VGH 2022/008
Zurück Druckansicht Navigation anzeigen
22.04.2022
VGH
Urteil
Sprüche: abgewiesen
VGH 2022/008
Der Verwaltungsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, hat durch die
Richterlic.iur. Andreas Batliner, Präsident
lic.iur. Marion Seeger
lic.iur. Adrian Rufener
Dr.iur. Esther Schneider
lic.iur. Daniel Tschikof
in der Beschwerdesache des
Beschwerdeführers:
A

wegenAsyl
gegenEntscheidung der Regierung vom 01. Februar 2022 zu LNR 2021-1651 BNR 2022/162 AP 244.1
in der nicht-öffentlichen Sitzung vom 22. April 2022
entschieden:
1.Die Beschwerde vom 24. Februar 2022 gegen die Entscheidung der Regierung vom 01. Februar 2022 zu LNR 2021-1651 BNR 2022/162 AP 244.1 wird abgewiesen und die angefochtene Entscheidung bestätigt.
2.Der Antrag des Beschwerdeführers vom 24. Februar 2022 auf Gewährung der Verfahrenshilfe in vollem Umfang wird abgewiesen.
3.Die Kosten des Verfahrens verbleiben beim Land.
TATBESTAND
1.
Der Beschwerdeführer, ein Doppelstaatsbürger Venezuelas und Kolumbiens, geboren am ***1996 in Venezuela, reiste am 25.09.2021 in Liechtenstein ein und stellte beim Ausländer- und Passamt (APA) ein Asylgesuch. In seinem Personalienblatt vermerkte er unter Vorlage seines venezolanischen Reisepasses, dass er 2018 einen Universitätsabschluss in Buchhaltung gemacht und als Buchhalter gearbeitet sowie zuletzt in Kolumbien gelebt habe.
2.
Eine Prüfung in der Europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) wie auch im Visa-Informationssystem (VIS) vom 30.09.2021 ergab, dass der Beschwerdeführer dort nicht vermerkt ist.
3.
In der Einreisebefragung vom 30.09.2021 durch das APA legte der Beschwerdeführer zum Nachweis seiner Identität einen bis zum 01.08.2024 gültigen biometrischen venezolanischen Reisepass, eine bis März 2027 gültige venezolanische ID-Karte, eine am 24.05.2021 ausgestellte kolumbianische ID-Karte mit Staatsbürgerschaftsnachweis sowie den Nachweis vom 18.09.2019 über die Erlangung des Titels LCDO öffentliches Rechnungswesen vor. Er stamme ursprünglich aus Venezuela, wo er in der Grenzregion zu Kolumbien gewohnt habe,
und habe fünf Geschwister, wovon eines verstorben sei. Sein Vater lebe in Venezuela, seine Mutter mit den beiden Schwestern in Panama und seine beiden Brüder lebten in Kolumbien. Er selbst sei im März 2019 von Venezuela nach Kolumbien gegangen und habe dort im Januar 2020 eine Arbeitserlaubnis beantragt, wodurch er legal in Kolumbien arbeiten und wohnen konnte. Später habe er die kolumbianische Staatsangehörigkeit beantragt. Seit dem 24.05.2021 besitze er beide Staatsbürgerschaften. In Kolumbien habe er in seiner eigenen Wohnung gelebt, bis er am 23.09.2021 von dort ausgereist sei. Zuerst sei er nach Spanien und dann mit einem günstigen Flug weiter nach Zürich geflogen, von wo er nach Liechtenstein gereist sei.
Der Beschwerdeführer bestätigte die Abfrage in den Datenbanken. Venezolanische Staatsangehörige könnten visumbefreit in den Schengen-Raum einreisen. Er habe weder einen gültigen Aufenthaltstitel noch habe er je im Schengen-Raum ein Visum beantragt oder ein Asylgesuch gestellt. Der Beschwerdeführer gab an, dass nichts dagegen spreche, wenn sein Asylgesuch nicht in Liechtenstein geprüft werde, er wolle lediglich nicht nach Kolumbien oder Venezuela überstellt werden. 
Zu seinen Fluchtgründen führte der Beschwerdeführer in der Erstbefragung wie auch in der ausführlichen Befragung am 07.10.2021 vor dem APA aus, dass er in beiden Ländern Probleme mit einer paramilitärischen Gruppe wegen eines Problems bei seiner Arbeit in einem Bioladen habe. Diese habe er von Februar 2020 bis Mai 2020 in Kolumbien ausgeübt. Nachdem die Arbeit beendet gewesen sei, habe seine Arbeitgeberin ihm die Arbeit nicht bezahlen wollen, weshalb er mit einem Anwalt Klage bei Gericht eingereicht habe. Im August 2021 habe die zweite Anhörung wegen seiner Klage auf die Lohnzahlung stattgefunden. Die Inhaberin des Bioladens habe ihm angedroht, dass sie ihm eine paramilitärische Gruppe schicken werde, und dieser hierfür USD 100.- bezahlt. Er sei dann eines Abends angerufen und ihm sei angedroht worden, sowohl ihn als auch seinen Vater umzubringen, wenn er die Klage nicht zurücknehme und das Land nicht innerhalb von 60 Tagen verlasse. Er sei nur dieses eine Mal bedroht worden. In der Klage gegen seine Arbeitgeberin sei es um seine Abfindung in der Höhe von USD 160.- gegangen. Dieser Betrag habe sich mangels Zahlung mittlerweile auf einen Betrag von über USD 4000.- erhöht, der vom Richter festgelegt werden sollte. Der Beschwerdeführer habe in weiterer Folge die Klage nach Rücksprache mit seinem Vater und seinem Anwalt zwischen 15. und 20.08.2021 zurückgezogen. Die Polizei habe er nicht benachrichtigt, weil dies alles nur schlimmer gemacht hätte. Seinem Vater gehe es in Venezuela gut, er habe jedoch Angst um diesen. Seine Brüder lebten in Bogota, Kolumbien, und arbeiteten in einer Cafeteria bzw. in einer Bäckerei. 
Am 21.10.2021 gewährte das APA dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu den von ihm am 08.10.2021 per E-Mail und im Original vorgelegten Unterlagen. Der Beschwerdeführer gab an, es handle sich dabei einerseits um ein Dokument seines Anwaltes zum Nachweis der Klagserhebung sowie um einen Whatsapp-Chat mit seiner Chefin, der den mündlich geschlossenen Arbeitsvertrag bestätige und belege, dass diese ihn nicht bezahlen werde. Andererseits lege er Fotos von Plakaten vor, die belegten, dass Venezolaner in Kolumbien verfolgt, verschleppt und getötet würden und die er im Internet gefunden habe, sowie einen Zeitungsartikel über den Einfluss kolumbianischer Gruppen und deren Drogenschmuggel. Er selbst habe nichts mit Drogen zu tun. 
4.
Mit Entscheidung vom 01.02.2022 zu LNR 2021-1651 BNR 2022/162 AP 244.1 hielt die Regierung fest, dass die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers nicht erfüllt sei und das Asylgesuch abgewiesen werde (Ziff. 1). Der Beschwerdeführer werde nach Kolumbien weggewiesen und habe das Fürstentum Liechtenstein binnen vierzehn Tagen ab Rechtskraft der Entscheidung zu verlassen (Ziff. 2), wobei für den Unterlassungsfall angemessene Zwangsmassnahmen angeordnet würden (Ziff. 3). Der Beschwerdeführer sei schuldig, die Entscheidungsgebühr von CHF 100.- binnen 14 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft zu bezahlen (Ziff. 4). 
Die Regierung stützte ihre Entscheidung auf folgende Feststellungen: 
Der Gesuchsteller wurde am *** 1996 in Venezuela geboren und ist Staatsangehöriger der Bolivarischen Republik Venezuela (República Bolivariana de Venezuela, hier kurz: Venezuela). Er ist im März 2019 nach Kolumbien ausgereist und hat dort vor seiner Ausreise nach Europa unter anderem in einem Bioladen gearbeitet. Kolumbien hat der Gesuchsteller am 23. September 2021 verlassen und ist mit dem Flugzeug über Spanien und die Schweiz nach Liechtenstein eingereist. 
Zuvor hat er am 24. Mai 2021 aufgrund eines entsprechenden Antrages die kolumbianische Staatsangehörigkeit erhalten, weswegen er nunmehr beide Staatsangehörigkeiten (Venezuela und Kolumbien) besitzt. Er besitzt einen gültigen venezolanischen Reisepass und eine gültige Identitätskarte von Kolumbien. Er hat zwei Brüder, die in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá leben, und zwei Schwestern, die mit der Mutter in Panama leben. Der Vater lebt in Venezuela. Zu diesem hat der Gesuchsteller Kontakt und diesen Ende Januar/Anfang Februar 2021 in seinem Haus besucht. Das Anstellungsverhältnis des Gesuchstellers im Bioladen endete und der Gesuchsteller machte gerichtlich unter Einschaltung eines Rechtsanwaltes einen Anspruch auf eine in Kolumbien übliche Abfindungszahlung geltend, welche ihm seine ehemalige Chefin nicht auszahlen wollte. Die Klage zog der Gesuchsteller schliesslich über seinen Anwalt im August 2021 wieder zurück. Eine Beauftragung einer paramilitärischen Gruppe durch die ehemalige Chefin des Gesuchstellers für den Betrag von USD 100.- konnte nicht festgestellt werden.
Nicht festgestellt werden konnte eine asylrelevante Bedrohung des Gesuchstellers durch eine paramilitärische Gruppe in Kolumbien oder Venezuela. Weiters konnte nicht festgestellt werden, dass der Gesuchsteller beim Besuch seines Vaters in Venezuela von der Gruppierung gesucht worden ist. Gegen die angebliche Bedrohung hat sich der Gesuchsteller nicht an die Behörden in Venezuela oder Kolumbien gewandt und damit keinen staatlichen Schutz gesucht. Ebenso wenig konnte eine asylrelevante Bedrohung des Gesuchstellers in Europa durch diese Gruppe oder mit dieser verbundenen Akteure aus dem Milieu der Drogenschmuggler festgestellt werden. Eine dem Gesuchsteller drohende asylrelevante Verfolgung oder eine hinreichend wahrscheinliche Gefahr derselben im Falle einer Rückkehr nach Kolumbien oder Venezuela konnte ebenfalls nicht festgestellt werden. 
Die Regierung traf überdies umfassende Länderfeststellungen zu Kolumbien, auf die sie ihre Entscheidung stützte.
5.
Diese Entscheidung wurde dem Beschwerdeführer am 10.02.2022 mittels einer Dolmetscherin durch das APA eröffnet. Der Beschwerdeführer gab an, er habe die Entscheidung und die Wegweisung nach Kolumbien verstanden. Dem Beschwerdeführer wurden die Rechtsmittel und die Beschwerdefrist erklärt sowie die Bestandteile einer Beschwerde explizit aufgezählt. Er wurde auf die Möglichkeit einer Rechtsvertretung durch einen Rechtsanwalt und die Einreichung eines Antrags auf Verfahrenshilfe sowie die Möglichkeit, die Beschwerde in seiner Muttersprache einzureichen, hingewiesen. Der Beschwerdeführer gab an, er habe die Rechtsmittel verstanden.
Dem Beschwerdeführer wurde auch die kostenlose Rechtsberatung erläutert, wonach der Rechtsberater über eine juristische Qualifikation verfüge und die Beratung die Chancen und den Ablauf des Beschwerdeverfahrens sowie die Beratung und Unterstützung im Beschwerdeverfahren, jedoch nicht die Vertretung vor Gericht umfasse. Zur Unterstützung im Beschwerdeverfahren zähle insbesondere die Stellung eines Verfahrenshilfeantrages, der zusammen mit der Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof einzureichen sei. Der Beschwerdeführer wünschte eine Rechtsberatung.
Zu seinem Gesundheitszustand führte der Beschwerdeführer aus, dass er gesund sei und aus medizinischen Gründen nichts gegen eine Reise mit dem Flugzeug nach Kolumbien spreche. 
6.
Mit im Zuge der kostenlosen Rechtsberatung verfasstem Schriftsatz des Beschwerdeführers vom 24.02.2022 (entspricht dem Datum der Postaufgabe) erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen die Entscheidung der Regierung vom 01.02.2022 an den Verwaltungsgerichtshof. Darin focht er die Entscheidung zur Gänze an und machte als Beschwerdegründe insbesondere diejenigen des Art. 90 Abs. 6 LVG geltend. Inhaltlich führte der Beschwerdeführer aus, dass der Vollzug der Wegweisung nach Kolumbien wie auch nach Venezuela weder zumutbar noch zulässig sei. Der Beschwerdeführer stellte die Anträge, der Verwaltungsgerichtshof möge der gegenständlichen Beschwerde Folge geben und die angefochtene Entscheidung dahingehend abändern, dass der Unzulässigkeitsentscheid (sic!) der Regierung vom 01.02.2022 ersatzlos aufgehoben und dem Beschwerdeführer Asyl gewährt werde; in eventu möge der Verwaltungsgerichtshof die angefochtene Entscheidung aufheben und die Rechtssache zur neuerlichen Entscheidung unter Bindung an die Rechtsansicht des Verwaltungsgerichtshofes an die Regierung zurückverweisen. Dem Schriftsatz waren diverse, teils bereits vorgelegte Fotos von Plakaten und aus dem Internet heruntergeladene Medienberichte beigeschlossen.
Mit demselben Schriftsatz stellte der Beschwerdeführer auch einen Antrag auf Gewährung der Verfahrenshilfe im vollen Umfang unter Beigabe eines Rechtsanwaltes zum Verfahrenshelfer. 
7.
Der Verwaltungsgerichtshof zog die den Beschwerdeführer betreffenden Akten des APA und der Regierung dem Verfahren bei, erörterte in seiner nicht-öffentlichen Sitzung vom 22.04.2022 die Sach- und Rechtslage und entschied wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Der Beschwerdeführer stellte am 25.09.2021 in Liechtenstein ein Asylgesuch. Somit ist das Asylgesetz (AsylG) vom 14.12.2011, LGBl. 2012 Nr. 29 idF LGBl. 2021 Nr. 315, anwendbar.
Gemäss Art. 76 Abs. 1 AsylG kann gegen Entscheidungen der Regierung oder des zuständigen Regierungsmitglieds binnen 14 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof eingereicht werden. 
Die Beschwerde vom 24.02.2022 (entspricht dem Datum der Postaufgabe) gegen die dem Beschwerdeführer am 10.02.2022 eröffnete Entscheidung der Regierung vom 01.02.2022 zu LNR 2021-1651 BNR 2022/162 AP 244.1 ist binnen offener Beschwerdefrist eingebracht worden und zulässig im Sinne des Art. 76 Abs. 1 AsylG (vgl. dazu auch StGH 2017/167 vom 27.03.2018 sowie StGH 2017/142 vom 29.06.2018, beide nicht öffentlich abrufbar). Dass darin die Entscheidung der Regierung wiederholt fälschlich als Unzulässigkeitsentscheid bezeichnet wird, obwohl ein Asylverfahren durchgeführt und durch die Regierung über das Asylgesuch inhaltlich abgesprochen wurde, kann daran nichts ändern, weil die Entscheidung der Regierung durch Nennung des Datums wie auch des Namens des Beschwerdeführers in der Beschwerde eindeutig bezeichnet wird. Indem der durchaus gebildete Beschwerdeführer ohne jeden Zweifel auf die an ihn ergangene Asyl- und Wegweisungsentscheidung inhaltlich Bezug nimmt und insbesondere der ausgesprochenen Wegweisung nach Kolumbien entgegenzutreten versucht, ergibt sich auch kein Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer die an ihn ergangene Entscheidung verstanden hat und diese nunmehr vor dem Verwaltungsgerichtshof bekämpfen will.
2.
Der Verwaltungsgerichtshof schliesst sich den oben in Ziffer 4 des Tatbestandes wiedergegebenen Feststellungen der angefochtenen Regierungsentscheidung vom 01.02.2022, deren tragenden Überlegungen wie auch ihrer rechtlichen Beurteilung an und erhebt diese zum Inhalt des vorliegenden Urteils (Art. 101 Abs. 4 LVG).
3.
Der Beschwerdeführer ist ein Doppelstaatsbürger Venezuelas und Kolumbiens, wie er durch die Vorlage seiner Identitätsnachweise belegen konnte und auch selbst im Verfahren betonte. Auch mit seiner Beschwerde brachte er nichts Gegenteiliges vor und bekämpfte die Möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung nach Kolumbien nicht. 
Wenn der Beschwerdeführer, der angibt, seine Staatsangehörigkeit rechtmässig erhalten zu haben, deshalb mit der Beschwerde einen auf Spanisch verfassten Medienbericht vom 09.02.2022 (Beilage II) vorlegt, wonach es zu zahlreichen Aberkennungen im Falle von betrügerisch erlangten Staatsangehörigkeiten durch venezolanische Staatsbürger gekommen sei, kann er damit keinen Bezug zu sich selbst herstellen. Insbesondere legt er diesen Bericht seiner Beschwerde unkommentiert bei, ohne darauf in seiner Beschwerde einzugehen und die Feststellung der Regierung zu seiner Doppelstaatsbürgerschaft in irgendeiner Weise zu bekämpfen. Damit erfüllt er jedoch seine Rüge- und Substantiierungspflicht nicht, wonach er sich mit den Erwägungen der angefochtenen Entscheidung argumentativ auseinandersetzen muss (StGH 2021/018 vom 22.03.2021, Erw. 8.3; mit Verweis auf StGH 2017/066, Erw. 2.4.1; StGH 2016/105, Erw. 2.3; StGH 2015/008, Erw. 1.3; alle abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li). Es ist zudem für den Verwaltungsgerichtshof nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer, der über einen Universitätsabschluss in Rechnungswesen verfügt und die Gesetzeslage kennt, seine kolumbianische Staatsbürgerschaft betrügerisch erlangt haben sollte und ihm deshalb eine Aberkennung drohen könnte. Vielmehr besitzt der Beschwerdeführer nach wie vor seinen kolumbianischen Identitätsausweis, der laut dortigem Vermerk auch als Staatsbürgerschaftsnachweis dient, und betonte im Verfahren selbst wiederholt, kolumbianischer Staatsangehöriger zu sein.
Die Regierung hat den Beschwerdeführer ausschliesslich nach Kolumbien als seinem letzten Wohnort und nicht nach Venezuela weggewiesen. Folglich müssen die Beschwerdeausführungen, wonach der Vollzug der Wegweisung nach Venezuela aufgrund der dortigen Situation nicht zulässig und unzumutbar sei (Ziffern II.5. und II.6. der Beschwerde sowie Beilagen I und VII), wie auch die neu vorgebrachten Umstände des Todes des Bruders in Venezuela anlässlich des Versuchs, diesem das Handy zu stehlen (Ziffer II.1 der Beschwerde), ins Leere gehen. Da dieses Vorbringen nicht entscheidungsrelevant ist, war durch den Verwaltungsgerichtshof nicht näher darauf einzugehen. 
Ebenso haben die begehrten Berichtigungen zur Wohnung des Beschwerdeführers und der einmaligen telefonischen Drohung seiner Chefin keine Asylrelevanz. In Ziffer II.2 der Beschwerde werden die Ausführungen der Regierung nämlich dahingehend berichtigt, dass der Beschwerdeführer seine Wohnung in Kolumbien lediglich gemietet habe, dies sei nicht seine eigene Wohnung gewesen. Hierzu ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer selbst ausführte (Erstbefragung Seite 3), dass er eine eigene Wohnung hatte. Da er aber keinerlei Probleme vorbrachte, dass ihm kein Wohnraum zur Verfügung gestanden hätte, erweist sich dieses Vorbringen nicht als entscheidungsrelevant. Deshalb kann dahingestellt bleiben, ob diese Wohnung in seinem Eigentum stand oder er diese lediglich anmieten konnte. Vielmehr ist dadurch belegt, dass der Beschwerdeführer als Doppelstaatsbürger in der Lage war, eine Wohnung in Kolumbien zumindest anzumieten. Er konnte laut seinen eigenen Angaben auch bereits vor Erwerb der Staatsbürgerschaft legal dort leben und sich seinen Lebensunterhalt verdienen. Folglich kam es bei ihm weder vor Zuerkennung der Staatsbürgerschaft noch später als Staatsbürger Kolumbiens zu einer allenfalls asylrelevanten Diskriminierung. Es kam bei ihm aber insbesondere auch nicht zu jener Diskriminierung, die er mit seinen vorgelegten Internetauszügen für Migranten aus Venezuela darzulegen versucht und die Neuankömmlinge bzw. in Kolumbien aufhältige Venezolaner betreffen sollen (s. Beilage III). Als kolumbianischer Staatsangehöriger, der überdies nahe der Grenze zu Kolumbien aufgewachsen ist, kann er auch kein besonderes Risiko für sich selbst aus der Kriminalitätsstatistik, wonach Venezolaner ein erhöhtes Risiko von Übergriffen erfahren, ableiten. Zudem erreicht selbst dieses keinen Grad, wonach eine Rückkehr unzulässig wäre.
Wenn der Beschwerdeführer in Ziffer II.3 der Beschwerde berichtigen will, dass seine Chefin nicht damit gedroht habe, eine Gruppe zu organisieren, die ihn umbringen werde, sollte er die Klage nicht zurückziehen, sondern sie lediglich angedroht habe, dass sie eine solche kontaktieren werde, so ist festzuhalten, dass dies so im Befragungsprotokoll vom 07.10.2021 (Seite 2) festgehalten wurde. Die Regierung hat folglich lediglich den Beschwerdeführer selbst zitiert. Diesem wurde das Protokoll auch rückübersetzt und er hat dessen Richtigkeit mit seiner Unterschrift bestätigt. Zudem macht die beantragte Änderung bereits semantisch keinen wesentlichen Unterschied. Insbesondere sind (teils umgangssprachliche) Synonyme des Wortes "organisieren" auch, etwas aufzutreiben, zu beschaffen, herbeizuschaffen (siehe unter www.duden.de/synonyme/organisieren).
4.
Hervorzuheben ist weiter, dass der Beschwerdeführer mit Hilfe des Rechtsberaters zwar die Regierungsentscheidung zur Gänze anficht und den Antrag stellt, ihm Asyl zu gewähren. Inhaltlich bringt er aber nichts vor, um der Begründung der Abweisung seines Asylgesuches durch die Regierung substantiiert entgegenzutreten. Zu seinen für Kolumbien vorgebrachten Asylgründen, die eine Gefährdung auch in Venezuela und in Europa mit sich bringen sollen, hielt die Regierung fest (Seite 31 ihrer Entscheidung), dass im vorliegenden Fall selbst bei Wahrunterstellung die geltend gemachte Verfolgung des Beschwerdeführers durch die paramilitärische Gruppe nicht im Zusammenhang mit einem der in der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) und dem liechtensteinischen Asylgesetz abschliessend angeführten Verfolgungsgründen stehe. Vielmehr liege diese bei Wahrunterstellung in privatarbeitsrechtlichen, persönlichen und auch kriminellen Motiven, welche keine asylrelevante Verfolgung im Sinne der GFK darstellten. Auch sei dem Beschwerdeführer der Schutz durch staatliche Stellen in Kolumbien nicht versagt worden. Dies sei schon deswegen gar nicht möglich gewesen, weil der Beschwerdeführer bei diesen Stellen gar nicht um deren Schutz angesucht habe. Hingegen führe der Beschwerdeführer selbst aus und lege Unterlagen vor, wonach das Gericht sich mit seiner Klage beschäftigt und mehrere Anhörungen anberaumt habe. 
Der Beschwerdeführer stellt diesbezüglich mit Verweis auf die Länderfeststellungen in den Raum, dass das gesamte Polizeiwesen in Kolumbien korrupt sei und die Anzeige bei der Polizei die Situation nur verschlimmert hätte (Ziffer II.4.2 der Beschwerde) sowie das Justizsystem in Kolumbien überlastet und ineffizient sei. Probleme seien unter anderem Bestechung, Erpressung, Korruption und Einschüchterung von Richtern, Staatsanwälten und Zeugen. Dies komme einer nicht ausreichend funktionierenden Staatsgewalt gleich. Aus diesem Grunde sei es dem Beschwerdeführer nicht möglich gewesen, behördlichen Schutz in Anspruch zu nehmen. Somit liege die Voraussetzung der Asylgewährung gegenständlich vor (Ziffer II.4.4 der Beschwerde).
Hierzu ist dem Beschwerdeführer bereits entgegenzuhalten, dass er die ebenfalls in den Länderfeststellungen festgehaltenen Fortschritte bei den Reformen und Verbesserungen der Sicherheitslage nicht erwähnt, wobei durch den Verwaltungsgerichtshof wie zuvor durch die Regierung nicht verkannt wird, dass durchaus weiterhin Handlungsbedarf in der Korruptions- und Kriminalitätsbekämpfung besteht und die Pandemie eine gewisse Verschlechterung der Lage brachte. Auch der Beschwerdeführer muss jedoch einräumen (Ziffer II.4.5 der Beschwerde), dass die Überwachung durch den nationalen Generalstaatsanwalt und den Generalinspektor zugenommen hat und es beispielsweise auch zur Suspendierung und Anklage von Politikern kam. Von den vorgebrachten Problemen in der Justiz war der Beschwerdeführer überdies offensichtlich selbst nicht betroffen, wenn er sich einen Anwalt nehmen und das Gericht anrufen konnte, das auch zwei Anhörungen anberaumte und somit laut seinen eigenen Angaben durchaus in seiner Angelegenheit bereits tätig wurde. Von den nunmehr in den Raum gestellten Problemen der Justiz brachte er in seinen Befragungen ihn betreffend gerade nichts vor. Deshalb ist dem Beschwerdeführer bereits zu Recht vorzuwerfen, dass er sich trotz des rechtsfreundlichen Vertreters und der Gerichtsanhängigkeit seiner Angelegenheit nicht an die Polizei um Schutz wandte. Dies muss umso mehr gelten, als der Beschwerdeführer im Verfahren auch keine persönlichen Probleme mit den Sicherheitsbehörden oder sonstigen Behörden vorbrachte. Vielmehr konnte er in Kolumbien anfänglich seinen Aufenthalt nehmen, in weiterer Folge eine Arbeitsbewilligung erhalten und letztlich kolumbianischer Staatsangehöriger werden. Er konnte sich eine eigene Wohnung mieten, sich frei bewegen, seinen Vater in Venezuela besuchen und auch wieder nach Kolumbien zurückkehren, ohne dass er hierbei von Problemen berichtet hätte.
Sein nunmehriges Vorbringen, Personen aus Venezuela würden in Kolumbien sehr schlecht behandelt und erhielten absolut keinen Schutz der Behörden, steht deshalb zu seinem bisherigen Vorbringen im Widerspruch und findet auch keine Deckung in den Länderfeststellungen der Regierung. Eine derartige persönliche Betroffenheit und Diskriminierung brachte er in seinen Befragungen zu seinen Asylgründen auch nicht vor, sondern behauptete dies erstmals bei Gewährung des rechtlichen Gehörs zu seinen nachgereichten Unterlagen.
Widersprüchlich erweist sich auch, wenn der Beschwerdeführer wiederholt auf die Feststellungen der Regierung verweist, dann jedoch vermerkt, dass diese nicht mehr aktuell seien, ohne dies näher dazulegen (Ziffer II.4.3 der Beschwerde). Dass Übergriffe durch verschiedene Gruppen stattfinden, es zu Menschenrechtsverletzungen kommen kann und die Sicherheitslage durchaus schwierig ist, hat auch bereits die Regierung festgestellt. Aus den vom Beschwerdeführer vorgelegten Berichten ergibt sich hierzu keine entscheidungsrelevante Verschlechterung für ganz Kolumbien. Auch ist diesen nicht zu entnehmen, dass die Behörden keinen Schutz geben würden oder Kriminalität durch diese nicht verfolgt würde. Dass der Beschwerdeführer keinen Kontakt zu Drogenbanden pflegt und mit Drogen selbst nichts zu tun hat, hat er glaubhaft versichert, weshalb auch eine diesbezügliche Gefährdung wegfällt. Auch wurde durch die Regierung zu Recht festgestellt, dass insgesamt ein Reformprozess angestossen wurde, der zu einer Verbesserung im Kampf gegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen innerhalb der Polizei führte (siehe hierzu auch öBVwG vom 03.01.2022 zu G301 2238544-1, abrufbar unter www.ris.gv.at). Auch aus den vom Beschwerdeführer zu Ziffer II.4.2 der Beschwerde vorgelegten Internetauszügen geht nichts Gegenteiliges hervor, weshalb die von der Regierung festgestellten Länderinformationen als ausreichend aktuell anzusehen sind. Vielmehr (ua Bericht auf lanacionweb.com vom 21.02.2022) zeigt sich, dass und wie die Polizei entgegen den Beschwerdeausführungen umgehend Ermittlungen in einem darin geschilderten Mordfall aufnahm.
5.
Erneut ist zu betonen, dass der Beschwerdeführer sich als kolumbianischer Staatsangehöriger nicht auf die Probleme venezolanischer Migranten berufen kann. Mit seinem Beschwerdevorbringen zur allgemeinen Sicherheitslage und einer Kriminalitätsstatistik, wonach venezolanische Migranten besonders gefährdet seien, kann er aber auch den beweiswürdigenden Ausführungen der Regierung nicht annähernd entgegentreten, wonach die Drohung der paramilitärischen Gruppe im Auftrag der ehemaligen Chefin selbst bei Wahrunterstellung nicht mehr aufrecht sein kann. Für eine tatsächliche Verfolgung durch die behauptete Gruppierung ergeben sich keine Hinweise. Eine solche kann der Beschwerdeführer auch nicht belegen. Hingegen legt die Regierung nachvollziehbar dar, dass der Beschwerdeführer durch Zurückziehen seiner Klage und die erfolgte Ausreise bereits allen an ihn gerichteten Forderungen rechtzeitig entsprochen hat (Seite 12f. der Regierungsentscheidung). So wolle er den Drohanruf am 01. oder 02.08.2021 erhalten, die Klage zwischen dem 15. und 20.08.2021 zurückgenommen und Kolumbien am 23.09.2021 - und damit ebenfalls innerhalb der Frist von 60 Tagen - verlassen haben. Die Gründe für die Todesdrohung seien damit bereits entfallen, ein weiteres Interesse dieser Gruppierung erschliesse sich nicht. Auch nicht, weshalb diese für die lediglich bezahlten angeblichen USD 100.- trotz Erfüllung aller Forderungen überhaupt noch tätig werden sollten. Gegen eine andauernde Bedrohung spreche auch, dass es in der Zwischenzeit keine Vorfälle beim - laut Beschwerdeführer ebenfalls bedrohten - Vater in Venezuela gegeben habe.
Dem bringt der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde nichts Substantielles entgegen, wenn er trotz dieses Vorhalts erneut lediglich eine - wenig plausible - Verfolgung auch in Venezuela und grösseren europäischen Staaten behauptet (Ziffer II.4.1 der Beschwerde) sowie neu und unbelegt eine Diskriminierung durch die Behörden und eine Bedrohung durch das gesamte angeblich korrupte Polizeiwesen betont (Ziffer II.4.2 der Beschwerde).
Festzuhalten ist überdies, dass sich seine Beschwerde inhaltlich im Wesentlichen gegen die Frage der Zulässigkeit und der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung, wie dies in Ziffer II.4 einleitend unmissverständlich dargelegt ist, richtet, auch wenn in Ziffer II.4.4. von der vorliegenden Voraussetzung der Asylgewährung mangels einer funktionierenden Polizeigewalt die Rede ist.
6.
Die Regierung wertete das Vorbringen des Beschwerdeführers aber nicht nur bei Wahrunterstellung als nicht schlüssig und nicht plausibel, sondern insgesamt auch als wenig glaubhaft. Aufgrund des Vortrags des Beschwerdeführers bestünden ernstzunehmende Zweifel an der Grundlage der angeblichen Bedrohung durch die paramilitärische Gruppe, nämlich der Beauftragung durch die ehemalige Chefin des Beschwerdeführers. Schon rein wirtschaftlich betrachtet scheine es kein wirklich lohnendes Geschäft zu sein, sich in die Illegalität zu begeben und eine paramilitärische Gruppe für USD 100.- mit der Ermordung des Beschwerdeführers und dessen Vaters zu beauftragen, anstatt dem Beschwerdeführer USD 160.- an Abfindung zu bezahlen. Wenig plausibel, aber als Frage aus einem arbeitsrechtlichen Arbeitsverhältnis sei dabei, dass dieser Betrag sich wegen der Nichtzahlung der Abfindung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses derart deutlich auf über USD 4000.- erhöhen sollte. Gegen eine tatsächliche oder bekannte Bedrohungslage durch die paramilitärische Gruppe spreche auch, dass der Anwalt des Beschwerdeführers diesem nicht zu einer Rücknahme der Klage geraten habe. Vielmehr habe der Beschwerdeführer dies aus Eigenem entschieden. Die Einbringung der Klage und die Anberaumung der Anhörungstermine zeige, dass der Beschwerdeführer Zugang zu Anwälten und Gerichten für diese privatrechtliche Angelegenheit gehabt habe und diese seine Anliegen auch ernstgenommen und sich um diese gekümmert hätten. Umso mehr sei dem Beschwerdeführer vorzuhalten, dass er sich nicht an die kolumbianische Polizei um Schutz gewandt habe. Eine schlüssige Begründung könne der Beschwerdeführer nicht darlegen. So erweise sich das Vorbringen des Beschwerdeführers als nicht glaubhaft im Hinblick auf die konkrete Gefährdung seiner Person vor seiner Ausreise aus Kolumbien. Die vorgetragene Bedrohung durch die paramilitärische Gruppierung könne nicht festgestellt werden. Die Zweifel an den vorgetragenen Ereignissen würden überwiegen.
Da der Beschwerdeführer auch diesen Ausführungen nicht substantiiert entgegentritt, war durch den Verwaltungsgerichtshof - nicht zuletzt mit Verweis auf die Wahrunterstellungen der Regierung - die Abweisung seines Asylgesuches nicht zu beanstanden.
7.
Gleichermassen kann der Beschwerdeführer aber auch seine Rückkehrbefürchtungen nicht auf die ihm nicht geglaubte, jedenfalls aber nicht mehr aufrechte Verfolgung durch eine paramilitärische Gruppe stützen. Auch sonst zeigen sich für den jungen, gesunden und gebildeten Beschwerdeführer, dessen Brüder ebenfalls in Kolumbien leben und arbeiten, keine Gründe, die den Vollzug seiner Wegweisung nicht zumutbar oder nicht zulässig machen könnten. Dass der Vollzug nicht möglich wäre, bringt der Beschwerdeführer selbst gar nicht vor. Auch hier war deshalb der Regierungsentscheidung zu folgen. 
So berichtete er zu keinem Zeitpunkt im Verfahren von Übergriffen gegen sich selbst, weshalb die Regierung zu Recht keine persönliche Betroffenheit des Beschwerdeführers im Sinne der von ihm vorgelegten Medienberichte erkannte. Auch mit seiner Beschwerde bringt er zwar die - bereits von der Regierung nicht verkannte - Lage an Kriminalität vor. Allerdings kann er damit - auch nicht mit den einzelfallbezogenen Medienberichten - keinen Bezug zu sich selbst herstellen. Dies gilt auch für das neue, nicht auf den Beschwerdeführer bezogene Vorbringen, mit dem dieser die Länderfeststellungen der Regierung bestätigt und auszugsweise wiederholt. Dass er Probleme mit korrupten Politikern, Beamten oder Militärangehörigen in Kolumbien hatte (Ziffern II.4.5 und II.4.6 der Beschwerde), brachte der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt im Verfahren und auch mit seiner Beschwerde nicht vor. Jedenfalls ergibt sich daraus keine persönliche Betroffenheit des Beschwerdeführers.
Auch mit der Bestätigung der in den Länderfeststellungen festgestellten innerstaatlichen Vertreibungen in den Jahren 1985 bis 2017 kann er keine persönliche Betroffenheit darlegen. Dies schon deshalb, weil er Derartiges vor dem APA noch nicht erwähnte. Zwar wird in der Beschwerde unsubstantiiert behauptet, dass sich die Lage seit dem Datum der Länderinformationen massiv verschlechtert habe. Dies wird jedoch weder substantiiert vorgebracht noch wird im Detail das dem Beschwerdeführer daraus persönlich drohende Risiko dargelegt. Dass diese neueren Ereignisse ein solches Ausmass angenommen hätten, dass die gesamte - wie der gebildete Beschwerdeführer nicht in Kriminalität und Drogenhandel involvierte - Zivilbevölkerung im entscheidenden Ausmass tangiert und bedroht wäre, bringt der Beschwerdeführer nicht vor und belegen auch die vorgelegten Internetberichte nicht (s. ua Beilage VI). Dass die allgemeine Menschenrechtslage in Kolumbien schlecht ist, wurde bereits von der Regierung festgestellt und wird vom Beschwerdeführer bestätigt. Dass diese aber ein derartiges Ausmass annehmen würde, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr einem reellen Risiko einer Art. 2 oder 3 EMRK Verletzung ausgesetzt wäre, ist auch für den Verwaltungsgerichtshof nicht ersichtlich. Daran kann auch die Vorlage von Berichten, wonach es mit wesentlicher Konzentration auf einige kolumbianische Landesteile zu Ermordungen von venezolanischen Personen kam, nichts ändern. Dem Beschwerdeführer steht es dabei durchaus frei, sich zu seinen berufstätigen Brüdern in die Hauptstadt zu begeben, für die er keine Probleme vorbringt. Dass die aus dem Internet heruntergeladenen Plakate keinen Bezug zum Beschwerdeführer aufweisen, wurde dem Beschwerdeführer bereits durch das APA vorgehalten. Weder in der damaligen Befragung noch in der nunmehrigen Beschwerde kann der Beschwerdeführer hierzu einen persönlichen Bezug herstellen. Dass es derartige Gruppierungen in Kolumbien grundsätzlich gibt, wurde bereits von der Regierung nicht in Frage gestellt.
Eine persönliche Betroffenheit kann der Beschwerdeführer damit auch durch die von ihm vorgelegten Berichte, teils auch älteren Datums als die herangezogenen Länderinformationen, nicht aufzeigen. Vielmehr ist nach wie vor auf die Länderfeststellungen der Regierung zu verweisen, wonach die Sicherheitslage in Kolumbien sich in den letzten Jahren erheblich verbessert hat, auch wenn bereits die Regierung nicht verkannte, dass es in einigen Landesteilen zur einer Ausweitung der territorialen Kontrolle von kriminellen Organisationen kam. Auch das blosse Zitat, wonach im Jahr 2017 die Zahl der Tötungsdelikte besonders hoch gewesen sei, kann keine persönliche Betroffenheit des Beschwerdeführers aufzeigen und es mangelt wieder an der notwendigen Rüge und Substantiierung. 
8.
Aus all diesen Gründen ist dem Beschwerdevorbringen in Ziffer II.4.11 nicht zu folgen, dass Kolumbien für den Beschwerdeführer nicht ausreichend sicher sei. Dabei wird bereits von der Regierung nicht verkannt, dass die Sicherheitslage schwierig ist. Diese ging keinesfalls von der Fiktion eines sicheren Staates aus, sondern gelangte nach einer detaillierten Einzelfallprüfung zum Ergebnis, dass Kolumbien für den Beschwerdeführer ausreichend sicher ist. Folglich trifft es gerade nicht zu, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Rückkehr nach Kolumbien einer Verfolgung durch die paramilitärische Gruppe ausgesetzt wäre, ständig um sein Leben bangen und sich verstecken müsste. Es ist damit wiederum kein Grund ersichtlich, dass der Beschwerdeführer als kolumbianischer Staatsbürger bei einer Rückkehr keiner geregelten Arbeit nachgehen könnte, keine Möglichkeit des Bezuges einer staatlichen Unterstützung erhalten würde und ein menschenunwürdiges Leben führen müsste.
Gleichermassen konnte von der angebotenen Parteieneinvernahme abgesehen werden, weil dem Beschwerdeführer seine persönlichen Angaben zu seinem Aufenthalt in Kolumbien geglaubt werden und in Bezug auf sein Fluchtvorbringen selbst bei Wahrunterstellung keine Verfolgung zu erkennen ist.
Wenn der Beschwerdeführer letztlich die Feststellungen der Regierung zum sozialen Sicherheitssystem zitiert (Ziffer II.4.9 der Beschwerde) sowie nicht näher begründet anführt, dass er selbst schlechte Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem in Kolumbien gemacht habe (Ziffer II.4.10 der Beschwerde), erfüllt er erneut seine Rüge- und Substantiierungspflicht nicht. Es bleibt unklar, was der junge und gesunde Beschwerdeführer mit diesem Vorbringen bezweckt. Hingegen ist zu betonen, dass der Beschwerdeführer wiederum eine Arbeitstätigkeit aufnehmen kann und gerade in den Städten die medizinische Versorgung auch mit Medikamenten gesichert ist, wie den Feststellungen ebenfalls entnommen werden kann. Auch erstattete der Beschwerdeführer vor dem APA diesbezüglich noch keinerlei entsprechendes Vorbringen. Festzuhalten ist dabei, dass selbst eine Erkrankung des Beschwerdeführers seiner Wegweisung nach Kolumbien nicht entgegenstehen wurde (so hegte auch der öVwGH im Falle einer an Diabetes und Bluthochdruck leidenden Person mit entsprechendem Medikamentenbedarf keine Bedenken in Bezug auf die Rückkehr nach Kolumbien; s. Erkenntnis vom 19.10.2021 zu Ra 2021/22/0174). Folglich war auch die Wegweisungsverfügung der Regierung durch den Verwaltungsgerichtshof nicht zu beanstanden.
9.
Gemäss Art. 83 Abs. 1 Bst. a AsylG kann Asylsuchenden nach Massgabe der einschlägigen Bestimmungen der Zivilprozessordnung Verfahrenshilfe im Beschwerdeverfahren gewährt werden. Ein Antrag auf Gewährung von Verfahrenshilfe kann gemäss Art. 83 Abs. 1a Asylgesetz frühestens mit dem verfahrenseinleitenden Schriftsatz bzw. der Beschwerde gestellt werden, was vorliegend eingehalten worden ist. Gemäss § 63 Abs. 1 ZPO ist einer Verfahrenspartei Verfahrenshilfe zu bewilligen, wenn sie ausser Stande ist, die Kosten der Führung des Verfahrens ohne Beeinträchtigung des notwendigen Unterhalts zu bestreiten und die beabsichtigte Rechtsverfolgung nicht als offenbar mutwillig oder aussichtslos erscheint. Als notwendiger Unterhalt ist derjenige Unterhalt anzusehen, den die Partei für sich und ihre Familie, für deren Unterhalt sie zu sorgen hat, zu einer einfachen Lebensführung benötigt. Als mutwillig ist die Rechtsverfolgung besonders anzusehen, wenn eine nicht die Verfahrenshilfe beanspruchende Partei bei verständiger Würdigung aller Umstände des Falles, besonders auch der für die Eintreibung ihres Anspruches bestehenden Aussichten, von der Führung des Verfahrens absehen oder nur einen Teil des Anspruches geltend machen würde.
Laut ständiger Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes (vgl. ua in StGH 2015/116 vom 26.01.2016, derzeit nicht öffentlich abrufbar) liegt eine offenbare Aussichtslosigkeit der begehrten Rechtsverfolgung vor, wenn die Rechtsverfolgung schon ohne nähere Prüfung der Angriffs- oder Abwehrmittel als erfolglos erkannt werden kann. Um die Verfahrenshilfe bewilligen zu können, müsse der Erfolg zwar nicht gewiss, aber nach der sofort erkennbaren Lage eine gewisse (wenn auch nicht allzu grosse) Wahrscheinlichkeit für sich haben (vgl. Michael Bydlinski, in: Fasching / Konecny - 13 - [Hrsg.], Kommentar zu den Zivilprozessgesetzen, 2. Band/1. Teilband, 3. Aufl., Wien 2015, § 63, Rz. 20; vgl. auch StGH 2013/171 vom 01.09.2014, abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li). Ob eine Rechtsverfolgung offenbar aussichtslos sei, müsse nämlich objektiv beurteilt werden, was im konkreten Fall eine Auseinandersetzung mit dem Vorbringen des Antragstellers in seinem Verfahrenshilfeantrag unter Zugrundelegung des Unzulässigkeitsentscheids erfordere. Bei der Prüfung der Erfolgsaussichten einer Beschwerdeführung sei jedoch grundsätzlich kein allzu strenger Massstab anzulegen, um den Anspruch der Verfahrenshilfe in einer für die Betroffenen existenziellen Angelegenheit nicht von vorneherein leer laufen zu lassen (vgl. Bydlinski aaO § 63 ZPO, Rz. 20 und Robert Fucik, in:Walter H. Rechberger [Hrsg.], Kommentar zur ZPO, 4. Aufl., Wien 2014, § 63 ZPO Rz. 6, jeweils mit Rechtsprechungsnachweisen).
Die Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Prozessführung bzw. Rechtsverteidigung bedingt gemäss Judikatur des Staatsgerichtshofes jedenfalls eine ex ante bzw. prima facie Würdigung der Vorbringen und Umstände, auf die sich die antragstellende Partei beruft (StGH 2015/003 vom 23.03.2015; StGH 2013/171 vom 01.09.2014; VGH 2016/056 vom 29.04.2016, Erw. 6; alle abrufbar unter: www.gerichtsentscheide.li).
Während zugunsten des Beschwerdeführers von einer Bedürftigkeit ausgegangen wird, ist ein Beschwerdeverfahren des Beschwerdeführers in einer prima facie-Prüfung als offenbar aussichtslos zu beurteilen. So tritt der Beschwerdeführer den rechtlichen Ausführungen, wonach seine Fluchtgründe nicht asylrelevant im Sinne des Asylgesetzes wie auch der GFK seien, nicht substantiiert entgegen. Insbesondere bringt er nichts vor, das der nachvollziehbaren Beweiswürdigung der Regierung entgegentreten könnte, wonach sein Vorbringen nicht glaubhaft und selbst bei Wahrunterstellung die Bedrohungslage aufgrund der zeitgerechten Erfüllung aller Forderungen nicht mehr aufrecht ist. Eine blosse Wiederholung seines Vorbringens genügt der auch vom Staatsgerichtshof geforderten Substantiierungspflicht nicht. 
Inhaltlich richtet sich seine Beschwerde überdies im Wesentlichen gegen die Frage des Vollzugs der Wegweisung. Die Berichte und Ausführungen zu Venezuela erweisen sich als nicht relevant, weil der Beschwerdeführer nach Kolumbien weggewiesen wurde. Mit seinen Zitaten aus den Länderfeststellungen zu Kolumbien und den Medienberichten - weitgehend zur Situation von venezolanischen Migranten und der allgemeinen Sicherheitslage in Kolumbien, die zudem im Wesentlichen lediglich bestimmte Landesteile betrifft und bereits von der Regierung berücksichtigt wurde - kann er jedoch keine persönliche Betroffenheit und kein besonderes Risiko für seine Person darlegen. Die vorgebrachte allgemeine Gefährdung bezieht sich weitgehend auf andere Bevölkerungsgruppen und seine Rückkehrbefürchtungen stehen im Widerspruch zu seinen eigenen Ausführungen. Damit gelingt es dem Beschwerdeführer, der über einen Hochschulabschluss verfügt und dem die kolumbianische Staatsangehörigkeit zuerkannt wurde, der eine Wohnung mieten und in Kolumbien arbeiten konnte sowie dort über Familienangehörige verfügt, nicht annähernd, die Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in Frage zu stellen.  Auch aus den von ihm vorgelegten Berichten geht im Übrigen hervor, dass die Polizei und das Militär im Drogenkampf gegen bewaffnete Gruppierungen vorgehen und Delikte aufgeklärt werden. 
Zusammengefasst erweist sich das Vorbringen mit Verweis auf die ständige Judikatur der liechtensteinischen Höchstgerichte als nicht geeignet, um der Regierungsentscheidung entgegenzutreten und der Beschwerde Aussicht auf Erfolg zu verschaffen. Hervorzuheben ist überdies, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der kostenlosen Rechtsberatung jedenfalls ein effektives Rechtsmittel zukam, das dieser auch entsprechend nützte, indem er mit Hilfe seines Rechtsberaters seine Beschwerde einbrachte.
10.
Auf die Auferlegung von Gebühren für das gegenständliche Verfahren konnte verzichtet werden (Art. 8 Abs. 4 GGG).