VGH 2013/156
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21.02.2014
VGH
Urteil
Sprüche: stattgegeben / zurückverwiesen / materiell
VGH 2013/156
Der Verwaltungsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, hat durch die
Rekursrichterlic.iur. Andreas Batliner, Vorsitzender
lic.iur. Marion Seeger
lic.iur. Adrian Rufener
Dr.iur. Esther Schneider
lic.iur. Daniel Tschikof
in der Beschwerdesache des
Beschwerdeführers:
BF


vertreten durch:

Advokaturbüro Jelenik & Partner AG 
Landstrasse 60
9490 Vaduz
wegen Familiennachzug
gegenEntscheidung der Regierung des Fürstentums Liechtenstein vom 10. Dezember 2013, LNR 2013-1396 BNR 2013/1965 REG 2524 
in der nicht-öffentlichen Sitzung vom 21. Februar 2014
entschieden:
1.Der Beschwerde vom 27. Dezember 2013 gegen die Entscheidung der Regierung vom 10. Dezember 2013, LNR 2013-1396 BNR 2013/1965 REG 2524, wird insoweit Folge gegeben, als die angefochtene Regierungsentscheidung und das Verwaltungsbot des Ausländer- und Passamtes vom 25. Oktober 2012, APA-Nr. 008, aufgehoben werden und die Sache zur neuerlichen Entscheidung an das Ausländer- und Passamt zurückgeleitet wird.
2.Die Kosten des Verfahrens verbleiben beim Land. 
3.Parteikosten werden keine zugesprochen.
TATBESTAND
1.
Der Beschwerdeführer stellte am 20. August 2012 beim Ausländer- und Passamt das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Wege des Familiennachzuges für seine Ehefrau .
 
Zuvor hatte bereits seine Ehefrau am 31. Juli 2012 bei der Schweizerischen Vertretung ein Gesuch eingebracht.
Der Beschwerdeführer ist am xxx geboren, liechtensteinischer Staatsangehöriger und in LI wohnhaft.
Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau schlossen am 26. Juli 2012 in xxx die Ehe.
Die Eheschließung wurde am 08.Oktober 2012 im Familienregister des liechtensteinischen Zivilstandsamtes eingetragen.
2.
Nachdem der Beschwerdeführer über Aufforderung des Ausländer- und Passamtes bei diesem weitere Unterlagen eingereicht hatte, teilte das Ausländer- und Passamt dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 11. Oktober 2012 mit, dass das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für im Rahmen des Familiennachzuges gem. Art. 43 PFZG abgelehnt werde.
3.
Mit Schreiben vom 17. Oktober 2012 wiesen sich die Beschwerdevertreter aus und beantragten die Ausfertigung einer formellen Entscheidung.
4.
Mit Verwaltungsbot vom 25. Oktober 2012, APA-Nr. 008, entschied das Ausländer- und Passamt, das Gesuch vom 20. August 2012 um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug für die Ehefrau abzuweisen und dem Beschwerdeführer Kosten für das Verwaltungsbot im Betrag von CHF 250.00 aufzuerlegen. Begründet wurde diese Verfügung im Wesentlichen damit, dass es sich bei der ehelichen Gemeinschaft zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau um eine rechtsmissbräuchliche Ehe im Sinne von Art. 43 Bst. a PFZG handle. Dies ergebe sich aus der gesamtheitlichen Würdigung verschiedener Indizien, wie dem hohen Altersunterschied, der ehelichen Historie, den relativ kurzen Abständen zwischen rechtskräftiger Scheidung und erneuter Eheschließung und der Aufrechterhaltung der Ehe bis zur Möglichkeit des festen Aufenthaltsrechts für die nachgezogenen Ex-Ehefrauen. Diese Indizien ließen den Schluss zu, dass die eheliche Gemeinschaft überwiegend in der Absicht geschlossen worden sei, für die nunmehrige Ehefrau eine Aufenthaltsbewilligung im Wege des Familiennachzugs durch Umgehung der ausländerrechtlichen Zulassungsvorschriften zu erhalten.
5.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 12. November 2012 Beschwerde an die Regierung. Er beantragte, die Regierung wolle dem Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug für die Ehefrau des Beschwerdeführers stattgeben. Der Beschwerdeführer brachte u.a. vor, seine erste Ehe habe von 1973 bis 1999 gedauert und ihr entstammten zwei Kinder. Die zweite Ehe habe von Mai 1999 bis 2005 gedauert und die Ehepartner hätten in dieser Zeit durchgehend zusammengewohnt. Die dritte Ehegattin habe der Beschwerdeführer im Jahr 2006 geheiratet. Unglücklicherweise sei die Gattin bereits im Laufe des Jahres 2006 schwer erkrankt und habe laufend medizinisch behandelt werden müssen. Der Beschwerdeführer habe sich in dieser Zeit immer um seine Gattin gekümmert. Diese sei im August 2007 für einige Zeit in die xxx zurückgekehrt. Als sie im Jahr 2008 wieder nach Liechtenstein zurückgekommen sei, habe der Beschwerdeführer die Scheidung gefordert. Aus all dem könne nicht abgeleitet werden, dass die nunmehrige vierte Ehe eine Scheinehe sei.
Der Beschwerdeführer kenne seine heutige Ehefrau seit drei Jahren. Die Heirat sei eine reine Liebesheirat gewesen. Er stehe mit seiner Ehefrau in ständigem Telefonkontakt. Es sei nicht unzulässig, dass ein 60-jähriger Mann eine viel jüngere Frau heirate. Dies sei eine rein persönliche Sache zwischen den beiden Eheleuten. Der Beschwerdeführer schätze sich glücklich, dass eine junge und attraktive Frau ihm das Vertrauen schenke und mit ihm die Ehe eingehe. Und auch die Ehegattin sei glücklich, einen verständnisvollen und nach wie vor attraktiven Mann kennen und lieben gelernt zu haben. Der Beschwerdeführer bot als Beweise seines Vorbringens seine Vernehmung, die Melderegister , die Zeugeneinvernahme seiner Ehegattin, die Fotodokumentation der Hochzeit und auch seine Telefonrechnungen an.
6.
Mit Entscheidung vom 05. März 2013 zu RA 2013/407-2524, wies die Regierung die Beschwerde ab und bestimmte die Entscheidungsgebühr mit CHF 300.00. 
7.
Gegen diese Regierungsentscheidung, zugestellt am 08. März 2013, erhob der Beschwerdeführer am 22. März 2013 rechtzeitig Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof. Er beantragte, der Verwaltungsgerichtshof wolle die angefochtene Entscheidung dahingehend abändern, dass dem Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug für die Ehefrau des Beschwerdeführers stattgegeben werde. Eventualiter wolle der Verwaltungsgerichtshof die angefochtene Regierungsentscheidung aufheben und die Sache zur neuerlichen Entscheidung nach Durchführung des Beweisverfahrens an die Unterinstanz zurückverweisen.
8.
Am 25. April 2013 hat der Verwaltungsgerichtshof in seiner nichtöffentlichen Sitzung entschieden, dass der Beschwerde vom 22. März 2013 gegen die Entscheidung der Regierung des Fürstentums Liechtenstein vom 05. März 2013, RA 2013/407-2524, insoweit stattgegeben werde, als die angefochtene Entscheidung aufgehoben und die vorliegende Verwaltungssache zur Ergänzung des Verfahrens und zu neuerlichen Entscheidung an die Regierung zurückgeleitet werde. Er erklärte, dass die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgerichtshof beim Land verbleiben und Parteikosten keine zugesprochen würden.
Die Behörde habe u.a. die tatsächlichen Verhältnisse einer Verwaltungssache genau und allseitig abzuklären (Art. 54 Abs. 1 LVG). Bedeutungslose Anträge, auch Beweisanträge, der Parteien müssen nicht aufgenommen werden (Art. 55 Abs. 4 LVG), doch ergebe sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör, dass die Abweisung von Beweisanträgen begründet werden müsse. Vorliegendenfalls habe die Regierung weder den Beschwerdeführer noch seine Ehegattin einvernommen. Sie habe auch nicht begründet, weshalb diese Einvernahmen irrelevant seien, zumal sich aus diesen Einvernahmen tatsächlich ergeben könne, dass der Beschwerdeführer und seine Ehegattin eine echte eheliche Gemeinschaft begründen wollten und begründeten. Im fortgesetzten Verfahren habe die Regierung zumindest einen der beiden Ehegatten einzuvernehmen. Auf die Einvernahme des anderen Ehegatten könne nur verzichtet werden, wenn sich aus der ersten Einvernahme ergebe, dass entweder dem Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für die Ehefraustattgegeben werden könne oder es unmöglich sei, dass sich durch die Einvernahme des zweiten Ehegatten am Beweisergebnis etwas ändere. Aufgrund der Mitwirkungspflicht obliege es dem Beschwerdeführer, die von ihm benannten Beweisurkunden der Regierung vorzulegen. Zudem seien ihm die in den Akten einliegenden Äußerungen und Stellungnahmen von Behörden, die dem Beschwerdeführer möglicherweise nicht bekannt seien, zur Kenntnis zu bringen, damit die Verfahrenspartei hierzu Stellung nehmen könne und das rechtliche Gehör gewahrt sei.
9.
Im weiteren Verfahren vor der Regierung ersuchte diese den Beschwerdeführer, sämtliche von ihm angebotenen Beweise nachzureichen, weshalb er die Fotodokumentation der standesamtlichen Eheschließung sowie diverse Telefonrechnungen und Gesprächsprotokolle vorlegte, die zum Akt genommen wurden.
Am 03. Juli 2013 wurde zeitgleich die Befragung der Eheleute durchgeführt, wobei der Beschwerdeführer durch das APA, seine Ehefrau in der Schweizerischen Botschaft in xxx einvernommen wurde.
Mit Schreiben vom 29. Juli 2013 übermittelte die Regierung dem Beschwerdeführer eine Kopie des Befragungsprotokolls betreffend seine Ehefrau und lud diesen ein, dazu Stellung zu nehmen. Im Konkreten wurde er zudem aufgefordert, sich zu den aufgetretenen Widersprüchen hinsichtlich der Anwesenheit der Schwester der Ehefrau bei der Hochzeit, des Kennenlernens der Eltern der Ehefrau, der Frage nach den Kindern und Geschwistern des Beschwerdeführers, seines Berufes sowie der Anzahl der Gäste bei der Trauung zu äußern.
10.
Am 21. August 2013 ging die diesbezügliche Stellungnahme des Beschwerdeführers ein, der festhielt, dass größtenteils Übereinstimmung bei den von den Eheleuten gemachten Aussagen bestünde. Zudem sei die Ehefrau auf Spanisch befragt und dies dann ins Deutsche übertragen worden. Die wenigen Differenzen ergäben sich einzig aus dem Umstand, dass die Eheleute nicht zusammenleben und die Ehefrau kaum Kontakt zu deren schon lange Zeit getrennt lebenden Eltern habe. Bezüglich der Anwesenheit der Eltern bei der Hochzeit habe der Beschwerdeführer sich in Bezug auf die Mutter der Ehefrau geirrt, die Schwester sei zwar nicht bei der standesamtlichen Eheschließung, jedoch bei der anschließenden Feier bei der Großmutter anwesend gewesen. Dass die Ehefrau nicht viel über seine eigenen Geschwister und Kinder wisse, sei darin begründet, dass dies bisher zwischen ihnen kaum Gesprächsthema gewesen sei. Der Beschwerdeführer sei als 2. Standbein für die Pension tatsächlich Aushilfstaxifahrer, was wohl die diesbezüglichen Angaben seiner Ehefrau erkläre. Er nütze die Wartezeiten häufig für Telefonate mit seiner Gattin. Deshalb habe diese auf die Berufsfrage auch "Taxifahrer" geantwortet. Mit dieser Beantwortung seien aus seiner Sicht die Widersprüche aufgeklärt und keine Veranlassung gegeben, dass von einer Scheinehe ausgegangen werden könne.
11.
Mit Entscheidung vom 10. Dezember 2013, LNR 2013-1396 BNR 2013/1965 REG 2524, wies die Regierung die Beschwerde erneut ab und bestimmte die Entscheidungsgebühr mit CHF 300.00. Die Regierung begründete diese Entscheidung im Wesentlichen wie folgt: Der im fortgesetzten Verfahren festgestellte Sachverhalt sei unter Berücksichtigung der Einvernahmen der Eheleute sowie in Anwendung des Personenfreizügigkeitsgesetzes zu beurteilen. Gem. Art. 43 PFZG sei im Rahmen des Familiennachzugs die Erteilung einer Bewilligung zu verweigern oder eine solche zu widerrufen, wenn Indizien den Schluss zulassen, dass die Ehe zur Umgehung der Vorschriften dieses Gesetzes eingegangen worden sei. Art. 43 Bst. a PFZG lasse es ausdrücklich genügen, wenn aufgrund "hinreichender Indizien" auf das Vorliegen einer rechtsmissbräuchlichen Ehe geschlossen werden könne. Nach Auffassung der Regierung sei die eheliche Historie hierfür ein gewichtiges Indiz.
Die beiden vorangegangenen Ehen des Beschwerdeführers seien jeweils nach etwas mehr als sechs Jahren geschieden worden. Die dritte Eheschließung sei knapp vier Monate nach der Scheidung von der zweiten Ehefrau erfolgt. Diese sei zwei Monate vor der rechtskräftigen Scheidung infolge Eheschließung erleichtert eingebürgert worden. Zwischen der Scheidung von der dritten Ehefrau und der Eheschließung mit der vierten Ehefrau lägen ebenfalls lediglich vier Monate. Der zeitliche Verlauf der vorangegangenen Ehen sei derart auffällig, dass das Vorliegen einer rechtsmissbräuchlichen Ehe zwischen dem Beschwerdeführer und seiner 4. Ehefrau in Erwägung zu ziehen sei. Zudem sei der Beschwerdeführer  42 Jahre älter als seine Ehefrau . Der Beschwerdeführer habe angegeben, seine jetzige Ehefrau schon seit drei Jahren zu kennen. Darüber hinaus habe dieser keine weiteren Angaben zu den Lebensumständen seiner Ehefrau oder zu den Umständen ihrer kurzen Bekanntschaft machen können. Aus dem Gesuch um den Familiennachzug gehe hervor, dass die Ehefrau noch Studentin sei. Dass sich eine minderjährige Frau in den damals 60-jährigen Beschwerdeführer verliebe, sei zweifellos ungewöhnlich und lege die Vermutung nahe, dass fremdenpolizeiliche Gründe für die Heirat ausschlaggebend gewesen sein könnten. Die Frage des Altersunterschieds sei nach gängiger Lehre und Praxis ein zulässiges und zentrales Indiz für die Annahme einer rechtsmissbräuchlichen Ehe und in der Gesamtbeurteilung entsprechend zu berücksichtigen. Ein reger Telefonkontakt, wie vom Beschwerdeführer nachgewiesen, sei noch kein Indiz für eine reine Liebesheirat. Insbesondere könne daraus nicht abgeleitet werden, dass die Begründung einer wirklichen Lebensgemeinschaft gewollt sei. Dies gelte auch für die beigebrachte Fotodokumentation. Die Eheleute hätten auch in ihren Einvernahmen nicht erreicht, die Indizien zu entkräften, die für die Annahme des Vorliegens einer Scheinehe sprechen. Es dürfe nämlich auch dann, wenn Eheleute nicht zusammenleben, davon ausgegangen werden, dass diese die Personalien des Partners und dessen Lebensumstände sowie Familienverhältnisse kennen. Somit sei die Ansicht der Regierung umso mehr bestätigt worden, dass eine Scheinehe vorliege.
12.
Gegen diese Regierungsentscheidung, zugestellt am 13. Dezember 2013, erhob der Beschwerdeführer am 27. Dezember 2013 rechtzeitig Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof. Er beantragte, der Verwaltungsgerichtshof wolle die angefochtene Entscheidung der Regierung dahingehend abändern, dass dem Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug für die Ehefrau des Beschwerdeführers stattgegeben werde. Eventualiter wolle der Verwaltungsgerichtshof die angefochtene Regierungsentscheidung aufheben und die Sache zur neuerlichen Entscheidung nach Durchführung des Beweisverfahrens an die Unterinstanz zurückverweisen.  Der Verwaltungsgerichtshof möge dem Land Liechtenstein die Tragung der Verfahrens- und Rechtsvertretungskosten überbinden.
13.
Der Verwaltungsgerichtshof zog die Vorakten des Ausländer- und Passamtes und der Regierung sowie seinen eigenen Vorakt bei, erörterte in seiner nicht-öffentlichen Sitzung vom 21. Februar 2014 die Sach- und Rechtslage und entschied, wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Hinsichtlich des Sachverhaltes kann grundsätzlich auf die unbestrittenen Feststellungen der Unterinstanz verwiesen werden (Art. 101 Abs. 4 LVG).
Im Wesentlichen zusammengefasst, hat der Beschwerdeführer, Staatsangehöriger des Fürstentums Liechtenstein, am 26. Juli 2012 am Standesamt xxx die Ehe mit xxx geschlossen.
Dem Eheschein ist eine Beglaubigungsapostille des Außenministeriums xxx vom 30. Juli 2012 beigefügt. Die Unterschrift auf der Apostille wurde seitens der Schweizerischen Vertretung in xxx überprüft.
Bei der am 18. September 2012 erfolgten Dokumentenübermittlung durch die Schweizerische Vertretung an die liechtensteinischen Behörden wurde von dieser vermerkt: „Es ist nicht auszuschließen, dass es sich um eine Scheinehe handelt. Es besteht ein Altersunterschied von 42 Jahren!“ „In den letzten Monaten hat sich die finanzielle Lage der Mittel- und Unterklasse dramatisch verschlechtert. Die niedrigen Löhne reichen nicht aus. Scheinehen werden immer häufiger.“
Bei der gegenständlichen Eheschließung handelt es sich bereits um die 4. Eheschließung des Beschwerdeführers.
Zur Historie der vorangegangenen Eheschließungen ist teilweise in Ergänzung zu den Feststellungen der Vorinstanzen entsprechend der Aktenlage konkretisierend hervorzuheben:
  1. 1. Eheschließung am 23. Juni 1973 in Vaduz mit einer vormals xxx Staatsbürgerin ; 2 Kinder entstammen dieser Ehe , Ehe wurde am 06. März 1996 getrennt; Scheidung rechtskräftig seit 27. April 1999.
  2. 2. Eheschließung am 12. Mai 1999 in Vaduz mit einer vormals xxx Staatsbürgerin ; diese wurde aufgrund ihrer aufrechten Ehe am 06. September 2005 eingebürgert. Die Scheidung erfolgte rechtskräftig mit 03. November 2005.
    Ebenso wurde deren Tochter am 07. Juni 2000 eingebürgert, nachdem sie vom Beschwerdeführer bereits am 30. Juni 1998 adoptiert worden war.
  3. 3. Eheschließung am 22. Februar 2006 in Vaduz mit einer xxx Staatsbürgerin ; Trennung rechtskräftig mit 11. November 2008; Scheidung rechtskräftig mit 09. März 2012.
  4. 4. Eheschließung am 26. Juli 2012 mit seiner nunmehrigen Ehefrau. Es handelt sich bei seiner jetzigen Ehefrau um deren erste Eheschließung.
    Die Ehefrau des Beschwerdeführers verfügt über ein gültiges Reisedokument: Reisepass Nr.xxx.
    2004, 2005 und vom 16. September bis zum 04. Oktober 2007 hatte die Ehefrau des Beschwerdeführers ihren Vater mit Visa in der Schweiz besucht. Deren Vater lebt seit dem 12. Juni 2000 in der Schweiz.
Der Eheschein des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau wurde am 08. Oktober 2012 vom Zivilstandsamt ausgestellt.
Strittig ist lediglich, ob die vom Beschwerdeführer eingegangene Ehe insofern rechtsmissbräuchlich ist, als die eheliche Gemeinschaft wenigstens seitens eines der Ehegatten überwiegend in der Absicht eingegangen worden ist, um für die Ehefrau die verfahrensgegenständlich beantragte Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug zu erwirken. Während der Beschwerdeführer eine Liebesheirat reklamiert, gelangt die Regierung unter Berücksichtigung aller Umstände zum Schluss, dass es sich im vorliegenden Fall um eine rechtsmissbräuchliche Ehe handle.
2.
Anwendbar ist für den gegenständlichen Fall das Gesetz vom 20. November 2009 über die Freizügigkeit für EWR- und Schweizer Staatsangehörige (Personenfreizügigkeitsgesetz; PFZG; LGBl. 2009 Nr. 348; LR 152.21; vgl. dazu BuA 2009/55, S. 12).
Art. 1 PFZG bestimmt, dass das PFZG für die Ein- und Ausreise, den Aufenthalt sowie den Familiennachzug von Personen nach Art. 2 PFZG anwendbar ist.
Art. 2 Abs. 2 PFZG bestimmt, dass das PFZG für Staatsangehörige eines anderen Mitgliedstaates des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR-Staatsangehörige) oder der Schweiz (Schweizer Staatsangehörige) und für Familienangehörige eines EWR- oder Schweizer Staatsangehörigen Anwendung findet.
Art. 2 Abs. 2 PFZG wiederum bestimmt, dass für Familienangehörige liechtensteinischer Staatsangehöriger die Bestimmungen betreffend die Familienangehörigen von EWR-Staatsangehörigen sinngemäß gelten (siehe insbesondere auch BuA 2009/55, S. 28: "Durch die Formulierung in Abs. 2 wurde zudem sichergestellt, dass die Bestimmungen dieses Gesetzes auch auf Familienangehörige von liechtensteinischen Staatsangehörigen sinngemäß Anwendung finden. Dies bedarf insoweit einer Klarstellung, da Liechtensteiner und deren Familienangehörige nicht unter die Definition in Abs. 1 subsumiert werden können.").
3.
Der Familiennachzug wird dabei in den Art. 40 ff PFZG geregelt. Gem. Art. 40 PFZG bezweckt der Familiennachzug die Zusammenführung der Familienangehörigen zur gemeinsamen Wohnsitznahme. Sinn und Zweck dieser Regelung ist, den Familienangehörigen die Führung des Ehelebens bzw. der Eltern-Kind-Beziehung in Liechtenstein zu ermöglichen.
Einem Gesuch um Familiennachzug kann daher nur stattgegeben werden, wenn der Nachweis einer angemessenen Wohnung erbracht wird, die genügend Raum für die Aufnahme aller Familienangehörigen bietet. Ausdrücklich ist hier nochmals darauf hinzuweisen, dass die Bestimmungen über den Familiennachzug auch auf Familienangehörige von liechtensteinischen Staatsangehörigen Anwendung finden und nicht nur auf Familienangehörige von EWR- oder Schweizer Staatsangehörigen (siehe hierzu BuA 2009/55, S. 54).
Der Verwaltungsgerichtshof hält an dieser Stelle fest, dass der Beschwerdeführer im Verfahren nachgewiesen hat, dass er eine 3 ½ Zimmerwohnung in Miete bewohnt und auch ein laufendes Einkommen hat. Dies wurde zudem von den Vorinstanzen nicht angezweifelt. Von ausreichend Wohnraum für die Eheleute kann somit ausgegangen werden.
4.
In Art. 41 Abs.1 PFZG werden weiter die Voraussetzungen für den Familiennachzug festgelegt. Demgemäß können ausländische Personen mit einer Bewilligung zur Wohnsitznahme jederzeit ihre Familienangehörigen nachziehen lassen, wenn folgende Nachweise vorliegen:
a) eine amtliche Bescheinigung, die das Verwandtschaftsverhältnis, die Obsorgeberechtigung bzw. die Unterhaltsgewährung nach Art. 4 Abs. 1 Bst. d Ziff. 2 und 3 bestätigt;
b) Kopien der gültigen Reisedokumente der zuziehenden Familienangehörigen;
c) ein Nachweis über eine bedarfsgerechte Wohnung;
d) in den Fällen (der hier nicht relevanten) Art. 17, 18 und 22 ein Nachweis über notwendige finanzielle Mittel für den Lebensunterhalt aller Familienangehörigen, sodass keine Sozialhilfe in Anspruch genommen werden muss; und
e) ein Nachweis über einen umfassenden Krankenversicherungsschutz, der sämtliche Risiken in Liechtenstein abdeckt.
Familienangehörige von Personen, die über eine Daueraufenthaltsbewilligung verfügen, erhalten eine Aufenthaltsbewilligung mit einer Gültigkeitsdauer von fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 PFZG). Abgeleitet daraus, muss auch für liechtensteinische Staatsbürger gelten, dass diese ihre Familienangehörigen jederzeit nachziehen lassen können, wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Folglich besteht für den Beschwerdeführer grundsätzlich ein Rechtsanspruch, seine Ehefrau nachziehen zu lassen und auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für diese mit einer Gültigkeitsdauer von fünf Jahren.
5.
Gemäß Art. 43 PFZG ist die Erteilung einer Bewilligung im Rahmen des Familiennachzugs jedoch zu verweigern oder eine bereits erteilte Bewilligung zu widerrufen, wenn nachgewiesen wird oder zumindest hinreichende Indizien den Schluss zulassen, dass:
a) die eheliche Gemeinschaft wenigstens seitens eines der Ehegatten überwiegend in der Absicht eingegangen oder fortgesetzt worden ist, um die Vorschriften dieses Gesetzes und der Ausführungsbestimmungen zu umgehen; oder
b) einer der Ehegatten zur Eingehung der Ehe genötigt wurde.
Der Beweis für das Vorliegen innerer Tatsachen (hier: die überwiegende rechtsmissbräuchliche Absicht der Eheschließung) kann dabei nur indirekt geführt werden, da solche Tatsachen nicht äußerlich unmittelbar wahrgenommen werden können. Während äußere Tatsachen einem direkten Beweis zugänglich sind, sind innere Tatsachen (wie Gefühle, Wissen und Wollen) in aller Regel nur indirekt mit Hilfe von Hilfstatsachen (bzw. „Indizien“) beweisbar. Der Gesetzgeber hat diese Problematik beim Beweis rechtsmissbräuchlicher Ehen erkannt und verlangt daher in Art. 43 PFZG keinen direkten Nachweis des Rechtsmissbrauchs, sondern lässt es bereits genügen, dass "hinreichende Indizien den Schluss" auf eine rechtsmissbräuchliche Ehe "zulassen". Damit wird den eingeschränkten Beweismöglichkeiten durchaus Rechnung getragen und die Beweisführung für die Behörde erheblich erleichtert.
Der Gesetzgeber gibt sich mit anderen Worten damit zufrieden, dass der Rechtsmissbrauch nicht nachgewiesen wird, sondern lediglich gestützt auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge aus anderen Tatsachen, den sogenannten Indizien, abgeleitet wird. Die entscheidende Behörde darf also vom Vorliegen einer rechtsmissbräuchlichen Ehe ausgehen, wenn die erstellten übrigen Umstände diesen Schluss auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung nahe legen. Indizienbeweise beruhen auf tatsächlichen Vermutungen, die grundsätzlich zur Beweiswürdigung gehören. Hiermit habe der Gesetzgeber den eingeschränkten Beweismöglichkeiten, dass eine rechtsmissbräuchliche Ehe vorliege, Rechnung getragen. Die Beweisführung für die Behörden sei erheblich erleichtert worden. Der Gesetzgeber gebe sich damit zufrieden, dass der Rechtsmissbrauch nicht nachgewiesen werde, sondern lediglich gestützt auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge aus anderen Tatsachen (Indizien) abgeleitet werde (vgl. hierzu VGH 2011/100; StGH 2011/155; beide abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li).
Dies bedeutet nun aber nicht, dass die Antrag stellende Person nicht mehr zur Führung eines Gegenbeweises zugelassen wäre. Vielmehr modizifiert Art. 43 PFZG die Beweislast insofern, als bei Vorliegen eines - von der Ausländerbehörde zu erstellenden - hinreichenden Indizienbeweises die Antrag stellende Person eine verstärkte Mitwirkungspflicht trifft.
So hat der Staatsgerichtshof in seiner Entscheidung StGH 2011/155 im Wesentlichen Folgendes festgehalten: Art. 43 Bst. a PFZG entspricht nahezu vollständig Art. 38 Bst. a AuG und orientiert sich am schweizerischen Ausländergesetz (AuG-CH). Gemäss dessen Art. 51 Abs. 1 Bst. a erlöschen die Ansprüche nach Art. 42 (Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Wege des Familiennachzugs), wenn sie rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften dieses Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen. Nach der Rechtsprechung des chBundesgerichtes zu Art. 51 AuG-CH führt das Vorliegen eines Erlöschensgrunds nicht automatisch zum Erlöschen der gestützt auf die Familiennachzugsbestimmungen eingeräumten Rechtsansprüche. Vielmehr rechtfertigt sich die Nichterteilung oder der Widerruf einer Bewilligung nur, wenn diese Massnahme im Einzelfall gestützt auf eine umfassende Güterabwägung verhältnismässig erscheint (BGE 134 IV 97, 119; Martina Caroni, Art. 51, Rz. 3, in: Martina Caroni et al. [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010). Der Beweis der rechtsmissbräuchlichen Ehe misslingt, wenn es einem der Ehegatten im Rahmen des Gegenbeweises gelingt, beim Gericht Zweifel an der Richtigkeit des von der Vorinstanz angenommenen Rechtsmissbrauchs aufrecht zu erhalten. Eine Überzeugung des Gerichtes von der Richtigkeit der Gegendarstellung ist nicht erforderlich (vgl. Max Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984, 124). In Anlehnung an die schweizerische Rechtsprechung zu Art. 51 AuG-CH, der die Möglichkeit des Indizienbeweises nicht ausdrücklich vorsieht, hat der liechtensteinische Gesetzgeber das Problem erkannt, dass das Vorliegen einer rechtmissbräuchlichen Ehe sich in der Regel dem direkten Beweis entzieht und daher zumeist durch Indizien erstellt werden muss (vgl. Bericht und Antrag der Regierung an den Landtag des Fürstentums Liechtenstein betreffend die Schaffung eines Gesetzes über die Ausländer, BuA Nr. 77/2008, S. 85; aus der schweizerischen Rechtsprechung siehe BGE 128 II 145, 151; BGE 127 II 49, 57; BGE 122 II 289, 295). Dieser Rechtsprechung haben sich der Staatsgerichtshof und die liechtensteinische Praxis angeschlossen (vgl. StGH 2006/80, Erw. 2.2; VGH 2007/31, Erw. 16; VGH 2005/88, Erw. 2). Die Zulassung des Indizienbeweises führt nicht zu einer Umkehr der Beweislast hinsichtlich der rechtsmissbräuchlichen Ehe. Allerdings bedeutet die Zulassung des Indizienbeweises eine Erleichterung des Beweises, indem nicht nur der Beweis der rechtserheblichen Tatsachen (Tatsachen gemäss Art. 43 Bst. a PFZG), sondern auch der Indizien, die auf diese Tatsachen schliessen lassen, genügt. Die Grundsätze der Unschuldsvermutung und des fairen Verfahrens (Art. 6 EMRK) stehen einer solchen Regelung nicht entgegen, weil ausländerrechtliche Bewilligungen weder als "civil right" noch als "criminal charge" anzusehen sind (vgl. dazu Jochen Abr. Frowein/Wolfgang Peukert, a. a. O., Art. 6, Rz. 5 ff.).
6.
Der Verwaltungsgerichtshof hat somit in erster Linie die Frage zu klären, ob tatsächlich hinreichende Indizien vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass die eheliche Gemeinschaft wenigstens seitens eines der Ehegatten überwiegend in der Absicht eingegangen worden ist, um die Vorschriften dieses Gesetzes und der Ausführungsbestimmungen zu umgehen. Dies wurde von der Regierung in ihrer Entscheidung festgestellt, wird jedoch in der Beschwerde umfassend bekämpft.
Die genannten Indizienbeweise sind dabei frei zu würdigen (Art. 79 LVG). Freie richterliche Beweiswürdigung bedeutet, die Beweismittel ohne Bindung an förmliche Beweisregeln umfassend und pflichtgemäß zu würdigen. Die einzelnen Indizienbeweise sind auszuwerten, zu gewichten und schließlich einer Gesamtwürdigung zu unterziehen.
Die BuA zu 2009/55 zu Art. 43 verweisen diesbezüglich darauf, dass zur Thematik des Widerrufsgrundes der rechtsmissbräuchlichen Ehe bereits eine gefestigte Rechtsprechung vorhanden sei (vgl. VGH 2005/88; 2007/29; 2007/31). In der Rechtsprechung sei unbestritten, dass kein Anspruch auf eine Bewilligung bestehe, wenn die Bewilligung durch Eingehen einer rechtsmissbräuchlichen Ehe erlangt bzw. durch rechtsmissbräuchliches Festhalten an der Ehe beibehalten worden sei. Im Fall einer rechtsmissbräuchlichen Ehe sei das Gesuch um Familiennachzug abzuweisen oder eine bereits erteilte Bewilligung zu widerrufen. Es handle sich somit um eine "Muss-Bestimmung". Dies erscheine nur konsequent, da das Erschleichen einer Bewilligung nicht belohnt werden solle. Wenn die Ehe nicht zum Zweck der Führung einer ehelichen Gemeinschaft geschlossen, sondern zur Erlangung des Aufenthaltsrechts missbraucht werde, solle dies den Widerruf des Aufenthaltsrechts zwingend zur Folge haben bzw. gar nicht zu einer Aufenthaltsbewilligung führen.
Die in den BuA zitierte ständige Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes umfasst dabei kurz zusammenfasst die folgenden Fälle, in denen nachweislich kein Eheleben geführt worden war:
  1. VGH 2005/88: Die Beschwerdeführerin reiste im Juni 2002 auf Einladung der Cousine mit Visum in die Schweiz ein und erhielt dort bis zum 09. September 2002 zur Vorbereitung ihrer Heirat mit einem Schweizer Staatsbürger eine Kurzaufenthaltsbewilligung. Im August 2002 lernte sie einen Bürger Liechtensteins kennen und hat diesen am 11. September 2002 geheiratet. Dessen Plan war immer schon, in der Pension nach Thailand zu ziehen, wo er sich dann auch ab Herbst 2003 mit seiner thailändischen Lebensgefährtin aufhielt. Beide Eheleute haben lediglich bis Mai 2003 im gemeinsamen Haushalt gelebt, die Beschwerdeführerin hatte zudem weder einen Schlüssel zur Wohnung ihres (Schein-)Ehegatten noch sich in dessen Abwesenheit um seine Geschäfte gekümmert.
  2. VGH 2007/29: Die Hochzeit fand Mitte Dezember 2004 statt, die Aufenthaltsbewilligung wurde dem Beschwerdeführer Mitte Januar 2005 erteilt. Bereits zwei Wochen nach der Eheschließung hat die Ehegattin das Weihnachtsfest ohne den Beschwerdeführer gefeiert. Darüber hinaus hatte sie Besuch von einem Bekannten, der offensichtlich eine Beziehung mit ihr führte. Zudem wurde spätestens mit Oktober 2005 die häusliche Gemeinschaft sowie die Lebensgemeinschaft des Beschwerdeführers und seiner Ehegattin aufgelöst. Die Eheleute haben auch sehr wenig voneinander gewusst.
  3. VGH 2007/31: Ein 1917 geborener Staatsbürger ehelichte eine 1971 geborene Russin, wobei ein Zusammenleben zwischen den beiden Eheleuten auch nach dem Vorbringen der Beschwerdeführerin nie stattgefunden hat. Der Kontakt belief sich primär auf Hilfsdienste und Unterstützungsleistungen. Die Beschwerdeführerin führte zudem parallel noch eine längere intime Beziehung zu einem anderen Mann. Hilfsdienste und gemeinsames Ausgehen sind, auch wenn sie öfters stattfinden, jedoch nicht als eine eheliche Gemeinschaft zu qualifizieren.
7.
Auch in der Judikatur des chBundesverwaltungsgerichtes finden sich zahlreiche Beispiele für solche Scheinehen: Als Indizien werden beispielsweise genannt: ein vor dem kulturellen Hintergrund der Betroffenen atypischer Altersunterschied von 18 Jahren, widersprüchliche Angaben zu den persönlichen Verhältnissen und die Erkenntnis, dass die Beschwerdeführerin schon eine gleichgeschlechtliche Beziehung gelebt habe und danach mit einem Schweizer Bürger schon eine erste Scheinehe eingegangen sei. Würden auch die ungünstigen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse im Heimatland des Beschwerdeführers mit berücksichtigt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-3436/2007 vom 12. August 2008 E. 5.1), so seien begründete Zweifel am deklarierten Aufenthaltszweck (Art. 16 Abs. 1 Bst. d VEV) und damit auch an der Gewähr für eine fristgerechte Ausreise (Art. 5 Abs. 2 AuG) angebracht (Urteil vom 23. Oktober 2008,C-3849/2008).
Von einer Scheinehe wird gem. chBundesverwaltungsgericht insbesondere dann gesprochen, wenn die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigen, sondern die Ehe dazu benützen, um ein zweckfremdes Ziel - beispielsweise die Umgehung ausländerrechtlicher Vorschriften - zu erreichen. Erfasst wird aber auch das rechtsmissbräuchliche Festhalten an einer Ehe, d.h. wenn sich eine ausländische Person in Aufenthaltsverfahren auf eine Ehe beruft, welche nur noch formell und ohne Aussicht auf Wiederaufnahme der ehelichen Beziehung besteht (vgl. BGE 130 II 113 E. 4.2 S. 117 und BGE 128 II 145 E. 2.1 S. 151, je mit Hinweisen). Dass Ehegatten mit der Heirat nicht eine eheliche Lebensgemeinschaft begründen, sondern vornehmlich die Vorschriften über die Zulassung und den Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländern umgehen wollen, entzieht sich in den allermeisten Fällen dem direkten Beweis und kann demnach nur durch Indizien nachgewiesen werden. Erforderlich sind klare Hinweise darauf, dass die Führung einer ehelichen Lebensgemeinschaft nicht (mehr) beabsichtigt und nicht mehr zu erwarten ist (BGE 130 II 113 E. 10.2 S. 135, BGE 128 II 145 E. 2.2 und 2.3 S. 151 f.). Vorliegend deuten die Vorgeschichte der mehrfachen erfolglosen Asylantragstellung sowie des wiederholten Einreiseversuches, die kurze Zeit des ehelichen Zusammenlebens und das Fehlen gemeinsamer Interessen auf das Vorliegen einer Scheinehe hin. Auffallende Indizien stellen sodann die sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten (der Beschwerdeführer spricht nur wenig deutsch; es gibt keine andere gemeinsame Sprache, in welcher sich die Parteien austauschen können) sowie der Umstand dar, dass er, wenn er in den Jahren 2008 und 2009 besuchsweise in der Schweiz weilte, meist bei den Eltern und nicht etwa bei der künftigen Gattin logierte. Verstärkt wird besagte Vermutung durch die Entwicklung der Ehe nach der Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz rund einen Monat nach der Eheschließung Ende Juli 2009. Seither haben sich die Eheleute laut Darstellung der Ehefrau nämlich nicht mehr persönlich getroffen. Vielmehr sollen sich die Kontakte auf das Versenden von SMS und vereinzelte Telefonate beschränkt haben. Angesichts des dargelegten, durch die Wegweisung ausgelösten Desinteresses an der Ehe kann angenommen werden, dass der Wille zur Führung einer Lebensgemeinschaft - zumindest auf Seiten des Mannes - von Anfang an nicht gegeben war bzw. es dem Beschwerdeführer vorab darum ging, in der Schweiz leben zu können; nicht zuletzt im Kontext der Vorgeschichte, wonach er in früheren Jahren mit allen erdenklichen Mitteln wiederholt versucht hat, hierzulande ein Anwesenheitsrecht zu erwirken (ch Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 11. Oktober 2012, C-8562/2010).
8.
Wie aus der Aktenlage ersichtlich haben das APA und die Regierung im gegenständlichen Fall als Richtlinie und weiteres Beispiel für eine rechtsmissbräuchliche Ehe den Fall des VGH 2011/100 (abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li) herangezogen:
Darin wertet die Regierung zunächst den Umstand, dass der nachzuziehende Ehemann der zuvor selbst eingebürgerten Beschwerdeführerin erheblich - nämlich rund 11 Jahre - jünger als diese ist, als starkes Indiz für das Vorliegen einer rechtsmissbräuchlichen Ehe. Auch die anderen zwei von der Beschwerdeführerin bereits nachgezogenen Ex-Ehemänner waren bereits rund 16 bzw. 21 Jahre jünger gewesen als sie. Zudem war die Beschwerdeführerin bis zum 4. September 2009 mit ihrem dritten Ehemann verheiratet und lagen zwischen der dritten und der vierten Ehe der Beschwerdeführerin lediglich ungefähr 10 Monate. Von ihrem zweiten und dritten Ehemann hatte sie sich jeweils kurz nach deren Erhalt der Niederlassungsbewilligung scheiden lassen. Anlässlich ihrer Befragung am 19. Mai 2011 gab die Beschwerdeführerin zu den Scheidungsabsichten zu ihrem zweiten Ehemann zudem an, dass sie sich schon ein Jahr vor Erteilung der Niederlassungsbewilligung zur Ehescheidung entschlossen hätten. Ihr damaliger Ehemann habe in ihrer Wohnung bleiben dürfen, bis er eine eigene Wohnung gefunden habe. Sie hätten bereits vor der Erteilung der Niederlassungsbewilligung gewusst, dass die Ehe auseinander gehen würde. Zu ihren Scheidungsumständen mit dem dritten Ehemann befragt, gab die Beschwerdeführerin indes an, dass sie sich bereits im September 2009 in Serbien hätten scheiden lassen, da dies billiger gewesen sei. Die Scheidung im Ausland wurde dem APA aber erst nach Erhalt der Niederlassungsbewilligung des dritten Ehemannes im Oktober 2009 bekannt gegeben.
Dieses Verhalten der Beschwerdeführerin zeigt aus Sicht des Verwaltungsgerichtshofes klar, dass die Umgehung der aufenthaltsrechtlichen Vorschriften hier im Vordergrund stand: die Beschwerdeführerin hatte innerhalb von 12 Jahren drei Mal jeweils viel jüngere Partner geheiratet und sich in zwei Fällen kurz nachdem ihre Ehegatten die Niederlassungsbewilligung erhalten hatten, wieder scheiden lassen bzw. die erfolgte Scheidung den Behörden erst nach Erteilung der Niederlassungsbewilligung mitgeteilt. Zudem war der Entschluss zur Scheidung schon weit vor der Erteilung der Niederlassungsbewilligung gefällt worden. Auch ging sie ihre letzte Ehe innerhalb weniger Monate nach der Scheidung ein und täuschte zudem die Behörden, indem sie die beiden Kinder des zuziehenden Ehemannes nicht anführte. Weiter stammten alle Ehemänner aus der ursprünglichen Heimat der Beschwerdeführerin, die nach wie vor gute Kontakte dorthin pflegte. Sie war nach wie vor durch Besuche und sprachliche Kenntnisse verwurzelt und ihr wäre folglich auch die Führung eines Ehelebens in ihrer früheren Heimat möglich gewesen.
9.
Während bei jenen in den BuA genannten Beispielen nachweislich kein Eheleben stattgefunden hat und diese nur zum Missbrauch der aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen eingegangen worden waren, so ist aber auch der vom APA und der Regierung herangezogene Fall nicht mit dem nunmehr gegenständlichen Fall gleichzusetzen, auch wenn bei oberflächlicher Betrachtung gewisse Ähnlichkeiten bestehen.
Die Regierung sieht den Tatbestand des Art. 43 Abs. 1 Bst a PFZG aufgrund des Altersunterschiedes der Eheleute, der Historie der mehrfachen Ehen des Beschwerdeführers und der teils widersprüchlichen Aussagen bei der getrennten Befragung verwirklicht. Dieser Einschätzung kann sich der Verwaltungsgerichtshof nicht anschließen.
Der Altersunterschied ist zwar auch aus Sicht des Verwaltungsgerichtshofes mit 42 Jahren durchaus auffällig. Es gilt laut Judikatur des Verwaltungsgerichtshof auch als berücksichtigungswürdiges Indiz, welches für sich alleine zwar nicht ausreicht, um auf eine rechtsmissbräuchliche Ehe zu schließen, aber in Verbindung mit anderen Anzeichen allenfalls einen entsprechenden Schluss zulässt. Diese Auffassung entspricht auch der Praxis des schweizerischen Bundesamtes für Migration und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach ein großer Altersunterschied als Indiz für die Umgehung ausländerrechtlicher Zulassungsvorschriften betrachtet werden kann (VGH 2011/100).
Hierzu gibt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde an, dass es sich bei ihm schließlich nicht um einen "90-jährigen Greis" handle, "von dem sich eine junge Frau möglicherweise - zumindest körperlich - nicht angesprochen fühlen könnte. Er sei "mit seinen nun 62 Jahren nach wie vor berufstätig und in körperlich und gesundheitlich guter Verfassung und verfüge über ein ansprechendes Äußeres". Es könne nicht sein, dass es einem 60-jährigen Mann verboten sei, sich eine junge Frau zu nehmen. Dies sei in höchstem Maße diskriminierend und eine so tiefgreifende Entscheidung in den höchstpersönlichen Bereich von Mann und Frau stehe einer Verwaltungsbehörde schlicht und einfach nicht zu. Der Beschwerdeführer sehe sich in "seinem rechtlich anerkannten Interesse einer freien Wahl eines Ehepartners massivst verletzt". Die Frage des Alters sei auch in der Befragung der Eheleute in keiner Weise thematisiert worden. Folglich sei es zur Heranziehung als Indiz auch nicht zulässig.
Diesbezüglich ist der Regierung tatsächlich vorzuhalten, dass die Eheleute dazu nicht befragt worden sind. Zudem ist festzuhalten, dass trotz des in unserer Gesellschaft unüblichen Altersunterschiedes es immer wieder Beispiele gibt, in denen Partner mit ähnlichem Altersunterschied eine Familie gründen und gemeinsame Kinder haben. Zudem war die Ehefrau bereits zum Zeitpunkt des Heiratsantrages volljährig. Dieser Altersunterschied ist gesetzlich nicht verboten und somit von den Behörden zu akzeptieren. Ein diesbezügliches Untersagen würde in das Recht auf freie Selbstbestimmung eingreifen und könnte nur in besonderen Ausnahmefällen, die hier nicht gegeben sind, einen Eingriff rechtfertigen. Der Verwaltungsgerichtshof stimmt der Regierung zwar zu, dass die Staatsangehörigkeit und das Alter der Ehefrau Indizien sind. Es braucht jedoch weitere Indizien, als in der gegenständlichen Rechtssache vorliegen, um als hinreichende Indizien die Untersagung des Nachzuges zu rechtfertigen und beim Verwaltungsgerichtshof gemäß der oben zitierten StGH-Rechtsprechung keine Zweifel eines vorliegenden Rechtsmissbrauchs aufrecht zu erhalten.
Zur Ehefrau ist vielmehr festzustellen, dass diese aus der Hauptstadt stammt, bei ihrer Großmutter lebt, weil die Eltern schon längst getrennt leben (der Vater lebt zudem in der Schweiz) und sie im Heimatland die Schule besuchte, was ihr auch von der Regierung geglaubt wurde. Somit stammt sie keinesfalls aus einer derart niedrigen Schicht, wie beispielsweise den Slums um xxx, die hier schon für sich die Annahme rechtfertigen ließen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers die Ehe lediglich zum Zwecke einer Aufenthaltsbewilligung eingegangen ist. Als interessierte junge Frau, die über Verwandte im deutschsprachigen Raum verfügt, darf durchaus angenommen werden, dass sie sich tatsächlich in den Beschwerdeführer verliebt hat. Da sie von diesem auch annimmt, er sei Taxifahrer, und weiß, dass er in einem angemieteten Haus lebt, ist offensichtlich, dass der Beschwerdeführer ihr auch hier keine Unwahrheiten erzählt hat, um sie zu täuschen.
10.
Dem Beschwerdeführer wird in weiterer Folge die Historie seiner Eheschließungen vorgehalten. Auch daran kann der Verwaltungsgerichtshof nicht, wie von der Regierung ausgeführt, klare Indizien für eine Scheinehe sehen. Der Verwaltungsgerichtshof konstatiert aber sehr wohl leichte und erste Anzeichen, die aber noch nicht die Entscheidung der Regierung rechtfertigen können. So werden dem Beschwerdeführer seine vier Ehen vorgehalten, wobei er eine längere geführt habe, dann zwei Ehen, die kurz nach Einbürgerung beendet worden seien, nur um in der Folge sogleich mit Scheidung der dritten Ehe die nunmehrige vierte Ehe einzugehen.
Dem hält der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde entgegen, dass die erste Ehe mit über 20 Jahren und 2 Kindern derart lange gedauert habe, dass sicherlich nicht von einer Scheinehe ausgegangen werden könne. Die zweite Ehe xxx sei dann tatsächlich nach 6 Jahren und kurz nach deren Einbürgerung geschieden worden. Er wehre sich aber dagegen, dass die dritte und vierte Ehe das gleiche Bild vermitteln würden. Vielmehr sei zu seiner dritten Ehe xxx festzuhalten, dass diese 2006 noch im Jahr der Eheschließung schwer erkrankt sei. Er habe sie liebevoll gepflegt, sie sei jedoch 2007 für längere Zeit in ihr Heimatland gereist. Als sie 2008 wiedergekommen sei, habe er deshalb die Scheidung eingereicht. Mangels Zustimmung sei die Ehe vorerst jedoch nur getrennt worden. Seine damalige Ehefrau habe sich auf Anraten des Sozialamtes deshalb nicht von ihm scheiden lassen, weil ihr sonst die Wegweisung gedroht hätte. 
Der Verwaltungsgerichtshof schließt sich den Ausführungen in der Beschwerde an, dass es sich hier nicht um ein wiederkehrendes Muster handelt, das die Annahme von Scheinehen lediglich zum Zwecke der Erlangung des Aufenthaltsrechtes rechtfertigen könnte. So stellt der Verwaltungsgerichtshof fest, dass die Rechtslage dem Beschwerdeführer, der aktenkundig bereits 2 Jahre nach der Eheschließung von seiner dritten Ehefrau getrennt worden war, nicht angelastet werden kann. Eine Einbürgerung der Ehefrau Jahre nach seinem Scheidungsgesuch ist ihm folglich nicht vorzuwerfen. Damit geht aber auch das nächste Argument der Regierung ins Leere, wonach der Beschwerdeführer sich kaum nach der Einbürgerung scheiden lassen habe und sogleich die nunmehrige Ehe eingegangen sei.
Der Verwaltungsgerichtshof hält aber auch fest, dass sehr wohl erste Anzeichen vorliegen, dass der Beschwerdeführer hier rechtsmissbräuchlich vorgehen könnte. Würde es sich in dieser nunmehrigen Ehe wieder so verhalten, dass diese kurz nach der Einbürgerung der ausländischen Ehefrau geschieden wird, so wäre tatsächlich ein Muster feststellbar und müsste ihm ein künftiges Gesuch eines erneuten Familiennachzuges verwehrt werden.
11.
Als drittem Bestandteil seiner Beschwerde macht der Beschwerdeführer geltend, dass die Einvernahmen der Eheleute wenig widersprüchlich gewesen seien, sich nur in kleinen Details verlaufen würden und zudem daraus resultieren, dass ihm und seiner Ehefrau ein gemeinsames Eheleben bisher verwehrt geblieben wäre. Sie würden seit Jahren täglich telefonieren, was ein eindeutiges Indiz für die von ihm vorgebrachte Liebesheirat sei.
Auch der Verwaltungsgerichtshof wertet die Diskrepanz in den Aussagen des Beschwerdeführers und seiner vierten Ehefrau nicht allzu stark, denn es können bei Befragungen durchaus Missverständnisse auftreten und ist nicht unbedingt zu erwarten, dass ein Ehegatte über alle Belange des anderen genau Bescheid weiß. Dies umso mehr, als die Eheleute zu keinem Zeitpunkt über längere Zeit am gleichen Ort leben konnten, sondern seit Jahren lediglich eine Beziehung auf Distanz führen. Aber selbst die bei der Einvernahme der Eheleute aufgetauchten Widersprüche können nicht als klares Indiz gewertet werden, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau die Ehe lediglich deshalb eingegangen sind, weil sie die Aufenthaltsberechtigung für die Ehefrau erzwingen wollen.
Vielmehr musste auch die Regierung feststellen, dass sich die Eheleute in den primären Fragen nicht widersprochen haben. Zudem muss bei einer Auswertung berücksichtigt werden, dass die Eheleute sich aus finanziellen Gründen wie auch aufgrund der Distanz nur selten sehen und diese Zeit wohl eher miteinander verbringen, als diverse Verwandtenbesuche abzuhalten. Viele Bereiche des täglichen Ehelebens können von ihnen gar nicht beantwortet werden, weil ihnen ein solches bislang von den Behörden verwehrt worden ist. Dass der Beschwerdeführer seiner Ehefrau wenig über seine vorhergehenden Ehen und seine beiden Kinder erzählt hat, ist durchaus verständlich. Diesbezüglich wurde von der Regierung auch gar nicht geklärt, ob und wie weit der Beschwerdeführer selbst überhaupt noch Kontakt zu seinen volljährigen Kindern und seinen Ex-Frauen hat. Dennoch war die Ehefrau im Bilde, dass er bereits vor ihr eine Ehe geführt hat und wie seine Lebensbedingungen sich grundsätzlich gestalten. Die Eheleute versuchen auch durch tägliche Telefonate, die sie mit Gesprächsprotokollen nachweisen konnten, ihre Beziehung aufrecht zu erhalten. Dabei unterhalten sie sich primär auf Spanisch.
Auch wurden die Eheleute nicht über andere allenfalls entscheidungsrelevante Fragen, die die Annahme einer Scheinehe allenfalls rechtfertigen könnten, befragt. So bleiben die konkreten Lebensumstände der Ehefrau, die soziale Schicht, in der sie sich bewegt, die Lebensbedingungen, wer in ihrer Familie alles arbeitet und sie finanziell unterstützt, da sie ja noch zur Schule gehe bzw. diese aufgrund der Heirat abgebrochen habe, ungeklärt. Sie gab diesbezüglich nur an, mit ihrer Großmutter und weiteren Verwandten väterlicherseits das Haus der Großmutter zu bewohnen. Laut den Beschreibungen des Hauses und ihrem langen Schulbesuch sowie der bereits mehrfach erfolgten Reisepassausstellung kann sie folglich nicht aus ärmlichen Verhältnisses stammen oder sogar gar nicht legal gemeldet sein, wie in den Unterlagen der Schweizerischen Botschaft als Grund für viele Scheinehen angegeben wird. Sie konnte zudem auch wiederholt ihren Vater in der Schweiz besuchen. Diesbezüglich ist nicht aktenkundig und wird folglich auch nicht vom Verwaltungsgerichtshof angenommen, dass sie sich in der Schweiz um einen dauerhaften Aufenthalt bemüht hat. Hätte sie jedoch unbedingt die xxx verlassen wollen, wäre naheliegend gewesen, dies als noch Minderjährige zu tun, um ihrem Vater nachzureisen, der sich seit 2000 legal in der Schweiz aufhält. Sie hat diesen jedoch lediglich drei Mal legal mit Visum besucht und ist anschließend jeweils wieder heimgereist.
Warum sie folglich mit gerade 18 Jahren einen weit älteren Mann scheinehelichen sollte, um das Aufenthaltsrecht zu umgehen, ist nicht plausibel. Auch die täglichen Telefonate sind aus Sicht des Verwaltungsgerichtshofes ein Indiz, dass es sich nicht um eine Scheinehe handelt, bei der kein oder nur ein geringes persönliches Interesse am Ehepartner besteht. Insgesamt muss festgehalten werden, dass die Fragen während der Einvernahme für ein jung verliebtes Paar wenig relevant und nicht dergestalt der Situation eines Ehelebens auf Distanz angepasst waren, dass die aufgetretenen Widersprüche als klares Indiz für eine Scheinehe gewertet werden könnten.
12.
Eine Qualifizierung als Scheinehe und Verweigerung des Familiennachzuges ist aus Sicht der Verwaltungsgerichtshofes jedenfalls nicht gerechtfertigt. Es steht dem APA die Möglichkeit offen, nach Einreise der Ehefrau das tatsächliche Eheleben der Eheleute entsprechend zu kontrollieren. Gem. Art. 43 PFZG ist eine bereits erteilte Bewilligung nämlich auch zu widerrufen, wenn nachgewiesen wird oder zumindest hinreichende Indizien den Schluss zulassen, dass die eheliche Gemeinschaft wenigstens seitens eines der Ehegatten überwiegend in der Absicht eingegangen oder fortgesetzt worden ist, um die Vorschriften dieses Gesetzes und der Ausführungsbestimmungen zu umgehen. Dies trifft jedenfalls auf eine Scheinehe zu, die sich anhand der oben aufgezeigten Beispiele vor Ort mit entsprechenden Zeugenbefragungen auch leicht überprüfen lassen wird.
Es handelt sich dabei gleichzeitig um ein gelinderes Mittel, das entsprechend einer Verhältnismäßigkeitsprüfung weit weniger eingriffsintensiv ist, als die Verweigerung des Familiennachzuges. Zudem erfüllt dies letztlich den gleichen Zweck, nämlich bei tatsächlichem Nichtvorliegen einer aufrechten Ehe die Wegweisung der Ehefrau zu bewirken und somit eine Einbürgerung bzw. die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung zu verhindern.
Dies entspricht überdies der Judikatur des Bundesgerichts, das in einem anderen Fall feststellte, dass die von der Beschwerdeführerin abgeleitete Aufenthaltsbewilligung des Gatten gegebenenfalls widerrufen bzw. nicht mehr erneuert werden könnte, wenn tatsächlich kein Eheleben gegeben wäre oder sich nachträglich Anhaltspunkte dafür ergäben, dass die Ehe dazu dient bzw. gedient hat, die schweizerischen Migrationsbehörden zu täuschen (Urteil vom 11. Dezember 2013 2C_320/2013; vgl. auch das Urteil des chBundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni 2009, C-1192/2006, zur Abweisung von Gesuchen betreffend erleichterte Einbürgerung bzw. deren Nichtigerklärung aufgrund einer Scheinehe).
13.
Entsprechend den obigen Ausführungen geht der Verwaltungsgerichtshof davon aus, dass der Familiennachzug für die Ehefrau des Beschwerdeführers bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen zu bewilligen sein wird. Das APA hat deshalb nunmehr das Bewilligungsverfahren weiter fortzusetzen und insbesondere auch das Vorliegen der weiteren Bewilligungsvoraussetzungen wie beispielsweise des in Art. 41 Abs. 1 Bst. e PFZG geforderten Nachweises über einen umfassenden Krankenversicherungsschutz zu prüfen.
Folglich war spruchgemäß zu entscheiden.
14.
Die Kostenentscheidung stützt sich auf Art. 41 iVm Art. 35 Abs. 1 LVG.
In Verwaltungsverfahren, in denen es nicht um Ansprüche auf Geldleistungen geht (Art. 35 Abs. 4 LVG) oder in denen die Partei nicht einer anderen Partei kontradiktorisch gegenübersteht (Art. 36 Abs. 1 LVG und die dazu ergangene stete Rechtsprechung), werden auch bei Obsiegen keine Parteikosten zugesprochen.