VGH 2022/015
Zurück Druckansicht Navigation anzeigen
23.09.2022
VGH
Urteil
Sprüche: abgewiesen
VGH 2022/015
Der Verwaltungsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, hat durch die
Richterlic.iur. Andreas Batliner, Präsident
lic.iur. Marion Seeger
lic.iur. Adrian Rufener
Dr.iur. Esther Schneider
lic.iur. Daniel Tschikof
in der Beschwerdesache der
Beschwerdeführerinnen:
1.A
2.B


beide vertreten durch:

***
betroffene Stiftung:Fondation C (beendet)
Beschwerdegegner:
1.D
2.E
3.F


alle vertreten durch:

***
Nachtragsliquidator:
G
Rechtsanwalt


vertreten durch:

***
wegenNachtragsliquidation
gegenEntscheidung der Beschwerdekommission für Verwaltungsangelegenheiten vom 26. Januar 2022, VBK 2021/71 ON 10
in der nicht-öffentlichen Sitzung vom 23. September 2022
entschieden:
1.Die Beschwerde vom 16. März 2022 gegen die Entscheidung der Beschwerdekommission für Verwaltungsangelegenheiten vom 26. Januar 2022, VBK 2021/71 ON 10, wird abgewiesen und die angefochtene Entscheidung bestätigt.
2.Die Kosten des Verfahrens von CHF 630.00 werden den Beschwerdeführerinnen auferlegt.
3.Die Beschwerdeführerinnen sind zur ungeteilten Hand schuldig, den Beschwerdegegnern binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution die Parteikosten im Verfahren zu VGH 2022/015 in Höhe von CHF 2'079.00 zu ersetzen. 
TATBESTAND
1.
Die Fondation C wurde am 27. Dezember 1996 errichtet. Ihre Dokumente wurden gleichentags beim Handelsregister (Amt für Justiz) hinterlegt. Mitglied des Stiftungsrates waren folgende Personen in folgenden Zeiträumen:
H von zumindest 2004 bis 04.10.2005
I vom 04.10.2005 bis 15.09.2017
A von zumindest 2004 bis 15.07.2021
B vom 15.09.2017 bis 15.07.2021
Die Stiftung wurde mit Beschluss vom 11. Oktober 2019 beendet. Dies wurde beim Amt für Justiz vermerkt. 
All dies ergibt sich aus der Amtsbestätigung des Amtes für Justiz vom 27. Juli 2022 (ON 14).
2.
Am 27. Mai 2021 stellten die Beschwerdegegnerinnen zu 1. bis 3. beim Amt für Justiz einen Antrag auf Bestellung von Rechtsanwalt G, zum Nachtragsliquidator gemäss Art. 139 Abs. 1 PGR für die Fondation C. Sie brachten im Wesentlichen vor, nach Erklärung der Beendigung der Stiftung hätten sie davon Kenntnis genommen, dass die Stiftung noch über Verantwortlichkeitsansprüche gegenüber früheren Organen verfüge. Die Organverantwortlichkeitsansprüche unter anderem gegen die letzten Mitglieder des Stiftungsrates, die beiden Beschwerdeführerinnen, setzten sich einerseits aus gegenüber der Stiftung vereinbarungswidrig verrechneter Gebühren im Zusammenhang mit der Stiftungsverwaltung und andererseits aus Schadenersatzansprüchen der Stiftung gegenüber den Stiftungsräten wegen schlechter und sorgfaltswidriger Veranlagung und Verwaltung des Stiftungsvermögens zusammen. Konkret hätten die Beschwerdeführerinnen im Zeitraum von Juli 2014 bis Dezember 2017 überhöhte und vertragswidrige Gebühren von gesamt ca. CHF 65'000.00 zu viel verzeichnet. Der Stiftung seien aufgrund schlechter Verwaltung und Veranlagung des Vermögens Schäden in der Höhe von ca. CHF 125'000.00 entstanden. Der Gesamtschaden von ca. CHF 190'000.00 stelle nachträglich hervorgekommenes Vermögen dar, welches vom Nachtragsliquidator zu versilbern und verteilen sei.
Über Rückfrage des Amtes für Justiz teilten die Beschwerdegegner dem Amt für Justiz mit Schriftsatz vom 14. Juni 2021 mit, die gerichtliche Durchsetzung der Verantwortlichkeitsansprüche müsse nicht zwingend durch einen Beistand erfolgen, sondern könne auch nach vorheriger Zession vom Zessionar im eigenen Namen und auf eigenes Risiko erfolgen. Der Nachtragsliquidator könne die Verantwortlichkeitsansprüche zedieren oder verkaufen. Es sei nicht vorgesehen, dass der zu bestellende Nachtragsliquidator die gerichtliche Durchsetzung der Verantwortlichkeitsansprüche im Namen und auf Rechnung der Fondation C vornehme. 
3.
Mit Verfügung vom 22. Juni 2021 (AZ 16136/2021) entschied das Amt für Justiz wie folgt:
1.
G, wird zum Nachtragsliquidator der beendeten Fondation C, mit der Aufgabe bestellt, das nachträglich hervorgekommene Vermögen in Form von Verantwortlichkeitsansprüchen der Fondation C, gegenüber früheren Organmitgliedern nach der insolvenzrechtlichen Rangordnung zu verteilen.
2.
Dem Nachtragsliquidator wird aufgetragen, bei Beendigung seiner Tätigkeit dem Amt für Justiz über die nach insolvenzrechtlicher Rangordnung durchgeführte Verteilung des nachträglich hervorgekommenen Vermögens Bericht zu erstatten. 
3.
Die Verwaltungsgebühr für die Ausfertigung der Verfügung beträgt CHF 100.00 (...).
Diese Verfügung wurde den damaligen Rechtsvertretern der Beschwerdegegner am 24. Juni 2021 zugestellt.  
4.
Mit Schreiben vom 19. Juli 2021 setzte sich der Nachtragsliquidator G mit der Beschwerdeführerin zu 2. in Verbindung und ersuchte um Aushändigung aller Akten der Fondation C.
Daraufhin stellten die Beschwerdeführerinnen am 22. Juli 2021 beim Amt für Justiz den Antrag auf Zustellung der Verfügung vom 22. Juni 2021 an sie. Die Zustellung erfolgte noch gleichentags, also am 22. Juli 2021. 
5.
Mit Schriftsatz vom 05. August 2021 erhoben die Beschwerdeführerinnen gegen die Verfügung des Amtes für Justiz vom 22. Juni 2021 Vorstellung an das Amt für Justiz und eventualiter Beschwerde an die Beschwerdekommission für Verwaltungsangelegenheiten (VBK). 
Zur ihrer Rechtsmittellegitimation und zur Rechtzeitigkeit der Vorstellung bzw. Beschwerde brachten die Beschwerdeführerinnen vor, gemäss Art. 139 Abs. 1 PGR gehörten zu den interessierten Personen, welche zur Antragstellung bezüglich der Nachtragsliquidation legitimiert seien, unter anderem die ehemaligen Organe der Verbandsperson, insbesondere soweit sie den Gläubigern verantwortlich sein könnten (Roth, Die Beendigung mit Liquidation von Körperschaften des liechtensteinischen Personen- und Gesellschaftsrechts, S. 258; LES 1990, 123). Bereits daraus folge, dass den ehemaligen Organen, gerade wenn Verantwortlichkeitsansprüche behauptet würden, Parteistellung im Bestellungsverfahren eines Nachtragsliquidators zukomme und diesen sohin ein Antrag zur Entscheidung zur Äusserung zugestellt werden müsse. Gegenständlich sei dies unterblieben und sei die Zustellung der bereits getroffenen Entscheidung erst jetzt erfolgt. Diesfalls müsse den ehemaligen Organen zur Wahrung des rechtlichen Gehörs aber zumindest das Recht eingeräumt werden, Rechtsmittel zu erheben.  
Da es sich bei der Nachtragsliquidation, besonders in der vorliegenden Konstellation, um ein ähnliches Institut wie bei jenem der Beistandsbestellung handle, biete es sich an, die diesbezügliche Judikatur analog anzuwenden. Gemäss einschlägiger Judikatur seien die geschützten rechtlichen Interessen des Rechtsmittelwerbers dann beeinträchtigt, wenn die in Aussicht genommene Entscheidung Rechte und Pflichten dieser Personen ändere, ohne dass dazu noch eine andere Entscheidung gefällt werden müsse (LES 2017, 66). Durch die Eröffnung der Nachtragsliquidation würden die Rechte der ehemaligen Organe dahingehend geändert, dass sie Verantwortlichkeitsansprüchen (die nach den Feststellungen in der angefochtenen Verfügung sowie nach dem Vorbringen der Antragsteller bereits entstanden sein sollen) ausgesetzt wären. Der Staatsgerichtshof gehe in seiner Rechtsprechung von einer grosszügigen Handhabung des Parteibegriffs aus (StGH 2016/84). Danach soll den Organen einer juristischen Person auch schon im Verfahren der Beistandsbestellung Parteistellung zukommen.
Gerade in einem Fall wie dem vorliegenden, in dem Verantwortlichkeitsansprüche behauptet und in den Raum gestellt würden, müssten dieselben Wertungskriterien wie vom Staatsgerichtshof in der zitierten Entscheidung angezogen werden. Auch hier seien die ehemaligen Organe bereits durch die Bestellung des Nachtragsliquidators stark in ihren Rechten betroffen, weshalb ihnen Parteistellung zukommen müsse.
Zum gleichen Ergebnis führe auch die Betrachtung nach den anwendbaren Grundsätzen des Verwaltungsverfahrens (Art. 92 Abs. 1, Art. 31, 32 LVG; LES 1999, 76; LES 1999, 96; VGH 2011/131). Es könne kein Zweifel bestehen, dass die ehemaligen Organe eines gelöschten Rechtsträgers, gegen die Verantwortlichkeitsansprüche behauptet würden, von der Bestellung eines Nachtragsliquidators stärker betroffen seien als "jedermann". 
Soweit der Staatsgerichtshof in einer jüngeren Entscheidung eingeschränkt habe, dass sich die extensive Auslegung des Parteibegriffs nur auf das Verfahrensstadium bis zur rechtskräftigen Bestellung eines Beistands beziehe, so sei auszuführen, dass die gegenständliche Verfügung mangels Zustellung und Einräumung des rechtlichen Gehörs an die ehemaligen Organe und nunmehrigen Beschwerdeführer nicht in Rechtskraft erwachsen sein könne. Eine Verfügung erwachse gegenüber der Partei nur in Rechtskraft, wenn diese der Partei auch zugestellt worden sei. Mangels Zustellung könne eine Verfügung nicht in formelle Rechtskraft erwachsen.
Den ehemaligen Organen komme auch aus einem weiteren Grund ein Beschwerderecht zu: Der Oberste Gerichtshof befürworte in seiner Judikatur ein Wiederaufleben der Handlungs- und Vertretungsbefugnis der Organe bis zur Bestellung eines Nachtragsliquidators im Falle einer entsprechenden Antragstellung. Die Verbandsperson müsse sich nämlich gegen die Bestellung eines Nachtragsliquidators zur Wehr setzen können (Roth, S. 261 f.). Vor diesem Hintergrund wäre der Antrag auf Bestellung eines Nachtragsliquidators den ehemaligen Organen zur Äusserung zuzustellen gewesen (Roth, S. 262 f.). Diese Möglichkeit sei im vorliegenden Sachverhalt nicht geboten worden und seien die Stiftungsräte nicht einmal in das Verfahren der Nachtragsliquidation eingebunden worden. Dadurch sei das rechtliche Gehör der ehemaligen Organe verletzt worden, wodurch sich auch aus diesem Grund eine Parteistellung der Beschwerdeführerinnen ergebe. 
6.
Zur Vorstellung/Beschwerde vom 05. August 2021 äusserten sich die Beschwerdegegner mit Schriftsatz vom 16. August 2021. 
7.
Mit Entscheidung vom 26. Januar 2021, VBK 2021/71 ON 10, entschied die Beschwerdekommission für Verwaltungsangelegenheiten (VBK) wie folgt:
1.
Die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen zu 1. und 2. wird zurückgewiesen.
2.
Den Beschwerdeführerinnen fallen die Kosten des Verfahrens zur gesamten Hand zur Last.
3.
Die Beschwerdeführerinnen sind zur gesamten Hand schuldig, den Beschwerdegegnern die Parteikosten in Höhe von CHF 1'330.56 sowie die Gebühren in Höhe von CHF 630.00 binnen vier Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.
Begründend führte die VBK im Wesentlichen aus, es müsse betreffend die Frage der Beschwerdelegitimation zwischen Verfahren zur Beistandsbestellung und Verfahren zur Bestellung eines Nachtragsliquidators differenziert werden. 
Aus Art. 131 Abs. 1 PGR könne man nicht schliessen, dass diese Bestimmung auch für das Verfahren zur Bestellung eines Nachtragsliquidators gelte. Mit der Logik der Beschwerdeführerinnen müssten nämlich unter Umständen alle in Art. 139 Abs. 1 PGR genannten möglichen Antragsteller in das Verfahren einbezogen werden, nämlich beteiligte Mitglieder und Gläubiger. Dies würde bedeuten, dass grundsätzlich jeder, der irgendwo mit der betroffenen Verbandsperson zu tun gehabt habe, ins Verfahren einbezogen werden müsse. Dies sei nicht Sinn und Zweck der Nachtragsliquidation. Einzige Aufgabe des Nachtragsliquidators sei, das nachträglich hervorgekommene Vermögen zu versilbern und zu verwerten (VGH 2019/131, LES 2020, 150). 
Der Staatsgerichtshof habe im Fall zu StGH 2016/84 (LES 2017, 66) darauf Bezug genommen, dass im Rahmen eines Beistandsverfahrens zum Teil komplexe Fragen zu beantworten seien, die trotz der Amtswegigkeit des Verfahrens und der Verpflichtung der Behörden, den Sachverhalt abzuklären, zum Teil nicht ausreichend abgeklärt werden könnten. Daher sei es, nachdem bei einer Bestellung eines Beistandes regelmässig eine Prozessführung anstehe, notwendig, die vormaligen Organe einzubeziehen. Der Staatsgerichtshof habe somit die Bestimmung von Art. 2 Abs. 1 Bst. c Ausserstreitgesetz bewusst weit ausgelegt, um sicherzustellen, dass eine korrekte Sachverhaltsfeststellung stattfinden könne. Gegenständlich handle es sich aber um eine andere Situation. Wenn ein liquidierbares und versilberbares Vermögen vorliege, so sei die primäre Aufgabe des Liquidators, dies zu tun. Im vorliegenden Fall seien die Begünstigten abschliessend und korrekt eruiert und der Nachtragsliquidator könne das Vermögen entsprechend aufteilen. All dies habe das Amt für Justiz im gegenständlichen Fall genügend abgeklärt. 
Es gebe somit keinen besonderen Grund, ehemalige Organe im Zusammenhang mit einer Nachtragsliquidation spezifisch im Verfahren zu begrüssen.
Somit seien die Beschwerdeführerinnen nicht aktivlegitimiert.  
8.
Gegen diese Entscheidung, zugestellt am 02. März 2022, erhoben die Beschwerdeführerinnen am 16. März 2022 rechtzeitig Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof. Sie beantragen, der Verwaltungsgerichtshof wolle die angefochtene Entscheidung der VBK dahingehend abändern, dass der Beschwerde vom 05. August 2021 stattgegeben und die angefochtene Verfügung des Amtes für Justiz vom 22. Juni 2021 ersatzlos aufgehoben bzw. der Antrag auf Bestellung eines Nachtragsliquidators abgewiesen werde (ON 1).
9.
Die Beschwerdegegner erstatteten am 04. April 2022 eine Gegenäusserung. Sie beantragen, der Verwaltungsgerichtshof wolle die Beschwerde vom 16. März 2022 als unzulässig zurückweisen, eventualiter als unbegründet abweisen (ON 11). 
10.
Der Verwaltungsgerichtshof zog den Vorakt des Amtes für Justiz (ON 2, 6) und der VBK (ON 3) bei, ebenso eine Amtsbestätigung für die Fondation C (ON 13, 14), erörterte in seiner nicht-öffentlichen Sitzung vom 23. September 2022 die Sach- und Rechtslage und entschied wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Die Beschwerdeführerinnen bringen vor, die rechtliche Beurteilung der VBK betreffend die Parteistellung der Beschwerdeführerinnen sei aus folgenden Gründen unrichtig: 
Bei der Nachtragsliquidation, besonders in der vorliegenden Konstellation, handle es sich um ein ähnliches Institut wie bei jenem der Beistandsbestellung, weshalb die zur Beistandsbestellung ergangene Judikatur analog anzuwenden sei. Nach der Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes sei der Parteibegriff grosszügig zu handhaben, insbesondere im Zusammenhang mit der Beistandsbestellung (StGH 2016/84). Danach soll den Organen einer juristischen Person schon im Verfahren der Beistandsbestellung Parteistellung zukommen. Gerade in einem Fall wie dem vorliegenden, in dem Verantwortlichkeitsansprüche behauptet würden, müssten dieselben Wertungskriterien wie bei der Beistandsbestellung herangezogen werden. Auch hier seien die ehemaligen Organe bereits durch die Bestellung des Nachtragsliquidators stark in ihren Rechten betroffen.
Die VBK verkenne, dass im vorliegenden Fall gar nicht klar sei, ob liquidierbares und versilberbares Vermögen vorliege. Überhaupt seien wesentliche für die Frage der Zulässigkeit relevante Fragen schlicht ungeklärt. Die blosse, unsubstantiierte Behauptung von angeblichen Verantwortlichkeitsansprüchen könne jedenfalls nicht ausreichen, um neu hervorgekommenes Vermögen zu bescheinigen, das eine Nachtragsliquidation rechtfertige. Es bedürfe zumindest der Bescheinigung, dass diese Ansprüche tatsächlich bestünden. Andernfalls wäre es für jedermann ein leichtes, im Wege der Nachtragsliquidation durch blosse Behauptung eines neu hervorgekommenen Vermögens die Kontrolle über einen Rechtsträger und dessen Gesellschaftsdokumente zu erwirken. Dies berge die Gefahr, dass das Institut der Nachtragsliquidation für regelrechte fishing expeditions genutzt werde, wodurch die Einleitung der Nachtragsliquidation erst Informationen gesammelt werden sollten, um Verantwortlichkeitsansprüche zu konstruieren und in weiterer Folge geltend zu machen. Dies freilich unter Umgehung der den Interessen der Stiftung als eigenständigem Rechtsträger dienlichen Bestellung eines unabhängigen Beistandes. Sollte die Praxis des Amtes für Justiz Schule machen, so wäre damit das wohlüberlegte Konstrukt der Beistandsbestellung obsolet. Vielmehr stünde es diesfalls jedem Begünstigten frei, sich durch Bestellung eines ihm gewogenen Nachtragsliquidators eine bloss behauptete aber nicht belegte Forderung gegen frühere Organe abtreten zu lassen und diese unter Ausserachtlassung der diesbezüglichen Judikatur, wonach zwischen Schäden der Stiftung und solchen, die bei einzelnen Begünstigten selbst eingetreten seien, zu unterscheiden sei, an der Stiftung und deren legitimen Interessen vorbei, geltend zu machen. Damit es zu einer nachträglichen Liquidation kommen könne, müsse nach der Löschung der Verbandsperson Vermögen zum Vorschein kommen. Dieses Vermögen müsse der Verteilung unterliegen. Vermögen, welches etwa durch Prozessführung noch beschafft werden müsse, unterliege daher nicht der Nachtragsliquidation. Zur Vermögensbeschaffung sei ein Beistand gemäss Art. 141 PGR zu bestellen (Roth, S. 258). Eine Nachtragsliquidation komme nicht in Frage (StGH 2012/27). 
Die Ausführungen der Beschwerdegegner zu den Verantwortlichkeitsansprüchen seien so mangelhaft, dass sie die Bestellung eines Nachtragsliquidators nicht rechtfertigen könnten. Auch wenn Verantwortlichkeitsansprüche grundsätzlich in gewissen Fällen ausreichen mögen, eine Nachtragsliquidation zu rechtfertigen, so müsse zur Einschätzung, ob diese überhaupt einen Vermögenswert bildeten und bereits entstanden seien, zumindest schlüssig dargelegt werden. Gegenständlich sei dies nicht erfolgt. Zwar müsse im Verfahren um die Bestellung eines Nachtragsliquidators das Verfahren um die Durchsetzung der Verantwortlichkeitsansprüche nicht nachvollzogen werden, doch sei es für den Nachweis des Vorliegens der Voraussetzungen der Nachtragsliquidation erforderlich, zu zeigen, dass die Verantwortlichkeitsansprüche bereits entstanden seien und diese sofort versilberbar seien. All dies sei hier nicht erfolgt. Auch sei nicht dargelegt worden, dass neben der sofortigen Verteilbarkeit eines Vermögens auch der Wert des Vermögens die Verbindlichkeiten und Kosten des Nachtragsliquidationsverfahrens übersteigen müssten (StGH 2012/27, Roth, S. 258).  Es wären also zahllose weitere Abklärungen erforderlich gewesen, um die Rechtmässigkeit der Nachtragsliquidation zu beurteilen. 
Bei der Fondation C handle es sich entgegen den Ausführungen der VBK, die nicht begründet seien, um eine diskretionäre Struktur. Deshalb sei es nicht so einfach, dass ein Liquidator ohne weiteres das Stiftungsvermögen zu gleichen Teilen an die drei Begünstigten ausschütten könne.
Aus all dem ergebe sich, dass es auch im gegenständlichen Fall um komplexe Fragen gehe, die trotz der Amtswegigkeit des Verfahrens und der Verpflichtung der Behörden, den Sachverhalt abzuklären, zum Teil nicht ausreichend geklärt werden könnten. Aus diesem Grund sei es notwendig, bei einer Bestellung eines Nachtragsliquidators die vormaligen Organe einzubeziehen.  
Die VBK sei auf wesentliche Argumente der Beschwerdeführerinnen nicht eingegangen. 
Gemäss Art. 139 Abs.1 PGR gehörten ehemalige Organe der Verbandsperson zu den interessierten Parteien, welche zur Antragstellung bezüglich einer Nachtragsliquidation legitimiert seien (Roth, S. 258; LES 1990, 123). Bereits daraus folge, dass den ehemaligen Organen, gerade wenn Verantwortlichkeitsansprüche behauptet würden, Parteistellung im Bestellungsverfahren eines Nachtragsliquidators zukomme. 
Der Oberste Gerichtshof befürworte ein Wiederaufleben der Handlungs- und Vertretungsbefugnis der Organe bis zur Bestellung eines Nachtragsliquidators im Falle einer entsprechenden Antragstellung. Die Verbandsperson müsse sich nämlich gegen die Bestellung eines Nachtragsliquidators zur Wehr setzen können (Roth, S. 261 f.). Der Antrag sei den ehemaligen Organen zur Äusserung zuzustellen (Roth, S. 262 f.). 
Im Verwaltungsverfahren, wie hier, komme Parteistellung und Beschwerdelegitimation jedermann zu, der durch eine hoheitliche Entscheidung faktisch in seinen Interessen unmittelbar betroffen sei (Art. 31, 32, 92 LVG; LES 1999, 76; LES 1999, 96; VGH 2011/131; StGH 1997/036, VGH 2021/040). Es könne kein Zweifel bestehen, dass die ehemaligen Organe eines gelöschten Rechtsträgers, gegen die Verantwortlichkeitsansprüche behauptet würden, bei Bestellung eines Nachtragsliquidators zur Versilberung dieser angeblichen Ansprüche stärker betroffen seien als "jedermann". Im vorliegenden Fall seien die Beschwerdeführerinnen vor Erlass der angefochtenen Verfügung des Amtes für Justiz in das Verfahren nicht miteinbezogen worden, weshalb ihnen gegenüber die Verfügung mangels Zustellung nicht rechtskräftig geworden sei. 
2.
Diesen Argumenten folgt der Verwaltungsgerichtshof im Ergebnis nicht.
3.
Die Beschwerdegegner zu 1. bis 3. führten in ihrem Antrag vom 27. Mai 2021 aus, die Fondation C habe Verantwortlichkeitsansprüche gegenüber den beiden Beschwerdeführerinnen aus deren Funktion als Mitglied des Stiftungsrates der Fondation C. Diese Ansprüche sollen durch einen Nachtragsliquidator liquidiert und verteilt werden.
Die Beschwerdeführerinnen argumentieren, durch die Bestellung des Nachtragsliquidators seien sie als ehemalige Organe der Fondation C stark in ihren Rechten und Interessen betroffen. Sie bringen jedoch nicht konkret und substantiiert vor, inwieweit die Fondation C in ihren Rechten und Interessen betroffen oder gar beeinträchtigt wird. Den Beschwerdeführerinnen geht es also gemäss ihrer Argumentation um ihre eigene Situation, also ihre eigenen Rechte und Interessen im Zusammenhang mit möglichen Organverantwortlichkeiten. Sie machen im gegenständlichen Verfahren nicht Interessen der Fondation C, sondern eigene Interessen geltend. 
4.
In einem vergleichbaren Fall (VGH 2015/058, veröffentlicht in LES 2015, 193 und auf www.gerichtsentscheidungen.li) entschied der Verwaltungsgerichtshof, dass ein Schuldner einer gelöschten (bzw. beendeten) Verbandsperson kein unmittelbares und von der Verwaltungsbehörde zu schützendes Interesse an der (Nicht-)Eröffnung eines Nachtragsliquidationsverfahrens hat und deshalb nicht legitimiert ist, Beschwerde gegen eine Verfügung des Amtes für Justiz in einem Nachtragsliquidationsverfahren zu erheben. Der Verwaltungsgerichtshof führte aus, ein Schuldner habe kein unmittelbares Interesse (im Sinne von Art. 92 Abs. 1 LVG) an gesellschaftsrechtlichen Änderungen beim Gläubiger. Durch solche gesellschaftsrechtlichen Änderungen, wie der Einleitung des Liquidationsverfahrens, ändere sich an der Schuld des Schuldners nichts. Dies gelte auch für die Eröffnung eines Nachtragsliquidationsverfahrens: Sei der Gläubiger (eine juristische Person) gelöscht (beendet), bleibe die Schuld bestehen, selbst wenn der Gläubiger nicht mehr existiere. Werde der Gläubiger wieder "zum Leben erweckt", etwa durch die Bestellung eines Beistandes gemäss Art. 141 PGR oder Bestellung eines Nachtragsliquidators gemäss Art. 139 PGR, ändere sich an der Schuld auch dadurch nichts. Die Schuld des Schuldners gegenüber dem Gläubiger bleibe bestehen, gehe also nicht unter und ändere sich nicht, wenn über den Gläubiger das Nachtragsliquidationsverfahren eröffnet werde, in welchem die betroffene Forderung vom Gläubiger verwertet werden könne. Durch die Eröffnung der Nachtragsliquidation erleide der Schuldner keinen persönlichen und unmittelbaren Nachteil. Seine Schuld bleibe unverändert. Die Eröffnung des Nachtragsliquidationsverfahrens wirke nur insoweit - indirekt - auf den Schuldner, als dadurch der Gläubiger in die Lage versetzt werde, die Forderung gegenüber dem Schuldner durchzusetzen oder an einen Dritten abzutreten, wofür es zivilrechtlich der Zustimmung des Schuldners nicht bedürfe. Wehre sich der Schuldner gegen die Eröffnung des Nachtragsliquidationsverfahrens, wolle er dadurch erreichen, dass der Gläubiger nicht in die Lage versetzt werde, seine Forderung gegenüber dem Schuldner durchzusetzen. Ein solches "Interesse" sei im Verwaltungsverfahren über die Frage der Eröffnung eines Nachtragsliquidationsverfahrens nicht schutzwürdig. 
Auch im vorliegenden Verfahren machen die Beschwerdeführerinnen nur das eigene Interesse daran, dass die Fondation C ihre Organhaftungsansprüche gegenüber den Beschwerdeführerinnen nicht durchsetzen kann, geltend. Dieses Interesse haben die Beschwerdeführerinnen im Verantwortlichkeitsprozess, nicht aber im vorliegenden Verfahren geltend zu machen. Im vorliegenden Verfahren ist ihr Interesse nicht schutzwürdig im Sinne von Art. 92 Abs. 1 LVG. 
5.
Wollte man die Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes im Zusammenhang mit Verfahren zur Bestellung eines Beistandes einer gelöschten Verbandsperson gemäss Art. 141 PGR (analog) auch auf das Verfahren auf Bestellung eines Nachtragsliquidators anwenden, wäre für die Beschwerdeführerinnen daraus aus folgenden Gründen (E. 6. - 8.) nichts zu gewinnen.
6.
Gemäss dem Urteil des Staatsgerichtshofes vom 29. Oktober 2019 zu StGH 2018/082 (veröffentlicht auf www.gerichtsentscheidungen.li) kommt früheren Personen einer beendeten Stiftung nicht das Recht zu, einen in Rechtskraft erwachsenen Beschluss auf Bestellung eines Beistandes im Nachhinein anzufechten. 
Der Staatsgerichtshof führte aus, es sei klarzustellen, dass sich die Erwägungen des Staatsgerichtshofes in dessen Urteil vom 15. Mai 2017 zu StGH 2016/084 (LES 2017, 125) tatsächlich nur auf das Verfahrensstadium bis zur rechtskräftigen Bestellung des Beistandes bezögen. Gerade im Beschwerdefall sei der Beistand nämlich mit der Aufgabe bestellt worden, allfällige Verantwortlichkeitsansprüche gegenüber früheren Stiftungsräten (somit unter anderem auch gegenüber der Beschwerdeführerin) und Ansprüche im Zusammenhang mit einer behaupteten Übertragung von Vermögenswerten der interessierten Partei an die F Foundation zu prüfen und gegebenenfalls geltend zu machen. Ab dem Zeitpunkt der rechtskräftigen Bestellung des Beistandes habe sich die Beschwerdeführerin entsprechend in einer Interessenskollisionslage im Verhältnis zur interessierten Partei befunden, weil sich die auftragsgemässen Erhebungen des Beistandes ihrer Natur nach auch gegen die Beschwerdeführerin richten müssten. Auch wenn nach der zitierten Änderung der Rechtsprechung durch den Staatsgerichtshof die entsprechend betroffenen ehemaligen Organe einer Verbandsperson im Verfahren zur Bestellung des Beistandes als Parteien zu behandeln seien, so könne dies im Lichte der obigen Erwägungen somit keineswegs bedeuten, dass dies auch nach rechtskräftiger Bestellung des Beistandes der Fall sei. Der Staatsgerichtshof habe in einem ähnlichen Sinne in seinem Urteil über einen Akteneinsichtsantrag von ehemaligen Begünstigten entschieden (StGH 2018/005, LES 2019, 72 [76]).
Auch im gegenständlichen Fall ist die Verfügung des Amtes für Justiz auf Bestellung eines Nachtragsliquidators, also die Verfügung vom 22. Juni 2021, in Rechtskraft erwachsen, bevor die Beschwerdeführerinnen am 22. Juli 2022 versuchten, sich dem Verfahren als Partei anzuschliessen. 
7.
Aber selbst wenn man sich am Urteil des Staatsgerichtshofes vom 15. Mai 2017 zu StGH 2016/84 (LES 2017, 125) orientieren würde, wäre die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerinnen zu negieren, dies allein schon deshalb, weil es sich im vorliegenden Fall nicht um einen mit dem Fall, der dem Urteil des Staatsgerichtshofes zugrunde lag, vergleichbar komplexen Fall handelt. 
Dem Urteil des Staatsgerichtshofes lag das Verfahren zu 05 HG.2015.216 zugrunde. Der beim Staatsgerichtshof angefochtene Beschluss des Obersten Gerichtshofes vom 08. Juli 2016 zu 05 HG.2015.216 ON 43 ist auf www.gerichtsentscheidungen.li veröffentlicht. Daraus ergibt sich der komplexe Sachverhalt und Fall betreffend dreier Treuhandverhältnisse (Treuhänderschaften i.S.v. Art. 897 ff. PGR), die alle bereits gelöscht waren, als der Antrag auf Bestellung eines Beistandes gemäss Art. 141 PGR gestellt wurde. Im Antrag wurde vorgebracht, der ehemalige Treuhänder Dr. X, Rechtsanwalt in Liechtenstein, bzw. die Y-Company habe nach der Einbringung von Abberufungsanträgen durch die Antragsteller alle diesen zuzurechnenden Strukturen mit Ausnahme der Strukturen der genannten Treuhandverhältnisse an die Z übertragen. Um dem gerichtlichen Verfahren und einer damit einhergehenden Abberufung und Aktenherausgabe hinsichtlich der drei Treuhänderschaften zu entgehen, habe der ehemalige Treuhänder die drei noch bei ihm verbliebenen Strukturen gelöscht. Es bestehe der dringende Verdacht, dass Vermögenswerte, die eigentlich den Antragstellern zuzurechnen seien, unrechtmässig Dritten zugerechnet werden hätten sollen. Zusätzlich zu den allgemeinen Vermögenswerten seien die Strukturen noch im Besitz von Ansprüchen, die aufgrund der erfolgten Löschung daher abgetreten hätten werden müssen. Sollte tatsächlich eine solche Abtretung erforderlich sein, so müsse geklärt werden, an wen zu welchen Konditionen diese erfolgt sei. Wenn eine Abtretung unterlassen worden sei, so müssten entsprechende Schadenersatz- und Verantwortlichkeitsansprüche geltend gemacht werden. Schon allein die Vorgehensweise bei der erfolgten Löschung sei keineswegs üblich und transparent. Es sei daher die korrekte Verwertung, Kontrolle und Übertragung der Vermögenswerte zu prüfen und daher dringend eine Beistandsbestellung für die Strukturen erforderlich. Dem Beistand würde die Aufgabe zukommen, sämtliche Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Gründung der Strukturen, der Löschung der Strukturen, den verteilten Vermögenswerten sowie den potentiellen Schadenersatzansprüchen zu überprüfen und geltend zu machen. 
Im vorliegenden Verfahren liegt kein komplexer, vielmehr ein einfacher Sachverhalt vor: Die Beschwerdegegner zu 1. bis 3. glauben, die Fondation C habe Schadenersatzansprüche gegenüber ihren früheren Organen, namentlich den beiden Beschwerdeführerinnen. Diese möglichen Ansprüche seien zu liquidieren und zu verteilen. 
Ob die Fondation C tatsächlich Schadenersatzansprüche gegenüber den Beschwerdeführerinnen hat, ist nicht im Verfahren über die Bestellung eines Nachtragsliquidators, sondern im Haftungsprozess zu prüfen. Im Verfahren auf Bestellung eines Nachtragsliquidators sind die Organhaftungsansprüche auch nicht einer Art "Vorprüfung" zu unterziehen, an deren Teilnahme die Beschwerdeführerinnen ein schutzwürdiges Interesse hätten. Die Teilnahme der Beschwerdeführerinnen an einer solchen Vorprüfung würde zu nichts anderem als einem vorgezogenen Organhaftungsprozess führen. Die Teilnahme der Beschwerdeführerinnen am Verfahren über die Bestellung eines Nachtragsliquidators und einer allfälligen "Vorprüfung" der Organhaftungsansprüche würde nicht irgendwelche Defizite des Verfahrens auf Bestellung eines Nachtragsliquidators beseitigen, weshalb den Beschwerdeführerinnen auch nicht "pragmatisch" die Parteistellung eingeräumt werden muss (so die Argumentation des Staatsgerichtshofes im Fall zu StGH 2016/84: LES 2017, 128 li.Sp. unten und re.Sp. oben). Der Einbezug der Beschwerdeführerinnen in das Verfahren auf Bestellung eines Nachtragsliquidators dient auch nicht zum Ausgleich von Kontrolldefiziten (StGH a.a.O.), denn es macht keinen Sinn, dass die Beschwerdeführerinnen kontrollieren sollen, ob ein Organhaftungsanspruch gegen sie bescheinigt ist oder nicht.
Auch im Lichte des vom Staatsgerichtshof angezogenen Rechtsfriedens wäre es kontraproduktiv, wenn die Beschwerdeführerinnen im vorliegenden Fall in das Verfahren auf Bestellung eines Nachtragsliquidators einbezogen würden, denn ein solcher Einbezug führte nur zu einer faktischen Vorwegnahme des Organhaftungsprozesses gegen die Beschwerdeführerinnen, ohne dass über die Frage der Haftung rechtskräftig entschieden werden könnte.
8.
Auch sieht der Verwaltungsgerichtshof entgegen dem Beschwerdevorbringen im vorliegenden Fall kein Bedürfnis dafür, dass die Handlungs- und Vertretungsbefugnis der beiden Beschwerdeführerinnen als frühere Mitglieder des Stiftungsrates der Fondation C so lange wieder auflebt, bis der Nachtragsliquidator rechtskräftig bestellt ist. Die Beschwerdeführerinnen befänden sich, wie der Staatsgerichtshof im vergleichbaren Fall zu StGH 2018/082 argumentierte, in einer Interessenskollision und könnten schon deshalb nicht für die Fondation C handeln und diese vertreten.  
9.
Die Beschwerdeführerinnen bringen vor, die angefochtene Verfügung der VBK laboriere an gravierenden Begründungsmängeln. Die VBK setze sich mit den Argumenten hinsichtlich der analogen Anwendung der Grundsätze der Beistandsbestellung ebenso wenig auseinander, wie mit den Argumenten der Grundlagen der Parteistellung, der Parteistellung aufgrund von Art. 139 Abs. 1 PGR, des Wiederauflebens der Handlungs- und Verwaltungsbefugnis und der verwaltungsrechtlichen Vorschriften. Die VBK sei auch nicht auf die Frage der Voraussetzungen der Nachtragsliquidation, nämlich die sofortige Verteilbarkeit der Vermögenswerte sowie der Kostendeckung der Verfahrenskosten eingegangen und habe überhaupt nicht die notwendigen Sachverhaltsfeststellungen getroffen, die für eine richtige rechtliche Wertung notwendig seien.
Diesem Vorbringen kommt keine Berechtigung zu. 
Die VBK führte in E. 5.1 aus, dass aus einer Antragslegitimation gemäss Art. 131 Abs. 1 PGR nicht ein Anspruch ehemaliger Organe auf Beteiligung am Verfahren zur Bestellung eines Nachtragsliquidators abgeleitet werden kann und dass es überhaupt nicht Sinn des Verfahrens auf Bestellung eines Nachtragsliquidators sein könne, alle möglichen Personen, wie frühere Mitglieder und Gläubiger der Verbandsperson, in das Verfahren einbeziehen zu müssen. Damit brachte die VBK auch zum Ausdruck, dass der Kreis der Verfahrensparteien zu weit gezogen würde, wenn man den Beschwerdeführerinnen Parteistellung im Verfahren auf Bestellung eines Nachtragsliquidators zuerkennen würde; somit komme die Rechtsprechung zu Art. 31 und 92 LVG nicht zur Anwendung. 
Weiters führte die VBK in E. 5.1 aus, die Fondation C habe kein oberstes Organ. Somit komme nicht den Beschwerdeführerinnen, sondern den Beschwerdegegner zu 1. bis 3. als alleinige Begünstigte der beendeten Fondation C die Kontrollfunktion zu. Mit dieser Argumentation trat die VBK dem Beschwerdeargument - wenn auch nur implizit - entgegen, dass kein Bedarf am Wiederaufleben der Handlungs- und Vertretungsbefugnis der Beschwerdeführerinnen als frühere Organe der Fondation C besteht.
Mit ihren Ausführungen in E. 5.2 brachte die VBK zum Ausdruck, dass sich der vorliegende Fall zum Fall, den der Staatsgerichtshof zu StGH 2016/84 zu entscheiden hatte, insoweit unterscheide, als es sich beim vorliegenden Fall nicht um einen vergleichbar komplexen Fall mit vergleichbar komplexem Sachverhalt handelt. 
Auf die Argumente der Beschwerdeführerinnen dazu, ob tatsächlich Vermögen nachträglich hervorgekommen ist, dieses sofort verteilbar ist und die Verfahrenskosten deckt und an wen dieses Vermögen verteilt werden könnte, was bei einer nicht-diskretionären Stiftung nicht ohne weiteres angenommen werden könne, musste die VBK nicht eingehen, da sie die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerinnen verneinte. Damit war eine Prozessvoraussetzung nicht erfüllt. Materielle Fragen musste die VBK deshalb nicht weiter behandeln. 
Somit liegt kein Begründungsmangel vor.
10.
Die Kostenentscheidung stützt sich auf Art. 41 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 1 LVG. Im vorliegenden Verfahren stehen sich die Beschwerdeführerinnen einerseits und die Beschwerdegegner andererseits kontradiktorisch gegenüber. Die Beschwerdeführerinnen sind mit ihrer Beschwerde vor dem Verwaltungsgerichtshof unterlegen, weshalb sie unter analoger Anwendung von § 41 Abs. 1 ZPO den Beschwerdegegnern die von diesen richtig verzeichneten Kosten von CHF 2'079.00 zu ersetzen haben.
Bei der Bestimmung der Parteikosten ist nicht von einer Bemessungsgrundlage von CHF 1'000.00, sondern von einer Bemessungsgrundlage von CHF 50'000.00 auszugehen. Massgebend ist das Interesse der Verfahrensparteien, welches sie im Verfahren vertreten und geltend machen (§ 4 Ingress Honorarrichtlinien). Im vorliegenden Fall wollen die Beschwerdegegner in die Lage versetzt werden, Verantwortlichkeitsansprüche in der Höhe von CHF 190'000.00 gegenüber den Beschwerdeführerinnen geltend machen zu können. Die Beschwerdeführer wehren sich faktisch dagegen. Somit kommt dem gegenständlichen Verfahren eine weittragende Bedeutung im Sinne von § 4 Ziff. 17 Bst. c Honorarrichtlinien zu. Das Gericht legt die Bemessungsgrundlage ohne weitere Erhebungen im Rahmen der von den Parteien behaupteten Beträgen fest (Art. 8 Abs. 4 RATG). 
Die Gerichtsgebühren in Höhe von CHF 630.00 haben die Beschwerdeführer am 30. März 2022 beglichen (ON 7).