auf Zusammenführung vorsähen, enthalte auch die Dublin-III-Verordnung Ermessensregelungen. So sollten die Verfahren von Familienmitgliedern gemäss Art. 16 Dublin-III-Verordnung auch über die Kernfamilie hinaus zusammen geführt werden, wenn sie voneinander abhängig seien. Eine solche Abhängigkeit bestehe insbesondere zwischen der Mutter der Beschwerdeführerin und der Beschwerdeführerin. Diese sei von ihrer Tochter physisch und psychisch wegen des Krieges in der Ukraine wie auch ihres Alters abhängig. Die Beschwerdeführer ersuchten, dass Liechtenstein die Asylanträge aus familiären und humanitären Gründen prüfe oder eine Überstellung in die Schweiz gemeinsam mit ihren weiteren Familienmitgliedern erfolge.
Die Beschwerdeführer machen mit ihrem Vorbringen nicht geltend, dass vorliegend kein Konsultationsverfahren mit der Schweiz hätte geführt werden dürfen. Jedoch bemängeln sie, dass die Anknüpfungskriterien fälschlich angewandt worden seien. So machen sie geltend, dass ihre ebenfalls in Liechtenstein aufhältigen Verwandten, insbesondere die Mutter der Beschwerdeführerin, in einer derartigen Abhängigkeit stehe, dass der Familienbegriff für sie weiter zu sehen sei. Damit zeigen sie durchaus rechtliche Kenntnis vom Begriff des Familienangehörigen des Art. 2 Abs. 1 Bst. g AsylG wie auch Art. 2 Bst. g Dublin-III-Verordnung. Demgemäss fallen vorliegend lediglich die beiden Ehegatten und ihre minderjährige Tochter in diesen Familienbegriff, wie das zuständige Regierungsmitglied richtig festgehalten hat.
So Art. 2 Abs. 1 Bst. g Ziffer 3 AsylG bestimmt, dass auch andere von der Regierung mit Verordnung bestimmte nahe Angehörige, gegenüber denen die in Liechtenstein aufgenommene Person eine Unterhaltsverpflichtung hat, die bereits im Heimat- oder Herkunftsstaat bestanden hat, unter den Begriff des Familienangehörigen fallen sollen, so ist festzuhalten, dass Art. 4 AsylV diese auf minderjährige Kinder und minderjährige Geschwister sowie Personen, die in faktischer Lebensgemeinschaft leben, beschränkt. Damit fallen der volljährige Bruder des Beschwerdeführers und die Mutter der Beschwerdeführerin nicht unter den Begriff des Familienangehörigen. Beide erfüllen lediglich den Begriff eines Verwandten nach Art. 2 Bst. h Dublin-III-Verordnung. In Kapitel III Dublin-III-Verordnung zu den Kriterien zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats wird für eine Anknüpfung jedoch auf die Eigenschaft als Familienangehöriger abgestellt. Lediglich im hier nicht relevanten Fall von unbegleiteten Minderjährigen soll gemäss Art. 7 Abs. 3 Dublin-III-Verordnung auch auf Verwandte Rücksicht genommen werden. Folglich hat das zuständige Regierungsmitglied zu Recht hervorgehoben, dass auch die Anknüpfungskriterien nach Art. 8 bis 11 Dublin-III-Verordnung gegenständlich nicht einschlägig sind.
Vorliegend kommt auch Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-Verordnung nicht als Anknüpfungskriterium in Frage, wie die Beschwerdeführer fälschlich vermeinen. Zwar betonen die Beschwerdeführer, dass gerade die Mutter der Beschwerdeführerin physisch und psychisch von der Beschwerdeführerin abhängig sei. Diese sei 1953 geboren und mit ihrer Tochter nach Liechtenstein gekommen, weil sie in der Ukraine keine Verwandten mehr habe. Hierzu ist jedoch festzuhalten, dass gleich mehrere Voraussetzungen des Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-Verordnung nicht vorliegen, weshalb dies mit den Beschwerdeführern auch nicht näher zu erörtern war. So wird bereits die Notwendigkeit der Unterstützung lediglich pauschal in den Raum gestellt, ohne dies mit der Beschwerde näher darzulegen oder zu begründen. Deshalb ist für den Verwaltungsgerichtshof bereits nicht ersichtlich, weshalb die gebildete Mutter der Beschwerdeführerin in der Ukraine ohne Verwandte aufhältig sein konnte und erst in Liechtenstein eine derartige Abhängigkeit von der Beschwerdeführerin vorliegen sollte.
Hinzu kommt, dass die Mitgliedstaaten lediglich in der Regel entscheiden, einen Antragsteller und sein Elternteil nicht zu trennen, sofern die familiäre Bindung bereits im Herkunftsland bestanden hat, und der Antragsteller zudem in der Lage ist, die abhängige Person zu unterstützen, was schriftlich kundzutun ist. Anzuzweifeln ist bereits, ob die Beschwerdeführerin in der Lage ist, ihre Mutter ausreichend (finanziell) zu unterstützen. Jedenfalls lag aber im Herkunftsland keine derartige Bindung vor, die es nun zu berücksichtigen gälte. Vielmehr verbrachte die Beschwerdeführerin ab ihrem ersten Asylgesuch im März 2015 mehrere Jahre auf dem Gebiet der Dublinstaaten, wo auch die minderjährige Beschwerdeführerin 2015 in Österreich zur Welt kam. 2019 kehrte die Familie aufgrund der ablehnenden österreichischen gerichtlichen Entscheidung in die Ukraine zurück und reiste nach ihren eigenen Angaben nach einem nur zweiwöchigen Aufenthalt sofort in die Russische Föderation weiter. Dort hielten die Beschwerdeführer sich bis zur Ausreise am 13.11.2021 auf und stellten in weiterer Folge am 15.11.2021 ihr Asylgesuch in der Schweiz. In der Schweiz waren die Beschwerdeführer dann mehrere Monate aufhältig, bevor die Beschwerdeführerin sich am 04.02.2022 für ca. zwei Wochen in die Ukraine begab, um ihre Mutter nach Liechtenstein zu bringen. In Liechtenstein sind die Beschwerdeführer durch die Liechtensteinische Flüchtlingshilfe betreut. Damit kann die Beschwerdeführerin aber keine derartige Bindung zu ihrer Mutter und keine derartige Abhängigkeit darlegen, die der Voraussetzung des Art. 16 Dublin-III-Verordnung entsprechen würde. Hervorzuheben ist überdies, dass die Beschwerdeführer ja gerade betonen, keine ukrainischen Staatsangehörigen mehr sein zu wollen und in der Ukraine nicht leben zu können, womit sie sich von ihren ukrainischen Verwandten gleichermassen abgrenzen und eine gemeinsame Rückkehr in die Ukraine selbst bei Beruhigung der Lage bereits aus Eigenem ausschliessen.
6.
Der Verwaltungsgerichthof verkennt dabei keineswegs, dass nach der ständigen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (im Folgenden: EGMR) das nach Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (im Folgenden: EMRK) geschützte Familienleben auch andere Familienbindungen umfasst, worauf auch die Dublin-III-Verordnung in ihren Erwägungsgründen 14ff Bezug nimmt. Ob ausserhalb des Bereiches des insbesondere zwischen Ehegatten und ihren minderjährigen Kindern ipso iure zu bejahenden Familienlebens im Sinne des Art. 8 EMRK ein Familienleben vorliegt, hängt jedoch nach der ständigen Rechtsprechung des EGMR jeweils von den konkreten Umständen ab, wobei für die Prüfung einer hinreichend stark ausgeprägten persönlichen Nahebeziehung ("the real existence in practice of close personal ties") gegebenenfalls auch die Intensität und Dauer des Zusammenlebens von Bedeutung sind (ua EGMR 13.06.1979, Marckx vs. Belgien, Nr. 6833/74; EGMR 12.07.2001, K. und T. vs. Finnland, Nr. 25702/94). Für das Bestehen eines Familienlebens iSd. Art. 8 EMRK zwischen Eltern und deren erwachsenen Kindern oder zwischen erwachsenen Geschwistern müssen zusätzliche Elemente einer Abhängigkeit ersichtlich sein, die über die normalen emotionalen Bande hinausgehen (EGMR 20.12.2011, A.H. Khan vs. Grossbritannien, Nr. 6222/10, § 32; EGMR 09.04.2019, I.M. vs. Schweiz, Nr. 23887/16, § 62). Nichts Anderes ist im Übrigen den von den Beschwerdeführern in der Beschwerde zitierten, wenn auch wie jene des IKRK nicht bindenden "UNHCR Guidelines on Reunification of Refugee Families" von Juli 1983 zu entnehmen, die für die Familienzusammenführung im Wesentlichen ebenfalls auf eine besondere Abhängigkeit (bereits im Heimatland) und den früheren gemeinsamen Wohnsitz bzw. die räumliche Nähe abstellen.
Eine derartige Abhängigkeit und das von der Beschwerde in den Raum gestellte Fürsorgeverhältnis kann aufgrund der jahrelangen räumlichen Trennung der Beschwerdeführerin von ihrer Mutter jedenfalls ab dem Jahr 2015 nicht angenommen werden. Ihre Mutter soll zudem im Heimatland ohne jegliche Verwandte gelebt haben, was neben deren Bildungsniveau deren Selbstständigkeit unterstreicht. Worin die behauptete physische und psychische Abhängigkeit konkret liegen und seit wann diese bestehen soll, erläutern die Beschwerdeführer zudem nicht, weshalb sich dieses Vorbringen als nicht ausreichend substantiiert erweist. Der blosse, unsubstantiierte Verweis auf die Verfahrensakten der Mütter der Beschwerdeführer, in denen sich durch deren Befragung weitere Beweismittel befänden, ist dabei nicht zulässig. Die Beschwerdeführer wurden bei Eröffnung ausreichend belehrt, dass sie alle ihre Beschwerdegründe vorzubringen haben. Dennoch verweisen sie nur unsubstantiiert auf die aufgrund des Alters der Mutter der Beschwerdeführerin physische Abhängigkeit sowie die psychische gegenseitige Abhängigkeit aufgrund des Krieges. Befunde, ärztliche Gutachten oder Ähnliches legen sie weder vor noch deuten sie Derartiges auch nur an. 
Ein rein emotionales Verhältnis aufgrund der Kriegssituation in der Ukraine und der Flucht nach Liechtenstein ist - entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers - vorliegend nicht ausreichend, um die Zuständigkeit Liechtensteins zu begründen oder den Vollzug der Wegweisung unzulässig oder unzumutbar zu machen, wenn auch der Wunsch der Verwandten der Beschwerdeführer durchaus menschlich verständlich sein mag. Nicht zuletzt reisten zahlreiche Freunde und Bekannte mit der Mutter der Beschwerdeführerin nach Liechtenstein und erhielten hier ebenfalls vorübergehenden Schutz, weshalb diese neben der (finanziellen und organisatorischen) Unterstützung durch das APA und die Flüchtlingshilfe im Bereich der Lebenshaltung auch im zwischenmenschlichen Bereich nicht gänzlich auf sich alleine gestellt sein wird. Gleiches gilt auch für den Bruder des Beschwerdeführers, für den eine über die emotionale Bindung hinausgehende besondere Abhängigkeit überdies gar nicht behauptet wird. Nur der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass die Mutter des Beschwerdeführers in der Beschwerde von diesem nun gar nicht mehr erwähnt wird.  
Auch das Kindeswohl der mj. Beschwerdeführerin ist durch den Unzulässigkeitsentscheid nicht in besonderem Masse berührt, weil diese mit ihren Eltern gemeinsam in der Schweiz wiederaufgenommen wird und ihr dort - wie ihren Eltern - alle Rechte wie in Liechtenstein, insbes. Betreuung, Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung, zukommen werden. Damit wird auch dem Grundsatz der Einheit der Familie Rechnung getragen, wie im Unzulässigkeitsentscheid richtig betont wurde. Zu den weiteren Verwandten, Freunden und Bekannten der Familie kann auch die mj. Beschwerdeführerin mit Hilfe ihrer Eltern - wie bereits in den Jahren zuvor - entsprechenden Kontakt halten (s. ua EGMR 25.11.2014, Kruskic ua vs. Kroatien, Nr. 10140/13, § 110ff). 
7.
Damit ergeben sich nach der Dublin-III-Verordnung - auch in Hinblick auf die Rechte aus der Europäischen Menschenrechtskonvention - keine Anknüpfungskriterien, die es vorrangig zu berücksichtigen gegeben hätte. Vielmehr hat das Konsultationsverfahren mit der Schweiz zu Recht ergeben, dass diese für das Asylgesuch der Beschwerdeführer zuständig ist. So stellten die Beschwerdeführer ihr aufgrund der Ausschaffung aus Österreich nach dem damaligen Asylverfahren und einer jahrelangen Abwesenheit vom Gebiet der Mitgliedstaaten nach der Dublin-III-Verordnung erstes Asylgesuch (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-Verordnung) am 17.11.2021 in der Schweiz. Wie ihnen seitens der Schweizer Behörden und durch den dortigen Rechtsvertreter auch nachweislich und unbestritten mitgeteilt wurde, verhindert die damalige Zurückziehung des Asylgesuches die Zuständigkeit der Schweiz gerade nicht, sondern findet sich ein diesbezügliches Zuständigkeitskriterium in Art. 18 Abs. 1 Bst c Dublin-III-Verordnung.
Unstrittig ist, dass über dieses Asylgesuch in der Schweiz noch keine Entscheidung erging und die Beschwerdeführer auch nicht ausgeschafft wurden (vgl. Art. 19 Abs. 3 Dublin-III-Verordnung). Die Beschwerdeführer betonen zudem selbst, dass sie das Gebiet der Dublinstaaten lediglich für ca. zwei Wochen verlassen haben, was sie auch belegen konnten. Damit ist auch Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-Verordnung nicht heranzuziehen, wonach die Pflichten des zuständigen Mitgliedstaates dann erlöschen, wenn die Asylsuchenden das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten für mindestens drei Monate verlassen haben, wie bereits das zuständige Regierungsmitglied hervorgehoben hat.
Nicht zuletzt hat das APA den Schweizer Behörden im Wiederaufnahmeersuchen ordnungsgemäss mitgeteilt, dass die Beschwerdeführer nach Zurückziehung ihres Gesuches in die Ukraine und von dort gemeinsam mit Verwandten nach Liechtenstein gereist sind. Den liechtensteinischen Behörden ist damit auch keine mangelhafte Information der Schweizer Behörden vorzuwerfen. Die Schweizer Behörden haben in Kenntnis der Sachlage denn auch folgerichtig entschieden, die Beschwerdeführer als Drittstaatsangehörige, die während der Antragsprüfung ihren Antrag zurückzogen und in einem anderen Mitgliedstaat, nämlich Liechtenstein, ein Asylgesuch stellten, gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-Verordnung wieder aufzunehmen. Dabei stellt die Schweiz sicher, dass die Prüfung der Asylgesuche der Beschwerdeführer abgeschlossen wird bzw. diese einen neuerlichen Antrag auf internationalen Schutz stellen können, der nicht als Folgeantrag behandelt wird (Art. 18 Abs. 2 2. Satz Dublin-III-Verordnung).
Damit müssen aber die Bedenken der Beschwerdeführer, dass die Schweiz das Asylgesuch aufgrund der Zurückziehung des Asylgesuches nicht behandeln wird, ebenso ins Leere gehen, wie dass sie in der Schweiz nicht als russische Staatsangehörige geführt und dadurch ihre Rechte aus dem Datenschutz verletzt würden. Vielmehr wurde dem Beschwerdeführer dies bereits anlässlich seiner Befragung durch das SEM vom 19.01.2022 und weit vor der nunmehrigen Asylgesuchstellung in Liechtenstein versichert. Auch werden die Beschwerdeführer in den Schweizer Datenbanken tatsächlich auch als russische Staatsangehörige geführt, wie nicht zuletzt das Konsultationsverfahren gezeigt hat.
8.
So die Beschwerdeführer vermeinen, dass sie ein Familiengesuch in Liechtenstein gestellt hätten, das auch die Mutter der Beschwerdeführerin und den Bruder des Beschwerdeführers umfasse, so sind sie neuerlich an die obigen Ausführungen zur Familieneigenschaft zu erinnern. Die Beschwerdeführer und ihre Verwandten haben zudem auch nicht ein gemeinsames Familiengesuch gestellt, vielmehr stellt jede Person ein eigenes Gesuch, das lediglich aufgrund der Familieneigenschaft für eine Familie gemeinsam bearbeitet wird. Dies nicht zuletzt um sicherzustellen, dass die Anträge sorgfältig geprüft werden, diesbezügliche Entscheidungen kohärent sind und dass die Mitglieder einer Familie nicht voneinander getrennt werden (s. Erw. 15 Dublin-III-Verordnung), wobei neuerlich an den eng auszulegenden Familienbegriff und die obigen Ausführungen zu verweisen ist.
Gleichermassen fand sich auch keine Anknüpfung, dass das APA die Schweiz auch für die Verwandten der Beschwerdeführer um Aufnahme ersuchen könnte, wie der Beschwerdeführer vermeint. Diesem ist vielmehr vorzuhalten, dass er trotz umfangreicher Belehrungen durch den Mitarbeiter des SEM wie auch seines Rechtsvertreters und folglich in Kenntnis der Zuständigkeit der Schweiz mit seiner Familie ein Asylgesuch im für ihn nicht zuständigen Liechtenstein gestellt hat, dessen Zuständigkeit er nun mit Verweis auf weitere von ihm nach Liechtenstein gebrachte Verwandte zu erzwingen versucht.
9.
Bereits das zuständige Regierungsmitglied erkannte vorliegend keinen derartigen Fall, um aus humanitären Gründen oder aufgrund eines Härtefalles auf das Gesuch der Beschwerdeführer einzutreten (s. Erw. 17 Dublin-III-Verordnung), wie diese ebenfalls beantragen. Derartiges erschliesst sich auch dem Verwaltungsgerichtshof nicht. Vielmehr werden die Beschwerdeführer in die benachbarte Schweiz überstellt, um dort das von ihnen geforderte materielle Asylverfahren zu ihren neu vorgebrachten Asylgründen bei seit 2019 geänderter Staatsangehörigkeit durchlaufen zu können. Aufgrund der räumlichen Nähe und Dank moderner Medien wird es den Beschwerdeführern auch möglich sein, Kontakt zu den Verwandten, Freunden und Bekannten in Liechtenstein zu halten, wie sie dies auch während ihres früheren Asylverfahrens und während ihrer Zeit in Russland gemacht haben.
Worin eine besondere Härte liegen sollte, dass die Beschwerdeführer, die schon jahrelang nicht in der Nähe ihrer Verwandten, Freunde und Bekannten lebten, ihr Asylverfahren in der Schweiz durchlaufen müssen, erschliesst sich nicht. Für die Mutter der Beschwerdeführerin ist durch die Fürsorgepflichten aus dem AsylG jedenfalls hinreichend gesorgt. Gleiches gilt für den Bruder des Beschwerdeführers, dem überdies zuzumuten ist, sich seinen Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Zwar wird nicht verkannt, dass beide Beschwerdeführer in Liechtenstein bereits berufstätig sind und die mj. Beschwerdeführerin sich hier wohl fühlt. Jedoch konnten die Beschwerdeführer in Liechtenstein während der kurzen Zeit ihres Aufenthaltes trotz der Anwesenheit ihrer Verwandten kein derart schützenswertes Privatleben aufbauen, das einer nunmehrigen Überstellung in die zuständige Schweiz, wo die Beschwerdeführer bereits wiederholt aufhältig waren, entgegenstehen könnte.
Ebenso müssen sich die Beschwerdeführer vorhalten lassen, dass sie bereits anlässlich ihrer Gesuchstellungen im Jahr 2015 ein Asylverfahren durchlaufen haben, um nun neuerlich ein solches anzustrengen. Die jungen, gesunden und gebildeten Beschwerdeführer, die zudem über weitreichende Erfahrung im Asyl- und Dublinverfahren verfügen, bringen weder systemische Schwachstellen im Asyl- und Betreuungssystem der Schweiz vor noch legen sie dar, wie sie sich gegen ihre angebliche Rechtsverletzung im Asylverfahren in der Schweiz zur Wehr setzten. So hier tatsächlich ihre Rechte in den Befragungen und durch Weitergabe von Daten verletzt worden wären, sind sie damit an die Schweizer Behörden und Gerichte zu verweisen. Liechtenstein darf jedenfalls darauf vertrauen, dass die Schweiz für sie ein sicherer Staat ist und sich dabei auf den Grundsatz des wechselseitigen Vertrauens unter den Mitgliedstaaten berufen (vgl. StGH 2016/98, Erw. 12.7; StGH 2018/091 vom 29.10.2018, abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li; EuGH vom 10.12.2013, Abdullahi, C-394/12, EU:C:2013:813, Rn. 52 und 53, und vom 07.06.2016, Ghezelbash, C63/15, EU:C:2016:409, Rn. 55). Die Schweiz wird als "Dublin"- und EMRK-Mitgliedstaat, der die Wiederaufnahme der Beschwerdeführer ausdrücklich erklärt hat, die Grund- und Menschenrechte wie auch die weiteren Rechte des Beschwerdeführers aus dem EU-Acquis achten. Mit dem zuständigen Regierungsmitglied ist hervorzuheben, dass die Schweiz sich gerade auch an ihre Verpflichtungen in Bezug auf das Non-Refoulement-Gebot halten wird.
10.
Zusammengefasst sind das Ergebnis des Konsultationsverfahrens wie auch der angefochtene Unzulässigkeitsentscheid nicht zu beanstanden. Es liegt keine rechtliche Verpflichtung Liechtensteins vor, auf das Gesuch der Beschwerdeführer einzutreten und deren Asylverfahren in Liechtenstein durchzuführen. Auch liegt kein derartiges Naheverhältnis zu Verwandten vor, wonach eine Überstellung in die Schweiz eine Verletzung ihres Familienlebens bedingen könnte. Mangels besonders berücksichtigungswürdiger humanitärer Gründe (Art. 20 Abs. 3 Bst. a AsylG) ist auch die Entscheidung des APA und des zuständigen Regierungsmitgliedes, nicht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführer einzutreten, durch den Verwaltungsgerichtshof nicht zu beanstanden. 
Da aufgrund der obigen Ausführungen auch nichts ersichtlich ist, das dem Vollzug der Wegweisung der gesunden Beschwerdeführer in die benachbarte Schweiz entgegenstehen könnte, war auch die Wegweisungsverfügung im Unzulässigkeitsentscheid nicht zu bemängeln.
11.
Der Verwaltungsgerichtshof erkennt aus den folgenden Gründen auch keine sonstigen Verfahrensmängel, die ein anderes Ergebnis bringen könnten, wie ein in der Beschwerde vorgebrachtes mangelhaftes Ermittlungsverfahren mangels umfassender Befragung der Beschwerdeführer oder eine lediglich bruchstückhafte und einseitige Protokollierung:
Die Beschwerdeführer zu 1. und 2. wurden am 21.03.2022 gemeinsam vom APA zu ihre Einreise, den Ergebnissen der Eurodac-Datenbank und ihrem Asylverfahren in der Schweiz sowie weshalb sie nicht dorthin zurückkehren wollten und weshalb sie Russland verlassen hätten, befragt. Dies ergibt sich nicht nur aus dem Verfahrensprotokoll, sondern auch aus der unter das Protokoll gesetzten Unterschrift beider Beschwerdeführer. Deshalb schadet auch nicht, dass die Beschwerdeführerin zu Beginn des Protokolls nicht namentlich angeführt wird. Indem jedoch der Beschwerdeführer und die gemeinsame Verfahrensnummer genannt werden sowie die Wortmeldungen der Beschwerdeführerin mit ihren Initialen versehen sind, sie jede Seite paraphiert und das Protokoll am Ende unterschrieben hat, ist ohne jeden Zweifel, dass auch sie bei diesem Termin befragt wurde. Der Beschwerdeführer behauptet zudem nicht, dass die Beschwerdeführerin nicht dabei gewesen wäre oder nicht befragt wurde. Er bemängelt jedoch, dass sie beide und jedenfalls die Beschwerdeführerin nicht ausreichend zu ihren Dublin-Gründen befragt worden seien.
Hervorzuheben ist, dass die Beschwerdeführerin durchaus wiederholt eigene Angaben gemacht hat. Wenn sie auf die Fragen des APA nicht selbst das Wort ergriffen hat, sondern den Beschwerdeführer für sie beide aussagen liess, so muss sie sich in weiterer Folge dessen Aussagen auch zurechnen lassen. Insbesondere betonte der Beschwerdeführer eingangs, dass er und die Beschwerdeführerin dieselben Fluchtgründe hätten, was von der Beschwerdeführerin nicht beeinsprucht, sondern nach Rückübersetzung auch unterschrieben und damit bestätigt wurde. Auch bei ihren früheren Asylgesuchen sprach der Beschwerdeführer für die Beschwerdeführerin und zog mit deren Vollmacht auch das Asylgesuch in der Schweiz zurück. Lediglich für die mj. Beschwerdeführerin brachten die Beschwerdeführer vor, dass sie eigene Fluchtgründe habe, weil diese nur die russische Staatsbürgerschaft habe, ihr die ukrainische nie erteilt worden sei und sie als Kind zweier Zeugen Jehovas nicht nach Russland zurück könne. 
Wenn die Beschwerdeführer nunmehr in den Raum stellen, dass die Beschwerdeführer nicht ausreichend befragt worden seien und ihre Gründe im Sinne der Dublin-III-Verordnung nicht bzw. nicht ausreichend hätten nennen können, so ist ihnen vorzuhalten, dass dieses Vorbringen nicht substantiiert genug ist, um vom Verwaltungsgerichtshof geprüft zu werden. So bringen sie nämlich auch mit ihrer Beschwerde nicht vor, was für Gründe sie nicht nennen konnten, die gegen die Überstellung in die Schweiz sprechen sollten. So dies das Verhältnis der Beschwerdeführerin zu ihrer Mutter wäre, hat sich bereits das zuständige Regierungsmitglied mit dieser Frage ebenso auseinandergesetzt wie nunmehr auch der Verwaltungsgerichtshof. Auch dies kann jedoch einer Überstellung aufgrund der klaren Zuständigkeit der Schweiz nicht entgegenstehen, wie oben bereits ausführlich dargelegt wurde.
Dass die Beschwerdeführer ihr Verfahren in Liechtenstein führen wollen und keine Trennung von der weiteren Familie wünschen, haben sie vor dem APA überdies bereits klar vorgebracht, indem sie mitteilten, dass sie aufgrund ihrer Familie das Recht hätten, dass ihr Asylgesuch in Liechtenstein geprüft werde. Dass dem nicht so ist, wurde ebenfalls bereits durch das zuständige Regierungsmitglied wie auch oben durch den Verwaltungsgerichtshof ausführlich dargelegt.
Ansonsten bringen die Beschwerdeführer auch mit ihrer Beschwerde keine tauglichen Gründe vor, die eine Überstellung in die Schweiz verhindern könnten und vom APA bzw. dem zuständigen Regierungsmitglied zu berücksichtigen gewesen wären. Dass sie das dortige Asylgesuch zurückzogen, entspricht vielmehr einem eigenen Anknüpfungskriterium der Dublin-III-Verordnung. Auch das zuständige Regierungsmitglied hat bereits zu Recht hervorgehoben, dass niemandem zusteht, sich den Vertragsstaat, der das Asylverfahren führen soll, selbst auszuwählen.
Dass der Beschwerdeführer dem Migrationsdienst der Schweiz nicht traut, wie er vor dem APA angab, kann überdies die Zuständigkeit der Schweiz nicht verhindern. Vielmehr erweist sich diese Befürchtung als haltlos, wie ebenfalls oben bereits dargelegt wurde. Sollten die Rechte der Beschwerdeführer in der Schweiz tatsächlich beschnitten werden, wovon nicht auszugehen ist, so hätten die durchaus gebildeten und mit derartigen Verfahren vertrauten Beschwerdeführer ihre Rechte vor den Schweizer Behörden und Gerichten durchzusetzen. Auch hier hat das zuständige Regierungsmitglied zu Recht festgehalten, dass in der Dauer des Verfahrens in der Schweiz kein Grund für die Stellung eines "Misstrauensvotums" bestanden hat und die Beschwerdeführer dieses überdies stellten, noch bevor ihre ausführliche Befragung zu den Fluchtgründen beginnen konnte. Damit können die Beschwerdeführer auch aus Sicht des Verwaltungsgerichtshofes jedenfalls keine Schwachstellen im Schweizer Asylverfahren oder eine Verletzung ihrer Rechte darlegen.
Dass die Beschwerdeführer durch das APA zu ihren Fluchtgründen nicht näher befragt wurden, ergibt sich im Übrigen aus der Natur derartiger Verfahren, wonach die Schweiz für ihr Asylgesuch zuständig ist und sie ihr Vorbringen - auch jenes für ihre Tochter - dort erstatten müssen. In Liechtenstein wurde ja gerade kein inhaltliches Verfahren geführt, sondern fand lediglich eine formelle Prüfung der Zuständigkeit und die Prüfung allfälliger Rückkehrhindernisse statt. Auch der Verwaltungsgerichtshof prüft im Wesentlichen, ob die Rechte der Beschwerdeführer aus der Dublin-III-Verordnung und in Bezug auf den Erlass eines Unzulässigkeitsentscheids eingehalten wurden.
So der Beschwerdeführer letztlich noch andeutet, dass das Protokoll nicht vollständig aufgenommen worden sei, ist ihm vorzuhalten, dass er dieses ohne Einspruch nach Rückübersetzung unterschrieben hat. Zudem ist er mit der Beschwerde nicht in der Lage ist, konkret zu nennen, was nicht richtig protokolliert worden sein soll, weshalb dies lediglich eine Schutzbehauptung sein kann und auch hier seine Parteirechte nicht verletzt wurden.
12.
Auf die Auferlegung von Gebühren für das gegenständliche Verfahren konnte verzichtet werden (Art. 8 Abs. 4 GGG).