VGH 2020/071
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04.08.2020
VGH
Beschluss
Sprüche: abgewiesen
VGH 2020/071
BESCHLUSS
Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, lic.iur. Andreas Batliner, hat
in der Beschwerdesache des
Beschwerdeführers:
A


vertreten durch:

...
wegenAsyl (Unzulässigkeit)
gegenUnzulässigkeitsentscheid des für das Ministerium für Inneres zuständigen Regierungsmitglieds vom 15. Juni 2020 zu UE 2588212
am 04. August 2020
entschieden:
1.Die Beschwerde vom 16. Juni 2020 gegen die Entscheidung des für das Ministerium für Inneres zuständigen Regierungsmitglieds vom 15. Juni 2020 zu UE 2588212 wird abgewiesen und die angefochtene Entscheidung bestätigt.
2.Der Antrag des Beschwerdeführers vom 16. Juni 2020 auf Gewährung der Verfahrenshilfe in vollem Umfang wird abgewiesen.
3.Die Kosten des Verfahrens verbleiben dem Land.
4.Parteikosten werden keine zugesprochen.
TATBESTAND
1.
Der Beschwerdeführer, ein Staatsangehöriger Nigerias, reiste am 21.07.2018 in Liechtenstein ein und stellte bei der Landespolizei ein Asylgesuch. Er gab an, am ...2001 geboren worden, minderjährig und Christ zu sein. Bereits im Dezember 2017 sei er in Italien eingereist, wo er sich illegal aufgehalten und kein Asylgesuch gestellt habe. Über die Schweiz sei er am Vortag nach Liechtenstein gelangt, wo er die Nacht im Krankenhaus Vaduz verbracht habe.
2.
Eine Prüfung in der Europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) vom 24.07.2018 ergab, dass der Beschwerdeführer bereits am 14.07.2017 in Italien illegal aufgegriffen worden war und dort am 17.07.2017 ein Asylgesuch gestellt hatte.
Eine Abfrage des Visum-Informationssystems vom selben Tag ergab keinen Treffer.
3.
Auf der Grundlage von altersdiagnostischen Untersuchungen des Beschwerdeführers am 13.09.2018, die ergaben, dass das Erreichen des 21. Lebensjahres des Beschwerdeführers mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 % angenommen werden könne, hob das Landgericht die Bestellung einer Verhinderungskuratorin (Beschluss vom 10.09.2018 zu 06 NP.2018.82) mit Beschluss vom 04.12.2018 zu 06 NP.2018.82 auf. Das Landgericht stellte als erwiesenen Sachverhalt fest, dass der Beschwerdeführer sich entgegen seiner in Kopie vorgelegten nigerianischen Geburtsbestätigung im 21. Lebensjahr befinde.
4.
Mit Entscheidung der Regierung vom 22.10.2019 zu LNR 2019-1263 BNR 2019/1385 REG 2582 hat diese festgestellt, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und dessen Asylgesuch abgewiesen (Ziff. 1.) sowie den Beschwerdeführer nach Nigeria weggewiesen. Der Beschwerdeführer habe das Fürstentum Liechtenstein binnen 14 Tagen nach Rechtskraft der Entscheidung zu verlassen (Ziff. 2.). Im Unterlassungsfall würden Zwangsmassnahmen angeordnet (Ziff. 3.). Mit Ziff. 4. wurde dem Beschwerdeführer eine Entscheidungsgebühr in der Höhe von CHF 100.00 auferlegt. Diese Entscheidung wurde dem Beschwerdeführer am 30.10.2019 eröffnet, wobei er angab, gesund zu sein und nicht in ärztlicher Behandlung zu stehen.
Der dagegen erhobenen Beschwerde vom 12.11.2019 gab der Verwaltungsgerichtshof mit Urteil vom 28.02.2020 zu VGH 2019/123 keine Folge.
Im Rahmen des Ausreisegesprächs beim Ausländer- und Passamt am 13.03.2020 gab der Beschwerdeführer an, dass er beim Psychologen sei und Medikamente einnehme, ansonsten sei er gesund. Falls das Urteil des Staatsgerichtshofes negativ ausfalle, würde er freiwillig nach Nigeria zurückkehren; dann könne auch über die für die Rückkehr notwendigen Medikamente gesprochen werden.
5.
Dem Antrag des Beschwerdeführers vom 11.03.2020, seiner Individualbeschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, gab der Staatsgerichtshof mit Beschluss vom 16.04.2020 Folge. Seinem am 18.03.2020 beim Staatsgerichtshof eingelangten Antrag hatte der Beschwerdeführer einen Bericht seiner Psychotherapeutin vom 16.03.2020 beigelegt.  
6.
Am 11.05.2020 langte beim Ausländer- und Passamt das gegenständliche Asylgesuch ("Asylfolgeantrag") des rechtsfreundlich vertretenen Beschwerdeführers ein. Zwischenzeitlich habe sich ein weiterer Asylgrund bzw. ein Grund für die vorläufige Aufnahme gemäss Asylgesetz ergeben, weil der Beschwerdeführer unter schweren psychischen Problemen mit konkreten Suizidgefährdungen leide. Entgegen dem Neuerungsverbot sei sein Antrag zulässig, weil ein Grund hinzugetreten sei, der zumindest für die vorläufige Aufnahme spreche; dies so lange, bis der Beschwerdeführer einigermassen stabil sei, um allfällig abgeschoben zu werden. In Nigeria sei eine solche medizinische Behandlung nicht zu erwarten.
Diesem Antrag war der Bericht der Psychotherapeutin vom 16.03.2020 beigelegt. Demgemäss suchte der Beschwerdeführer die Psychotherapeutin im Zeitraum vom 12.12.2019 bis zum 12.03.2020 an acht Terminen auf und leide an einer zumindest mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode mit Suizidgedanken (F32.11). Es sei davon auszugehen, dass es sich um eine Traumafolgestörung handle, wobei den Beschwerdeführer vor allem der frühe Verlust seiner Mutter und die Erlebnisse während seiner Gefangenschaft in Libyen belasteten. Eine Behandlung finde durch engmaschige, wöchentlich stattfindende Psychotherapie und zusätzlich konsekutive antidepressive Therapie durch den behandelnden Hausarzt statt. Ohne Behandlung seien suizidale Handlungen wahrscheinlich, da die Aussicht auf Ausschaffung eine starke Verschlechterung seines Zustandsbildes bewirke. Mit Behandlung sei vorerst eine Stabilisierung seines Zustandsbildes mit dem nachfolgenden Ziel zu erreichen, sich mit seiner Rückkehr auseinanderzusetzen. Es sei davon auszugehen, dass die empfohlene psychotherapeutische und antidepressive Behandlung in einem Land wie Nigeria nicht gewährleistet werden könne.
7.
Am 15.06.2020 entschied das für das Ministerium für Inneres zuständige Regierungsmitglied nach Art. 5 Abs. 2 AsylG, dass der Asylfolgeantrag des Beschwerdeführers wegen Unzulässigkeit vollumfänglich zurückgewiesen (Ziff. 1.) und der Beschwerdeführer nach Nigeria weggewiesen werde (Ziff. 2.). Der Beschwerdeführer habe das Fürstentum Liechtenstein binnen sieben Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids zu verlassen (Ziff. 3.). Im Unterlassungsfall würden angemessene Zwangsmassnahmen angeordnet (Ziff. 4.).
8.
Mit Schriftsatz vom 16.06.2020 erhob der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde gegen den Unzulässigkeitsentscheid vom 15.06.2020 an den Verwaltungsgerichtshof. Darin ficht er den Unzulässigkeitsentscheid zur Gänze an und macht als Beschwerdegründe rechtswidriges Vorgehen und Erledigen in der Verwaltungssache geltend. Die Unterinstanz habe den Beschwerdeführer durch ihr Verhalten und ihre Erledigung in seinen rechtlich anerkannten und von der Behörde zu schützenden Interessen unmittelbar verletzt und benachteiligt sowie seine Interessen unmittelbar unzweckmässig und unbillig behandelt (Beschwerdegründe gemäss Art. 90 Abs 6 LVG).
Der Beschwerdeführer stellte die Anträge, der Verwaltungsgerichtshof wolle dem Beschwerdeführer in vollem Umfang Verfahrenshilfe gewähren und die Rechtsanwaltskammer auf die Vorbefassung des Rechtsvertreters hinweisen. Weiter wolle der Verwaltungsgerichtshof der gegenständlichen Beschwerde vollumfänglich Folge geben und die Entscheidung der Regierung vom 15.06.2020 dahingehend abändern, dass hier die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers ausgesprochen werde; in eventu eine mündliche Verhandlung ansetzen; in eventu wolle der Verwaltungsgerichtshof der Beschwerde insofern stattgeben, als die Entscheidung der Regierung vom 15.06.2020 aufgehoben und die Verwaltungsrechtssache unter Bindung an die Rechtsansicht des Verwaltungsgerichtshofes zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung an die Unterinstanz zurückgeleitet werde.
In jedem Fall wolle der Verwaltungsgerichtshof die Verfahrenskosten beim Land Liechtenstein belassen und das Land Liechtenstein dazu verpflichten, dem Beschwerdeführer seine nachstehend verzeichneten Kosten zu Handen seines Rechtsvertreters binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.
Der Beschwerde beigelegt waren ein Kostenverzeichnis des Rechtsvertreters, die an diesen erteilte Vollmacht, ein aktuelles Vermögensbekenntnis des Beschwerdeführers und eine Kopie des angefochtenen Unzulässigkeitsentscheids.
9.
Mit Urteil des Staatsgerichtshofes vom 29.06.2020 zu StGH 2020/028 (Eingang beim Verwaltungsgerichtshof am 31.07.2020), wurde der Individualbeschwerde des Beschwerdeführers gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes zu VGH 2019/123 keine Folge gegeben.
10.
Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes zog die den Beschwerdeführer betreffenden Akten des Ausländer- und Passamtes sowie der Regierung bei und entschied am 04.08.2020 wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Der Beschwerdeführer stellte am 11.05.2020 in Liechtenstein sein zweites Asylgesuch. Somit ist das Asylgesetz (AsylG) vom 14.12.2011, LGBl. 2012 Nr. 29 idF LGBl. 2018 Nr. 392, anwendbar.
Gemäss Art. 76 Abs. 1 AsylG kann gegen Entscheidungen der Regierung oder des zuständigen Regierungsmitglieds binnen 14 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof eingereicht werden.
Gemäss Art. 77 Abs. 2 Bst. a bzw. Bst. c AsylG entscheidet ein Einzelrichter des Verwaltungsgerichtshofes endgültig über Beschwerden gegen Entscheidungen betreffend die Unzulässigkeit eines Asylgesuchs und die damit verbundene Wegweisung bzw. über Anträge. Zuständig ist gemäss Geschäftsordnung vom 15.02.2019, LGBl. 2019 Nr. 42, iVm Ziff. 6. der Geschäftsverteilung vom 31.01.2020 der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes (Art. 77 Abs. 4 AsylG; abrufbar unter: www.vgh.li).
Die rechtzeitige Beschwerde des bereits im erstinstanzlichen Verfahren rechtsfreundlich vertretenen Beschwerdeführers ist als zulässig im Sinne des Art. 76 Abs. 1 AsylG zu werten.
2.
Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes schliesst sich den Feststellungen wie auch der rechtlichen Prüfung im Unzulässigkeitsentscheid vollinhaltlich an, weshalb diese zum Inhalt der vorliegenden Entscheidung erklärt werden (Art. 101 Abs. 4 LVG).
So der in diesem Verfahren stets rechtsfreundlich vertretene Beschwerdevertreter in seiner Beschwerde zum Sachverhalt anführt, der Beschwerdeführer habe am 21.07.2018 ein Asylgesuch gestellt, welches nunmehr mit der angefochtenen Entscheidung als unzulässig zurückgewiesen werde, gleichzeitig werde der Beschwerdeführer nach Italien weggewiesen, erweist sich dieses Vorbringen als grob aktenwidrig und war diesem nicht zu folgen.
Vielmehr liegt dem vorliegend angefochtenen Unzulässigkeitsentscheid der durch den Rechtsvertreter selbst so bezeichnete Asylfolgeantrag vom 11.05.2020 zugrunde. Über das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 21.07.2018 hat die Regierung am 22.10.2019 in einem materiellen Asylverfahren abschlägig entschieden. Diese Entscheidung wurde im Beschwerdeverfahren durch den Verwaltungsgerichtshof mit Urteil vom 28.02.2020 zu VGH 2019/123 bestätigt. Auch der Staatsgerichtshof gab einer dagegen erhobenen Individualbeschwerde keine Folge (StGH 2020/028 vom 29.06.2020). Vorliegend wurde auch keine Wegweisung nach Italien, sondern eine Wegweisung in das Heimatland des Beschwerdeführers, Nigeria, ausgesprochen.
3.
Der Beschwerdevertreter bemängelt in seiner Beschwerde, dass vorliegend eine Zurückweisung und keine meritorische Entscheidung erfolgt sei, was umso bemerkenswerter sei, als ansonsten ja gar nie Asylgründe bzw. Abschiebungsgründe geltend gemacht werden könnten, die nach der behördlichen Entscheidung entstanden seien. Sogar im Staatsgerichtshofgesetz sei ausdrücklich vorgesehen, dass Neuerungen vorgebracht werden könnten, wenn sie ansonsten gar keiner gerichtlichen Stelle mehr vorgelegt werden könnten.
Dem ist bereits entgegenzuhalten, dass der Beschwerdevertreter selbst den Antrag als "Asylfolgeantrag" tituliert. Hierzu bestimmt Art. 20 Abs. 1 Bst. d erster Fall AsylG, dass ein Asylgesuch unzulässig ist, wenn der Asylsuchende bereits ein Asylverfahren in Liechtenstein durchlaufen hat und nicht glaubhaft machen kann, dass in der Zwischenzeit Ereignisse eingetreten sind, die für die Flüchtlingseigenschaft relevant sind. Das nach der Geschäftsverteilung zuständige Regierungsmitglied entscheidet über die Unzulässigkeit eines Asylgesuches nach Art. 20 (Art. 5 Abs. 2 AsylG).
Der Beschwerdeführer macht mit seinem neuerlichen Asylgesuch lediglich seit der ersten Asylentscheidung neu hinzugekommene medizinische Probleme und damit keine Asylgründe im Sinne des Asylgesetzes bzw. der Genfer Flüchtlingskonvention geltend. Auch beantragt er mit seiner nunmehrigen Beschwerde rechtsrichtig nicht, ihm den Asylstatus zuzuerkennen. Da er damit aber gerade keine Ereignisse im Sinne des Art. 20 Abs. 1 Bst. d AsylG geltend machen kann, die für die Flüchtlingseigenschaft relevant wären, hat das für das Ressort für Inneres zuständige Regierungsmitglied zu Recht seine Kompetenz nach Art. 5 Abs. 2 AsylG wahrgenommen.
Auch der Staatsgerichtshof hat zu Art. 20 Abs. 1 Bst. d  AsylG festgehalten, dass der liechtensteinische Gesetzgeber dem zuständigen Regierungsmitglied die Prüfung der Frage übertragen wollte, ob konkrete Verfolgungsgründe geltend gemacht wurden. Liege ein solcher Fall vor, dann (und nur dann) sei das Regierungsmitglied unzuständig und der Fall vom Kollegium zu entscheiden (StGH 2018/131 vom 13.05.2019, Erw. 2, öffentlich abrufbar).
Folglich ist durch den Verwaltungsgerichtshof weder zu beanstanden, dass das zuständige Regierungsmitglied und nicht das Kollegium der Regierung tätig wurde, noch, dass vorliegend keine neuerliche Entscheidung im materiellen Asylverfahren erging, sondern ein Unzulässigkeitsentscheid gefällt wurde (s. zum Vorbringen der "Abschiebegründe" Erw. 4ff).
4.
Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass die Entscheidungsaussprüche der Regierung auslegungsbedürftig seien, weil mit dem angefochtenen Unzulässigkeitsentscheid erneut eine Wegweisung ausgesprochen werde und Zwangsmittel angedroht seien, obwohl der Staatsgerichtshof eine einstweilige Massnahme erlassen und die aufschiebende Wirkung ausgesprochen habe.
Hierzu ist festzuhalten, dass der Staatsgerichtshof mit Urteil vom 29.06.2020 zu StGH 2020/028 der Individualbeschwerde des Beschwerdeführers gegen das endgültige Urteil des Verwaltungsgerichtshofes vom 28.02.2020 zu VGH 2019/123 keine Folge gegeben hat. Somit muss das Vorbringen, dass der Individualbeschwerde in diesem Verfahren aufschiebende Wirkung zukommt - mittlerweile - ins Leere laufen.
Hervorzuheben ist hierzu, dass der vorliegenden Beschwerde vom 16.06.2020 gegen den ergangenen Unzulässigkeitsentscheid neuerlich gemäss Art. 81 AsylG die aufschiebende Wirkung zukommt, weshalb die Rechte des Beschwerdeführers jedenfalls gewahrt sind. Würde man der Rechtsansicht des Beschwerdevertreters folgen und hätte das zuständige Regierungsmitglied keine neuerliche Prüfung des Wegweisungsvollzugs vorgenommen und die vorliegende Wegweisungsverfügung nicht erlassen, so wäre die Wegweisungsverfügung des Vorverfahrens mit der nunmehrigen Entscheidung des Staatsgerichtshofes vollstreckbar. Folglich hätte der Beschwerdeführer Liechtenstein trotz des vorliegenden Beschwerdeverfahrens über seinen Asylfolgeantrag zu verlassen. Damit ist dieser durch das rechtskonforme Vorgehen des zuständigen Regierungsmitgliedes besser gestellt, als würde dem Vorbringen des Rechtsvertreters gefolgt werden.
Insbesondere bestimmt Art. 25 Abs. 1 AsylG, dass vorbehaltlich Art. 29 Abs. 1 gleichzeitig mit der Entscheidung, dass das Gesuch wegen Unzulässigkeit zurückgewiesen wird, die Wegweisung aus Liechtenstein zu verfügen und der Vollzug anzuordnen ist. Nicht zuletzt macht der rechtsfreundlich vertretene Beschwerdeführer gerade keine asylrelevanten Gründe geltend, sondern bringt ausschliesslich neu hinzugekommene medizinische Gründe vor, die dem Vollzug der Wegweisung entgegenstünden.
5.
Ins Leere gehen muss auch, wenn der Beschwerdeführer unter II.3.II.2 seiner Beschwerde vorbringt, es liege ein Verstoss gegen die Begründungspflicht vor, weil die Regierung selbst ausführe, dass die gesundheitlichen Probleme erst nach der Regierungsentscheidung entstanden seien bzw. entdeckt wurden, was auch der Beschwerdeführer in seinem Antrag behaupte. Deshalb hätte die Regierung sich mit dem Vorbringen inhaltlich befassen und entsprechend begründen müssen, warum hier keine Neuerung erlaubt sein solle.
Hierzu ist eingangs auf die oben festgehaltene Zuständigkeit des einzelnen Regierungsmitgliedes zu verweisen, die sich aus dem unstrittigen Nichtvorliegen asylrelevanter Ereignisse ergibt, weshalb als Rechtsfolge durch die Regierung gerade nicht in ein materielles Asylverfahren einzusteigen war.
Was den Erlass der Wegweisungsverfügung nach Art. 25ff AsylG und die Prüfung des Vollzugs der Wegweisung gemäss Art. 29 Asylgesetz anbelangt, ist hervorzuheben, dass diese Bestimmungen sowohl im materiellen Asylverfahren wie auch im Unzulässigkeitsverfahren ohne Einschränkung zur Wahrung des Non-Refoulement-Prinzips zur Anwendung gelangen. Das zuständige Regierungsmitglied durfte dabei auf die nach wie vor aktuelle Vorentscheidung im materiellen Asylverfahren Bezug nehmen und die damaligen Ergebnisse berücksichtigen (Entscheidungsgründe Ziff. 6 des angefochtenen Unzulässigkeitsentscheids).
Der Beschwerdevertreter übersieht mit seinen Ausführungen, dass das zuständige Regierungsmitglied sich mit dem neuen Vorbringen durchaus auch inhaltlich begründet auseinandergesetzt hat. So wurde dem Beschwerdeführer vorgehalten, noch im Beschwerdeverfahren zu VGH 2019/123 vor dem Verwaltungsgerichtshof keine gesundheitlichen Probleme vorgebracht zu haben, weshalb von einer Verschlechterung des Zustandes erst nach dem Urteil zu VGH 2019/123 vom 28.02.2020 auszugehen sei. Auch werde mit dem Asylfolgeantrag kein aktueller Befund vorgelegt, weshalb davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer in den Wochen vor Antragstellung bereits von der erfolgten medikamentösen und psychotherapeutischen Therapie profitiert habe. Eine gegenteilige Mitteilung über eine etwaige Verschlechterung der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers sei weder beim Ausländer- und Passamt noch beim zuständigen Regierungsmitglied eingegangen. Die Diagnose stamme überdies von einer Fachpsychologin für Klinische Psychologie und Psychotherapie und mithin nicht von einer psychiatrischen Fachperson, weshalb die Aussagekraft des Krankheitsbildes als eingeschränkt zu bezeichnen sei. Dass der Beschwerdeführer bereits seit geraumer Zeit an einer (chronischen) psychischen Erkrankung leide, werde nicht dargetan.
Gleichermassen wurde im Unzulässigkeitsentscheid auf die ständige Rechtsprechung des schweizerischen Bundesverwaltungsgerichtes zu Nigeria wie auch des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte verwiesen, wonach kein völkerrechtliches Wegweisungsvollzugshindernis vorliege, der rechtsfreundlich vertretene Beschwerdeführer kein "real risk" darlege und es in einem derartigen Fall den mit der Rückführung beauftragten Behörden obliege, einer allfälligen Suizidgefahr angemessen zu begegnen. Weil dem Beschwerdeführer Rückkehrhilfe in finanzieller und/oder medizinischer Form, zB durch Mitgabe von Medikamenten, gewährt werden könne, sei auch nicht davon auszugehen, dass eine ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich ziehen werde, vielmehr seien Medikamente verfügbar und sei der Beschwerdeführer gegebenenfalls finanziell auszustatten. Damit sei seine medikamentöse Versorgung auch im Heimatland gesichert. 
Indem der rechtsfreundlich vertretene Beschwerdeführer in seiner Beschwerde auf diese inhaltlichen Ausführungen nicht eingeht, verstösst er gegen die ihm im Beschwerdeverfahren obliegende Rüge- und Substantiierungspflicht (LES 2015, 25; LES 2014, 155). Mit Verweis auf die ausführliche Begründung des Unzulässigkeitsentscheids erweist sich das Beschwerdevorbringen, dass die Regierung ihre Begründungspflicht verletzt habe, als haltlos.
6.
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass ein Verstoss gegen den Untersuchungsgrundsatz wie auch eine unrichtige rechtliche Beurteilung vorliege. Es bestehe ein Abschiebungshindernis in den Staat Nigeria, in dem die medizinische Versorgung auch von der Regierung als sehr mangelhaft eingeschätzt werde. Deshalb hätte die Regierung die medizinische Versorgung des Beschwerdeführers in seinem Heimatstaat überprüfen müssen. Hätte die Regierung diese leicht zu ermittelnden Tatsachen erforscht, wäre sie womöglich zu einem anderen Ergebnis gelangt. Gegenständlich liege eine unrichtige rechtliche Beurteilung vor.
Auch damit kann der Beschwerdeführer den Feststellungen im Unzulässigkeitsentscheid nicht entgegentreten und ist er auf die obigen Ausführungen in Erw. 5 zu verweisen. Insbesondere bringt er trotz Vorhalts im Unzulässigkeitsentscheid kein die dortigen Feststellungen widerlegendes, aktuelles medizinisches Gutachten vor. Auch der Staatsgerichtshof hält in seinem Urteil zu StGH 2020/028 fest, dass sich an der Bescheinigungslast medizinischer Wegweisungshindernisse und damit am Aufzeigen einer reellen Gefahr im Sinne des Art. 3 EMRK nichts geändert habe. Eine derartige Bescheinigung habe der Beschwerdeführer aber gerade nicht erbracht (Erw. 3.3; vgl. zu den derartigen Wegweisungshindernissen ua VGH 2017/105 vom 24.11.2017 mwN, bestätigt durch StGH 2017/197 vom 15.05.2018, beide öffentlich abrufbar).
Folglich erkennt auch der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes keinen Verstoss des Untersuchungsgrundsatzes. Nur der Vollständigkeit halber verweist der erkennende Richter auch auf das rechtskräftige Urteil zu VGH 2019/123, in dem festgehalten wurde, dass der Beschwerdeführer in der Stadt B, Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates C, wo er durch seine Tante über wohlsituierte Verwandte verfügt, unterkommen kann. Laut angefochtenem Unzulässigkeitsentscheid liegt gerade in den Grossstädten eine medizinische Grundversorgung vor, weshalb auch deshalb den Feststellungen des zuständigen Regierungsmitgliedes zu folgen ist, dass dem Beschwerdeführer in Nigeria, so notwendig, eine grundsätzliche Weiterbehandlung (seines im Wesentlichen auf dem Fluchtweg erlebten Traumas) möglich sein wird und für diesen kein reales Risiko erkennbar ist. Worin die unrichtige rechtliche Beurteilung liegen soll, führt der Beschwerdevertreter im Übrigen nicht näher aus und ist folglich nicht nachvollziehbar.
7.
Ebenfalls wenig nachvollziehbar erweist sich letztlich das zum Verstoss gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip dargelegte Vorbringen, wonach Liechtenstein im Sinne der Dublin-III-Verordnung für das Verfahren des Beschwerdeführers zuständig geworden sein könnte. Diese Frage wurde bereits im Konsultationsverfahren mit Italien, das dem materiellen Asylverfahren zu VGH 2019/123 vorangegangen war, geklärt und resultierte - aufgrund der damals angenommenen Minderjährigkeit des Beschwerdeführers bzw. der in weiterer Folge abgelaufenen Fristen - gerade in der Zuständigkeit Liechtensteins. 
Wenn der Beschwerdeführer dabei weiter anführt, die Regierung hätte in ihrer Entscheidung gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip verstossen, weil sie als gelinderes Mittel mindestens bis zur Prüfung, ob die Krankheit des Beschwerdeführers in Nigeria behandelbar sei, die vorläufige Aufnahme für den Beschwerdeführer hätte aussprechen müssen, so ist auch hier darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdevertreter sich nicht mit den Ausführungen im Unzulässigkeitsentscheid auseinandersetzt und damit den dortigen Feststellungen nicht entgegentreten kann.
Ebenso muss der Hinweis, dass ansonsten die gegenständliche StGH-Beschwerde 2020/028 obsolet wäre, ins Leere gehen, weil der Staatsgerichtshof mittlerweile in dieser Sache abschlägig entschieden hat. 
Bei diesem Ergebnis war den Beschwerdeanträgen nicht zu folgen, sondern spruchgemäss zu entscheiden.
8.
Gemäss Art. 83 Abs. 1 Bst. a AsylG kann Asylsuchenden nach Massgabe der einschlägigen Bestimmungen der Zivilprozessordnung Verfahrenshilfe im Beschwerdeverfahren gewährt werden.
Ein Antrag auf Gewährung von Verfahrenshilfe kann gemäss Art. 83 Abs. 1a Asylgesetz frühestens mit dem verfahrenseinleitenden Schriftsatz bzw. der Beschwerde gestellt werden, was vorliegend eingehalten worden ist.
Gemäss § 63 Abs. 1 ZPO ist einer Verfahrenspartei Verfahrenshilfe zu bewilligen, wenn sie ausser Stande ist, die Kosten der Führung des Verfahrens ohne Beeinträchtigung des notwendigen Unterhalts zu bestreiten und die beabsichtigte Rechtsverfolgung nicht als offenbar mutwillig oder aussichtslos erscheint. Als notwendiger Unterhalt ist derjenige Unterhalt anzusehen, den die Partei für sich und ihre Familie, für deren Unterhalt sie zu sorgen hat, zu einer einfachen Lebensführung benötigt. Als mutwillig ist die Rechtsverfolgung besonders anzusehen, wenn eine nicht die Verfahrenshilfe beanspruchende Partei bei verständiger Würdigung aller Umstände des Falles, besonders auch der für die Eintreibung ihres Anspruches bestehenden Aussichten, von der Führung des Verfahrens absehen oder nur einen Teil des Anspruches geltend machen würde.
Laut ständiger Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes (vgl. ua in StGH 2015/116 vom 26.01.2016, derzeit nicht öffentlich abrufbar) liegt eine offenbare Aussichtslosigkeit der begehrten Rechtsverfolgung vor, wenn die Rechtsverfolgung schon ohne nähere Prüfung der Angriffs- oder Abwehrmittel als erfolglos erkannt werden kann. Um die Verfahrenshilfe bewilligen zu können, muss der Erfolg zwar nicht gewiss, aber nach der sofort erkennbaren Lage eine gewisse (wenn auch nicht allzu grosse) Wahrscheinlichkeit für sich haben (vgl. Michael Bydlinski, in: Fasching / Konecny [Hrsg.], Kommentar zu den Zivilprozessgesetzen, 2. Band/1. Teilband, 3. Aufl., Wien 2015, § 63, Rz. 20; vgl. auch StGH 2013/171 vom 01.09.2014, abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li). Ob eine Rechtsverfolgung offenbar aussichtslos ist, muss nämlich objektiv beurteilt werden, was im konkreten Fall eine Auseinandersetzung mit dem Vorbringen des Antragstellers in seinem Verfahrenshilfeantrag unter Zugrundelegung des Unzulässigkeitsentscheids erfordert. Bei der Prüfung der Erfolgsaussichten einer Beschwerdeführung ist jedoch grundsätzlich kein allzu strenger Massstab anzulegen, um den Anspruch der Verfahrenshilfe in einer für die Betroffenen existenziellen Angelegenheit nicht von vorneherein leer laufen zu lassen (vgl. Bydlinski aaO § 63 ZPO, Rz. 20 und Robert Fucik, in: Walter H. Rechberger [Hrsg.], Kommentar zur ZPO, 4. Aufl., Wien 2014, § 63 ZPO Rz. 6, jeweils mit Rechtsprechungsnachweisen). Die Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Prozessführung bzw. Rechtsverteidigung bedingt gemäss Judikatur des Staatsgerichtshofes jedenfalls eine ex ante bzw. prima facie Würdigung der Vorbringen und Umstände, auf die sich die antragstellende Partei beruft (StGH 2015/003 vom 23.03.2015, derzeit nicht öffentlich abrufbar; vgl. auch StGH 2013/171 vom 01.09.2014, VGH 2016/056 vom 29.04.2016, Erw. 6, beide abrufbar unter: www.gerichtsentscheide.li).
Während zugunsten des Beschwerdeführers von einer Bedürftigkeit ausgegangen wird, ist ein Beschwerdeverfahren des Beschwerdeführers, der in Liechtenstein bereits sein materielles Asylverfahren durchlaufen hat und mit dem nunmehrigen Asylfolgeantrag keine asylrelevanten Gründe geltend macht sowie den Feststellungen im Unzulässigkeitsentscheid nicht ansatzweise entgegentritt, in einer prima facie-Prüfung als offenbar aussichtslos zu beurteilen. Insbesondere ist hervorzuheben, dass er den Feststellungen, dass aufgrund des nicht aktuellen Gutachtens davon auszugehen sei, dass er in den Wochen vor Antragstellung bereits von der erfolgten medikamentösen und psychotherapeutischen Therapie profitiert habe, kein völkerrechtliches Wegweisungsvollzugshindernis vorliege und seine medikamentöse Versorgung auch im Heimatland gesichert sei, nicht entgegentreten kann.
Damit erstattet der Beschwerdeführer kein geeignetes Vorbringen und erweist sich das Beschwerdeverfahren über sein zweites Asylgesuch als offensichtlich aussichtslos.
Aufgrund des Vorliegens dieser Negativvoraussetzung kann dem Beschwerdeführer keine Verfahrenshilfe zugesprochen werden und war dessen Antrag spruchgemäss abzuweisen.
Dem Beschwerdeführer, der bereits in erster Instanz rechtsfreundlich vertreten war, ist überdies Mutwilligkeit vorzuhalten. Trotz Kenntnis, dass ein aktuelles Gutachten eines Facharztes vorzulegen ist, hat er davon abgesehen und das vorliegende Beschwerdeverfahren angestrengt. Den in diesem Verfahren ergangenen Unzulässigkeitsentscheid bekämpft er nicht annähernd substantiiert. Eine nicht die Verfahrenshilfe beanspruchende Partei würde jedoch mangels Erfolgsaussichten von der Führung eines derartigen Verfahrens absehen. Deshalb war dem Beschwerdeführer auch aus diesem Grund keine Verfahrenshilfe zu gewähren.
Folglich war dem Beschwerdeführer auch keine Nachfrist für eine Ergänzung seiner Beschwerde gemäss Art. 80 Abs. 1a AsylG zu setzen.
9.
Auf die Auferlegung von Gebühren für das gegenständliche Verfahren kann verzichtet werden (Art. 8 Abs. 4 GGG).
10.
Mit der Beschwerde legte der Beschwerdevertreter auch sein Kostenverzeichnis vor. Parteikosten können jedoch nicht zuerkannt werden, weil in Verwaltungsverfahren, in denen es nicht um Ansprüche auf Geldleistungen geht (Art. 35 Abs. 4 LVG) oder in denen die Partei nicht einer anderen Partei kontradiktorisch gegenübersteht (Art. 36 Abs. 1 LVG und die dazu ergangene stete Rechtsprechung ua bereits der VBI in LES 1995, 48 und des StGH in LES 1999, 158), selbst bei Obsiegen keine Parteikosten zugesprochen werden.