VGH 2020/031
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24.04.2020
VGH
Urteil
Sprüche: abgewiesen
VGH 2020/031
Der Verwaltungsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, hat durch die
Richterlic.iur. et lic.rer.pol. Pius Heeb, Vorsitzender
lic.iur. et lic.oec. Azra Dizdarevic-Hasic
lic.iur. Claudio Frick, LL.M.
lic.iur. Adrian Rufener
Dr.iur. Esther Schneider
in der Beschwerdesache der
Beschwerdeführerin:
A AG


vertreten durch:

wegenBankenaufsicht, Abänderung einer Verfügung
gegenEntscheidung der Beschwerdekommission der Finanzmarktaufsicht vom 21. Januar 2020 zu FMA-BK 2019/26 ON 7
am 24. April 2020
entschieden:
1.Die Beschwerde vom 07. Februar 2020 gegen die Entscheidung der Beschwerdekommission der Finanzmarktaufsicht vom 21. Januar 2020 zu FMA-BK 2019/26 ON 7 wird abgewiesen und die angefochtene Entscheidung bestätigt. 
2.Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgerichtshof in der Höhe von CHF 5'700.00 werden der Beschwerdeführerin auferlegt.
TATBESTAND
1.
Die Beschwerdeführerin ist eine am 20.10.2008 im Handelsregister zu Registernummer *** eingetragene Aktiengesellschaft nach liechtensteinischem Recht mit Sitz in Vaduz.
Der Beschwerdeführerin (vormals: B AG) wurde durch die Finanzmarktaufsicht (im folgenden: FMA) am 10.11.2009 die in Rechtskraft erwachsene Bewilligung zur gewerbsmässigen Ausübung von Bankgeschäften im Sinne von Art. 15 Abs. 1 BankG erteilt (Bewilligungsverfügung, AZ 7423/09/02).
Spruchpunkt 1.h der Bewilligungsverfügung lautete wie folgt:
„Es ist zuhanden der FMA in geeigneter Weise nachzuweisen, dass das Anfangskapital in Höhe von CHF 25 Millionen vollständig einbezahlt ist. Zudem hat die B eine unwiderrufliche, auf fünf Jahre befristete Bankgarantie einer liechtensteinischen Bank in Höhe von CHF 5 Millionen, lautend auf die B, beizubringen.“
Die FMA führte in der Bewilligungsverfügung zur Einzahlung des Anfangskapitals aus, dass ein Aktienkapital von CHF 25 Mio aufgrund der Art und des Umfangs des vorgesehenen Geschäftskreises sowie der damit verbundenen Risiken als grundsätzlich angemessen erachtet werde, jedoch erhebliche Risiken die zusätzliche Auflage einer Bankgarantie rechtfertigten. Je nach Entwicklung der Geschäftstätigkeit könne es notwendig werden, Kapitalerhöhungen vorzunehmen.
Mit Verweis auf eine geplante Umfirmierung nach Erhalt der Bewilligung und auf die Dauer bis zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit wurde durch die FMA festgehalten, dass die volle und bare Einzahlung des vorgeschriebenen Aktienkapitals sowie die Beibringung der angeführten Bankgarantie nicht bereits zu diesem Zeitpunkt, aber jedenfalls auf geeignete Weise der FMA noch vor der Geschäftsaufnahme nachzuweisen sei.
2.
Am 23.07.2019 entschied die Finanzmarktaufsicht mit Verfügung (Teilentscheidung) zu AZ 7423/19/09 Folgendes:
„1. Dem Verwaltungsrat der A [A AG]wird aufgrund des Verstosses gegen Art. 24 des Gesetzes über die Banken und Wertpapierfirmen (BankG) iVm. Art. 93 Verordnung (EU) 575/2013 (CRR) gestützt auf Art. 33 Abs. 1 Bst. a des Gesetzes über die Sanierung und Abwicklung von Banken und Wertpapierfirmen (SAG) aufgetragen, die im Sanierungsplan vom 31. August 2018 genannte Kapitalmassnahme „Kapitalerhöhung“ zur Einhaltung der Mindesteigenmittelerfordernisse unter Berücksichtigung des Spruchpunkts 2. durchzuführen.
2. Die A wird gestützt auf Art. 35 Abs. 2 Bst. c, Art. 35 Abs. 4 sowie Art. 35c Abs. 1 Bst. c BankG zur Herstellung des ordnungsgemässen Zustands in Bezug auf Art. 24 BankG iVm. Art. 93 CRR aufgefordert, indem die Erhöhung der Eigenmittel wie folgt zu erfolgen hat:
a. Erhöhung der Eigenmittel bis spätestens 30.09.2019 auf zumindest CHF 15 Mio.
b. Erhöhung der Eigenmittel bis spätestens 31.10.2019 auf zumindest CHF 20 Mio.
c. Erhöhung der Eigenmittel bis spätestens 30.11.2019 auf zumindest CHF 25 Mio.
3. Die Verfahren zu AZ 7423/19/09 und AZ 7423/19/15 werden verbunden und unter der AZ 7423/19/09 weitergeführt. Diese Verfügung stellt eine Teilentscheidung gemäss Art. 80 Abs. 2 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltungspflege (LVG) dar.
4. Der Sanierungsplan der A vom 31. August 2018 und der mit Schreiben vom 28. Juni 2019 eingereichte Zeitplan zur Einhaltung der Eigenmittelbestimmungen bilden einen integrierenden Bestandteil dieser Entscheidung.
5. Die FMA behält sich vor, weitere Anordnungen hinsichtlich zusätzlicher Kapitalanforderungen zu erlassen bzw. die unter Spruchpunkt 1. bis 2. angeordneten Massnahmen situationsbedingt anzupassen, einzuschränken, zu verlängern oder zu erweitern.“
Die FMA führte in dieser Verfügung zum Verfahrensgang zusammengefasst aus:
Der Beschwerdeführerin wurde ein Anfangskapital in Höhe von CHF 25 Mio in Form von Aktienkapital vorgeschrieben, welches bis zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit voll einbezahlt sein musste. 
Die Eigenmittel gemäss Art. 4 Abs. 1 Ziff. 118 CRR der Beschwerdeführerin betrugen per 31.12.2018 CHF 14,7 Mio, per 31.03.2019 CHF 14,3 Mio, per 29.04.2019 CHF 14,5 Mio, per 31.05.2019 CHF 13,9 Mio, per 28.06.2019 CHF 12,9 Mio und per 18.07.2019 CHF 13 Mio (Quelle: CoReP Q1/Q2 2019; verstärkte Meldepflichten). 
Das Aktienkapital der Beschwerdeführerin betrug CHF 32 Mio per 22.07.2019 (Handelsregisterauszug vom 22.07.2019).
Anlässlich einer gemeinsamen Besprechung vom 01.04.2019 mit zwei Geschäftsleitungsmitgliedern bezüglich einer geplanten Statutenänderung (Kapitalerhöhung) wurde der Beschwerdeführerin aufgrund der geänderten Sachlage in Verbindung mit der zurückgezogenen Kapitalerhöhung durch Partizipationsscheine kommuniziert, dass die Eigenmittelvorschriften gemäss Art. 93 CRR verletzt seien, weil der Eigenmittelbestand per Ende März 2019 deutlich unter dem Mindesterfordernis von CHF 25 Mio lag.
Die FMA eröffnete mit Schreiben vom 05.04.2019 zu AZ 7423/19/09 gestützt auf Art. 4, Art. 5 Abs. 1 Bst. a und Art. 26 Abs. 1 FMAG iVm Art. 28 Abs. 1 Bst. a und Art. 35 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 4 BankG ein formelles Verfahren gegen die Beschwerdeführerin wegen Verdachts auf Vorliegen von Gründen zum Entzug der Bankbewilligung. Dieses Verfahren wurde mit Schreiben vom 18.07.2019 gestützt auf Art. 4, Art. 5 und Art. 26 FMAG iVm Art. 28 und Art. 35 BankG ausgedehnt.
Mit Schreiben vom 09.04.2019 zur „Einhaltung der Mindesteigenmittelerfordernisse“ forderte die FMA die Beschwerdeführerin auf, bis zum 23.04.2019 einen Zeitplan vorzulegen, aus welchem ersichtlich sei, bis wann die Bestimmungen über die Eigenmittel, insbesondere Art. 93 CRR, durch die Beschwerdeführerin wieder eingehalten würden.
Mit Schreiben vom 23.04.2019 reichte die Beschwerdeführerin einen „Stufenplan zur gestaffelten Erhöhung des Eigenkapitals auf CHF 25 Mio. bis spätestens zum 31. März 2020“ ein, den die FMA als nicht ausreichend erachtete.
Mit Schreiben vom 13.06.2019 forderte die FMA die Beschwerdeführerin im Verwaltungsverfahren wegen des Verdachts auf Vorliegen von Gründen zum Entzug der Bankbewilligung (AZ 7423/19/09) zur Erstellung und Vorlage einer geprüften Bilanz zu Liquidationswerten per 30.06.2019 auf, die am 15.07.2019 übermittelt wurde („Bericht der Revisionsstelle zur Bilanz zu Liquidationswerten per 30. Juni 2019“).
Mit Schreiben vom 28.06.2019 übermittelte die Beschwerdeführerin fristgerecht einen neuen „Zeitplan zur Einhaltung der Eigenmittelbestimmungen“, in welchem mehrere Etappen zur schrittweisen Erhöhung der Eigenmittel bis auf CHF 25 Mio zum 31.12.2019 vorgesehen waren. Dieser Plan sah insbesondere eine erste Kapitalerhöhung durch die Aktionäre „C“ (TCHF 300) und „D Holding“ (TCHF 2‘700) per 31.07.2019 und zwischen 30.06.2019 und 30.11.2019 eine Suche nach neuen Aktionären vor. Mit 31.12.2019 sollte eine Eigenmittelerhöhung auf mindestens CHF 25 Mio durchgeführt werden. Sollte die Beschwerdeführerin bis Ende Dezember 2019 keine weiteren Investoren gefunden haben, um das Kapital auf die verlangte Mindesthöhe zu bringen, plane der Verwaltungsrat, die freiwillige Liquidation der Bank zu beantragen.
In ihrer nun auf dieser Grundlage ergangenen Entscheidung (Verfügung der FMA vom 23.07.2019) hielt diese in ihren Entscheidungsgründen - ebenfalls stark zusammengefasst - fest:
Die Eigenmittel eines Instituts gemäss Art. 93 CRR in Übereinstimmung mit Art. 24 Abs. 4 BankG dürfen nicht unter den zum Zeitpunkt seiner Zulassung als Anfangskapital geforderten Betrag fallen (vgl. auch BuA 2014/67, 65). Deshalb dürfen die Eigenmittel der Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt unter CHF 25 Mio fallen.
In den Sanierungsplan vom 31.08.2018 wurde von Seiten der Beschwerdeführerin als quantitativer Indikator der Kapitalverlust aufgenommen. Gemäss deren Ausführungen im Sanierungsplan liegt ein Kapitalverlust vor, sobald der Verlust mehr als 50% des Eigenkapitals beansprucht (vgl. Sanierungsplan, S. 27 f). Das gezeichnete Kapital beläuft sich auf CHF 32 Mio, die nach gesellschaftsrechtlicher Sicht definierte Grenze beträgt demnach CHF 16 Mio, dh. 50% des gezeichneten Kapitals (vgl. Sanierungsplan, S. 14 f). Bei der Beschwerdeführerin liegt deshalb ein Frühinterventionsbedarf gemäss Art. 33 Abs. 2 SAG vor. Aufgrund der durch die Beschwerdeführerin gemeldeten Zahlen ist anzunehmen, dass der Schwellenwert des quantitativen bankinternen Sanierungsindikators „Kapitalverlust“ seit 27.06.2019 erreicht bzw. unterschritten ist. Deshalb ist die Durchführung der Sanierungsmassnahme „Kapitalerhöhung“ anzuordnen.
Dadurch, dass die Beschwerdeführerin mit Stichtag 19.07.2019 anrechenbare Eigenmittel lediglich in der Höhe von CHF 13 Mio statt dem geforderten Mindestbetrag von CHF 25 Mio hält, liegt weiterhin eine Verletzung der Mindesteigenmittelvorschriften gemäss Art. 92 ff CRR, insbesondere von Art. 93 CRR, vor.
Unabhängig von der behördlich geforderten Mindestkapitalisierung von CHF 25 Mio wird die Beschwerdeführerin bei anhaltenden Verlusten bis Anfang 2020 sogar die gesetzlich geforderte Mindestgrenze von Art. 24 Abs. 1 Bst. a BankG unterschreiten.
In Zusammenschau der gesetzlichen Ziele (insbesondere dem Gläubigerschutz) mit dem Gebot der Verhältnismässigkeit wird die Herstellung zur Mindestkapitalisierung seitens der FMA etappenweise gefordert und der von der Beschwerdeführerin eingereichte Zeitplan zur Wiedereinhaltung der Mindesteigenmittelerfordernisse entsprechend gewürdigt.
Diese Teilentscheidung der FMA vom 23.07.2019 zu AZ 7423/19/09 erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
3.
Mit Verfügung (Teilentscheidung) vom 13.08.2019, der Beschwerdeführerin zugestellt am 14.08.2019, von der FMA-BK bestätigt am 03.10.2019 mit Entscheidung zu FMA-BK 2019/21 ON 7 (s. dazu auch das Beschwerdeverfahren zu VGH 2019/114), trug die Finanzmarktaufsicht der Beschwerdeführerin auf, geeignete Massnahmen zu ergreifen um den rechtmässigen Zustand im Sinne:
  • der Art. 19 BankG, Art. 30 und Art. 32 BankV bis spätestens vier Wochen nach Zustellung dieser Verfügung in der Form wiederherzustellen, dass der Präsident des Verwaltungsrates und gleichzeitig Hauptaktionär als Mitglied des Verwaltungsrates abberufen, der entsprechende Eintrag aus dem Handelsregister gelöscht wird und der Verwaltungsrat sich aus mindestens drei Mitgliedern zusammensetzt, die – vorbehaltlich der Genehmigung der FMA gemäss Art. 26 Abs. 1 Bst. a iVm Abs. 3 BankG – die Anforderungen gemäss Art. 19 BankG erfüllen (Ziff. 1);
  • des Art. 17 Abs. 5 BankG bis spätestens vier Monate nach Eintritt der Rechtskraft dieses Spruchpunktes in der Form wiederherzustellen, dass der Hauptaktionär keine Beteiligung mehr an der Beschwerdeführerin hält (Ziff. 2);
  • des Art. 17 Abs. 5 BankG bis spätestens vier Monate nach Eintritt der Rechtskraft dieses Spruchpunktes in der Form wiederherzustellen, dass zwei im Sinne des Art. 22 Abs. 1 der RL 2013/36/EU gemeinsam handelnde juristische Personen, die eine qualifizierte Beteiligung im Sinne des Art. 4 Abs. 1 Ziff. 36 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 an der Beschwerdeführerin in Höhe von insgesamt 18% erworben haben und im Sinne des Art. 17 Abs. 5 BankG den im Interesse der Gewährleistung einer soliden und umsichtigen Führung der Bank zu stellenden Ansprüchen nicht genügen, keine Beteiligung mehr an der Beschwerdeführerin halten (Ziff. 3);
  • des Art. 19 BankG bis spätestens vier Wochen nach Zustellung dieser Verfügung in der Form wiederherzustellen, dass ein namentlich genanntes Mitglied der Geschäftsleitung abberufen und der entsprechende Eintrag aus dem Handelsregister gelöscht wird (Ziff. 4).
Die Verfügung stelle eine Teilentscheidung gemäss Art. 80 Abs. 2 LVG dar, wobei das Vorliegen weiterer Bewilligungsentzugsgründe gemäss Art. 28 Abs. 1 BankG Gegenstand weiterer Ermittlungen der FMA sei und ausdrücklich vorbehalten bleibe (Ziff. 5). Einem Rechtsmittel gegen Spruchpunkte 1 und 4 wurde die aufschiebende Wirkung gemäss Art. 116 Abs. 3 Bst. a LVG entzogen.  
4.
Gegenständliches Verfahren:
Mit an die FMA gerichtetem Schriftsatz vom 24.10.2019 beantragte die Beschwerdeführerin die Abänderung der Verfügung der FMA vom 23.07.2019 zu AZ 7423/19/09 (s. oben Tatbestand 2.).
Sie führte aus, sie habe die erste Etappe der Erhöhung der Eigenmittel bis zum 30.09.2019 auf CHF 15 Mio fristgerecht durch den Zuschuss einer Aktionärin erfüllt. Zur Erfüllung der zweiten und dritten Etappe sei eine Kapitalerhöhung im Zuge einer Harmonika vorbereitet worden. Dabei sei es aber zu Verzögerungen gekommen, weshalb die Einhaltung der Fristen fraglich sei. Insbesondere sei die Genehmigung einer qualifizierten Aktionärin durch die FMA ausständig. Unabhängig davon gebe es zumindest drei weitere Möglichkeiten für die Kapitalerhöhung. Die Beschwerdeführerin sei überzeugt, die Anforderungen zeitnah erfüllen zu können, weshalb ein Beharren auf dem Stufenplan den seither in der Beschwerdeführerin eingetretenen positiven Entwicklungen nicht gerecht werde und unverhältnismässig sei. Insbesondere bestehe keine Gläubigergefährdung. Es werde die ersatzlose Streichung von Punkt. 2b und die Verlängerung der Etappe gemäss 2c bis zum 31.01.2020 beantragt. Insgesamt sei davon auszugehen, dass bis Ende 2019 oder Ende Januar 2020 eine Kapitalerhöhung auf CHF 25 Mio zustande komme, weshalb eine Anpassung der Etappenziele angezeigt sei. 
5.
Mit durch die FMA aufgetragener ergänzender Stellungnahme vom 15.11.2019 gab die Beschwerdeführerin der FMA einen Zwischenstand ihrer Schritte zur Erfüllung der Kapitalanforderungen wie auch ihre finanzielle Situation bekannt. Diese übererfülle die notwendigen Kennzahlen. Zwar sei das Gesuch des geplanten qualifizierten Aktionärs von diesem mittlerweile zurückgezogen worden, in Bezug auf die beantragte Fristerstreckung habe sich jedoch nicht massgeblich etwas geändert.
6.
Mit Verfügung (Verwaltungsbot) vom 19.11.2019, AZ 7423/19/09, wies die FMA den Antrag der Beschwerdeführerin vom 24.10.2019, die Verfügung vom 23.07.2019, AZ 7423/19/09, dahingehend anzupassen, dass Punkt 2b des Spruchs ersatzlos gestrichen und Punkt 2c dahingehend abgeändert werde, dass die Erhöhung der Eigenmittel bis spätestens 31.01.2020 auf zumindest CHF 25 Mio zu erfolgen habe, wegen bereits entschiedener Sache als unzulässig zurück.
Mit Entscheidung der Beschwerdekommission der Finanzmarktaufsicht (FMA-BK) vom 21.01.2020 zu FMA-BK 2019/26 ON 7, zugestellt am 24.01.2020, gab diese der dagegen erhobene Beschwerde vom 03.12.2019 keine Folge und verhängte die Kosten des Beschwerdeverfahrens.
7.
Mit Schriftsatz vom 07.02.2020 (eingebracht am selben Tag) erhob die Beschwerdeführerin rechtzeitig Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof gegen die Entscheidung der FMA-BK vom 21.01.2020 zu FMA-BK 2019/26 ON 7, die vollumfänglich angefochten werde. Die Beschwerde richte sich gemäss Art. 90 Abs. 6 LVG gegen rechtswidriges Vorgehen und Erledigen in der Verwaltungssache, unmittelbare Verletzung oder Benachteiligung der rechtlich anerkannten oder von der Behörde zu schützenden Interessen der Beschwerdeführerin und unmittelbar unzweckmässige und unbillige Behandlung der Interessen der Beschwerdeführerin, konkret die Mangelhaftigkeit des Verfahrens und unrichtige rechtliche Beurteilung.
Es wurden die Anträge gestellt, der Verwaltungsgerichtshof möge der Beschwerde Folge geben und die bekämpfte Entscheidung dahingehend abändern, dass der Beschwerde gegen die Verfügung der FMA vom 19.11.2019, AZ 7423/19/09, Folge gegeben und die Verfügung der FMA vom 23.07.2019 entsprechend dem Antrag vom 24.10.2019 dahingehend abgeändert werde, dass Punkt 2b des Spruchs ersatzlos gestrichen und Punkt 2c dahingehend abgeändert werde, dass die Erhöhung der Eigenmittel bis spätestens 31.01.2020 auf zumindest CHF 25 Mio zu erfolgen habe; eventualiter den bekämpften Beschluss der FMA-BK vom 21.01.2020, aufheben und die Verwaltungssache zur neuerlichen Entscheidung nach Verfahrensergänzung unter Bindung an die Rechtsansicht des Verwaltungsgerichtshofes an die FMA-BK zurückverweisen, in eventu auch die Verfügung der FMA vom 19.11.2019 aufheben und die Verwaltungssache unter Bindung an die Rechtsansicht des Verwaltungsgerichtshofes an die FMA zur neuerlichen Entscheidung zurückverweisen; sowie jedenfalls die Verfahrenskosten aller Instanzen beim Land belassen.
Der Beschwerde beigelegt war ua ein neuerlicher Antrag der Beschwerdeführerin an die FMA vom 31.01.2020 um Abänderung der Verfügung der FMA vom 23.07.2019, AZ 7423/19/09. Der Ansicht der Beschwerdeführerin nach hätte die beantragte Erstreckung der Fristen für die Erfüllung der Eigenmittelauflagen genehmigt werden müssen und lägen die Voraussetzungen für eine zusätzliche Erstreckung bis zum 31.03.2020 vor, weshalb ein entsprechender Antrag gestellt werde. Die FMA-BK habe sich in ihrer Entscheidungsbegründung fast ausschliesslich damit auseinander gesetzt, dass die Eigenmittel iHv CHF 25 Mio erreicht werden müssten und dass die Eigenmittel nie unter das Anfangskapital fallen dürften. Dies sei jedoch von der Beschwerdeführerin nie bestritten worden, es sei lediglich um den Zeitrahmen für die Erfüllung der Eigenmittelanforderungen gegangen. Mittlerweile habe sich jedenfalls die Situation gegenüber der damaligen Antragsstellung entscheidend zugunsten der Beschwerdeführerin geändert. Insbesondere wolle eine Stiftung, deren Gesuch bis März 2020 sicher genehmigt werden könne, die Beschwerdeführerin zur Gänze übernehmen. Diese habe der Beschwerdeführerin auch bereits ein nachrangiges Darlehen gewährt, sodass die Eigenmittel wieder fast CHF 15 Mio betragen würden.
8.
Der Verwaltungsgerichtshof zog die Vorakten der FMA und der FMA-BK bei, erörterte am 24.04.2020 die Sach- und Rechtslage und entschied wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Die Beschwerde vom 07.02.2020 gegen die Verfügung der FMA-BK vom 21.01.2020 zu FMA-BK 2019/26 ON 7, zugestellt am 24.01.2020, ist - wie unter Kapitel B der Beschwerde dargelegt - rechtzeitig im Sinne des Art. 32 Abs. 2 BankG iVm Art. 35 Abs. 2 FMAG. Sie erweist sich jedoch aus den folgenden Gründen als nicht begründet.
2.
Vorliegend hat die FMA der Beschwerdeführerin unstrittig am 01.04.2019 mündlich und am 09.04.2019 schriftlich mitgeteilt, dass diese die Eigenmittelvorschriften nach Art. 93 CRR (Verordnung [EU] Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26.06.2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung [EU] Nr. 646/2012, in das EWRA übernommen mit Beschluss Nr. 79/2019 des Gemeinsamen Ausschusses vom 29.03.2019, mit 01.01.2020 direkt anwendbar, LGBl. 2019 Nr. 343, zuvor gemäss LGBl. 2014 Nr. 348, Abschnitt III Abs. 1, als nationales Recht anwendbar, soweit im BankG darauf verweisen wurde; vgl. auch StGH 2015/81 in LES 2016, 86) in Übereinstimmung mit Art. 24 Abs. 4 BankG verletzt.
Die Beschwerdeführerin legt in ihren Beschwerdeausführungen zum Sachverhalt und zum Verfahrensablauf zwar inhaltlich dar, dass ihr nie explizit ein CHF 10 Mio-übersteigendes Anfangskapital vorgeschrieben worden sei (Ziff. 1). Dem ist jedoch schon deshalb nicht zu folgen, weil die Beschwerdeführerin sich in ihrer Beschwerde selbst widerspricht, wenn sie einerseits in der Darstellung des Verfahrensgangs angibt, sie sei stets nur davon ausgegangen, CHF 10 Mio Anfangskapital halten zu müssen, während sie in Ziff. 18 und 30 hervorhebt, nie auch nur angezweifelt oder vorgebracht zu haben, dass das Anfangskapital nicht CHF 25 Mio betragen müsse. Spätestens mit April 2019 muss der Beschwerdeführerin durch die Mitteilung der FMA jedenfalls die - massive - Unterschreitung und ihre (allenfalls bis dahin) irrige Rechtsansicht bewusst gewesen sein und war sie gehalten, aus Eigenem ehestmöglich den rechtmässigen Zustand wieder herzustellen. Zur Klarstellung verweist der Verwaltungsgerichtshof überdies auf die rechtskräftigen Verfügungen der FMA vom 10.11.2009 sowie vom 23.07.2019 und deren unmissverständlichen Wortlaut (s. oben Tatbestand 1. und 2.).
Die Beschwerdeführerin betont im Übrigen in ihren Schriftsätzen selbst wiederholt (so auch Beschwerde Ziff. 30), dass die Höhe des Eigenmittelerfordernisses von zumindest CHF 25 Mio gar nie strittig gewesen sei, lediglich der Zeitplan, um diese Schwelle zu erreichen, sei aus ihrer Sicht zu verlängern. Deshalb beantrage sie im verfahrensgegenständlichen Schriftsatz vom 24.10.2019 den Wegfall der Stufe b und die Verlängerung des Stufenplans zur Erreichung der vorgeschriebenen Eigenmittel in Höhe von CHF 25 Mio (Stufe c) bis zum 31.01.2020.
In ihrem Schreiben an die FMA vom 31.01.2020 beantragte die Beschwerdeführerin überdies einen „Stufenplan zur gestaffelten Erhöhung des Eigenkapitals auf CHF 25 Mio. bis spätestens zum 31. März 2020“. Dieses Schreiben ist vorliegend zwar nicht verfahrensgegenständlich, legt aber dar, dass die Beschwerdeführerin jedenfalls zum Zeitpunkt ihrer Beschwerdeerhebung an den Verwaltungsgerichtshof am 07.02.2020 die Eigenmittelerfordernisse nach Art. 93 CRR nach wie vor nicht erfüllte und auch die in der Verfügung vom 23.07.2019 angeordnete Erhöhung auf zumindest 15 Mio mit 30.09.2019 unterschritt. Dies obwohl die Eigenmittel eines Instituts gemäss Art. 93 CRR in Übereinstimmung mit Art. 24 Abs. 4 BankG nicht unter den zum Zeitpunkt seiner Zulassung als Anfangskapital geforderten Betrag fallen dürfen (vgl. auch BuA 2014/67, 65), weshalb die Eigenmittel der Beschwerdeführerin in Übereinstimmung mit den genannten gesetzlichen Bestimmungen zu keinem Zeitpunkt unter CHF 25 Millionen sein dürfen. 
3.
Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Beschwerde zur Zulässigkeit einer Beschwerdeerhebung (Kapitel B) an den Verwaltungsgerichtshof aus, dass sie sich durch die Zurückweisung ihres Fristerstreckungsantrags nun im Verzug mit der Erhöhung der Eigenmittel befinde. Ein erfolgreiches Rechtsmittel würde der Beschwerdeführerin hingegen nützen, da sie im Falle der Stattgebung ihres Antrages keinen Bewilligungsentzugsgrund gesetzt hätte und keine Konsequenzen fürchten müsste. Weiters habe die Beschwerdeführerin auch ein aktuelles Rechtsschutzbedürfnis dahingehend, dass festgestellt werde, dass die ursprünglich von der FMA festgesetzten Fristen den geänderten Umständen nicht gerecht würden und daher unverhältnismässig kurz und somit rechtswidrig seien.
Einleitend hervorzuheben ist, dass Rechtssache des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nur der Antrag vom 24.10.2019, den Stufenplan in der Verfügung der FMA vom 23.07.2019 zu AZ 7423/19/09 abzuändern, und damit nur die Frage ist, ob die FMA auf den Antrag der Beschwerdeführerin auf Veränderung des Stufenplans bzw. auf Fristverlängerung materiell hätte eintreten müssen oder ob sie den Antrag zurückweisen durfte (vgl. dazu ua auch VwGH 12.10.2015, Ra 2015/22/0115; VwGH 18.12.2014, Ra 2014/07/0002).
Da bereits mit Einbringung der vorliegenden Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof am 07.02.2020 die beantragte Verlängerung der Frist zur Beseitigung des rechtswidrigen Zustands auf den 31.01.2020 verstrichen war, liegt für die Beschwerdeführerin aktuell keine Beschwer durch die Entscheidungen der Unterinstanzen (mehr) vor, geht ihr primärer Beschwerdeantrag ins Leere und wäre schon deshalb durch den Verwaltungsgerichtshof nicht auf die vorliegende Beschwerde einzutreten.
Selbst würde der Verwaltungsgerichtshof nämlich ihrem Begehr nachkommen und die Fristverlängerung auf den 31.01.2020 aussprechen, würde die Beschwerdeführerin anhaltend gegen die Umsetzungsfrist verstossen, weil die Beschwerdeführerin ja selbst darlegt, auch den 31.01.2020 nicht eingehalten zu haben, weshalb sie am 31.01.2020 an die FMA einen neuerlichen Antrag um Verlängerung bis zum 31.03.2020 stellte - diesen somit mit jener Frist, die die FMA bereits im April 2019 als für nicht ausreichend erachtet hatte.
Der Beschwerdeführerin ist damit das Rechtsschutzinteresse für das vorliegende Verfahren, das bei festgestelltem Gesetzesverstoss lediglich die Verlängerung der Frist zur Herstellung des ordnungsgemässen Zustands begehrt, abzusprechen. So steht aus den rechtskräftigen Verfügungen iVm mit der einschlägigen Gesetzeslage und den eigenen Ausführungen der Beschwerdeführerin fest, dass die Beschwerdeführerin die erforderlichen Eigenmittel nach wie vor massiv unterschreitet und damit gesetzwidrig vorgeht, selbst wenn ihr die FMA im Rahmen ihrer Aufsicht, die aus Gründen der Verhältnismässigkeit vorgeschriebene etappenweise Erhöhung noch bis zur beantragten Frist mit 31.01.2020 verlängert hätte. In ihrem Schreiben vom 31.01.2020 räumt die Beschwerdeführerin überdies ein, dass sie aktuell nicht einmal mehr die Eigenmittelerfordernisse der ersten Stufe der Verfügung vom 23.07.2019 (Spruchpunkt 2a) mit der bis zum 30.09.2019 vorgeschriebenen Erhöhung auf CHF 15 Mio erfüllen kann. 
Es fehlt der Beschwerdeführerin aber auch deshalb am Rechtsschutzinteresse, weil beispielsweise die Frage allfälliger Sanktionen oder Rechtsfragen aus der Nichteinhaltung dieser Fristen und dem Verstoss gegen diese Eigenmittelerfordernisse nicht im vorliegenden Verfahren zu behandeln ist, in dem es ausschliesslich um die Frage geht, ob die FMA den Antrag auf Fristverlängerung zu Recht zurückgewiesen hat oder aber auf eine materielle Behandlung des Antrags auf Verlängerung der Erfüllungspflicht hätte eintreten müssen. Insbesondere sah die Verfügung der FMA vom 23.07.2019 diesbezüglich auch keine Sanktionen vor. Folglich ist das vorliegende Verfahren entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (C.II) keineswegs geeignet, aufgrund unstrittig nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung vom 23.07.2019 eingetretener, allfällig geänderter Umstände auszusprechen, dass Teile der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung unverhältnismässig und rechtswidrig wären. Das vorliegende Urteil hat diesbezüglich auch keinen Feststellungscharakter.
Ebenso könnte für die Beschwerdeführerin - selbst sollte ihr eine längere Frist zur Erhöhung der erforderlichen Eigenmittel gewährt werden -  nicht festgestellt werden, dass die Unterschreitung rechtens war, wie sie vermeint. Vielmehr wurde in der Verfügung vom 23.07.2019 bereits ausgesprochen, dass die Beschwerdeführerin gegen Art. 24 des BankG iVm Art. 93 CRR verstösst. Dieser Verstoss liegt so lange vor, bis die Beschwerdeführerin die Eigenmittelerfordernisse erfüllt. Sollte es wegen der Nichterfüllung der Aufforderung der FMA zur Eigenmittelerhöhung deshalb zu einem entsprechenden Aufsichts- oder Verwaltungsstrafverfahren gegen die Beschwerdeführerin als Beaufsichtigte kommen, kann sie alle ihre in der Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof erhobenen und sonstigen Argumente, weshalb ihr die Einhaltung der Frist nicht möglich oder zumutbar war und dass es ihrer Ansicht nach „auf ein paar Monate nicht ankomme", vorbringen. Dieses Vorbringen wird durch die FMA unter Wahrung der Grundsätze eines derartigen Verfahrens, insbesondere auch jener der Parteienrechte und der Verhältnismässigkeit, entsprechend zu berücksichtigen sein. Für das vorliegende Verfahren sind sie jedoch entgegen den Beschwerdeausführungen der Beschwerdeführerin (C.II) gerade nicht relevant.
Gleiches gilt auch für das Vorbringen (unter A.8. Sachverhalt / Nähere Ausführungen zum Verfahrensablauf und unter C.37f), wonach die FMA mit Verfügung vom 13.08.2019, AZ 7423/19/09, nur drei Wochen nach der Verfügung über die Erhöhung der Eigenmittel drei Aktionären mit zusammen 73% des Aktienkapitals aufgrund eines laufenden Strafverfahrens die Gewähr entzogen habe (s. Beschwerdeverfahren zu VGH 2019/114), was die Kapitalerhöhung und die Suche nach Käufern erschwere und in die Verhältnismässigkeitsprüfung einfliessen müsse. 
4.
Vorliegend stellt sich für den Verwaltungsgerichtshof jedoch die Frage, ob ein derartiges Aufsichtsverfahren, in dem insbesondere festgestellt worden ist, dass die Eigenmittelvorschriften nach BankG iVm CRR verletzt sind und zur Herstellung des rechtmässigen Zustandes eine an eine Frist  gebundene „Aufforderung" der Aufsichtsbehörde - ohne vollstreckbare Sanktion bei Nichteinhaltung - erging, einem Antrag der Beaufsichtigten auf Verlängerung dieser Frist überhaupt zugänglich ist. Dass die ergangene Verfügung nicht angefochten wurde und deshalb in Rechtskraft erwuchs und es sich beim nunmehrigen Vorbringen gänzlich um nova producta handelt, die einem Antrag der Beschwerdeführerin auf Wiederaufnahme des Verfahrens nicht zugänglich sind, haben sowohl die FMA wie auch die FMA-BK bereits ausreichend dargelegt, weshalb auf die dortigen Ausführungen verwiesen werden kann. Insbesondere führt die Beschwerdeführerin selbst ausdrücklich aus, dass die "neuen Gründe" erst weit nach Erlassung der rechtskräftigen Verfügung der FMA vom 23.07.2019 eintraten.
Ob ein Verwaltungsverfahren von Amts wegen und / oder auf Antrag einzuleiten und durchzuführen ist, ist anhand der gesetzlichen Bestimmungen zu beurteilen (vgl. auch VwGH 15.09.2009, 2008/06/0016, VwSlg 17745 A/2009). Das BankG sieht neben umfangreichen Aufsichtsbefugnissen der FMA und Verpflichtungen der beaufsichtigten Unternehmen sowie entsprechenden Straftatbeständen nur sehr eingeschränkt ein derartiges Antragsrecht vor; dies beispielsweise zur Erlangung der Bewilligung oder aber auch auf Herabsetzung des Kapitalerfordernisses gemäss den Voraussetzungen der CRR (bspw. Art. 77f zur Verringerung der Eigenmittel). Einen derartigen - begründeten - Antrag hat die Beschwerdeführerin jedoch nicht eingebracht, weshalb deren Eigenmittel nicht unter den zum Zeitpunkt der Bewilligung (Zulassung) als Anfangskapital geforderten Betrag fallen dürfen (Art. 93 Abs. 1 CRR; Art. 4 Abs. 1 iVm Art. 24 Abs. 4 BankG), wie die FMA zu Recht hervorhob. Auf die Ausübung des behördlichen Aufsichtsrechtes, um das es vorliegend geht, besteht jedoch kein Rechtsanspruch; dessen Ausübung kann folglich zwar angeregt, nicht aber - mittels eines formellen Antrages - erzwungen werden (vgl. VwGH 24.02.2004, 2004/05/0022).
Das Verfahren über die dem nunmehrigen „Antrag" zugrundeliegende rechtskräftige Verfügung vom 23.07.2019 wurde denn auch nicht aufgrund eines Antrages der Beaufsichtigten, sondern vielmehr amtswegig im Rahmen der Aufsicht durch die FMA eingeleitet. Weder das FMAG noch das BankG sehen für den vorliegenden Fall, in dem die FMA aufgrund eines Gesetzesverstosses einer Beaufsichtigten ihre Aufsichtsfunktion wahrnimmt und mit geeigneten Massnahmen die Erlangung des rechtmässigen Zustands vorschreibt, ein Antragsrecht der Beaufsichtigten zur neuerlichen Abänderung einer rechtskräftig verfügten Massnahme vor (vgl. auch Bernhard Raschauer, Finanzmarktaufsichtsrecht, 2015, S. 157). Der Beaufsichtigten standen und stehen in einem derartigen amtswegigen Verfahren der Aufsicht - so nicht Gefahr im Verzug ist - die vollen Parteirechte und gegen eine derart erlassene Verfügung der Rechtsmittelweg zu. Ein solches Rechtsmittel hat die Beschwerdeführerin jedoch gerade nicht ergriffen, Wiederaufnahmegrund liegt keiner vor. Sofern ein Verfahren nur von Amts wegen eingeleitet werden kann, sind diesbezügliche „Anträge" von Beteiligten deshalb mit Verfügung zurückzuweisen bzw. können diese je nach dem Inhalt des Antrages auch lediglich als Anregung zur amtswegigen Einleitung des Verfahrens verstanden werden (vgl. auch VwGH 27.04.1976, 1407/75; BVwG 18.05.2017, W219 2148741). 
Dem folgt auch die FMA zu Recht, wenn diese darlegt, dass der Beschwerdeführerin kein Rechtsanspruch auf Abänderung der angefochtenen Verfügung zukommt und sie gleichzeitig darauf verweist, dass die FMA aufgrund ihrer Aufsichtspflichten neuerlich amtswegig tätig werden könnte bzw. gegebenenfalls durchaus im Sinne ihrer Aufsichtspflichten auch müsste, wodurch die neue der angefochtenen Verfügung derogieren würde.
5.
Aber selbst ginge man mit der FMA-BK vom Recht einer Beaufsichtigten aus, einen Antrag auf Verlängerung der Fristen zur Eigenmittelerhöhung zu stellen, so durfte die FMA auf ihre in Rechtskraft erwachsene Verfügung verweisen (s. StGH 1976/10, ELG 1973-1978, S 410). Die Änderung der Erfüllungsfrist einer rechtskräftigen Vorschreibung stellt nämlich eine - nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen zulässige - Änderung eines rechtskräftigen Bescheides dar, mit dem die Erbringung einer Leistung oder Herstellung eines bestimmten Zustandes angeordnet wird. Ein Antrag auf Verlängerung dieser Frist kann nur als Antrag auf Abänderung der rechtskräftigen Verfügung angesehen werden (vgl. VwGH 24.11.1969, 1190/68), auf die niemandem ein Rechtsanspruch zusteht (s. Hengstschläger/Leeb, AVG § 59, 01.07.2005, rdb.at, Rn 60; vgl. auch VwGH 19.01.1993, 92/05/0326; 07.09.1993, 91/05/0220; 24.02.2004, 2004/05/0022) und daher wegen res iudicata zurückzuweisen ist (vgl. VwGH 31.01.1989, 88/05/0266; 26.03.1996, 96/05/0062).  Ebenso betreffen derartige, wie von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Änderungen der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse keine Umstände, die bei der Bestimmung der vorliegenden Leistungsfrist relevant sind, sondern im weiteren Verfahren zu berücksichtigen sein werden (vgl. VwGH 24.02. 2004, 2004/05/0022).
Deshalb hatte die FMA-BK auf das diesbezügliche Vorbringen der Beschwerdeführerin in deren Beschwerde vom 03.12.2019 gar nicht im Detail einzugehen. Die FMA-BK hat sich damit jedoch auseinandergesetzt (insbes. auf S 38 der angefochtene Verfügung) und deshalb gerade nicht ihre Begründungspflicht und das rechtliche Gehör verletzt (entgegen dem Vorbringen zu C.I. der Beschwerde). Auch die FMA-BK kommt dabei zum oben genannten Ergebnis, wenn sie zu Recht in der angefochtenen Entscheidung darlegt, dass keine relevante Sachverhaltsänderung vorliegt bzw. Identität der Sache gegeben ist und die Verfügung (Teilentscheidung) vom 23.07.2019 einer neuerlichen Antragstellung in der Tat entgegenstehe. So sei die Beschwerdeführerin als Adressatin der seinerzeitigen Verfügung weiterhin eine Bank im Sinne des BankG, der rechtskräftig ein Anfangskapital in Höhe von CHF 25 Mio vorgeschrieben worden sei, das sie nicht aufweise. Auch die anwendbaren Rechtsnormen (Art. 4 Abs. 1 zweiter Satz und Art. 24 Abs. 4 BankG sowie Art. 93 Abs. 1 CRR) seien ident. Die im Antrag und auch in der Beschwerde vorgebrachten Sachverhaltsänderungen beträfen insoweit irrelevante Aspekte, nämlich nicht die Frage der Höhe der Eigenmittel und nicht die aus den erwähnten Rechtsvorschriften abzuleitende Verpflichtung zur Erhöhung der Eigenmittel auf CHF 25 Mio, sondern die Verbesserung des Geschäftsgangs und der finanziellen Situation der Beschwerdeführerin, ihr Geschäftsmodell, die sog. Target II-Anbindung, das Risikomanagement, die Personalsituation und eine bevorstehende Übernahme der Beschwerdeführerin. Alle diese Umstände, selbst wenn sie im Sinne der Ausführungen der Beschwerdeführerin zuträfen und erweislich wären, würden am Umstand, dass ihre Eigenmittel gesetzwidrig und entgegen dem EWR-Recht nicht mindestens CHF 25 Mio betragen, nichts ändern. Damit sei über diese Sache bereits rechtskräftig entschieden und die Zurückweisung durch die FMA rechtens.
6.
Hervorzuheben ist überdies, dass selbst wenn die FMA auf den Antrag der Beschwerdeführerin materiell eingetreten wäre, diese auf keine – schon gar keine wesentliche – Änderung der Sachlage hätte erkennen können, wie die FMA ausführlich in der den Antrag zurückweisenden Verfügung begründet. So bezogen sich die Ausführungen im Antrag im Wesentlichen auf die bereits - allerdings wie sich nun erweist nur vorübergehend - erreichte erste Stufe und dabei auf die von der FMA behandelte Frage der Gläubigergefährdung. In Bezug auf die zweite Stufe zum Ausgleich der Risiken aus Mängeln des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements, der Unternehmenssteuerung etc. kann es auch aus Sicht des Verwaltungsgerichtshofes nicht ausreichen, hier lediglich Fortschritte zu verzeichnen. Das Verfahren über den vorliegenden Antrag wäre auch nicht als diesbezügliches Feststellungsverfahren geeignet. Zudem hebt die FMA gerade in Bezug auf die dritte Stufe zu Recht hervor, dass die ehestmögliche Erlangung dieser erforderlich ist, um die Wiedereinhaltung der Bewilligungsvoraussetzung nach dem BankG iVm CRD IV und CRR, die stets gegeben sein müsse, sicherzustellen. Auch die FMA-BK weist hier zu Recht auf die sich aus dem EWRA ergebenden Verpflichtungen und das Loyalitätsgebot unter den Vertragsstaaten hin. Die FMA zeigte zudem auf, dass blosse Interessenten - nicht zuletzt mit Verweis auf den Rückzug eines bereits der FMA vorgelegten Gesuches - nicht als wesentliche Gründe für eine Fristverlängerung herangezogen werden könnten. 
Folglich muss auch das Beschwerdevorbringen (C.II.35), wonach Flexibilität zu walten sei, solange keine Gläubigergefährdung vorliege und eine hohe Aussicht auf eine erfolgreiche Übernahme durch einen finanzstarken und guten Investor bestehe, der bereits ein Genehmigungsgesuch eingereicht habe, als zu wenig konkret ins Leere gehen und ist die Beschwerdeführerin damit überdies an das diesbezüglich durch die FMA allenfalls (amtswegig) weitergeführte Aufsichtsverfahren zu verweisen. Gleiches gilt für die Ausführungen der Beschwerdeführerin (Kapitel A der Beschwerde) zur Auslegung der Verfügung vom 10.11.2009, AZ 7423/09/02, mit der ihr die Bewilligung zur gewerbsmässigen Ausübung von Bankgeschäften im Sinne von Art. 15 Abs. 1 BankG erteilt worden ist, wie auch jene zu ihrem Verständnis der Einhaltung des Eigenmittelerfordernisses des Art. 24 BankG, zur Entwicklung des Eigenkapitals sowie zur in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 23.07.2019, AZ 7423/19/09. Da die Beschwerdeführerin letztere gerade nicht an die FMA-BK mit Beschwerde angefochten hat, kann sie dieses Vorbringen nicht in ihrem nunmehrigen Beschwerdeverfahren über den zurückgewiesenen Fristverlängerungsantrag vor dem Verwaltungsgerichtshof nachholen.
Letztlich rügt die Beschwerdeführerin (C.I der Beschwerde), dass die FMA-BK im Ergebnis sage, nationales Recht könne getrost über Jahre ignoriert werden, während in Bezug auf EWR-Recht nicht einmal so fundamentale Grundsätze wie das Verhältnismässigkeitsprinzip gelten sollten, obwohl die relevante Bestimmung von Art. 24 Abs. 4 BankG betreffend die Eigenmitteluntergrenze im Ausmass des Anfangskapitals schon seit 01.02.2015 in Kraft gewesen sei; die FMA-BK hätte begründen müssen, weshalb die Eigenmittelvorgaben unbedingt per 31.10.2019 bzw. 30.11.2019 zu erfüllen seien und die von der Beschwerdeführerin begehrte Erstreckung nicht zulässig sein solle.
In Ergänzung zu den obigen Ausführungen und dem Hinweis, dass es sich vorliegend gerade nicht um ein materielles Verfahren handelt, hält der Verwaltungsgerichtshof hierzu in aller Klarheit fest, dass die Unterschreitung der nach CRR vorgeschriebenen Eigenmittel durch die Beschwerdeführerin und die Feststellung ihres Verstosses gegen Art. 24 BankG im Art. 93 CRR unstrittig ist und die FMA ihre Verfügung vom 23.07.2019 neben Art. 93 CRR überdies auf den Frühinterventionsbedarf gemäss Art. 33 Abs. 2 SAG stützte (Kapitalverlust mit Kapitalerhöhung als Sanierungsmassnahme). Nicht von Relevanz ist dabei, ob die FMA seit 2015 der Beschwerdeführerin eine Erhöhung der Eigenmittel vorschrieb (C.37.2 der Beschwerde). Als Beaufsichtigte, die sich im besonders sensiblen Bereich des Finanzmarktes bewegt, darf von ihr aufgrund des besonderen Risikos nicht nur ein erhöhter rechtlicher Kenntnis- und Sachverstand erwartet werden, sondern auch eine besondere Sorgfalt hinsichtlich der Abschätzung der Folgen ihres Verhaltens (StGH 2015/081 vom 07.12.2015, Erw. 7.1, abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li). Insbesondere hat sie stets jene Voraussetzungen einzuhalten und sicherzustellen, die zur Erteilung einer Bankbewilligung gegeben sein müssen (vgl. auch VGH 2019/114 vom heutigen Tag). 
Die Beschwerdeführerin ist folglich verpflichtet, die an sie gerichteten einschlägigen Bestimmungen entsprechend anzuwenden und einzuhalten; dies unabhängig von etwaigen aufsichtsrechtlichen Verfügungen, die ihr ultima ratio in einer Teilentscheidung im Bewilligungsentzugsverfahren die Einhaltung vorschreiben, weil sie diese nachhaltig und andauernd verletzt. Die Beschwerdeführerin kann ihre Verpflichtung dabei nicht auf die sie beaufsichtigende FMA abwälzen. Sie könnte ihrerseits überhaupt nur dann entlastet sein, wenn die FMA ihr die Rechtmässigkeit dieser Vorgehensweise bestätigt hätte, was die Beschwerdeführerin aber nicht behauptet, wenn sie nur in den Raum stellt, dass die FMA mit dieser Unterschreitung kein Problem gehabt habe (vgl. dazu VwGH vom 28.03.2011, 2010/17/0175).
7.
Die Kostenentscheidung stützt sich auf Art. 41 iVm Art. 35 Abs. 2 LVG. Da die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde nicht durchgedrungen ist, hat sie die Gerichtsgebühren zu tragen. Die Beschwerdeführerin hat die ihr vorgeschriebenen Gebühren in der Höhe von CHF 5'700.00 bereits am 03.03.2020 beglichen.