VGH 2021/002
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29.04.2021
VGH
Urteil
Sprüche: stattgegeben / ersatzlos aufgehoben / formell
VGH 2021/002
Der Verwaltungsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, hat durch die
Richterlic.iur. Andreas Batliner, Präsident
lic.iur. Marion Seeger
lic.iur. Adrian Rufener
Dr.iur. Esther Schneider
lic.iur. Daniel Tschikof
in der Beschwerdesache der
Beschwerdeführerin:
Steuerverwaltung
Beschwerdegegnerin:A


vertreten durch:

***
wegenErtragssteuer 2015 und 2016
gegenEntscheidung der Landessteuerkommission vom 18. November 2020, LSteK 2020/9
in der nicht-öffentlichen Sitzung vom 29. April 2021
entschieden:
1.Der Beschwerde der Steuerverwaltung vom 15. Januar 2021 gegen die Entscheidung der Landessteuerkommission vom 18. November 2020, LSteK 2020/9, wird stattgegeben und die angefochtene Entscheidung dahingehend abgeändert, dass sie wie folgt lautet:Die Beschwerde des A vom 09. Juni 2020 gegen die Einspracheentscheidung der Steuerverwaltung vom 08. Mai 2020, STV 2020/18, wird abgewiesen und die angefochtene Entscheidung bestätigt.Die Gebühren des Verfahrens werden der Beschwerdeführerin A auferlegt.
2.A ist schuldig, die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgerichtshof in Höhe von CHF 13'500.00 binnen 14 Tagen bei sonstigem Zwang an das Land Liechtenstein zu bezahlen (Zahlungsinformationen am Schluss dieses Urteils).
TATBESTAND
1.
Die Beschwerdegegnerin A reichte am 21. April 2017 ihre Steuererklärung für das Steuerjahr 2015 (betreffend das Geschäftsjahr vom 01.04.2014 bis 31.03.2015) bei der Steuerverwaltung ein. Darin deklarierte sie u.a. unter der Position 215 "Forderungen aus Lieferung und Leistung gegenüber Dritten (brutto)" GBP 33'867'856.00. Sie deklarierte keine "Wertberichtigung auf Forderungen" und keinen "Zinsertrag Nahestehende". 
Über Rückfrage der Steuerverwaltung reichte die Beschwerdeführerin am 15. März 2019 eine neue Steuererklärung 2015 ein. Darin deklarierte sie u.a. wie folgt: 
- Position 212 "langfristige Forderungen gegenüber übrigen Nahestehenden" GBP 30'525'791.00
- Position 162 "Zinsertrag Nahestehende": GBP 749'707.00
Sie deklarierte keine "Wertberichtigung auf Forderungen".
In der dazugehörigen Jahresrechnung per 31. März 2015 sind Forderungen gegenüber "B" und "C" von insgesamt GBP 30'525'791.00 ausgewiesen, nicht aber Wertberichtigungen auf diesen Forderungen oder Zinserträge aus diesen Forderungen.
Am 02. August 2018 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Steuererklärung für das Jahr 2016 (betreffend das Geschäftsjahr vom 01.04.2015 bis 31.03.2016) bei der Steuerverwaltung ein. Sie deklarierte u.a. "Forderungen gegenüber Inhabern (langfristig)" von GBP 33'680'417.00, jedoch keine "Wertberichtigung auf Forderungen" und keinen "Zinsertrag Nahestehende". 
Über Rückfrage der Steuerverwaltung reichte die Beschwerdeführerin am 15. März 2019 eine neue Steuererklärung 2016 ein. Darin deklarierte sie u.a. wie folgt:
- Position 212 "langfristige Forderungen gegenüber übrigen Nahestehenden": GBP 28'623'498.00
- Position 162 "Zinsertrag Nahestehende": GBP 1'012'218.00
Sie deklarierte keine "Wertberichtigung auf Forderungen".
In der dazugehörigen Jahresrechnung per 31. März 2016 sind Forderungen gegenüber "B" und "C" von insgesamt GBP 28'623'498.00 ausgewiesen, jedoch keine Wertberichtigung auf diesen Forderungen und keine Zinserträge aus diesen Forderungen.
Im Begleitschreiben vom 15. März 2019, mit welchem die neuen Steuererklärungen 2015 und 2016 bei der Steuerverwaltung eingereicht wurden, führte die Beschwerdegegnerin betreffend Darlehen an Nahestehende Folgendes aus:
Bei den Darlehensforderungen gegenüber der *** [gemeint: C] und der B handelt es sich jeweils um langfristige Forderungen gegenüber Nahestehenden, weshalb wir hier die Handelsbilanzen steuerrechtlich korrigiert und den Zinssatz gemäss entsprechendem STV-Merkblatt aufgerechnet haben (Ziff. 162 in der Steuererklärung). Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass gemäss beiliegender Excel Tabelle die steuerrechtlichen Zinszuschreibungen hinsichtlich der C pro rata (im Verhältnis zur offenen Darlehensforderung) ausgerechnet wurden. 
2.
Am 24. Juli 2019 erliess die Steuerverwaltung sowohl die Steuerrechnung 2015 als auch die Steuerrechnung 2016.
In der Steuerrechnung 2015 ging die Steuerverwaltung vom Reingewinn, wie er mit GBP 2'002'966.00 in der Jahresrechnung ausgewiesen ist, aus und nahm - soweit es hier interessiert - eine Aufrechnung von GBP 749'707.00 vor, wie es von der Beschwerdegegnerin in der Steuererklärung 2016 als "Zinsertrag Nahestehende" selbst steuerlich korrigiert wurde.
Analoges gilt für die Steuerrechnung 2016. Auch hier ging die Steuerverwaltung vom Erfolg, wie er in der Jahresrechnung ausgewiesen ist, nämlich einem Verlust von GBP 36'875.00 aus und nahm die in der Steuererklärung vorgenommene Korrektur "Zinsertrag Nahestehende" von GBP 1'012'218.00 vor. 
3.
Am 23. August 2019 erhob die Beschwerdegegnerin gegen beide Steuerrechnungen Einsprache bei der Steuerverwaltung. Sie machte geltend, zum einen seien die Darlehen an Nahestehende nicht mit 3.5 % bzw. 3.0 %, wie von ihr am 15. März 2019 berechnet und in den Steuererklärungen deklariert, zu verzinsen. Zum andern seien auf den an C gewährten Darlehen Wertberichtigungen vorzunehmen. Sie führte zu diesen beiden Einsprachethemen im Wesentlichen Folgendes aus:
Die A hat Darlehen an (mittelbar) nahestehende Personen ausgegeben, welche handelsrechtlich nicht verzinst wurden. Nach Besprechungen mit der Steuerverwaltung wurde am 15. März 2019 eine korrigierte Steuerrechnung eingereicht, welche eine steuerliche Korrektur des Zinsertrags gegenüber Nahestehenden enthielt. Dabei wurde fälschlicherweise der von der liechtensteinischen Steuerverwaltung im Merkblatt über geldwerte Leistungen publiziere Zinssatz für USD in Höhe von 3.5 % (2014) bzw. 3.0 % (2015) verwendet. Nach eingehender Prüfung der vertraglichen Grundlagen und der Finanz- und Ertragslage der Schuldnerin stellt sich heraus, dass dieser Prozentsatz nicht angemessen ist. Der LIBOR-Zinssatz für 12-monatige Darlehen in USD betrug am 01.04.2014 0.5536 %, am 01.04.2015 0.6981 %. Selbst bei einem für das zu dieser Zeit herrschende Zinsumfeld sehr hohen Zuschlag in Höhe von 1 %-Punkt ergäbe sich somit ein angemessener Darlehenszinssatz in Höhe von rund 1.6 %. 
Bei der A handelt es sich um eine stiftungsähnliche Anstalt, deren Jahresrechnung keiner Revision bzw. Review unterzogen werden muss. In den nicht geprüften Bilanzen, welche mit den Steuererklärungen für die Jahre 2014/2015 sowie 2015/2016 eingereicht wurden, war leider ein Fehler enthalten, welcher erst nach Einlangen der Veranlagungsverfügungen für die respektiven Jahre auffiel. In den eingereichten Unterlagen wurde fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es sich bei den Zahlungen an die C um ein Darlehen gegenüber Nahestehenden handelt. In Wahrheit handelt es sich um ein performance-abhängiges Darlehen, welches zweckgebunden für die Investition in einen Investmentfonds ausgegeben wurde. Die Bewertung des Darlehens ist direkt von der Performance des Fonds abhängig und wird anhand des Partner's Capital Accounts des Fonds abgebildet. Dieses weist per 31.03.2015 einen Verlust in Höhe von ca. USD 6'890'339.00 aus, per 31.03.2016 einen Verlust in Höhe von USD 10'420'938.00. Leider sind die Verluste seither noch weiter gestiegen. Somit hätte korrekterweise eine Wertberichtigung in Höhe von USD 6'890'339.00 im Jahr 2014/2015 sowie in Höhe von USD 10'420'938.00 vorgenommen werden müssen, um eine korrekte Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sicherzustellen. Die Voraussetzungen für eine nachträgliche Korrektur der Jahresrechnung sind "durch Auslegung unter Berücksichtigung des Grundsatzes von Treu und Glauben zu ermitteln" (VGH 2017/008; BGE 141 II 83). "Bilanzberichtigungen können - solange keine rechtskräftige Veranlagungen vorliegen - immer vorgenommen werden und sind von Amtes wegen durchzuführen, weil damit die Richtigstellung einer Bilanzposition erreicht wird, welche gegen zwingende handelsrechtliche Vorschriften verstösst" (VGH 2017/008). Im vorliegenden Fall verstösst ein zu hoher Ausweis der Forderungen gegenüber der C gegen Art. 1050 Abs. 2 PGR. Würde die Forderung ohne entsprechende Wertberichtigung in den Bilanzen belassen, würde die Bilanz eine zu hohe Vermögens- und Ertragslage vorgeben, was gegen zwingende Vorschriften des PGR verstösst. Somit liegt eine notwendige Bilanzkorrektur vor. 
4.
Über Rückfrage der Steuerverwaltung teilte die Beschwerdegegnerin der Steuerverwaltung mit Schreiben vom 24. September 2019 im Wesentlichen Folgendes mit:
A nutzt C dazu, um die Investitionen in den Investmentfonds zu tätigen. Demgemäss wurde in diesem Falle die C sozusagen als "Bankkonto" für die A verwendet. Es gibt keine entsprechende Vereinbarung, welche die Rechtsbeziehung zwischen A und C belegen würde. Sämtliche Zahlungen zu Gunsten des Investmentfonds wurden von Seiten der C getätigt. Aufgrund des Nahestehendenverhältnisses zwischen A und C gab es keinen Grund, einen dokumentarisch formalen Investmentprozess durchzuführen. Aufgrund des Nahestehendenverhältnisses gab es zum Zeitpunkt der Kreditgewährung keinen Grund, eine Bonitätsprüfung bei C durchzuführen. Aufgrund des Nahestehendenverhältnisses gibt es keinen Grund, eine Bonitätsüberwachung vorzunehmen. Als Sicherheit für die gewährten Kreditzahlungen gilt nach wie vor der Investmentfonds. Es gibt keine formale Rückzahlungsvereinbarung. Die Rückzahlung erfolgt mit dem Verkauf des Investmentfonds. 
5.
Mit Einspracheentscheidung vom 08. Mai 2020, STV 2020/18, wies die Steuerverwaltung die Einsprache vom 23. August 2019 ab und bestätigte sowohl die Steuerrechnung 2015 als auch die Steuerrechnung 2016, beide vom 24. Juli 2019. Begründend führte sie im Wesentlichen Folgendes aus:
Es stelle sich betreffend die Frage der Verzinsung der Darlehen an Nahestehende die Frage, ob die Beschwerdegegnerin eine Einsprachemöglichkeit gegen ihre eigene Steuerdeklaration habe. Dies sei zu verneinen. Die Steuererklärung sei ihrer Rechtsnatur nach nicht nur eine Wissenserklärung, sondern auch eine Willenserklärung, denn neben der im Wissen des Steuerpflichtigen um seine finanziellen und persönlichen Verhältnisse gegründeten Darstellung der für die Veranlagung massgebenden Tatsachen enthalte sie den mit einer Begründung (Auflistung der Faktorenbestandteile) versehenen Verfahrensantrag des Steuerpflichtigen, mit einem bestimmten Einkommen bzw. Reingewinn oder Vermögen bzw. Kapital veranlagt zu werden (Zweifel/Beusch/Casanova/Hunziker, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern, 2. Auflage, § 16 N 15). Ein Rechtsschutzinteresse habe der Steuerpflichtige bei der Einsprache gegen die eigene Steuererklärung nur dann, wenn die Veranlagung zwar der eingereichten Steuererklärung entspreche, der Steuerpflichtige sich aber in diesem Zeitpunkt eines Irrtums bei der Deklaration bewusst werde und diesen berichtigen wolle (Zweifel/Besuch, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. Auflage, Art. 132 N 12). Die Beschwerdeführerin habe zuerst Steuererklärungen eingereicht, in denen sie keinen Zinsertrag Nahestehende deklariert habe. In der Folge habe sie korrigierte Steuererklärungen eingereicht, in denen sie einen Zinsertrag Nahestehende (berechnet gemäss den in den Merkblättern der Steuerverwaltung festgesetzten Zinssätze für Leistungen an Nahestehende) deklariert habe. Sie habe in ihrem Schreiben vom 15. März 2019 ausdrücklich auf den verwendeten Zinssatz und auf die Berechnung (gewichteter Bestand) hingewiesen. Wenn sie nun im Rahmen der Einsprache vorbringe, dass diese Zinssätze nicht angemessen seien, verhalte sie sich widersprüchlich: Zuerst habe sie keinen Zinsertrag deklariert, dann Zinserträge gemäss dem STV-Merkblatt und dann mache sie wieder geltend, dass diese Zinssätze nicht angemessen seien. Es könne auch nicht davon die Rede sein, dass sich nach eingehender Prüfung der vertraglichen Grundlagen und der Finanz- und Ertragslage der Schuldnerin herausgestellt habe, dass dieser Prozentsatz nicht angemessen sei. Wie sie selbst erkläre, lägen keine Verträge zwischen der Beschwerdegegnerin und C vor. Somit könne sich auch nicht aus Verträgen ergeben, dass der Zinssatz zu hoch sei. Auch habe die Beschwerdegegnerin trotz Aufforderung keinen Nachweis erbracht, welche Zinssätze aufgrund der Finanz- und Ertragslage des C einem Fremdvergleich entsprechen würden. Somit könne festgehalten werden, dass die Beschwerdegegnerin nicht den Nachweis erbracht habe, dass sie im Rahmen der Einreichung der zweiten Steuererklärungen einem Irrtum betreffend die Zinserträge unterlegen sei. 
Betreffend die Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber C sei festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in ihren Jahresrechnungen 2015 und 2016 keine Wertberichtigungen verbucht habe. Erst im Rahmen der Einsprache habe die Beschwerdegegnerin die Vornahme von Wertberichtigungen beantragt. Den diesbezüglichen Argumenten der Beschwerdeführerin sei vorerst entgegenzuhalten, dass sie keine berichtigten Jahresrechnungen 2015 und 2016 eingereicht habe. Zudem habe die Beschwerdegegnerin keinen Nachweis für ein performanceabhängiges Darlehen vorgelegt. Aber selbst wenn ein performanceabhängiges Darlehen vorliegen würde, hätte dieses einem Fremdvergleich standzuhalten. C bestätige im Zeichnungsschein gegenüber dem Investmentfonds, dass sie weder im Namen noch auf Rechnung für andere Personen handle. Damit widerspreche sich die Beschwerdegegnerin selbst, da sie behaupte, dass eine gemeinsame Anlage, finanziert durch ein performanceabhängiges Darlehen, vorliege. Da sich die Beschwerdegegnerin und C im Sinne von Art. 49 SteG i.V.m. Art. 31a SteV nahe stünden, stelle sich die Frage, ob die Darlehensgewährung an C einem Drittvergleich standhalte (VGH 2016/058). Folgendes spreche jedoch dagegen: Die Beschwerdegegnerin habe C in den Jahren 2015 und 2016 Darlehen in der Höhe von rund USD 46 Mio. gewährt. Es sei kein Vertrag erstellt, in dem die Vertragskonditionen (Darlehensverwendung, Sicherheiten, Vergütung, Laufzeit) festgelegt worden seien. Es habe auch keine Bonitätsprüfung bei der Darlehensgewährung und -erhöhung stattgefunden. Im Steuerjahr 2015, in welchem die Beschwerdegegnerin eine Wertberichtigung des Darlehens in der Höhe von USD 6'890'339.00 als notwendig erachte, habe sie das Darlehen um USD 28'800'000.00 aufgestockt. Es sei kein Zins vereinbart worden und die Beschwerdegegnerin erhalte auch keine Ergebniszuteilung aus der Performance des Investmentfonds. Kein wirtschaftlich handelnder Geschäftsmann vergebe Darlehen in dieser Höhe, ohne sich mittels Vertrag abzusichern und die Eckdaten festzulegen, ohne eine Darlehensvergütung zu erhalten, ohne eine Bonitätsprüfung vorzunehmen und trotzdem weitere Darlehen zu gewähren, obwohl gleichzeitig bereits eine Wertberichtigung angezeigt sei. Diese Darlehensgewährung lasse sich einzig vor dem Hintergrund Nahestehendenverhältnisses erklären. Nachdem die Darlehensgewährung einem Drittvergleich nicht standhalte, gälten auch die Wertberichtigungen auf das Darlehen nicht als geschäftsmässig begründeter Aufwand. 
6.
Gegen die Einspracheentscheidung vom 08. Mai 2020 erhob die Beschwerdegegnerin am 09. Juni 2020 Beschwerde an die Landessteuerkommission. 
Sie brachte im Wesentlichen vor, von einem simulierten Darlehen ohne ernsthafte Rückzahlungsabsicht zum Zeitpunkt der Darlehensgewährung könne keine Rede sein. Vielmehr sei auf der Investition in den Fonds nach der Darlehensgewährung Verluste entstanden, welche das steuerliche Ergebnis des A reduzieren müssten. Aber selbst wenn die tatsächliche Intention der Parteien mangels formeller Dokumentation ignoriert und das Darlehen als "normales" Darlehen qualifiziert werde, müsse A eine entsprechende Wertberichtigung zugestanden werden. 
Rechtlich könnten nicht einfach Wertberichtigungen auf Darlehen als unzulässig gehalten werden, wenn Darlehen an Nahestehende gewährt würden. Eine solche Beurteilung würde im Widerspruch zu den OECD-Verrechnungspreisgrundsätzen, zu welchen sich Liechtenstein explizit bekannt habe, stehen. Die OECD verlange nämlich, dass eine Transaktion unter Nahestehenden so zu korrigieren sei, wie sie unter unabhängigen Dritten vereinbart worden wäre. Im vorliegenden Fall sei die Darlehensgewährung an eine der folgenden Varianten anzupassen: 
(a)
Aus der Argumentation der Steuerverwaltung ergebe sich, dass die Steuerverwaltung das gewährte Darlehen als simuliertes Darlehen qualifiziere. Es handle sich aber nicht um ein simuliertes Darlehen. Hinsichtlich der Verzinsung widerspreche sich die Steuerverwaltung mit ihrer Argumentation selbst. Einerseits führe die Steuerverwaltung aus, das Darlehen sei von Anfang an simuliert gewesen und daher steuerlich rückwirkend auf den Zeitpunkt der Darlehensgewährung als verdeckte Gewinnausschüttung zu qualifizieren, sodass von Anfang an das Darlehen steuerlich gar nicht bestanden habe. Andererseits verlange die Steuerverwaltung trotzdem, dass das Darlehen wie unter Dritten zu verzinsen sei. 
(b)
Die Intention sei von Anfang an gewesen, dass das Darlehen als performanceabhängige Investition in den Fonds genutzt werde. Das Investment in den Fonds habe als Sicherheit für das Darlehen gedient. C sei nur ein vorgeschobenes Gefäss für das Investment des A in den Fonds gewesen. Weiter seien sich die Parteien einig gewesen, dass statt eines Zinses auf dem Darlehen die positive Wertentwicklung des Fonds gelten solle. Da sich im fraglichen Zeitraum keine positive Wertentwicklung des Investments in den Fonds ergeben habe, sei konsequenterweise auch kein Zins verbucht worden. Der Wert des Darlehens sei zu berichtigen (Art. 1050 Abs. 2 PGR). Ein partiarisches Darlehen sei nicht zu verzinsen. In der Lehre gebe es aber durchaus auch die Meinung, dass auch ein partiarisches Darlehen minimal verzinst werden solle. Im vorliegenden Fall wären höchstens 0,5 % in Anschlag zu bringen. Sachgerechter sei jedoch, bei einem performanceabhängigen Darlehen vollumfänglich auf ein Zinselement zu verzichten.
(c)
Der vorliegende Sachverhalt könne auch als Treuhandverhältnis gewürdigt werden. Die Wertgewinne und Wertverluste auf dem Fonds seien A zuzurechnen. Auf dem Treuhandverhältnis sei kein Zins geschuldet. 
(d)
Würde das Darlehen - unrichtigerweise - als ordentliches (normales) Darlehen qualifiziert, sei es in seinem Wert zu berichtigen. Die Analyse der Jahresrechnungen des C ergebe, dass die Wertverluste auf den Investments überwiegend in den Kalenderjahren 2014 und 2015 verbucht worden seien und das C per 31. März 2015 in eine Überschuldungssituation gefallen sei, welches sich im Verlauf des Kalenderjahres 2015 verschärft habe. Als vorsichtiger Kaufmann habe A das Darlehen wertberichtigen müssen. Aber auch die Zinsforderung sei in ihrem Wert zu berichtigen, da der Darlehensschuldner in eine Überschuldung gefallen sei. Wenn also eine Aufrechnung der Zinsen erfolge, müsse zugleich eine Korrektur der Zinsforderung im selben Umfang erfolgen (Wertberichtigung).
7.
Die Landessteuerkommission gab mit Entscheidung vom 18. November 2020 zu LSteK 2020/9 der Beschwerde teilweise Folge und änderte die Einspracheentscheidung der Steuerverwaltung dahingehend ab, dass sie neu wie folgt lautet:
1.
Der Einsprache vom 23.08.2019 wird insoweit Folge gegeben, als bei der Veranlagung 2015 (Zeitraum 01.04.2014 bis 31.03.2015) eine Wertberichtigung in Höhe von USD 6'890'339.00 und bei der Veranlagung 2016 (Zeitraum 01.04.2015 bis 31.03.2016) eine Wertberichtigung von USD 10'420'938.00 berücksichtigt wird. Die Steuerverwaltung wird eine neue Steuerrechnung 2015 und 2016 ausstellen. Im Übrigen wird der Einsprache keine Folge gegeben.  
2.
Die Kosten der Einspracheentscheidung verbleiben beim Land.
Begründend führte die Landessteuerkommission im Wesentlichen wie folgt aus:
Gemäss Art. 117 Abs. 3 SteG dürften Beweismittel, welche im Veranlagungs- und Einspracheverfahren vorenthalten worden seien, im Beschwerdeverfahren nicht mehr erhoben oder entgegengenommen werden. Aus dieser Beweismittelbeschränkung ergebe sich auch, dass mit der Beschwerde kein neues Sachverhaltsvorbringen erstattet werden könne (VGH 2017/126). 
Das Beschwerdevorbringen, dass zwischen A und C ein Treuhandverhältnis angenommen werden könne, stelle ein solches neues Sachverhaltsvorbringen dar, das durch neue Beweismittel bewiesen werden müsste. Auf dieses Vorbringen sei daher nicht weiter einzugehen.
Auch beim Vorbringen, dass der aufgerechnete Darlehenszins wertzuberichtigen sei, stelle ein neues Sachverhaltsvorbringen dar. Im Beschwerdeverfahren könnten nicht erstmals neue Wertberichtigungspositionen geltend gemacht werden. Für die Berichtigung der Darlehenszinsen wäre die Vorlage einer neuen Jahresrechnung notwendig gewesen, was aber nicht zulässig sei. Entsprechend könne auch auf dieses Vorbringen nicht eingegangen werden. 
Dasselbe gelte für die erstmals in der Beschwerde beantragte höhere Wertberichtigung auf Darlehen. Im Verfahren vor der Steuerverwaltung seien nur Wertberichtigungen in der Höhe von USD 6'890'339.00 (für 2014/2015) und USD 10'420'938.00 (für 2015/2016) geltend gemacht worden.
Der Rüge, dass die Steuerverwaltung das Darlehen als performanceabhängiges Darlehen hätte qualifizieren müssen, könne nicht gefolgt werden, dies vor allem deshalb, weil kein Nachweis für ein performanceabhängiges Darlehen erbracht worden sei. Ausserdem stehe der Zeichnungsschein, mit welchem die Investorin (C) bestätigt habe, dass sie weder im Namen noch auf Rechnung für andere Personen handle, der Behauptung entgegen, dass eine gemeinsame Anlage, finanziert durch ein performanceabhängiges Darlehen, vorliege. Auf diese Argumente der Steuerverwaltung gehe A in seiner Beschwerde gar nicht ein. Somit sei die Steuerverwaltung zu Recht von einem "normalen" Darlehen an C ausgegangen.
Ein solches Darlehen zwischen Nahestehenden sei gemäss Art. 49 SteG so zu verzinsen, dass es dem Fremdvergleich standhalte. Auszugehen sei somit von den in den Merkblättern der Steuerverwaltung festgesetzten Zinssätzen für Leistungen an Nahestehende. Deshalb seien die vom A in seinen Steuererklärungen selbst deklarierten Darlehenszinsen von GBP 749'707.00 und GBP 1'012'218.00 zu berücksichtigen.
Der Beschwerde sei jedoch insoweit Folge zu geben, als das Darlehen an C in seinem Wert zu berichtigen sei. Rechtlich sei in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass für die Steuerjahre 2015 und 2016 noch der mittlerweile aufgehobene Art. 53 Abs. 1 SteG anwendbar gewesen sei. Dieser habe wie folgt gelautet: "Auf Beteiligungen an in- oder ausländischen juristischen Personen dürfen Abschreibungen oder Wertberichtigungen vorgenommen werden, sofern eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung vorliegt oder eine Wertminderung realisiert wurde". Beteiligungen hätten somit steuerwirksam wertberichtigt werden können. Diese Bestimmung sei auf den vorliegenden Fall zwar nicht direkt anwendbar, weil C keine Tochtergesellschaft des A sei. Dennoch sei sie zu berücksichtigen, weil sie einen wichtigen Grundgedanken des Steuergesetzes, die sogenannte "Entscheidungsneutralität" darstelle. Das Gesetz solle so ausgelegt werden, dass keine Anreize bestünden, Umstrukturierungen vorzunehmen, um so eine bessere steuerliche Behandlung zu erhalten. So sollten Sachverhalte, die man auf die eine oder andere Weise gestalten könne, nach Möglichkeit gleich besteuert werden. Wenn A dem C die Darlehensbeträge als Eigenkapital zur Verfügung gestellt hätte, hätte sie diese Investition (Beteiligung) gemäss Art. 53 Abs. 1 SteG wertberichtigen können. Bei der Beurteilung der Frage, ob das gegenständliche Darlehen zwischen Nahestehenden (aus steuerlicher Sicht) wertberichtigt werden könne, seien daher für den Zeitraum, für welchen Art. 53 SteG noch anwendbar sei, nicht allzu strenge Anforderungen zu stellen. Entsprechend könnten die gegenständlichen Darlehen wertberichtigt werden. Es würden daher die vom A im Rahmen des Einspracheverfahrens geltend gemachten Wertberichtigungen zugelassen. 
8.
Die Beschwerdegegnerin A erhob keine Beschwerde gegen die Entscheidung der Landessteuerkommission.
9.
Jedoch erhob die Steuerverwaltung am 15. Januar 2021 beim Verwaltungsgerichtshof rechtzeitig Beschwerde gegen die am 08. Januar 2021 zugestellte Entscheidung der Landessteuerkommission vom 18. November 2020.
Die Steuerverwaltung beantragt, der Verwaltungsgerichtshof wolle die angefochtene Entscheidung dahingehend abändern, dass sie wie folgt lautet:
1.
Die Beschwerde vom 09. Juni 2020 gegen die Einspracheentscheidung der Steuerverwaltung vom 08. Mai 2020 (STV 2020/18) wird abgewiesen und die angefochtene Einspracheentscheidung bestätigt.
2.
Die Verfahrenskosten von CHF 13'500.00 werden der Beschwerdeführerin auferlegt.
10.
Die Beschwerdegegnerin A erstattete am 30. März 2021 eine Gegenäusserung. Sie beantragt, der Verwaltungsgerichtshof wolle der Beschwerde keine Folge geben.
11.
Der Verwaltungsgerichtshof zog den Vorakt der Landessteuerkommission zu LSteK 2020/09 bei, erörterte in seiner nicht-öffentlichen Sitzung vom 29. April 2021 die Sach- und Rechtslage und entschied wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Im Beschwerdeverfahren vor der Landessteuerkommission ging es noch um zwei Themen, nämlich die Verzinsung der Darlehen an die nahestehenden Gesellschaften C und "B" und die Wertberichtigung des an C gewährten Darlehens. Eine Wertberichtigung des an "B" gewährten Darlehens machte A nie geltend.
Die Landessteuerkommission erkannte, dass A die an nahestehende Gesellschaften gewährten Darlehen so zu verzinsen hat, wie es die Steuerverwaltung in der Einspracheentscheidung ausführte. Dagegen erhob A keine Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof, sodass dieses Thema rechtskräftig abgeschlossen ist.
Im gegenständlichen Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof geht es somit noch um das Thema der Wertberichtigung des an C gewährten Darlehens.
2.
A rügt in seiner Gegenäusserung vom 30. März 2021 (Ziff. 2.), ihr Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs sei durch die Landessteuerkommission verletzt worden, weil die Steuerverwaltung erst in ihrer Einspracheentscheidung ihre Rechtsansicht dargelegt habe und A deshalb wegen der Bestimmung von Art. 117 Abs. 3 SteG nicht mehr vollumfänglich Stellung nehmen könne.
Diesem Vorbringen ist nicht zu folgen.
Art. 117 Abs. 3 Satz 1 SteG bestimmt ausdrücklich, dass mit der Beschwerde an die Landessteuerkommission alle Mängel geltend gemacht werden können. Es können also sämtliche Rechtsfragen einschliesslich verfahrensrechtliche Fragen ebenso releviert werden, wie der von der Steuerverwaltung in der Einspracheentscheidung festgestellte Sachverhalt (samt Beweiswürdigung) als unrichtig gerügt werden kann. Allerdings enthält Art. 117 Abs. 3 SteG in seinem dritten Absatz eine Beweismittelbeschränkung: Beweismittel, welche im Veranlagungs- oder Einspracheverfahren nicht vorgelegt wurden, dürfen mit der Beschwerde an die Landessteuerkommission und während des Beschwerdeverfahrens nicht mehr vorgelegt werden. Wie die Landessteuerkommission daraus richtig schloss, schliesst diese gesetzliche Beweismittelbeschränkung aus, dass mit der Beschwerde an die Landessteuerkommission solches neues Vorbringen erstattet werden kann, das nur mit neuen Beweismitteln, die schon im erstinstanzlichen Verfahren hätten vorgelegt werden können, bewiesen werden kann.
Damit stellt sich im vorliegenden Verfahren die Frage, ob A im Veranlagungs- oder Einspracheverfahren vor der Steuerverwaltung die Möglichkeit hatte, sich zum Thema der Wertberichtigung des an C gewährten Darlehens zu äussern und die Beweismittel vorzulegen, die notwendig sind, den Standpunkt des A zu beweisen, oder ob A durch die Einspracheentscheidung der Steuerverwaltung überrascht wurde.
Beim Thema der Wertberichtigung des Darlehens geht es um die Frage, ob die Gewährung des Darlehens dem Fremdvergleichsgrundsatz von Art. 49 SteG standhält. A brachte erstmals in seiner Einsprache vom 23. August 2019 vor, das an C gewährte Darlehen sei mit bestimmten Beträgen zu korrigieren. Daraufhin forderte die Steuerverwaltung A mit Schreiben vom 29. August 2019 auf, bestimmte Fragen zu beantworten und zahlreiche Urkunden ("Nachweise") vorzulegen. Zum Thema der Wertberichtigungen der Darlehen (Ziffer 2. der Einsprache vom 23.08.2019) forderte die Steuerverwaltung A unter anderem auf, einen "Nachweis, dass die eingegangene Rechtsbeziehung einem Drittvergleich nach Art. 49 SteG entspricht" einzureichen. Die Steuerverwaltung wies also A ausdrücklich darauf hin, dass letzteres nachweisen muss, dass die Darlehensgewährung dem Fremdvergleichsgrundsatz nach Art. 49 SteG standhält. Damit hatte A die Möglichkeit, alle notwendigen Beweisurkunden vorzulegen und Beweisanträge rechtzeitig zu stellen.
3.
Die Landessteuerkommission liess mit ihrer Entscheidung die von A geltend gemachten Wertberichtigungen auf den an C gewährten Darlehen mit dem Argument zu, es sei dem dem Steuergesetz immanenten Grundsatz der Entscheidungsneutralität zum Durchbruch zu verhelfen (siehe oben Tatbestand 7. letzter Absatz). 
Dem hält die Steuerverwaltung in ihrer Beschwerde vom 15. Januar 2021 entgegen, dass die Entscheidungsneutralität ein Grundgedanke bei der Ausgestaltung und Ausformulierung des Steuergesetzes gewesen sei. Darüberhinaus komme diesem Grundgedanken keine eigenständige Bedeutung bei der Anwendung des Steuergesetzes zu. Der Grundgedanke finde nur Anwendung, soweit er auch im Steuergesetz umgesetzt worden sei. Im Steuergesetz gälten hohe Anforderungen an das Legalitätsprinzip. Die Auslegung des Gesetzeswortlautes dürfe nicht zu unzulässigen Analogien führen. Der von der Landessteuerkommission angezogene Art. 53 Abs. 1 SteG habe, solange er in Kraft gewesen sei, nach seinem klaren Wortlaut die Wertberichtigung bei Beteiligungen geregelt. Weder aus dem Wortlaut noch den Materialien lasse sich ableiten, dass diese Bestimmung auch Wertberichtigungen auf Darlehen unter Nahestehenden anwendbar sei. Die Steuerverwaltung könne sich nicht über den klaren Wortlaut hinwegsetzen. Die Entscheidung des Gesetzgebers, in welchen Bereichen der Grundsatz der Entscheidungsneutralität gelten solle, habe er bei der Abfassung des Steuergesetzes getroffen. Abgesehen davon würde es zu einem Wildwuchs und zu Rechtsunsicherheiten in der Rechtsanwendung führen, wenn über allen Bestimmungen des Steuergesetzes der Grundsatz der Entscheidungsneutralität stünde. Es entstünden die unterschiedlichsten Auffassungen, welche Fallkonstellation mit einer anderen Konstellation entscheidungsneutral zu werten und deshalb - in Abkehr vom Wortlaut der rechtlichen Bestimmung - gleich zu behandeln wäre. 
Dem hält A in seiner Gegenäusserung vom 30. März 2021 entgegen (Ziff. 1.2., 1.5., 3.1., 3.2.), Wertberichtigungen auf Darlehen müssten zulässig sein, um vergleichbare Sachverhalte nicht völlig unterschiedlich zu behandeln. Der Grundsatz der Entscheidungsneutralität stehe keineswegs im Widerspruch zum Legalitätsprinzip und letzterem komme kein Vorrang zu. Bei der Auslegung des Gesetzes sei der Grundsatz der Entscheidungsneutralität als Richtschnur anzuwenden. Das Legalitätsprinzip seinerseits bestimme, dass die Steuerverwaltung in den Schranken der Gesetze zu handeln habe. Die Gesetze bedürften allerdings einer Auslegung. Die Auslegung des Wortes "Beteiligung" erfolge nach dem Grundsatz der Entscheidungsneutralität in der Art, dass es soweit interpretiert werde, dass vergleichbare Sachverhalte auch zu vergleichbaren Ergebnissen führten (BuA Nr. 48/2010).
Richtig ist, dass die "Entscheidungsneutralität" eines der Kriterien und Ziele der Steuerreform 2010 war (BuA Nr. 48/2010 S. 19): Das zukünftige Steuersystem soll die Entscheidungen über verschiedene Handlungsalternativen von privat oder unternehmerisch agierenden Wirtschaftssubjekten möglichst nicht beeinflussen. Es soll grundsätzlich keinen Einfluss auf die Entscheidung zwischen Konsum und Sparen (intertemporale Neutralität), zwischen verschiedenen Rechts- und Organisationsformalternativen, Investitions- und Finanzierungsalternativen oder die Entscheidung zwischen Gewinnausschüttung und -einbehaltung haben. Im Bereich juristischer Personen setzt das vorliegende Steuerrechtskonzept das Kriterium der Entscheidungsneutralität der Besteuerung in Bezug auf Investitions-, Finanzierungs-, Rechts- und Organisationsform- sowie auch Gewinnverwendungsentscheidungen weitgehend um (BuA Nr. 48/2010 S. 20). So hat der Gesetzgeber die Entscheidungsneutralität durch eine Zinsbereinigung (BuA Nr. 48/2010 S. 27) und die Abschaffung der Couponsteuer (BuA Nr. 48/2010 S. 40) umgesetzt. 
Aus den zitierten Ausführungen der Regierung ergibt sich, dass der Grundsatz der "Entscheidungsneutralität" nicht allumfassend für jegliche steuerrechtlichen Fragen, sondern nur "weitgehend", so durch eine Zinsbereinigung und die Abschaffung der Couponsteuer, umgesetzt wurde. In anderen Bereichen setzte der Gesetzgeber diesen Grundsatz gerade nicht um. So stellte er Investitionen in bzw. Finanzierungen von anderen juristischen Personen in Form von Beteiligungen einerseits und Darlehen andererseits nicht gleich, was sich u.a. in der Bestimmung von Art. 53 Abs. 1 SteG zeigt. Demnach können Abschreibungen und Wertberichtigungen auf "Beteiligungen" an in- oder ausländischen juristischen Personen vorgenommen werden. "Darlehen" werden in dieser Bestimmung nicht genannt und damit von dieser Bestimmung nicht erfasst. Ein "Hineininterpretieren" von Darlehen in diese Bestimmung würde dem strengen Legalitätsprinzip im Steuerrecht widersprechen. Überhaupt würde die Anwendung des Grundsatzes der Entscheidungsneutralität auf Bestimmungen des Steuergesetzes, in welchen der Gesetzgeber diesen Grundsatz nicht umgesetzt hat, nicht nur dem Legalitätsprinzip widersprechen, sondern das System des Steuergesetzes in Frage stellen und zu sehr in die Prärogative des Gesetzgebers eingreifen (in diesem Sinne StGH 2010/070). 
Aber selbst wenn eine solche "Gleichbehandlung" zwischen Beteiligungen und Darlehen geboten wäre, wäre der Fremdvergleichsgrundsatz nach Art. 49 SteG anzuwenden. Es ist also zu fragen, ob ein unabhängiger Dritter sich am C so beteiligt hätte, wie es A tat. Mit anderen Worten ist eine Wertberichtigung auf Beteiligungen nur zulässig, wenn das Eingehen der Beteiligung dem Fremdvergleichsgrundsatz standhält. Dass im vorliegenden Fall eine Beteiligung am C dem Fremdvergleichsgrundsatz nicht standhalten würde, wird weiter unten (Erw. 7.) ausgeführt.  
4.
A bringt in seiner Gegenäusserung vom 30. März 2021 vor (Ziff. 1.2., 1.3.), Wertberichtigungen auf Darlehen seien zulässig und hier notwendig, weil die performanceabhängigen Darlehen, die A an C gewährt habe, überbewertet seien. Eine Bilanzberichtigung sei handelsrechtlich und damit auch steuerrechtlich gemäss Art. 1050 Abs. 2 PGR zwingend geboten.
Diesem Vorbringen kann nur dann gefolgt werden, wenn die Darlehensgewährung dem Fremdvergleichsgrundsatz nach Art. 49 SteG standhält. Tut sie dies nicht, sind Wertberichtigungen steuerrechtlich nicht zulässig. Geschäftsmässig nicht begründete Ausgaben dürfen nicht steuermindern berücksichtigt werden.
5.
Somit ist zu prüfen, ob die Darlehensgewährungen des A an C dem Fremdvergleichsgrundsatz nach Art. 49 SteG standhalten.
Diesbezüglich stellte die Steuerverwaltung in ihrer Einspracheentscheidung vom 08. Mai 2020 folgenden Sachverhalt fest:
Die Einsprecherin [A] hat ein vom Kalenderjahr abweichendes Geschäftsjahr, dieses dauert jeweils vom 01. April bis 31. März. In der Jahresrechnung 2015 wies die Einsprecherin gegenüber der C ein Aktivdarlehen in USD aus. Dieses betrug am 01. April 2014 USD 14'500'000.00 (GBP 10'988'024.00) und wurde bis 31. März 2015 auf USD 46'384'000.00 (GBP 29'385'477.00) erhöht. Im Jahr 2014 wurde das Darlehen in drei Tranchen (30. Juni; 30. September; 31. Dezember) erhöht. Zudem wies sie in der Jahresrechnung 2015 gegenüber der B ein Darlehen in der Höhe von GBP 1'140'314.00 aus.
In der Jahresrechnung 2016 wies die Einsprecherin gegenüber der C ein Aktivdarlehen am 31. März 2016 von USD 43'606'652.00 (GBP 27'483'184.00) aus. Zudem wies sie in der Jahresrechnung 2016 gegenüber der B ein Darlehen in der Höhe von GBP 1'140'314.00 aus. 
Es gibt keine Vereinbarung [gemeint: keine schriftliche Vereinbarung] zwischen der Einsprecherin und der C, wonach die Darlehensgewährung zum Erwerb des Investmentfonds durch C erfolgt; es gibt keine Vereinbarung, dass es sich hier um ein performanceabhängiges Darlehen handelt. Es gibt keinen dokumentarisch formalen Investmentprozess der C betreffend den Erwerb des Zielfonds (Übersicht über die Investoren, Regelungen betreffend Wahl der Zielinvestments, Regelung der Rechte und Pflichten der Anleger: Verhältnis zwischen Aktionäre der C und der Fremdkapitalgeber; Entschädigung/Ermittlung der anteiligen Performance; geplante Rückzahlungen aus den Investments, usw.). Es liegen keine solche Regelungen vor. Im Zeichnungsschein beantwortete die Zeichnerin (die C) die Frage "Is the investor subscribing for an interest, nominee, trustee, partner or otherwise on behalf of, for the account of or jointly with any person or entity" wie folgt: "NO". Gemäss den Jahresrechnungen des C wurden keine Anteile am Ergebnis (Performance) der durch die C gehaltenen Zielinvestments an die Einsprecherin zugewiesen. Die durch die Einsprecherin gewährten Darlehen werden in der Jahresrechnung der C mit einem Saldo von USD 7'500'000.00 per 31. Dezember 2013 und USD 46'384'000.00 per 31. Dezember 2014 und 31. Dezember 2015 bilanziert. 
Es gab keine Bonitätsprüfung der C bei den Darlehensgewährungen und es erfolgte keine Bonitätsüberwachung der C. 
Als Sicherheit für die gewährten Darlehenszahlungen gilt gemäss Ausführungen der Einsprecherin der Investmentfonds. Es liegt keine formale und materielle Begründung der Sicherheiten vor (Verpfändung, Übergabe der Fondsanteile).
Es gibt keine formale Rückzahlungsvereinbarung.
Es erfolgte keine jährliche Abrechnung der Performanceeinnahmen an die Investoren (z.B. an die Einsprecherin); die Erfolgsrechnung der C weist keine Zuweisungen der Performance an die Investoren aus. 
Diese Sachverhaltsfeststellungen bekämpfte A in ihrer Beschwerde an die Landessteuerkommission nicht. Dementsprechend verwies die Landessteuerkommission in ihrem Entscheidungsgrund Ziff. 14. auf den von der Unterinstanz festgestellten Sachverhalt. Zudem wies die Landessteuerkommission in Ziff. 17. ihrer Entscheidungsgründe darauf hin, dass die Steuerverwaltung in der Einspracheentscheidung dargelegt habe, welche Gründe gegen ein performanceabhängiges Darlehen sprächen, dass A keinen Nachweis für ein performanceabhängiges Darlehen erbracht habe und dass A in seiner Beschwerde diese Sachverhaltsfeststellungen nicht rügte. Weiter wies die Landessteuerkommission darauf hin, dass A im Rahmen des Einspracheverfahrens auch keine Unterlagen und Überweisungsbelege zu den einzelnen Darlehenszahlungen an C und zu den einzelnen Investitionszahlungen des C in den Fonds vorgelegt habe, aus denen sich ergäbe, dass die einzelnen Darlehensüberweisungen an C unmittelbar nach Eingang beim C von diesem in den Fonds investiert worden sind. 
Zu fragen ist, ob auch ein Dritter, der unabhängig, also nicht nahestehend zum C ist, bei gleichem Sachverhalt ("unter sonst gleichen Verhältnissen": Art. 49 SteG) dem C Darlehen von bis zu USD 46'384'000.00 gewährt hätte. Es ist offensichtlich, dass niemand, der vom C unabhängig ist, ein solch grosses Darlehen gewähren würde. Allein schon die Tatsache, dass A mit C keinen schriftlichen Darlehensvertrag abschloss, schliesst aus, dass ein unabhängiger Dritter dasselbe getan hätte. Auch ist nicht denkbar, dass ein unabhängiger Dritter ein Darlehen in der Höhe von USD 46 Mio. an eine Anstalt, wie C, gewähren würde, ohne sich rechtlich abgesicherte Sicherheiten einräumen zu lassen.
A argumentiert, beim Darlehen habe es sich nur um einen Durchläufer gehandelt, damit der genannte Betrag in einem bestimmten Fonds investiert wird. Aber selbst wenn dies die Absicht und mündliche Vereinbarung gewesen sein sollte, ist festzustellen, dass ein unabhängiger Dritter einen solchen "Durchläufer" nicht ohne schriftliche Vereinbarung, die sicherstellt, dass die Anteile am Fonds kein Eigenvermögen des C, sondern aussonderbares Fremdvermögen (Treuhandvermögen) sind, gewähren würde. 
Dies gälte selbst dann, wenn man davon ausginge, dass zwischen dem Verwaltungsrat des A und dem Verwaltungsrat des C Personenidentität bestünde, denn es bestünde für den unabhängigen "Darlehensgeber" auch bei einer Personenidentität immer das Risiko, dass beim Darlehensnehmer, hier dem C, der Verwaltungsrat abberufen und durch eine andere Person besetzt wird und somit auch diese Art von "Sicherheit" nicht mehr gegeben ist. Keinem unabhängigen Dritten würde bei einer Darlehensgewährung über USD 46 Mio. - entgegen dem Vorbringen des A in Ziff. 1.3. ihrer Gegenäusserung vom 30. März 2021 - genügen, lediglich den Verwendungszweck des Darlehens und die Bonität der Darlehensnehmerin "zu kennen", nicht aber einen schriftlichen Vertrag abzuschliessen und auf Sicherheiten zu bestehen. 
Wenn aber ein unabhängiger Dritter ohne schriftlichen Vertrag und ohne adäquate Sicherheiten kein Darlehen über USD 46 Mio. gewähren würde, würde der unabhängige Dritte auch keinen Verlust erleiden und er müsste keine Wertberichtigung vornehmen. Weil aber A ein Darlehen gewährte, das dem Fremdvergleichsgrundsatz nicht standhält, darf es keine steuermindernden Wertberichtigungen vornehmen. Vielmehr sind die "Aufwendungen so anzusetzen, wie sie bei einer Beziehung zwischen unabhängigen Dritten angefallen wären" (Art. 49 a.E. SteG).
6.
A brachte in seiner Beschwerde vom 09. Juni 2020 an die Landessteuerkommission vor, nach den Grundsätzen der OECD seien Transaktionen unter Nahestehenden so zu korrigieren, wie sie unter unabhängigen Dritten vereinbart worden wären.
Mit diesem Vorbringen scheint A begründen zu wollen, dass zumindest ein Teil der vorgenommenen Wertberichtigungen steuerlich anzuerkennen sei. Dem ist jedoch nicht so, denn ein unabhängiger Dritter hätte, wie oben ausgeführt, dem C kein Darlehen ohne schriftlichen Vertrag und ohne Sicherheiten gewährt. Dem Dritten wäre deshalb kein Verlust entstanden, sodass A auch keine steuerwirksame Wertberichtigung vornehmen darf, auch nicht teilweise. 
Diese Ausführungen gelten unabhängig davon, ob das gewährte Darlehen (bzw. die einzelnen Darlehen, nämlich das Darlehen über USD 7,5 Mio. per 31.12.2013, das weiter im ersten Quartal 2014 gewährte Darlehen über USD 10 Mio., das weiter im dritten Quartal 2014 gewährte Darlehen über USD 10 Mio. und das weiter im vierten Quartal 2014 gewährte Darlehen über USD 8'884'000.00) als "von Anfang an simuliertes Darlehen" oder als "performanceabhängiges Darlehen" oder als "Treuhandverhältnis" oder als "ordentliches Darlehen" im Sinne der vier Varianten, die A in seiner Beschwerde vom 09. Juni 2020 aufzeigte, qualifiziert wird. In keinem dieser Fälle hätte ein unabhängiger Dritter ein Darlehen über USD 46 Mio. oder eines der genannten Einzeldarlehen ohne schriftlichen Vertrag und ohne jegliche Sicherheiten gewährt.
7.
Die Argumentation der Landessteuerkommission ("Grundsatz der Entscheidungsneutralität") würde zu folgender Überlegung führen: A hätte dem C nicht ein Darlehen über USD 46 Mio. gewährt, sondern einen Betrag von USD 46 Mio. als Eigenkapital (Anstaltskapital, Reserven) einbezahlt und hätte dafür Anteile am Anstaltskapital (Gründer- oder Gesellschafterrechte) erhalten. C hätte diesen Betrag in den genannten Fonds investiert. In der Folge hätten die Fondsanteile einen wesentlichen Teil ihres Wertes verloren. Dadurch wäre der Wert der Beteiligung des A am C gesunken, was mit einer entsprechenden Wertberichtigung gemäss Art. 53 Abs. 1 SteG steuermindernd hätte verbucht werden können.
Damit ist zu fragen, ob ein unabhängiger Dritter sich unter den gleichen Umständen mit einem Kapital von USD 46 Mio. am C beteiligt hätte. Auch diese Frage ist zu verneinen, denn kein unabhängiger Dritter beteiligt sich mit einem solchen Betrag an einer Anstalt, ohne dass er den wirtschaftlichen Zweck und die Chancen und Risiken der Beteiligung vorgängig detailliert abklärt und schriftlich dokumentiert. Im vorliegenden Steuerverfahren sind nur sehr spärliche Informationen über C hervorgekommen. Diese vermögen nicht zu begründen, weshalb sich ein unabhängiger Dritter mit USD 46 Mio. am Eigenkapital des C beteiligen würde.
Hinzu kommt, dass ein unabhängiger Dritter nicht ein so grosses Klumpenrisiko einginge. Dieses Risiko besteht nicht nur in Bezug auf den absoluten Betrag von USD 46 Mio., sondern auch in Bezug auf das Gesamtvermögen des A. Aus der Jahresrechnung des A per 31. März 2015 ist ersichtlich, dass A Vermögenswerte von insgesamt ca. GBP 53 Mio. hatte. Davon hatte A ca. GBP 29 Mio. als Darlehen an C gewährt, also mehr als die Hälfte seines gesamten Vermögens. Nicht anders war das Verhältnis per 31. März 2016 (nämlich Darlehen an C von ca. GBP 27 Mio. bei einem Gesamtvermögen von ca. GBP 52 Mio.). Es ist offensichtlich, dass kein unabhängiger Dritter mehr als die Hälfte seines eigenen Vermögens als Eigenkapital einer anderen Gesellschaft zur Verfügung stellt, ohne die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer solchen Beteiligung zu dokumentieren. 
Daraus ergibt sich, dass auch eine - hypothetische - Beteiligung des A am Eigenkapital des C im Umfang von ca. USD 46 Mio. dem Fremdvergleichsgrundsatz gemäss Art. 49 SteG nicht standhält und somit der Grundsatz der "Entscheidungsneutralität" allein schon aus diesem Grund nicht zur Anwendung kommen kann.
8.
Aus all diesen Gründen kommt den Argumenten des A in seiner Gegenäusserung vom 30. März 2021 an den Verwaltungsgerichtshof und seiner Beschwerde vom 09. Juni 2020 an die Landessteuerkommission keine Berechtigung zu. Demgegenüber kommt der Beschwerde der Steuerverwaltung vom 15. Januar 2021 an den Verwaltungsgerichtshof Berechtigung zu, weshalb spruchgemäss zu entscheiden war.
9.
Die Gebühren sowohl des Beschwerdeverfahrens vor der Landessteuerkommission als auch des Beschwerdeverfahrens vor dem Verwaltungsgerichtshof hat A zu tragen (Art. 117 Abs. 8 und Art. 118 Abs. 4 SteG i.V.m. Art. 41 Abs. 1 und Art. 35 Abs. 4 LVG, Art. 10 Abs. 4 GGG). 
Die Gebühren der Landessteuerkommission wurden von dieser mit Schreiben vom 25. Juni 2020 mit CHF 13'500.00 bestimmt und vom A am 03. Juli 2020 beglichen.  
Im Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof ging es noch um die Wertberichtigungen in der Höhe von USD 6'890'339.00 im Steuerjahr 2015 und von USD 10'420'938.00 im Steuerjahr 2016. Bei einem Steuersatz von 12,5 % ergibt dies eine Bemessungsgrundlage für die Gerichtsgebühren von über CHF 1 Mio., weshalb auch die Gebühren des Verwaltungsgerichtshofes CHF 13'500.00 betragen (Art. 36, Gebührentabelle GGG).