VGH 2022/014
VGH 2022/031
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19.08.2022
VGH
Urteil
Sprüche: abgewiesen
VGH 2022/014
VGH 2022/031
Der Verwaltungsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, hat durch die
Richterlic.iur. Andreas Batliner, Präsident
lic.iur. et lic.oec. Azra Dizdarevic-Hasic
lic.iur. Adrian Rufener
Dr.iur. Esther Schneider
lic.iur. Daniel Tschikof
in der Beschwerdesache des
Beschwerdeführers:
A


vertreten durch:

***
wegenEntzug der Treuhänderbewilligung, Integrität nach VersAG
gegenEntscheidungen der Beschwerdekommission der Finanzmarktaufsicht vom 24. Februar 2022, FMA-BK 2022/1 ON 7, und vom 14. April 2022, FMA-BK 2022/3 ON 7
in der nicht-öffentlichen Sitzung vom 19. August 2022
entschieden:
1.Die Beschwerde vom 16. März 2022 (VGH 2022/014) gegen die Entscheidung der Beschwerdekommission der Finanzmarktaufsicht vom 24. Februar 2022, FMA-BK 2022/1 ON 7, wird abgewiesen und die angefochtene Entscheidung bestätigt.
2.Die Beschwerde vom 04. Mai 2022 (VGH 2022/031) gegen die Entscheidung der Beschwerdekommission der Finanzmarktaufsicht vom 14. April 2022, FMA-BK 2022/3 ON 7, wird abgewiesen und die angefochtene Entscheidung bestätigt.
3.Die Kosten des Verfahrens zu VGH 2022/014 in Höhe von CHF 5'700.00 werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 
4.Die Kosten des Verfahrens zu VGH 2022/031 in Höhe von CHF 3'000.00 werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
5.Parteikosten werden keine zugesprochen.
TATBESTAND
1.
Der Beschwerdeführer ist ein in die Rechtsanwaltsliste eingetragener Rechtsanwalt, dem [...] eine Bewilligung zur eingeschränkten Tätigkeit im Sinne von Art. 5 Abs. 2 und Art. 3 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Art. 2 Bst. a und b TrHG (Treuhändergesetz vom 08. November 2013, LGBl. 2013 Nr. 421) erteilt wurde. Er ist [...] Geschäftsführer der beiden Treuhandgesellschaften B Treuunternehmen reg.  und C Treuunternehmen reg.
Der Beschwerdeführer ist auch Präsident des Verwaltungsrates und Mitglied der Geschäftsleitung der D Aktiengesellschaft, *** Mitglied des Verwaltungsrates der E AG,*** sowie Mitglied des Verwaltungsrates derF AG***. Bei allen diesen drei Gesellschaften handelt es sich um Versicherungsunternehmen im Sinne des Gesetzes vom 12. Juni 2015 betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz; VersAG), die der Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht unterstehen. 
2.
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt leitete im Jahr 2009 ein Ermittlungsverfahren gegen den Beschwerdeführer und andere Personen ein.  
Am 13. November 2014 erhob sie Anklage gegen den Beschwerdeführer und andere Personen wegen der Mitwirkung am Verbrechen der Untreue gemäss § 153 StGB. 
3.
Mit Urteil vom 19. April 2017 erkannte das Landesgericht Klagenfurt als Schöffengericht ***, *** und den Beschwerdeführer schuldig. 
Danach haben die Genannten im Zeitraum von (zumindest) der zweiten Jahreshälfte 2004 bis 2006
G, die ihm als für den (Auslands-)Kreditbereich zuständigem Vorstandsmitglied der K Bank International AG durch Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über das Vermögen der Bank zu verfügen bzw. die Bank zu verpflichten, dadurch wissentlich Missbrauch, und dadurch das genannte Bankinstitut im Betrag von rund EUR 17,68 Mio. am Vermögen geschädigt, indem er Rechtshandlungen vornahm, von denen er wusste, dass er sie nicht vornehmen darf, weil sie zum genannten Vermögensnachteil der Bank führen, und zwar dadurch, dass er Kredite bewilligte und daran mitwirkte, dass die Bank dem [...]H für seine Gesellschaftskonstruktionen wirtschaftlich unvertretbare Kredite gewährte und auszahlte, und zwar für: 
A.
[...]
B.
[...] 
C.
[...]
D.
[...]
H mit dem Wissen, dass G diese Rechtshandlungen nicht vornehmen durfte, in der Gewissheit, dass auch G wusste, dass er diese Rechtshandlungen nicht vornehmen durfte, und mit dem Vorsatz, der Bank durch die Vergabe dieser wirtschaftlich unvertretbaren Kredite einen Vermögensnachteil von zumindest EUR 17,68 Mio. zuzufügen, G zu den genannten Untreuetaten durch Aufforderung bestimmte, 
A mit dem Wissen, dass die zuvor angeführten Rechtshandlungen nicht vornehmen durfte, in der Gewissheit, dass auch G wusste, dass er diese Rechtshandlungen nicht vornehmen durfte, und mit dem Vorsatz, dass der Bank durch die Vergabe dieser wirtschaftlich unvertretbaren Kredite ein Vermögensnachteil zugefügt wird, G und H bei den Untreuetaten [...] gefördert (Schaden von mind. EUR 16,48 Mio.), indem er die Gesellschaftskonstruktionen für H errichtete und verwaltete, als Organ der liechtensteinischen Kreditnehmerinnen die überhöhten Kredite beantragte, die Bezug habenden Kreditverträge mit der Bank abschloss und die Auszahlungen der überhöhten Kredite beantragte und als Organ der Gesellschaften von H die In-Sich-Geschäfte und jene Geldtransaktionen durchführte, die zur Abschöpfung der Kreditmittel[...] erforderlich waren. 
G, H (dieser als Bestimmungstäter gemäss § 12 zweiter Fall StGB) und A (dieser als Beitragstäter gemäss § 12 dritter Fall StGB) haben hierdurch das Verbrechen der Untreue nach § 153 Abs. 1 und 3 zweiter Fall StGB begangen. 
Sie wurden hierfür vom Landesgericht Klagenfurt nach dem zweiten Strafsatz des § 153 Abs. 3 StGB zu einer Freiheitsstrafe bestraft, 
G in der Dauer von zwei Jahren,
H in der Dauer von zwei Jahren,
A in der Dauer von zwei Jahren, wobei die Strafe bei A gemäss § 43 Abs. 1 StGB unter Bestimmung einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen wurde. 
A wurde von der weiters gegen ihn erhobenen Anklage in Bezug auf A. freigesprochen. 
4.
Die vom Beschwerdeführer gegen dieses Urteil erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wurde vom Obersten Gerichtshof mit Beschluss vom 12. September 2019 zurückgewiesen. Seiner Strafberufung wurde mit Urteil des Oberlandesgerichtes Graz vom 23. Juni 2020 nicht Folge gegeben. 
Die Verurteilung wurde auch im liechtensteinischen Strafregister eingetragen.
Zum Entzug der Treuhänderbewilligung (FMA GEY-210265; FMA-BK 2022/1; VGH 2022/014)
5.
Mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 entschied die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) wie folgt:
1.
A wird die *** eingeschränkte Treuhänderbewilligung nach Art. 5 Abs. 2 des TrHG zur geschäftsmässigen Ausübung der nachfolgenden Tätigkeiten nach Art. 2 Bst. a und b TrHG entzogen:
a)
Gründung von Verbandspersonen, Gesellschaften und Treuhänderschaften für Dritte, im eigenen Namen und für fremde Rechnung sowie damit verbundene Interventionen bei Gerichten und Verwaltungsbehörden und
b)
die Übernahme von Verwaltungsmandaten nach Art. 180a des Personen- und Gesellschaftsrechts sowie die Übernahme von Treuhänderschaften.
A ist ab Rechtskraft dieser Verfügung nicht mehr befugt, geschäftsmässig Tätigkeiten nach Art. 2 Bst. a und b TrHG auszuüben.
2.
Der Entzug der Bewilligung wird nach Rechtskraft dieser Verfügung auf Kosten von A im elektronischen Amtsblatt veröffentlicht.
3.
Die Beweisanträge vom 13. August 2021 auf Einvernahme des Zeugen I sowie des Sachverständigen J werden als unzulässig zurückgewiesen sowie der Beweisantrag vom 13. August 2021 auf Unterbrechung des Verfahrens bis zur Einbringung des Wiederaufnahmeantrages und die Entscheidung über die Wiederaufnahme durch das Landesgericht Klagenfurt wird als unbegründet abgewiesen.
4.
Der Beweisantrag vom 27. September 2021, wonach die FMA vom Entzug absehen, in eventu eine angemessene Frist zur Einbringung des Wiederaufnahmeantrages in Österreich setzen möge, wird als unbegründet abgewiesen. 
5.
A ist schuldig, die Gebühr für den Entzug der Bewilligung von CHF 2'000.00 zu bezahlen.
6.
A ist schuldig, die Gebühr für die Information der Öffentlichkeit über das Fehlen der Bewilligung zur Ausübung von Tätigkeiten nach dem TrHG von CHF 100.00 zu bezahlen.
7.
Der Gesamtbetrag von CHF 2'100.00 wird innerhalb von 30 Tagen bei sonstiger Exekution ab Rechtskraft dieser Verfügung zur Zahlung fällig und ist durch eine für die FMA spesenfreie Überweisung unter Verwendung des beiliegenden Einzahlungsscheines zu begleichen. 
Diese Verfügung wurde im Wesentlichen wie folgt begründet:
Art. 5 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 Bst. b i.V.m. Art. 6 TrHG verlangten, dass der bewilligte Treuhänder vertrauenswürdig sein muss. 
Nach Art. 6 Abs. 1 TrHG sei für die Erfüllung der Voraussetzung der Vertrauenswürdigkeit erforderlich, dass keine rechtskräftige Verurteilung zu einer drei Monate übersteigenden Freiheitsstrafe oder zu einer Geldstrafe von mehr als 180 Tagessätzen wegen eines Vergehens oder eines Verbrechens vorliegt, das im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Treuhänders steht. Nach Abs. 3 seien Tathandlungen und Verfahren, die sich auf Sachverhalte im Ausland beziehen, ebenfalls zu berücksichtigen.
Nach Art. 25 Abs. 1 Bst. a TrHG könne die Bewilligung von der FMA entzogen werden, wenn die Voraussetzungen für die Erteilung nicht mehr erfüllt seien.
Art. 6 TrHG enthalte in Abs. 1 "Muss-Bestimmungen" zur Vertrauenswürdigkeit. Liege einer der genannten Sachverhalte vor, sei die Vertrauenswürdigkeit von Gesetzes wegen als nicht mehr gegeben anzusehen (BuA 2013/83 S. 7). 
Aufgrund des Urteils des Landesgerichts Klagenfurt stehe fest, dass der Beschwerdeführer zu zwei Jahren unter Nachsicht einer Probezeit von drei Jahren bedingter Haft wegen des Verbrechens der Untreue verurteilt worden sei, das im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit stehe. Somit sei das Erfordernis der Bewilligungsvoraussetzung der Vertrauenswürdigkeit nicht mehr erfüllt und die Vertrauenswürdigkeit von Gesetzes wegen als nicht mehr gegeben anzusehen. 
Das Treuhändergesetz unterscheide nicht, ob eine Verurteilung bedingt oder unbedingt erfolgt sei. 
Mit der Beaufsichtigung von Treuhändern durch die FMA würden insbesondere der im öffentlichen Interesse liegende Schutz der Kunden und die Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz bezweckt (Art. 1 Abs. 2 TrHG). Somit sei das öffentliche Interesse für den Entzug der Bewilligung gegeben. Das öffentliche Interesse an der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften überwiege das private Interesse an der Weiterführung der Tätigkeiten nach Art. 2 Bst. a und b TrHG. Die Vertrauenswürdigkeit sei eine essentielle Bewilligungsvoraussetzung, die aufgrund gegenständlicher Verurteilung samt stehenden Zusammenhang mit der mit seiner beruflichen Tätigkeit ex lege nicht mehr gegeben sei. 
Der Beschwerdeführer habe in seinen Stellungnahmen die Bestimmungen der öRAO vergleichsweise herangezogen (19 Ob 2/16g: AnwBl 2017, 380). Dazu könne festgehalten werden, dass die österreichische Rechtsprechung bei der Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit prüfe, ob das gesamte Verhalten geeignet sei, Vertrauen in die korrekte Berufsausübung zu erwecken. Dabei sei allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Auch ein mehrjähriges Wohlverhalten nach einer Bestrafung wegen Untreue und fahrlässiger Krida und die Strafnachsicht der Freiheitsstrafe nach Ablauf einer Probezeit vermögten die gegen die Vertrauenswürdigkeit sprechenden Gründe nicht aufzuheben (RS0071684 T2). Auch selbst bei längerem Wohlverhalten müsse die Fortdauer der Vertrauensunwürdigkeit angenommen werden, wenn die Verfehlungen im reifen Alter begangen worden seien und Schwere und Wiederholung auf Charaktermängel schliessen liessen (RS0055860; OGH 5.7.2010 Bkv 1/10 T2). Sei eine Handlung, gleichgültig wann immer, gesetzt worden, die der Grundvoraussetzung der Vertrauenswürdigkeit widerstreite, sei die Eintragung zu verweigern (RS0071684). 
Unabhängig von dieser strengen Judikatur sei der wesentliche Unterschied zwischen § 5 Abs. 2 RAO und Art. 6 TrHG, dass die RAO einen Auffangtatbestand hinsichtlich der Vertrauensunwürdigkeit normiert habe, hingegen das Treuhändergesetz taxativ Gründe nenne, bei denen die Vertrauenswürdigkeit zwingend zu versagen sei.
Art. 6 Abs.2 TrHG überlasse der Behörde ein Ermessen. Art. 6 Abs. 1 TrHG enthalte jedoch eine Muss-Vorschrift. Demnach unterscheide sich Art. 6 Abs. 2 Bst. g TrHG dahingehend, dass jede rechtskräftige Verurteilung die Vertrauenswürdigkeit versagen könne. Hingegen sei die Vertrauenswürdigkeit bei einer Verurteilung im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit als Treuhänder gemäss Art. 6 Abs. 1 TrHG zwingend zu versagen. Das aus Art. 25 Abs. 1 Bst. a TrHG allfällig abzulehnende Ermessen könne sich daher naturgemäss nur auf die Fälle des Art. 6 Abs. 2 TrHG beziehen. Es würde einem Wertungswiderspruch gleichkommen, würde man die Bewilligung trotz ex lege vorliegender Vertrauensunwürdigkeit aufrecht erhalten. 
Die rechtskräftige Verurteilung sei bei der Prüfung der Bewilligungsvoraussetzung der Vertrauenswürdigkeit massgebend und es werde mangels Ermessen im Sinne des Art. 6 Abs. 1 TrHG nicht auf ein Wohlverhalten abgestellt. 
Aus diesen Gründen werde dem Beschwerdeführer die [...] Bewilligung entzogen.
Jedes staatliche Handeln müsse sich auch an der Verhältnismässigkeit orientieren. 
Art. 6 Abs. 1 TrHG enthalte eine Muss-Vorschrift und stelle zugleich eine der Bewilligungsvoraussetzungen dar. Bewilligungsvoraussetzungen legten den Mindeststandard für die Ausübung der Treuhändertätigkeit fest und seien daher dauernd einzuhalten.
Die gesetzlichen Regelungen seien insoweit stringent, als dass kein gelinderes Mittel in Betracht kommen könne. Ein Tätigkeitsverbot gemäss Art. 55 Abs. 1 Bst. c TrHG wäre nur befristet und ziele nicht auf jene Fälle ab, die an der Erfüllung der Bewilligungsvoraussetzungen anknüpften. Die Verhängung eines befristeten Tätigkeitsverbots sei im gegenständlichen Fall naturgemäss nicht die geeignetste Massnahme. Sinn und Zweck eines befristeten Tätigkeitsverbots sei es, eine Tätigkeit bis zur Klärung der Sachlage zu untersagen und somit provisorisch potentiellen Gefahren entgegen zu wirken. Insoweit wäre die Verhängung eines befristeten Tätigkeitsverbots unter Umständen für die Dauer eines Strafverfahrens geeignet, z.B. wenn ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren aufgrund des Verdachts schwerer Vorwürfe geführt werde oder diesbezüglich eine rechtskräftige Anklageschrift vorliege. Vielmehr liege nunmehr eine rechtskräftige Verurteilung im Sinne des Art. 6 Abs. 1 TrHG vor.
Die FMA sei jedoch auch der Ansicht, dass eine rechtskräftige Verurteilung nicht immerwährend als Vertrauensunwürdigkeit eines Bewilligungswerbers gelte. Nach Tilgung der Strafe sei die Vertrauenswürdigkeit neuerlich zu prüfen. Zur Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit werde grundsätzlich auf einen Strafregisterauszug abgestellt. Werde eine Verurteilung aus dem Strafregister gelöscht, so sei die betroffene Person wieder als vertrauenswürdig anzusehen. Zu berücksichtigen sei allenfalls auch eine disziplinarrechtliche Verurteilung durch die Standeskommission der Treuhandkammer. 
6.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 12. Januar 2022 Beschwerde an die Beschwerdekommission der Finanzmarktaufsicht (FMA-BK). Er focht die Verfügung der FMA ihrem gesamten Inhalt nach an und beantragte die ersatzlose Aufhebung der angefochtenen Verfügung. 
7.
Mit Entscheidung vom 24. Februar 2022 gab die FMA-BK der Beschwerde keine Folge.
Begründend führte sie im Wesentlichen Folgendes aus:
Eine Bewilligung nach dem Treuhändergesetz dürfe nur dann erteilt werden, wenn die Bewilligungsvoraussetzungen (Art. 5 TrHG) vorlägen. Das Kriterium der Vertrauenswürdigkeit (Art. 5 Abs. 1 Bst. b TrHG) sei nach Art. 6 TrHG zu beurteilen. Liege eine rechtskräftige Verurteilung zu einer drei Monate übersteigenden Freiheitsstrafe oder zu einer Geldstrafe von mehr als 180 Tagessätzen wegen eines Vergehens oder Verbrechens vor, das im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Antragstellers stehe, so sei die Vertrauenswürdigkeit nicht gegeben und die Erteilung einer Bewilligung ex lege ausgeschlossen. Ob die Strafe bedingt nachgesehen worden sei, sei irrelevant. Der FMA komme hier (Art. 6 Abs. 1 TrHG) kein Beurteilungsspielraum zu (Muss-Bestimmung). Lägen hingegen Umstände im Sinne von Art. 6 Abs. 2 TrHG vor, so habe die FMA unter Abwägung aller Umstände zu beurteilen, ob das Erfordernis der Vertrauenswürdigkeit als nicht gegeben zu beurteilen sei. Eine einmal erteilte Bewilligung könne gemäss Art. 25 TrHG mittels Verfügung entzogen werden. Wie die Regierung in BuA 2013/42, S. 87 ff. schreibe, handle es sich bei Art. 25 TrHG um eine "Kann-Vorschrift", weshalb die FMA im Einzelfall unter Berücksichtigung der verfassungsrechtlich vorgegebenen Gebote (Gleichbehandlung, Verhältnismässigkeit) eine Interessenabwägung vorzunehmen habe und der Entzug der Bewilligung die ultima ratio darstelle. Art. 25 Abs. 1 TrHG beziehe sich auf Tatbestände, bei denen die Bewilligungsvoraussetzungen nicht mehr erfüllt seien. Von besonderer Bedeutung sei das Erfordernis der persönlichen Integrität nach Art. 6 TrHG. Gestützt auf Art. 25 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 6 Abs. 1 Bst. a TrHG könne eine Bewilligung entzogen werden, wenn eine Person strafrechtlich rechtskräftig verurteilt worden sei und diese Verurteilung im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehe. Es bedürfe im Einzelfall einer Abwägung unter Wahrung der Verhältnismässigkeit, ob die strafrechtliche Verurteilung einen Entzug rechtfertige. Es entspreche dem klaren Willen des Gesetzgebers und auch dem Wortlaut von Art. 25 Abs. 1 TrHG ("Kann"), dass auch dann, wenn über einen Bewilligungsinhaber wegen eines im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit stehenden Vergehens oder Verbrechens eine rechtskräftige Verurteilung zu einer drei Monate übersteigenden Freiheitsstrafe oder zu einer Geldstrafe von mehr als 180 Tagessätzen erfolgt sei und damit der Tatbestand des Art. 6 Abs. 1 TrHG erfüllt sei, die Treuhänderbewilligung nicht zwingend zu entziehen sei, sondern eben - wie es im BuA 2013/42, S. 88, wörtlich heisse - es "im Einzelfall einer Abwägung unter Wahrung der Verhältnismässigkeit" bedürfe, ob die strafrechtliche Verurteilung einen Entzug rechtfertige. Der von der FMA in diesem Zusammenhang geortete Wertungswiderspruch liege nicht vor. Denn es sei zulässig, dass der Gesetzgeber im verfassungsrechtlich vorgesehenen Rahmen für unterschiedliche Fallkonstellationen unterschiedliche gesetzliche Regelungen treffe. Allerdings sei die Wertung des Gesetzgebers, wonach bei Verhängung einer drei Monate übersteigenden Freiheitsstrafe oder 180 Tagessätze übersteigenden Geldstrafe die Vertrauenswürdigkeit ex lege ausgeschlossen sei, auch bei der Entscheidung nach Art. 25 Abs. 1 Bst. a TrHG von Bedeutung. 
Art. 25 Abs. 1 TrHG kenne zwei Tatbestandsvarianten, nämlich einerseits Tatbestände, bei denen die ursprünglich gegebenen Bewilligungsvoraussetzungen nicht mehr erfüllt seien (Bst. a) und andererseits solche, bei denen sich - wenn sie von besonderer Bedeutung seien - ein Bewilligungsentzug aufdränge (Bst. b; vgl. dazu auch BuA 2013/42 S. 88). 
Im vorliegenden Fall sei zunächst unbestritten, dass die Voraussetzungen für die Erteilung einer Treuhänderbewilligung nicht mehr erfüllt seien, liege doch in Bezug auf den Beschwerdeführer eine Verurteilung vor, wenn auch für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. 
Nach Art. 6 Abs. 1 TrHG sei es ex lege und damit unter allen Umständen ausgeschlossen, dass jemand eine Bewilligung nach dem Treuhändergesetz erhalte, wenn eine entsprechende rechtskräftige Verurteilung des Antragstellers vorliege. Damit setze der Gesetzgeber fest, was für ihn in Bezug auf die Bewilligungserteilung die Grenze des im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit eines Treuhänders stehenden, noch tolerierbaren strafbaren Verhaltens darstelle. Zwar existiere beim Entzug der Bewilligung eine derart starre Grenze nicht und könnten damit auch andere Umstände in die Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit einfliessen, doch sei auch hier von der sich aus Art. 6 Abs. 1 TrHG ergebenden gesetzgeberischen Wertung auszugehen: Dürfe jemandem, der im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit zu mehr als drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden sei, keine Bewilligung erteilt werden, so werde das bei bereits erteilter Treuhänderbewilligung noch zu tolerierende Mass an Strafbarkeit im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit nicht viel grösser sein dürfen. Vorliegend sei der Beschwerdeführer zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden; das sei die siebenfache Überschreitung der von Art. 6 Abs. 1 TrHG vorgegebenen Grenze. Aus Sicht des Kundenschutzes und der Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz (Art. 1 Abs. 2 TrHG) wäre es nicht nachvollziehbar, dass jemandem wegen einer im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehenden, drei Monate übersteigenden Verurteilung die Erteilung einer Bewilligung zwingend zu verweigern sei, bei einer Verurteilung zu einer viel strengeren Freiheitsstrafe die bereits erteilte Bewilligung jedoch aufrecht bliebe. Damit führe die vom Beschwerdeführer erlittene Verurteilung - die im Übrigen nicht nur mit seiner beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang stehe, sondern gerade zu deren Kernbereich betreffe ("Gesellschaftskonstruktionen" errichtet und verwaltet; Verwaltungshandlungen als Organ der Gesellschaften) - zum Entzug der Bewilligung nach Art. 25 Abs. 1 Bst. a TrHG. 
8.
Gegen die Entscheidung der FMA-BK vom 24. Februar 2022, zugestellt am 02. März 2022, erhob der Beschwerdeführer am 16. März 2022 rechtzeitig Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof. Er ficht die Entscheidung der FMA-BK ihrem gesamten Inhalt nach an und beantragt, der Verwaltungsgerichtshof wolle die angefochtene Entscheidung der FMA-BK dahingehend abändern, dass der Beschwerde vom 12. Januar 2022 stattgegeben und die Verfügung der FMA vom 14. Dezember 2021 ersatzlos aufgehoben werde.
Zur Aberkennung der persönlichen Integrität als Leitungsorgan (FMA ODI-210132; FMA-BK 2022/3; VGH 2022/031)
9.
Mit Verwaltungsbot vom 07. Februar 2022 stellte die Finanzmarktaufsicht fest, "dass A, [...], die Voraussetzungen nach Art. 33 Abs. 1 VersAG iVm. Art. 4 Abs. 2 VersAV nicht mehr erfüllt und daher nicht mehr persönlich integer ist".
Dieses Verwaltungsbot wurde im Wesentlichen wie folgt begründet:
Gemäss Art. 33 VersAG iVm Art. 4 Abs. 2 VersAV müssten Leitungsorgane von Versicherungsunternehmen persönlich integer sein. Nach Art. 4 Abs. 2 Bst. a VersAV sei die persönliche Integrität dann nicht gegeben, wenn eine Person wegen einer strafbaren Handlung gegen fremdes Vermögen im Sinne des Strafgesetzbuches im liechtensteinischen oder in einem ausländischen Strafregister eingetragen sei. Da die Verurteilung des Beschwerdeführers durch das Landesgericht Klagenfurt wegen Untreue im liechtensteinischen Strafregister eingetragen sei, sei die persönliche Integrität des Beschwerdeführers nicht mehr gegeben.
10.
Gegen das Verwaltungsbot der Finanzmarktaufsicht erhob der Beschwerdeführer am 24. Februar 2022 Beschwerde an die FMA-BK. Er focht das Verwaltungsbot seinem gesamten Inhalt nach an und beantragte die ersatzlose Aufhebung des angefochtenen Verwaltungsbots.
11.
Mit Entscheidung vom 14. April 2022 gab die FMA-BK der Beschwerde keine Folge.
Begründend führte sie im Wesentlichen Folgendes aus:
Gemäss Art. 33 Abs. 1 VersAG müssen Mitglieder der Leitungsorgane von Versicherungsunternehmen fachlich qualifiziert und persönlich integer sein. Nach Art. 33 Abs. 6 VersAG regle die Regierung die Einzelheiten mit Verordnung. Nach Art. 4 Abs. 2 VersAV müssen Leitungsorgane persönlich integer sein, was dann nicht der Fall sei, wenn sie wegen einer strafbaren Handlung gegen fremdes Vermögen im Sinne des Strafgesetzbuches im liechtensteinischen oder einem ausländischen Strafregister eingetragen seien. Mit der Verurteilung des Beschwerdeführers wegen des Verbrechens der Untreue und der Eintragung dieser Verurteilung im liechtensteinischen Strafregister seien die Voraussetzungen nach Art. 33 Abs. 1 VersAG iVm Art. 4 Abs. 2 Bst. a VersAV nicht erfüllt, sodass es dem Beschwerdeführer an der persönlichen Integrität mangle. 
Vergleichend sei zu erwähnen, dass Art. 15 des Versicherungsvertriebsgesetzes (VersVertG) in seinem Abs. 1 Bst. a - wortident - vorsehe, dass Leitungsorgane eines Versicherungsvermittlers über einen guten Leumund verfügen müssten, was dann nicht der Fall sei, wenn sie wegen einer strafbaren Handlung gegen fremdes Vermögen verurteilt worden seien und im liechtensteinischen oder einem ausländischen Strafregister eingetragen seien. Die Regierung schreibe dazu in BuA 2017/53, 41, dass diese Bestimmung die Fälle, wann vom Fehlen eines guten Leumundes auszugehen sei, konkretisiere. Dem sei in den Sitzungen des Landtags nicht widersprochen worden, sodass dies als Wille des Gesetzgebers anzusehen sei. Dies bekräftige die sich schon aus dem Wortlaut ergebende Interpretation, dass bei Vorliegen einer in das Strafregister eingetragenen Verurteilung wegen einer strafbaren Handlung gegen fremdes Vermögen der gute Leumund bzw. die persönliche Integrität ausnahmslos nicht mehr gegeben sei.
Durch die in Rechtskraft erwachsene Verurteilung wegen des Verbrechens der Untreue sei der Beschwerdeführer der persönlichen Integrität verlustig gegangen. Das Gesetz sehe weder eine Erheblichkeitsschwelle noch die Erstellung einer Prognose über künftiges Verhalten noch einen Zusammenhang der Straftat mit der Tätigkeit bei einem Versicherungsunternehmen vor. Da schon die erlittene Verurteilung die persönliche Integrität nehme, sei auch keine Interessensabwägung bzw. Verhältnismässigkeitsprüfung durchzuführen. Dass die in Österreich, einem EU- und EMRK-Staat, eine dem Beschwerdeführer die persönliche Integrität nehmende Verurteilung darstelle, sei nicht weiter erörterungsbedürftig. Die Rechtskraft des Urteils und die Rechtsstaatlichkeit des Ergehens der Verurteilung könne nicht in Frage gestellt werden. Damit seien die vom Beschwerdeführer angebotenen Beweise nicht aufzunehmen. 
12.
Gegen diese Entscheidung der FMA-BK vom 14. April 2022, zugestellt am 20. April 2022, erhob der Beschwerdeführer am 04. Mai 2022 rechtzeitig Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof. Er ficht die Entscheidung der FMA-BK ihrem gesamten Inhalt nach an und beantragt, der Verwaltungsgerichtshof wolle die angefochtene Entscheidung dahingehend abändern, dass der Beschwerde vom 24. Februar 2022 stattgegeben und das Verwaltungsbot der Finanzmarktaufsicht vom 07. Februar 2022 ersatzlos aufgehoben werde.
Zum verbundenen Verfahren (VGH 2022/014 und VGH 2022/031)
13.
Der Verwaltungsgerichtshof zog die Vorakten der FMA und der FMA-BK bei.
Am 30. Juni 2022 führte der Verwaltungsgerichtshof eine öffentliche mündliche Verhandlung durch. Der Beschwerdeführer konnte zu dieser Verhandlung aus gesundheitlichen Gründen nicht erscheinen. Erschienen ist jedoch der Beschwerdevertreter. Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 30. Juni 2022 beschloss der Verwaltungsgerichtshof, die beiden Beschwerdeverfahren zu VGH 2022/014 und VGH 2022/031 zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung zu verbinden, wobei der Akt zu VGH 2022/014 der führende Akt ist. Der Beschwerdevertreter beantwortete in der mündlichen Verhandlung diverse Fragen des Verwaltungsgerichtshofes. Der Verwaltungsgerichtshof nahm Beweise auf, nämlich durch die beigezogenen Akten der FMA und der FMA-BK sowie die in den Akten des Verwaltungsgerichtshofes erliegenden Beweisurkunden.
In seiner nicht-öffentlichen Sitzung vom 19. August 2022 erörterte der Verwaltungsgerichtshof die Sach- und Rechtslage und entschied wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
Zum Entzug der Treuhänderbewilligung
1.
Art. 25 Abs. 1 TrHG lautet wie folgt: 
Die Bewilligung kann von der FMA entzogen werden, wenn:
a)
die Voraussetzungen für die Erteilung nicht mehr erfüllt sind oder mit der Bewilligung in Zusammenhang stehende Auflagen oder Bedingungen nicht eingehalten werden;
b)
gesetzliche Pflichten oder behördliche Anordnungen in schwerwiegender Weise verletzt werden, insbesondere die Aufforderung der FMA zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands nicht Folge geleistet wird.
Der Verwaltungsgerichtshof schliesst sich der Rechtsmeinung der FMA-BK an, dass es sich bei dieser Bestimmung und somit auch bei der Tatbestandsvariante a) um eine Kann-Bestimmung handelt. Somit ist eine Bewilligung von der FMA nicht zwingend zu entziehen, wenn die Voraussetzungen von Art. 5 TrHG, insbesondere i.V.m. Art. 6 TrHG (Vertrauenswürdigkeit) nicht mehr erfüllt sind. Vielmehr ist eine Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmen. 
2.
Die FMA-BK führte in ihrer Entscheidung auch aus, dass eine einmal erteilte Bewilligung nach dem IV. Abschnitt des Treuhändergesetzes auf drei verschiedene Arten beendet werde, nämlich durch Widerruf (Art. 23 TrHG), Erlöschen (Art. 24 TrHG) und Entzug (Art. 25 TrHG). Der Gesetzgeber hätte - so die FMA-BK -, würde er an die Verurteilung eines Bewilligungsinhabers zwingend die "Beendigung der Bewilligung" knüpfen wollen, dies als Grund des Erlöschens (ex lege) im Sinne von Art. 24 Abs. 1 TrHG vorsehen müssen. Diesen Gedanken führt der Beschwerdeführer in Ziff. 2.1. - 2.3. seiner Beschwerde fort, wenn er argumentiert, der Gesetzgeber habe bei strafrechtlichen Verurteilungen keine starre Grenze vorgesehen. Hätte er dies wollen, wäre dies als Grund des Erlöschens (ex lege) im Sinne von Art. 24 Abs. 1 TrHG vorgesehen worden. Somit liege auch bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, wie im vorliegenden Fall, kein zwingender Grund zum Entzug der Bewilligung vor.
Dem Argument, der Gesetzgeber habe in die Bestimmung von Art. 24 TrHG betreffend das Erlöschen einer erteilten Bewilligung keinen Tatbestand, wonach eine Bewilligung erlösche, wenn der Bewilligungsinhaber zu einer Freiheits- oder Geldstrafe in einem bestimmten Ausmass, das über jenem gemäss Art. 6 Abs. 1 TrHG liege, aufgenommen, weshalb bei einer strafrechtlichen Verurteilung jedenfalls eine Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmen sei, ist nicht zu folgen. Richtig ist vielmehr, dass der Gesetzgeber nicht jeden Tatbestand, der zur Beendigung der Bewilligung führt, mit einer ex lege-Beendigung (einem Erlöschen von Gesetzes wegen) verbinden muss. Er hätte auch vorsehen könne, dass gewisse Tatbestände zum Entzug führen "müssen", ohne dass eine weitere Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmen ist. Er hat jedoch den Verlust der Vertrauenswürdigkeit (Art. 6 TrHG) weder als Erlöschenstatbestand noch als Tatbestand, der zum Entzug führen muss, sondern als Tatbestand, der zum Entzug führen kann, bestimmt. Somit ist für den Beschwerdeführer daraus, dass der Verlust der Vertrauenswürdigkeit nicht in Art. 24 TrHG (Erlöschen) aufgeführt ist, nicht mehr und nicht weniger abzuleiten, als dass bei der Prüfung, ob dem Beschwerdeführer die Treuhänderbewilligung zu entziehen ist, eine Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmen ist. 
3.
Der Beschwerdeführer bringt im Kern vor, die Massnahme des Entzugs der Treuhänderbewilligung sei nicht verhältnismässig. Sie sei weder erforderlich noch zumutbar. Die Straftat, hinsichtlich welcher der Beschwerdeführer verurteilt worden sei, liege nunmehr 15 Jahre zurück und sei ein einmaliger Fehltritt gewesen. Der Beschwerdeführer habe sich ansonsten nie etwas zu Schulden kommen lassen. Das Verschulden des Beschwerdeführers sei äusserst gering gewesen und es hätten erhebliche Milderungsgründe vorgelegen. Dass das Landesgericht Klagenfurt die Freiheitsstrafe mit einer Probezeit verbunden habe, zeige, dass eine positive Zukunftsprognose gemacht worden sei. Der Beschwerdeführer habe sich, abgesehen von dieser einmaligen Verfehlung und einer einmaligen Übertretung des SPG, welche mit einer Busse von CHF 15'000.00 geahndet worden sei, nie etwas zu Schulden kommen lassen. Er habe sich immer wohl verhalten. Aber selbst wenn eine Massnahme erforderlich wäre, gäbe es mildere Massnahmen, so die Verhängung einer Disziplinarstrafe nach Art. 43 ff. TrHG oder die Vornahme einer Vor-Ort-Kontrolle durch die FMA zur Bestätigung der gesetzeskonformen beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers. Der Entzug der Treuhänderbewilligung stelle überdies einen Eingriff in das grundrechtlich geschützte Recht auf freie Berufsausübung dar.
Diese Argumente führen zur Frage, weshalb es nicht genügen soll, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der Straftat, die er begangen hat, strafrechtlich verurteilt wurde bzw. weshalb es notwendig ist, zusätzlich zur strafrechtlichen Verurteilung den Beschwerdeführer auch noch disziplinarrechtlich zu verurteilen oder ihm die Treuhänderbewilligung zu entziehen. Diese Frage kann nur beantwortet werden, wenn nach dem Sinn und Zweck der jeweiligen Massnahme gefragt wird. 
Auch wenn das StGB keine ausdrückliche Aussage über Wesen und Zweck der Strafe enthält, kann gesagt werden, dass die Strafe ihrem Wesen nach Sühne ist; der Bestrafte leistet durch das Erleiden einer Strafe ein ideelles Äquivalent (Vergeltungsgedanke, repressive Komponente). In gleichem Mass dient aber die Strafe spezial- und generalpräventiven Bedürfnissen; sie ist eine Zweckmassnahme zur Verbrechensverhinderung (Leukauf/Steininger/Stricker, StGB4, 2017, Allgemeine Vorbemerkungen, Rz 41 f.; Fabrizy, StGB8, 2002, Einführung, Rz 13). 
Mit Disziplinarstrafen (Art. 37 TrHG) wird die Verletzung von Standesregeln geahndet (Art. 35 TrHG): Wer als Treuhänder (Berufsangehöriger) die Pflichten seines Berufes (als Treuhänder) verletzt oder durch sein berufliches Verhalten die Ehre und das Ansehen des Berufsstandes (der Treuhänder) beeinträchtigt, begeht ein Disziplinarvergehen (Art. 21 der Standesrichtlinien der Liechtensteinischen Treuhandkammer vom 07.05.2014). Der Beruf des Treuhänders verlangt ein Verhalten, das das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen dem Treuhänder, seinem Mandanten und den Beteiligten von Rechtsträgern einerseits sowie zwischen dem Berufsstand als Ganzem und der Öffentlichkeit andererseits gewährleistet (Präambel der Standesrichtlinien). Zu den Pflichten eines Treuhänders gehört, seine Tätigkeit redlich, ehrenhaft und lauter auszuüben und ganz allgemein das Ansehen und die Würde des Standes der Treuhänder zu wahren. Daraus ergibt sich, dass das Disziplinarrecht vor allem den Zweck hat, das Ansehen und die Würde des Berufsstandes der Treuhänder als Ganzem und das Vertrauen in den Berufsstand der Treuhänder zu schützen. Die Standesregeln und damit das Disziplinarrecht bezwecken also den Schutz des Berufsstandes der Treuhänder.
Demgegenüber bezwecken die übrigen Bestimmungen des Treuhändergesetzes den Schutz der Kunden, die Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz, die Förderung des Zugangs zu internationalen Märkten und die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit (Art. 1 Abs. 2 TrHG). Im vorliegenden Zusammenhang interessiert vor allem die Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz als Ganzem. Dabei geht es nicht nur um das Vertrauen der bestehenden Kundschaft, sondern auch der potentiellen Kundschaft und damit der Allgemeinheit bzw. Öffentlichkeit, aber auch von öffentlich-rechtlichen Institutionen wie anderen Staaten und internationalen Organisationen. Im Kern geht es also um den Schutz des guten Rufes des liechtensteinischen Finanzplatzes als Ganzem. Zu diesem Finanzplatz gehört nicht nur die Branche der Treuhänder, sondern gehören auch die Branchen der Banken und Wertpapierfirmen (Art. 1 Abs. 2 Bankengesetz), der Versicherungsunternehmen (Art. 1 Abs. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz), der Vermögensverwalter (Art. 1 Abs. 1 Vermögensverwaltungsgesetz), der Wirtschaftsprüfer (Art. 1 Abs. 2 Wirtschaftsprüfergesetz) und des Fondswesens (Art. 1 Abs. 2 Investmentunternehmengesetz, etc.). Die Gesetze, die diese Branchen regeln, bezwecken alle den Schutz des liechtensteinischen Finanzplatzes als Ganzem. 
Aus all dem ergibt sich, dass die FMA dann eine Massnahme gegen einen Treuhänder ergreifen kann, wenn dies der Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz dient. Zudem ergibt sich aus all dem, dass eine Bestrafung nach dem Strafgesetzbuch und eine Bestrafung nach dem Disziplinarrecht der Treuhänder nicht die Ergreifung von Massnahmen gegen einen Treuhänder durch die FMA ausschliesst, denn weder die straf- noch die disziplinarrechtliche Sanktionierung dient (direkt) der Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz. Vielmehr verfolgen das Straf- und das Disziplinarrecht andere Ziele. 
4.
Damit ist auch klar, dass das Ergreifen einer Massnahme durch die FMA gegen den Beschwerdeführer wegen der von ihm begangenen Straftat für die Erreichung des Zweck der Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz geeignet ist. Zu prüfen ist noch, ob die ergriffene Massnahme des Entzugs der Treuhänderbewilligung auch erforderlich und verhältnismässig im engeren Sinne ist, also ob es nicht eine mildere Massnahme gäbe und ob die zu ergreifende Massnahme nicht übermässig, insbesondere in Abwägung mit dem Recht des Beschwerdeführers auf freie Berufsausübung, ist. 
5.
Wäre der Beschwerdeführer vom Landesgericht Klagenfurt zu höchstens einer Freiheitsstrafe von drei Monaten oder einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen verurteilt worden, spräche vieles dafür, keine aufsichtsrechtliche Massnahme durch die FMA zu ergreifen oder lediglich eine Kontrolle und vertiefte Prüfung der Vertrauenswürdigkeit vorzunehmen (siehe Art. 6 Abs. 1 TrHG). Der Beschwerdeführer wurde jedoch als Beitragstäter zur Untreue mit einem Schaden von mindestens EUR 16,48 Mio. verurteilt. Eine solche Straftat beeinträchtigt ganz offensichtlich das Vertrauen in den liechtensteinischen Finanzplatz massiv. Deshalb ist es für den Verwaltungsgerichtshof keine Frage, dass die FMA eine Massnahme treffen muss, die dieser massiven Störung gleichgewichtig entgegenwirkt. Eine Vor-Ort-Kontrolle der Tätigkeit des Beschwerdeführers in seinen Geschäftsräumlichkeiten und jenen der von ihm geführten Treuhandgesellschaften ist nach Ansicht des Verwaltungsgerichtshofes keine adäquate Massnahme, um der Öffentlichkeit und den weiteren massgebenden Kreisen glaubhaft zu zeigen, dass sie trotz der vom Beschwerdeführer begangenen Straftat weiterhin volles Vertrauen in den liechtensteinischen Finanzplatz als Ganzem haben können. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass es bei diesen massgebenden Kreisen auch um Geschäftspartner von Gesellschaften, die von einem liechtensteinischen Treuhänder verwaltet werden, geht, wie z.B. ausländische Banken, die Geschäftsbeziehungen mit von einem liechtensteinischen Treuhänder verwalteten Gesellschaften haben oder aufbauen wollen. Solchen bestehenden und potentiellen Geschäftspartnern muss die FMA signalisieren, dass sie kein erhöhtes Risiko nur deshalb eingehen, weil sie eine Geschäftsbeziehung mit einer Gesellschaft, die von einem liechtensteinischen Treuhänder verwaltet wird, eingehen, und dass Fälle, wie sie der strafrechtlichen Verurteilung des Beschwerdeführers zu Grunde liegen, auf dem Finanzplatz Liechtenstein nicht häufiger vorkommen als auf anderen vertrauenswürdigen Finanzplätzen. 
Daran ändert auch nichts, dass die Straftat, wegen welcher der Beschwerdeführer vom Landesgericht Klagenfurt verurteilt wurde, zirka 15 Jahre zurückliegt, das Landesgericht Klagenfurt "nur" eine bedingte Freiheitsstrafe aussprach, sei dies wegen einem geringen Verschulden (wobei das Landesgericht Klagenfurt sehr wohl Vorsatz und, hinsichtlich des Missbrauchs der Befugnis, Wissentlichkeit feststellte) oder anderer erheblicher Milderungsgründe, es sich bei dieser Straftat um einen "einmaligen Fehltritt" handelte - dies abgesehen von einer Übertretung des Sorgfaltspflichtgesetzes, die von der FMA im Februar 2021 mit CHF 15'000.00 gebüsst wurde - und ob hinsichtlich des Beschwerdeführers eine positive Zukunftsprognose gestellt werden kann. Wesentlich ist, dass der Beschwerdeführer wegen seines Beitrages zur Straftat der Untreue mit einem Schaden von mindestens EUR 16,48 Mio. zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt wurde, wobei die Schuld des Beschwerdeführers erst mit Eintritt der Rechtskraft des Strafurteils vom 19. April 2017 am 23. Juni 2020 feststand. Zudem steht die vom Beschwerdeführer begangene Straftat in direktem Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit als Treuhänder. Somit steht fest, dass der Beschwerdeführer das allgemeine Vertrauen in den liechtensteinischen Finanzplatz durch seine Straftat beeinträchtigte oder zumindest gefährdete. Eine andere Massnahme als der Entzug der Treuhänderbewilligung würde von der Allgemeinheit als Schwäche der Finanzmarktaufsicht und als zahnlose Aufsichtsmassnahme gewertet, die das Vertrauen in den liechtensteinischen Finanzplatz nicht wiederherstellen kann. Es wäre unverständlich, wenn ein Treuhänder, der bei Untreuehandlungen mit einem Schadensvolumen von vielen Millionen Euro mitwirkte, seine Treuhändertätigkeit unverändert weiterführen dürfte und das Aufsichtsverhalten der Finanzmarktaufsicht damit begründet würde, dass die Straftat ohnehin schon 15 Jahre zurückliege, der Treuhänder milde - aber immerhin mit 24 Monaten Freiheitsstrafe - bestraft wurde, er ansonsten sich nichts zu Schulden kommen lassen habe - ausser einer Übertretung des Sorgfaltspflichtgesetzes - und durchaus eine positive Zukunftsprognose abgegeben werden könne. Mit anderen Worten verlangt die Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz, dass so massive Rechtsverletzungen, wie sie das Landesgericht Klagenfurt festgestellt hat, strenge Aufsichtsmassnahmen verlangen, die von der Allgemeinheit auch so verstanden werden, dass die Finanzmarktaufsicht tatsächlich und effektiv dafür sorgt, dass jedermann weiterhin volles Vertrauen in den liechtensteinischen Finanzplatz haben kann.
Diese Konsequenz entspricht auch dem Sinn von Art. 5 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 6 Abs. 1 TrHG, wonach keine Treuhänderbewilligung an jemanden erteilt werden kann, der zu einer drei Monate übersteigenden Freiheitsstrafe wegen eines Verbrechens, das in Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit steht, verurteilt wurde.
6.
Begeht ein liechtensteinischer Treuhänder ein Vermögensdelikt in erheblichem Ausmass, wie es der Beschwerdeführer begangen hat, sieht der Verwaltungsgerichtshof keine andere Massnahme als die Verfügung der Einstellung der beruflichen Tätigkeit des Treuhänders. Im Sinne der Verhältnismässigkeit ist jedoch zu prüfen, für welche Dauer diese Massnahme zu gelten hat. 
Diesbezüglich folgt der Verwaltungsgerichtshof nicht der Rechtsmeinung der FMA, dass ein befristetes Verbot der Ausübung der Tätigkeit als Treuhänder (im Sinn von Art. 55 Abs. 2 Bst. c TrHG) nicht zulässig wäre. Der FMA obliegt nämlich ganz generell die Aufsicht über die Treuhänder (Art. 54 Abs. 1 TrHG). Zur Erfüllung dieser Aufsichtspflicht kann die FMA die erforderlichen Massnahmen ergreifen (Art. 55 Abs. 1 TrHG). Das Treuhändergesetz enthält keinen abschliessenden Katalog von Massnahmen, die die FMA ergreifen kann (vgl. Art. 55 Abs. 2 TrHG: "insbesondere") und zu deren Erlass die FMA zuständig ist (vgl. Art. 54 Abs. 1 Satz 2 TrHG: "insbesondere"). Insbesonders bestimmt das Treuhändergesetz nicht, dass die erteilte Treuhänderbewilligung "beendigt" (IV. Abschnitt des Treuhändergesetzes) werden muss.
Damit ist zu prüfen, ob im vorliegenden Fall mit einem befristeten Verbot der Ausübung der Tätigkeit des Beschwerdeführers als Treuhänder das Auslangen gefunden werden kann.
Zeitlich muss das Verbot solange dauern, bis das Vertrauen in den Beschwerdeführer wieder hergestellt ist bzw. bis wieder von einer Vertrauenswürdigkeit im Sinne von Art. 6 TrHG ausgegangen werden kann. Solange jedoch eine Verurteilung zu einer drei Monate übersteigenden Freiheitsstrafe oder zu einer Geldstrafe von mehr als 180 Tagen wegen eines Vergehens oder Verbrechens, das im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Treuhänders steht, im Strafregister eingetragen ist, kann nicht von der Erfüllung der Vertrauenswürdigkeit gesprochen werden (Art. 6 Abs. 1 TrHG). Im Allgemeinen ist dann nicht mehr von einem Strafregistereintrag auszugehen, wenn nur noch eine beschränkte Strafregistermitteilung zulässig ist (Art. 9 Abs. 4 des Gesetzes über das Strafregister und die Tilgung gerichtlicher Verurteilungen) (VGH 2019/125). Ist jedoch die Strafregisterbescheinigung für die FMA zum Zweck der Aufsicht und des Vollzugs der Gesetze nach Art. 5 des Finanzmarktaufsichtsgesetzes, somit auch des Treuhändergesetzes und des Versicherungsaufsichtsgesetzes, auszustellen, ist die Strafregisterbescheinigung nicht im Sinne von Art. 9 Abs. 2 und 3 zu beschränken. Wann die Tilgung einer gerichtlichen Verurteilung eintritt und somit eine Löschung im Strafregister erfolgen wird, steht im gegenständlichen Fall jedoch heute noch nicht fest, denn sie ist davon abhängig, ob und allenfalls wegen welcher Vergehen oder Verbrechen der Betroffene während der Tilgungsfrist neuerlich verurteilt wird. 
Aber selbst wenn die Verurteilung im Strafregister gelöscht wäre, ist nicht von einer Vertrauenswürdigkeit des Betroffenen, hier des Beschwerdeführers, per se auszugehen. Vielmehr hat die FMA die Vertrauenswürdigkeit neu zu prüfen. Dabei hat sie alle Umstände, die Einfluss auf die Vertrauenswürdigkeit haben, in Abwägung zu nehmen, wie dies insbesondere Art. 6 Abs. 2 TrHG zum Ausdruck bringt.
Da also heute weder ein bestimmter Zeitpunkt noch eine bestimmte oder bestimmbare Dauer angegeben werden kann, wann die Vertrauenswürdigkeit des Beschwerdeführers wieder hergestellt sein wird, und da dann, wenn der Beschwerdeführer seine berufliche Tätigkeit als Treuhänder wieder aufnehmen will, ohnehin eine neue und umfassende Prüfung der Vertrauenswürdigkeit vorgenommen werden muss, kann heute kein befristetes Verbot der Ausübung der Tätigkeit als Treuhänder verhängt werden. 
Hinzu kommt, dass es nach der ratio des Treuhändergesetzes nicht dem Betroffenen obliegt, nach Ablauf einer bestimmten Frist zu beurteilen, ob er eine Treuhändertätigkeit (wieder) ausüben darf. Eine solche Beurteilung obliegt der FMA und hat zu erfolgen, bevor die Treuhändertätigkeit aufgenommen wird. Dies ergibt sich aus dem Bewilligungssystem des Treuhändergesetzes. Danach bedarf der Treuhänder einer Bewilligung der FMA, und zwar "vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit" (Art. 4 TrHG). Gleiches muss gelten, wenn dem Treuhänder untersagt wird, seine Tätigkeit als Treuhänder auszuüben. Nur wenn eine (positive) Bewilligung vorliegt, darf die Tätigkeit als Treuhänder ausgeübt werden, ansonsten eine Straftat, die als Vergehen mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen ist, begangen wird (Art. 80 Abs. 1 TrHG). 
Damit stellt sich noch die Frage, ob ein unbefristetes Verbot der Ausübung der Tätigkeit als Treuhänder verhängt werden kann oder der Entzug der Treuhänderbewilligung verfügt werden muss. Der Unterschied zwischen diesen beiden Massnahmen ist eher marginal. Auch wenn der Entzug der Treuhänderbewilligung verfügt wird, kann, wie die FMA in ihrer Verfügung vom 14. Dezember 2021 schon ausführte, die Treuhänderbewilligung wieder erteilt werden, wenn die Vertrauenswürdigkeit im Sinne von Art. 6 TrHG wieder hergestellt ist und - selbstverständlich - auch die übrigen Voraussetzungen für die Erteilung einer Treuhänderbewilligung im Sinne von Art. 5 TrHG weiterhin erfüllt sind. Würde "lediglich" ein Verbot der Ausübung der Tätigkeit ausgesprochen, könnte sich der Betroffene weiterhin als "Treuhänder" bezeichnen und eine gleichlautende Berufs- oder Geschäftsbezeichnung führen (vgl. auch Art. 80 Abs. 2 Bst. a TrHG). Dies ist beim Entzug der Treuhänderbewilligung nicht mehr zulässig. In beiden Fällen ist es jedoch dem Betroffenen gestattet, weiterhin Inhaber und Mitarbeiter seines Geschäftes zu sein, wenn auch nur unter der "Obhut" eines durch die FMA zugelassenen Treuhänders. Dass sich der Betroffene in diesen noch zulässigen Funktionen weiterhin als "Treuhänder" bezeichnen darf, obwohl er keine Treuhändertätigkeit mehr ausüben darf, wäre widersprüchlich und in Fällen wie dem vorliegenden, in welchem der Betroffene in seiner beruflichen Tätigkeit als Treuhänder ein Vermögensdelikt mit einer enormen Schadenssumme begangen hat, unverständlich. 
Aus all diesen Gründen sieht der Verwaltungsgerichtshof im vorliegenden Fall kein milderes Mittel als den Entzug der Treuhänderbewilligung, um dem Zweck des Treuhändergesetzes, das Vertrauen in den liechtensteinischen Finanzplatz zu sichern, angemessen zu erfüllen. 
7.
Damit ist noch zu prüfen, ob der Entzug der Treuhänderbewilligung so schwerwiegende Nachteile für den Beschwerdeführer hat, die bei einer Interessensabwägung dazu führen, dass auf diese Massnahme zu verzichten ist. 
Richtig ist, dass der Beschwerdeführer in seinem verfassungsrechtlich geschützten Recht auf freie Berufsausübung (Art. 36 LV) beeinträchtigt wird, und zwar massiv, denn er kann seinen [...] Beruf als Treuhänder nicht mehr ausüben. Auch ohne entsprechendes Vorbringen des Beschwerdeführers kann davon ausgegangen werden, dass die finanziellen Einbussen gravierend sein werden. Dennoch überwiegen die privaten Interessen des Beschwerdeführers die öffentlichen Interessen an der einzig sinnvollen Massnahme des Entzugs der Treuhänderbewilligung zur Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz nicht. Der Wirtschaftszweig der Finanzdienstleistungen ist volkswirtschaftlich äusserst wichtig. Er unterliegt dem besonderen Schutz des Staates, wie die vielen Gesetze, die den Finanzdienstleistungsbereich und deren Marktteilnehmer regeln, zeigen. Demgegenüber ist der Beschwerdeführer nicht gänzlich in seiner Erwerbstätigkeit eingeschränkt. Er kann, wie schon ausgeführt, weiterhin Mitarbeiter und Eigentümer seiner Treuhandgesellschaften sein, auch wenn er für diese Treuhandgesellschaften einen nach dem Treuhändergesetz qualifizierten und zugelassenen Geschäftsführer benötigt und ein solcher sicherlich nicht leicht und nur unter grossem finanziellen Aufwand gefunden werden kann. In den vom Beschwerdeführer verwalteten  liechtensteinischen Gesellschaften kann der Beschwerdeführer weiterhin Verwaltungsorgan bleiben, auch wenn zusätzlich ein "180a-Organ" bestellt werden muss. Der Beschwerdeführer übt auch weiterhin seine berufliche Tätigkeit als Rechtsanwalt aus. Darüberhinaus kann er die Treuhänderbewilligung nach einer gewissen Zeit wieder erlangen. Wann dies sein wird, hängt auch vom Wohlverhalten des Beschwerdeführers ab.
8.
Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe am 16. Juni 2021 eine Stellungnahme an die Finanzmarktaufsicht und mit dieser seine Stellungnahme im Verfahren zu DST 2017.16 an die Treuhänderkammer samt Beilagen übermittelt, worauf nunmehr verwiesen werde. Darin habe er ausgeführt, dass das Urteil des Landesgerichtes Klagenfurt inhaltlich falsch und formell derart mangelhaft sei, dass es rechtsstaatlichen Anforderungen nicht genüge. Aus der Beweiswürdigung des Landesgerichts Klagenfurt ergebe sich mit keinem Wort nachvollziehbar die dem Schuldspruch zentral zu Grunde liegende Annahme, dass der Beschwerdeführer vom Befugnismissbrauch des Haupttäters, dem Kreditvorstand Striedinger, gewusst habe. Mit dem Beschwerdeführer sei die gesamte Treuhänderbranche Liechtensteins auf der Anklagebank gesessen, wobei das Landesgericht Klagenfurt das Tätigkeitsfeld eines liechtensteinischen Treuhänders gänzlich falsch gewürdigt und Strukturen in Liechtenstein als generell fragwürdig und verdächtig eingestuft habe. Die rechtsstaatlichen Defizite und die politische Dimension des Verfahrens seien in der genannten Stellungnahme ausführlich erörtert und durch ein Rechtsgutachten untermauert. Auch wenn Art. 6 TrHG in Abs. 3 ausdrücklich vorsehe, dass grundsätzlich auch ausländische Verurteilungen die Voraussetzungen nach Art. 6 Abs.1 TrHG erfüllten, müsse für die liechtensteinischen Behörden dennoch Raum bleiben, die tatsächlichen Umstände des Zustandekommens des Urteils zu bewerten und eigene Schlussfolgerungen zu treffen, was die Vertrauenswürdigkeit des Treuhänders betreffe. Ansonsten könnten potentiell mit dem liechtensteinischen Recht und den diesem zu Grunde liegenden Überlegungen nicht vereinbare Entscheidungen ausländischer Gerichte zu Lasten der Einheit der liechtensteinischen Rechtsordnung herangezogen werden. Auf die diesbezüglichen Ausführungen in der genannten Stellungnahme werde hingewiesen. Auch wenn der österreichischen Rechtsprechung in ihren Strafurteilen gewöhnlich Rechtsstaatlichkeit unterstellt werden könne, so sei dies in concreto und aus den geltend gemachten Gründen nicht der Fall. 
Diesem Vorbringen ist mehreres entgegenzuhalten:
Verfahrensrechtlich ist darauf hinzuweisen, dass es nicht zulässig ist, auf Schriftsätze, die in unteren Instanzen oder gar in anderen Verfahren eingereicht wurden, zu verweisen. Vielmehr ist auch in einer Verwaltungsbeschwerde an den Verwaltungsgerichtshof auszuführen, in welchen Punkten und aus welchen Gründen die angefochtene unterinstanzliche Entscheidung unrichtig ist (Rüge- und Substantiierungspflicht). 
In rechtsstaatlicher Hinsicht besteht kein Zweifel daran, dass es sich bei der Republik Österreich um einen Rechtsstaat handelt, der dem Fürstentum Liechtenstein in nichts nachsteht und im Allgemeinen die internationalen Standards und völkerrechtlich durch die Europäische Menschenrechtskonvention und die Charta der Grundrechte der Europäischen Union garantierten Verfahrensrechte auch in Strafsachen einhält. Im konkreten Fall hat das Landesgericht Klagenfurt ein ausführliches Strafverfahren durchgeführt, im Rahmen dessen es den Beschwerdeführer mehrfach einvernahm, so am 03., 15., 17., 30. und 31. März 2016 sowie am 28. April 2016 und 23. und 24. November 2016. Der Beschwerdeführer legte dem Landesgericht Klagenfurt auch Unterlagen vor, so am 17. März 2016, 30. März 2016 und  31. März 2016 (siehe dazu auch die vom Landesgericht Klagenfurt vorgenommene Beweiswürdigung der Einlassung des Beschwerdeführers auf S. 196 bis 206 des Strafurteils). 
Gegen das Strafurteil des Landesgerichtes Klagenfurt erhob der Beschwerdeführer Nichtigkeitsbeschwerde an den Obersten Gerichtshof. Dieser wies mit Beschluss vom 12. September 2019 die Nichtigkeitsbeschwerde zurück. Er führte unter anderem aus, dass die Verfahrensrügen des Beschwerdeführers ebenso wenig berechtigt seien wie die Mängel- und Rechtsrüge des Beschwerdeführers. Dabei ging der Oberste Gerichtshof auch auf die Frage ein, ob das Landesgericht Klagenfurt die jeweiligen Feststellungen zum Wissen des Beschwerdeführers um den auf der wirtschaftlichen Unvertretbarkeit der erfolgten Kreditvergaben fussenden Befugnismissbrauch des Angeklagten G zu Recht traf. 
Der Beschwerdeführer erhob gegen das Strafurteil des Landesgerichtes Klagenfurt auch Berufung an das Oberlandesgericht Graz. Dieses gab mit Urteil vom 23. Juni 2020 der Berufung keine Folge. Es führte zur Strafbemessung aus, mildernd komme dem Beschwerdeführer sein ordentlicher Lebenswandel [...], der auffallende Widerspruch zwischen der Tat und dem bisherigen Verhalten, sein Wohlverhalten seit dem Tatabschluss, die zur Tataufklärung wesentlich beitragenden Urkundenvorlagen, die vollständige Behebung des Untreueschadens durch die Rückführung des im Verfügungsbereich des Angeklagten H sichergestellten Betrages von EUR 17 Mio., die während des Hauptverfahrens und im Rahmen der Urteilsausführung aufgetretenen Verzögerungen und die Mehrbelastung des Beschwerdeführers durch die lange Verfahrensdauer zu Gute. Erschwerend sei unter anderem das exorbitante Schadensausmass.  
Am 31. Juli 2020 stellte der Beschwerdeführer beim Obersten Gerichtshof einen Antrag auf Erneuerung des Strafverfahrens. Der Oberste Gerichtshof wies diesen Antrag ab (VGH-Protokoll 30.06.2022 S. 3). 
Ebenfalls am 31. Juli 2020 regte der Beschwerdeführer bei der Generalprokuratur in Wien an, diese möge beim Obersten Gerichtshof einen Antrag auf ausserordentliche Wiederaufnahme des Strafverfahrens einbringen. Die Generalprokuratur ist dieser Anregung nicht gefolgt (VGH-Protokoll vom 30.06.2022 S. 3). 
Angesichts dieser erfolglosen Rechtsmittel und Rechtsbehelfe gegen das Strafurteil des Landesgerichtes Klagenfurt und der Befassung aller drei Strafinstanzen mit der Strafsache kann der Verwaltungsgerichtshof nicht ernsthaft an der Rechtsstaatlichkeit und Richtigkeit des Strafurteils des Landesgerichtes Klagenfurt zweifeln, sodass es keinen Grund gibt, die Rolle des Beschwerdeführers bei den Vorgängen, die das Landesgericht Klagenfurt strafrechtlich beurteilte, in objektiver und subjektiver Hinsicht neuerlich abzuklären, festzustellen und zu würdigen. 
Zur Aberkennung der persönlichen Integrität
9.
Der Beschwerdeführer ist auch Mitglied des Verwaltungsrates von drei Versicherungsunternehmen gemäss VersAG.
Jedes Versicherungsunternehmen hat, damit es seine Versicherungstätigkeit ausüben darf (III. Abschnitt des VersAG), über eine wirksame Governance zu verfügen (Art. 30 Abs. 1 VersAG). Hierzu gehört, dass sämtliche Mitglieder der Leitungsorgane sowie alle anderen Personen mit Schlüsselfunktionen fachlich qualifiziert und persönlich integer sein müssen (Art. 33 Abs. 1 VersAG). Dieser Grundsatz wird hinsichtlich der persönlichen Integrität in Art. 4 Abs. 2 VersAV (Verordnung vom 25. August 2015 betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen, Versicherungsaufsichtsverordnung; VersAV) wiederholt, wobei zugleich auch bestimmt wird, wann die persönliche Integrität nicht (mehr) gegeben ist. Art. 4 Abs. 2 VersAG lautet wie folgt:
Leitungsorgane und Personen mit Schlüsselfunktionen müssen persönlich integer sein. Dies ist dann nicht der Fall, wenn:  
a)
sie wegen einer strafbaren Handlung gegen fremdes Vermögen im Sinne des Strafgesetzbuches im liechtensteinischen oder in einem ausländischen Strafregister eingetragen sind;
b)
über sie gegenwärtig ein Konkursverfahren eröffnet worden ist oder wenn aus einem mehr als zehn Jahre zurückliegenden Insolvenzverfahren noch unbefriedigte Forderungen bestehen; 
c)
sie Anordnungen oder Massnahmen der FMA wiederholt nicht Folge leisten;
d)
Gründe vorliegen, die ihren guten Ruf als Geschäftsleute ernsthaft in Zweifel ziehen; oder
e)
Gründe vorliegen, die ihre Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit ernsthaft in Zweifel ziehen. 
Dass Strafverfahren wegen einer strafbaren Handlung gegen fremdes Vermögen in Bezug auf die persönliche Integrität eines Mitgliedes eines Leitungsorganes relevant sind, ergibt sich auch aus Art. 4 Abs. 3 VersAV, der wie folgt lautet:
Ist ein Strafverfahren wegen einer strafbaren Handlung gegen fremdes Vermögen oder ein Disziplinar- oder aufsichtsrechtliches Verfahren gegen eine der in Abs. 2 genannten Person anhängig, kann die FMA das Bewilligungsverfahren im Sinne von Art. 74 LVG unterbrechen. 
Es ist grundsätzlich darauf hinzuweisen, dass das Versicherungsaufsichtsgesetz und damit die Aufsicht über Versicherungsunternehmen durch die Finanzmarktaufsicht "insbesondere den Schutz der Versicherten vor den Insolvenzrisiken der Versicherungsunternehmen und vor Missbräuchen sowie die Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Versicherungs- und Finanzplatz" bezweckt (Art. 1 Abs. 1 und 2 VersAG). Die Anforderung an Mitglieder der Leitungsorgane von Versicherungsunternehmen, persönlich integer zu sein, dient also auch der Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz. 
Somit gilt in Bezug auf die Aberkennung der persönlichen Integrität des Beschwerdeführers durch die FMA dasselbe wie in Bezug auf den Entzug der Treuhänderbewilligung des Beschwerdeführers. 
Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass eine der Aufsicht der liechtensteinischen FMA unterstehende Person, wie der Beschwerdeführer, das Vertrauen in den liechtensteinischen Finanzplatz gefährdet und beschädigt, wenn er wegen eines Vermögensdeliktes zu einer 24-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt wird und die Tat zudem in Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit erfolgte. Dass der Beschwerdeführer die Straftat in Ausübung seines Berufes als Treuhänder und nicht in Ausübung seines Berufes als Mitglied eines Leitungsorgans eines Versicherungsunternehmens beging, ist nicht weiter relevant, zumal beide beruflichen Tätigkeiten Teil der liechtensteinischen Finanzwirtschaft sind und der Aufsicht der FMA unterstehen. 
Damit ist auch nicht weiter auf das Beschwerdeargument einzugehen, dass nicht jede strafrechtliche Verurteilung die persönliche Integrität des Verurteilten beseitige. 
9.
Wer im Finanzwirtschaftssektor als durch die FMA beaufsichtigte Person tätig ist, darf sich nicht des Verbrechens gegen fremdes Vermögen schuldig machen (Art. 4 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 VersAV). Eine solche Person ist nicht mehr vertrauenswürdig; sie ist ihrer persönlichen Integrität, ihrer Zuverlässigkeit und ihres guten Rufes (Art. 4 Abs. 2 Bst. d VersAV) verlustig gegangen. 
Wenn in der Beschwerde auf Brand/Baroch Castellvi, § 23 Rz 43 und 44 verwiesen wird, ist dem zu entgegnen, dass sich gerade aus der verwiesenen Rz 43 ergibt, dass Vermögensdelikte zumindest dann, wenn sie von einigem Gewicht sind, die Unzuverlässigkeit für die Geschäftsleitertätigkeit ergeben: "Die Unzuverlässigkeit kann sich aus für die Geschäftsleitertätigkeit relevanten Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren ergeben. Dies trifft auf schwere Straftaten, Vermögensdelikte und bei mit der Geschäftsführertätigkeit in Zusammenhang stehenden Ordnungswidrigkeiten von einigem Gewicht zu. Die Erläuterungen zu den EIOPA-Leitlinien zum Governance-System sprechen in Ziff. 2.51 in diesem Zusammenhang von 'Vergehen nach Massgabe der Gesetze, die das Bank-, Finanz-, Wertpapier- oder Versicherungsgeschäft regeln oder Wertpapiermärkte, Wertpapiere oder Zahlungsinstrumente betreffen'. Dazu zählen nach den Erläuterungen 'unter anderem auch Gesetze über Geldwäsche, Marktmanipulationen oder Insiderhandel sowie über Wucher und auf Unredlichkeit basierende Vergehen, wie Betrug und Finanzstraftaten' sowie 'alle anderen Handlungen, die nach den Gesetzen über Gesellschaften, Bankrott, Insolvenz oder Verbraucherschutz strafbar sind'." (Brand in Brand/Baroch Castellvi, Versicherungsaufsichtsgesetz, Baden-Baden 2018, § 24 Rn. 43).
10.
Richtig ist, wie der Beschwerdeführer vorbringt, dass die Straftat einen Unternehmensbezug haben muss. Dies heisst aber nicht, dass die Straftat bei der Ausübung der Leitungsfunktion in einem Versicherungsunternehmen erfolgt sein muss. Vielmehr geht es darum, ob das Verhalten, also die Straftat, für die Tätigkeit in einem Versicherungsunternehmen relevant ist, also dem Governance-System, das für Versicherungsunternehmen gilt, entspricht (Brand a.a.O., Rn. 44). Somit können selbst Straftaten, die mit Vermögensdelikten nichts zu tun haben, den guten Ruf eines Mitgliedes eines Leitungsorgans so ernsthaft in Zweifel ziehen, dass von einer fehlenden Integrität ausgegangen werden muss (Art. 4 Abs. 2 Bst. d VersAV). Ganz allgemein verlangt Art. 4 Abs. 2 VersAV ein korrektes Verhalten im Geschäftsverkehr. Darunter "ist in erster Linie die Beachtung der Rechtsordnung, d.h. der Gesetze und der Verordnungen, namentlich im Zivil- und Strafrecht, sowie der Statuten und des internen Regelwerks zu verstehen. Mit anderen Worten ist mit dem Gebot einwandfreier Geschäftstätigkeit nicht zu vereinbaren, wenn das Geschäftsgebaren gegen einschlägige Rechtsnormen, internes Regelwerk, Standesregeln oder vertragliche Vereinbarungen mit Kunden, bzw. gegen die Treue und Sorgfaltspflicht diesen gegenüber, verstösst" (Hansjürg Appenzeller, in: Basler Kommentar, Versicherungsaufsichtsgesetz, 2013, Art. 14 N 26).  
11.
Ist eine Person nicht integer - dies im Sinne der Relevanz der Integrität für die Tätigkeit in einem Leitungsorgan eines Versicherungsunternehmens -, kann sie nicht Mitglied eines Leitungsorgans eines Versicherungsunternehmens sein. Nur wenn der Unternehmensbezug des Verhaltens fehlt, kann nicht vom Verlust der Integrität gemäss Art. 33 Abs. 1 VersAG gesprochen werden. Nur diese Einschränkung wird auch als Gebot des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit verstanden (Hansjürg Appenzeller, a.a.O., Rn 27 aE). Eine weitergehende Verhältnismässigkeitsprüfung (Interessensabwägung) ist nicht zulässig, denn eine nicht integere Person kann nicht Mitglied eines Leitungsorgans sein.
12.
Die Beschwerdeausführungen können aber auch dahingehend verstanden werden, dass der Beschwerdeführer meint, seine Integrität gemäss Art. 33 Abs. 1 VersAV sei trotz seiner strafrechtlichen Verurteilung deshalb nicht verlorengegangen, weil eine positive Zukunftsprognose gestellt werden könne, es bei den verurteilten Taten um einen einmaligen Fehltritt gehandelt habe, das Verschulden des Beschwerdeführers äusserst gering gewesen sei und erhebliche Milderungsgründe vorgelegen seien. 
Dem kann jedoch nicht zugestimmt werden. Das Erfordernis der Integrität von Mitgliedern der Leitungsorgane von Versicherungsunternehmen ist Teil des Governance-Systems gemäss Art. 30 ff. VersAG und damit Voraussetzung dafür, dass ein Versicherungsunternehmen seine Versicherungstätigkeit ausüben darf (Abschnitt III VersAG). Die Einhaltung der Kriterien einer wirksamen Governance dient dem grundlegenden Zweck des Versicherungsaufsichtsgesetzes und damit der Aufsicht über Versicherungsunternehmen, nämlich dem Schutz der Versicherten und der Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Versicherungs- und Finanzplatz (Art. 1 Abs. 2 VersAG), wobei der Verwaltungsgerichtshof im gegenständlichen Fall insbesondere das Vertrauen der Allgemeinheit in den liechtensteinischen Finanzplatz als gefährdet sähe, wenn der Beschwerdeführer trotz seiner Verurteilung wegen eines gravierenden Vermögensdelikts weiterhin im liechtensteinischen Finanzwirtschaftssektor in seinen Funktionen als Treuhänder, treuhandrechtlichem Geschäftsführer einer Treuhandgesellschaft oder als Mitglied eines Leitungsorgans eines Versicherungsunternehmens tätig sein könnte. Gerade der Schutz und die Sicherung des Vertrauens in den liechtensteinischen Finanzplatz verlangt konsequente aufsichtsrechtliche Massnahmen, wie oben schon ausgeführt. 
13.
Der Beschwerdeführer bringt vor, die Entscheidung vom 14. April 2022, FMA-BK 2022/3 ON 7, leide an gravierenden Begründungsmängeln. Es fehlten jegliche Ausführungen dazu, inwieweit die strafrechtliche Verurteilung tatsächlich die persönliche Integrität des Beschwerdeführers ausschliesse. Die FMA-BK sei auch nicht auf das Vorbringen eingegangen, dass das Strafurteil des Landesgerichtes Klagenfurt an erheblichen Mängeln leide. Auch führe die FMA-BK nicht aus, weshalb die getroffene Massnahme geeignet, erforderlich und zumutbar sei. 
Dem ist aber nicht so.
Die FMA-BK führte in E. 5.2., 5.3. und 5.5. aus, dass die vorliegende strafrechtliche Verurteilung wegen des Verbrechens der Untreue per se die persönliche Integrität des Beschwerdeführers im Sinne des Versicherungsaufsichtsgesetzes beseitigt hat. Weil dem so ist - so die FMA-BK -, ist auch keine Interessensabwägung bzw. Verhältnismässigkeitsprüfung durchzuführen. Diese Ausführungen der FMA-BK sind nachvollziehbar und schlüssig und ermöglichen es dem Beschwerdeführer, konkret und substantiiert dagegen zu argumentieren, was er denn auch in seiner Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof getan hat.
In Bezug auf die Rechtmässigkeit des Verfahrens und des Urteils des Landesgerichtes Klagenfurt verweist die FMA-BK darauf, dass es sich bei Österreich um einen EU- und EMRK-Staat handelt. Daraus ergibt sich implizit und der auch für den Beschwerdeführer und seinen Vertreter erkennbaren und nachvollziehbaren Verweis darauf, dass die österreichischen Gerichte an die durch die Europäische Menschenrechtskonvention und die Charta der Grundrechte der Europäischen Union gewährleisteten Menschenrechte einschliesslich der Verfahrensrechte in Strafverfahren gebunden sind und davon ausgegangen werden kann, dass die österreichischen Gerichte diese Rechte auch achten. Deshalb kam die FMA-BK auch zum Schluss, dass die "Rechtsstaatlichkeit des Ergehens der Verurteilung nicht in Frage gestellt werden kann". Die Begründung der FMA-BK, weshalb auf das Vorbringen betreffend die Mangelhaftigkeit des Verfahrens und Urteils des Landesgerichtes Klagenfurt nicht weiter eingegangen werden muss, ist nachvollziehbar und versetzt den Beschwerdeführer in die Lage, dagegen substantiiert zu argumentieren. 
Soweit der Beschwerdeführer auch in seiner Beschwerde vom 04. Mai 2022 vorbringt, dass das Verfahren und das Urteil des Landesgerichtes Klagenfurt rechtsstaatlichen Anforderungen nicht genüge, kann auf die obigen Ausführungen in Erw. 8. verwiesen werden. 
14.
Aus all diesen Gründen kommt den Beschwerden vom 16. März 2022  und 04. Mai 2022 keine Berechtigung zu. 
15.
Die Kostenentscheidung stützt sich auf Art. 41 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 1 LVG. Die Gerichtsgebühren in der Höhe von CHF 5'700.00 für das Verfahren zu VGH 2022/014 hat der Beschwerdeführer am 12. April 2022 beglichen. Die Gerichtsgebühren in der Höhe von CHF 3'000.00 für das Verfahren zu VGH 2022/031 hat der Beschwerdeführer am 24. Mai 2022 beglichen.