VGH 2019/123
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28.02.2020
VGH
Urteil
Sprüche: abgewiesen
VGH 2019/123
Der Verwaltungsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, hat durch die
Richterlic.iur. Andreas Batliner, Präsident
lic.iur. Marion Seeger
lic.iur. Adrian Rufener
Dr.iur. Esther Schneider
lic.iur. Daniel Tschikof
in der Beschwerdesache des
Beschwerdeführers:
A

wegenAsyl
gegenEntscheidung der Regierung vom 22. Oktober 2019 zu LNR 2019-1263 BNR 2019/1385 REG 2582
in der nicht-öffentlichen Sitzung vom 28. Februar 2020
entschieden:
1.Die Beschwerde vom 12. November 2019 gegen die Entscheidung der Regierung vom 22. Oktober 2019 zu LNR 2019-1263 BNR 2019/1385 REG 2582 wird abgewiesen und die angefochtene Regierungsentscheidung bestätigt.
2.Der Antrag des Beschwerdeführers vom 12. November 2019 auf Gewährung der Verfahrenshilfe in vollem Umfang für dieses Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.
3.Die Kosten des Verfahrens verbleiben beim Land.
TATBESTAND
1.
Der Beschwerdeführer, ein Staatsangehöriger Nigerias, reiste am 21.07.2018 in Liechtenstein und stellte bei der Landespolizei ein Asylgesuch. Er gab an, am *** 2001 geboren worden und Christ zu sein. Bereits im Dezember 2017 sei er in Italien eingereist, wo er sich illegal aufgehalten und kein Asylgesuch gestellt habe. Über die Schweiz sei er am Vortag nach Liechtenstein gelangt, wo er die Nacht im Krankenhaus Vaduz verbracht habe.
2.
Eine Prüfung in der Europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) vom 24.07.2018 ergab, dass der Beschwerdeführer bereits am 14.07.2017 in Italien illegal aufgegriffen worden war und dort am 17.07.2017 ein Asylgesuch gestellt hatte.
Eine Abfrage des Visum-Informationssystems vom selben Tag ergab keinen Treffer.
3.
Der Beschwerdeführer wurde am 24.07.2018 vom Ausländer- und Passamt (APA) zu seiner Einreise befragt. Er gab an, er sei am 01.04.2016 aus Nigeria ausgereist und mit dem Boot nach Italien gelangt. In Italien habe er weder eine Befragung zu seinen Asylgründen noch eine Entscheidung erhalten. Im Heim, wo er untergebracht gewesen sei, habe es Probleme gegeben, weil die anderen getrunken, geraucht und Haschisch verkauft hätten, woran er sich nicht habe beteiligen wollen. Deshalb sei er am 20.07.2018 aus Italien ausgereist. Er besitze keinen Identitätsnachweis und keinen Geburtsschein, sein Vater habe sein Geburtsdatum jedoch aufgeschrieben. Er sei das einzige Kind seiner Eltern. Ein weiteres Kind seines Vaters sei verstorben. 
Auch seine Eltern seien verstorben, der Vater im Jahr 2012 und die Mutter im Jahr 2015. Verwandte hätten sich bis 2016 um ihn gekümmert, sie hätten ihn jedoch wie einen Sklaven behandelt, weshalb er ihnen das Geld für die Reise gestohlen habe und geflüchtet sei. 
Sein Heimatland habe er aus religiösen Gründen verlassen. Der Beschwerdeführer sei wie seine Mutter Christ und mit dieser zur Kirche gegangen. Es habe etwas gegeben, das sein Vater verehrt habe. Nach seinem Tod hätte er seinen Vater ersetzen und ebenfalls diese "Alusi" verehren müssen. Da seine Mutter dies verweigert habe, sei es zu Problemen in der Gemeinschaft gekommen. Seine Mutter sei deshalb 2015 verstorben.
4.
Am 28.08.2018 wurde dem Beschwerdeführer vorgehalten, dass dieser in Italien den ***1995 als Geburtsdatum angegeben hatte, wobei dieser ausführte, dass die italienischen Behörden seine Aussagen falsch protokolliert hätten. Dem Beschwerdeführer wurde durch das APA aufgetragen, ein Geburtszertifikat zu besorgen, sowie mitgeteilt, dass ein Termin für eine Altersbestimmung organisiert werde.
5.
Mit Email vom 03.09.2018, gesendet vom Smart Phone des Beschwerdeführers, übermittelte dieser eine Kopie seiner nigerianischen Geburtsbestätigung, ausgestellt am 31.08.2018, wonach er am ***2001 in *** / Nigeria geboren worden sei. 
6.
Aufgrund der angegebenen Minderjährigkeit des Beschwerdeführers hatte das APA mit Schriftsatz vom 25.07.2018 die Bestellung eines Verhinderungskurators beim Landgericht beantragt. Dieses bestellte MLaw B mit Beschluss vom 10.09.2018 zu 06 NP.2018.82 bis zum rechtskräftigen Abschluss des vor den liechtensteinischen Landesbehörden anhängigen Asylverfahrens.
7.
Im durch das APA mit den italienischen Behörden durchgeführten Konsultationsverfahren teilten diese - zuletzt am 11.09.2018 unter Berufung auf das Verstreichen einer Frist - mit, nicht für das Asylverfahren des Beschwerdeführers zuständig zu sein.
8.
Die altersdiagnostischen Untersuchungen des Beschwerdeführers vom 13.09.2018 mit Gutachten vom 23.09.2018 ergaben, dass das durch den Beschwerdeführer in Liechtenstein angegebene Lebensalter von 16 Jahren und 9 Monaten mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 10 % als sehr unwahrscheinlich, das in Italien angegebene Lebensalter von 23 Jahren und 6 Monaten mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 % als möglich und das Erreichen des 21. Lebensjahres mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 % angenommen werden kann.
Im Beisein seiner Verhinderungskuratorin wurde dem Beschwerdeführer dazu am 28.09.2018 das rechtliche Gehör durch das APA gewährt. Der Beschwerdeführer beharrte darauf, in Liechtenstein das ihm von seinem Vater mitgeteilte Geburtsdatum angegeben zu haben. In Italien sei nicht das niedergeschrieben worden, was er angegeben habe. Seine Geburtsurkunde habe ihm sein Freund, den er via Facebook kontaktiert habe, in ***, beschafft. Dieser habe dem Beschwerdeführer auch gesagt, dass er in seinem Dorf gesucht werde. Als erster Sohn seines Vaters hätte er nach dessen Tod das Vermögen des Vaters, das Land und die Landwirtschaft übernehmen müssen. Seine Mutter habe aber gesagt, dass der Beschwerdeführer noch ein Kind sei, weshalb er das Land nicht übernehmen werde, was Unruhe gebracht habe. Das Committee, die Gemeinschaft, habe täglich Versammlungen abgehalten und gegen den Beschwerdeführer und dessen Mutter gesprochen.
Nach Rückübersetzung gab der Beschwerdeführer an, dass die Gemeinschaft gesagt habe, dass der Beschwerdeführer das Land nicht übernehmen sollte, weil die Gemeinschaft das Land selbst übernehme.
9.
Mit Schriftsatz vom 02.10.2018 beantragte das APA beim Landgericht die Aufhebung der Vertretung durch die Verhinderungskuratorin.
Mit Beschluss des Landgerichts vom 04.12.2018 zu 06 NP.2018.82 wurde die Verhinderungskuratorin ihres Amtes enthoben. Das Landgericht stellte als erwiesenen Sachverhalt fest, dass der Beschwerdeführer sich im 21. Lebensjahr befinde. Dies ergebe sich aus dem vorgelegten Altersgutachten. Der vorgelegte Geburtsschein sei nicht geeignet, Zweifel an diesem Gutachten zu begründen, weil dieser von einem Freund beschafft worden sein soll, ohne dass dieser hierfür eine Vollmacht des Beschwerdeführers benötigt oder gegenüber den Behörden ein Beweismittel vorlegt habe. 
10.
Der Beschwerdeführer wurde am 28.08.2019 im Beisein einer Hilfswerkvertretung mittels Dolmetscherin zu seinen Asylgründen befragt. Er gab zusammengefasst an, dass die Mehrheit seines grossen Dorfes Christen seien, insbesondere gebe es sehr viele Katholiken. Es habe auch traditionelle Religionsangehörige gegeben. Nach dem Tod des Vaters etwa im Februar 2012 hätten die Dorfbewohner gefordert, dass er den Platz des Vaters bei der Vorbereitung eines Rituals einnehme und auch den Geist verehre, andernfalls würde er das Land seines Vaters nicht mehr besitzen. Die Mutter habe sich dagegen ausgesprochen, dass der minderjährige Beschwerdeführer den Platz des Vaters einnehme. Deshalb hätten sich die Dorfbewohner zusammengetan, um ihm und seiner Mutter finanziell zu schaden. Die Dorfbewohner hätten der Polizei Schmiergelder gegeben, weshalb diese den Beschwerdeführer festgenommen habe und seine Mutter ihn habe freikaufen müssen. Der Beschwerdeführer habe hierfür einen Ausweg gesucht, damit man ihnen das Geld für diesen Freikauf lieh. Dies sei auf Kosten des Landes gegangen, das sie bewirtschaftet hätten. Sie hätten zwei Stück Land gehabt und die anderen hätten ihnen eines davon nehmen wollen. Sie hätten ihnen jenes genommen, das sie bewirtschaftet hätten, um sich zu ernähren. Die Dorfbewohner hätten ihnen angedroht, auch noch das zweite Land wegzunehmen, sollte der Beschwerdeführer nicht den Platz des Vaters einnehmen. Dies sei so lange weitergegangen, bis die Mutter krank geworden und 2015 verstorben sei. Nach deren Tod habe er aufgehört, zur Schule zu gehen, weshalb er keinen Abschluss habe. Er habe 9 Jahre lang die Schule besucht.
Die Dorfbewohner, die wie er in die Kirche gingen, hätten in weiterer Folge die Tante mütterlicherseits telefonisch informiert. Ein oder zwei Monate nach dem Tod der Mutter habe diese den Beschwerdeführer in die mit dem Auto ca. 3 Stunden entfernte Stadt *** mitgenommen und er habe bei ihr und deren Mann gewohnt. Die Tante habe dann angefangen, ihn zu misshandeln. Er sei geschlagen worden, habe den Haushalt machen müssen, nichts zu essen bekommen und die Schule nicht besuchen sowie nicht im Haus schlafen dürfen. Im April 2016 habe er ihr 200`000 Naira (entspricht ca. CHF 549.00 und ist laut Aussagen der Dolmetscherin vom 24.07.2018 ein geringer Betrag) gestohlen und sei nach Libyen gereist. Der Beschwerdeführer selbst sei getaufter Christ wie seine Mutter, sein Vater sei nicht getauft gewesen und habe "Juju" verehrt. Auch der Beschwerdeführer glaube daran; diese traditionelle Skulptur habe früher Menschen getötet. 
Nach Nigeria könne der Beschwerdeführer nicht zurück, weil er seiner Tante Geld genommen habe und diese mit einem Foto nach ihm suche. Deren Mann habe eine gute Arbeit und sei sehr, sehr reich.
11.
Mit Entscheidung der Regierung vom 22.10.2019 zu LNR 2019-1263 BNR 2019/1385 REG 2582 hat diese festgestellt, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und dessen Asylgesuch abgewiesen (Ziff. 1.) sowie den Beschwerdeführer nach Nigeria weggewiesen. Der Beschwerdeführer habe das Fürstentum Liechtenstein binnen 14 Tagen nach Rechtskraft der Entscheidung zu verlassen (Ziff. 2.). Im Unterlassungsfall würden Zwangsmassnahmen angeordnet (Ziff. 3.). Mit Ziff. 4. wurde dem Beschwerdeführer eine Entscheidungsgebühr in der Höhe von CHF 100.00 auferlegt.
Die Regierungsentscheidung wurde dem Beschwerdeführer am 30.10.2019 durch das APA eröffnet und übersetzt. Dem Beschwerdeführer wurden die Rechtsmittel erklärt sowie die Bestandteile einer Beschwerde aufgezählt. Er wurde auf die Möglichkeit der Rechtsvertretung und Verfahrenshilfe sowie darauf hingewiesen, dass er die Beschwerde auch in seiner Muttersprache einreichen kann. Der Beschwerdeführer gab an, die Entscheidung und die Wegweisung nach Nigeria, die Rechtsmittelbelehrung und die Verfahrenshilfe verstanden zu haben. Er wünsche eine Rechtsberatung. Er sei gesund und nicht in ärztlicher Behandlung. Mit dem Betrag von seiner Tante sei er nicht bis nach Europa gekommen. Er habe keine Probleme, mit dem Flugzeug zu fliegen, er wolle aber nicht nach Nigeria zurück, weil er wegen des Diebstahls des Geldes des Mannes der Tante bestraft werden könnte. Er werde in Nigeria gesucht.
12.
Mit im Zuge der kostenlosen Rechtsberatung verfasstem Schriftsatz des Beschwerdeführers vom 12.11.2019 (entspricht dem Datum der Postaufgabe) erhob dieser rechtzeitig Beschwerde gegen die Regierungsentscheidung vom 22.10.2019 an den Verwaltungsgerichtshof. Darin ficht er die Regierungsentscheidung zur Gänze an und macht als Beschwerdegründe insbesondere diejenigen nach Art. 90 Abs. 6 LVG geltend. Er stellt die Anträge, der Verwaltungsgerichtshof möge der gegenständlichen Beschwerde Folge geben und die angefochtene Entscheidung dahingehend abändern, dass der Unzulässigkeitsentscheid der Regierung vom 22.10.2019 ersatzlos aufgehoben und dem Beschwerdeführer Asyl, in eventu die vorläufige Aufnahme, gewährt werde; in eventu möge der Verwaltungsgerichtshof die angefochtene Entscheidung aufheben und die Rechtssache zur neuerlichen Entscheidung unter Bindung an die Rechtsansicht des Verwaltungsgerichtshofes an die Regierung zurückverweisen.
Mit demselben Schriftsatz stellte der Beschwerdeführer auch einen Antrag auf Gewährung der Verfahrenshilfe in vollem Umfang unter Beigabe eines Rechtsanwaltes zum Verfahrenshelfer.
13.
Der Verwaltungsgerichtshof zog die den Beschwerdeführer betreffenden Akten des APA sowie der Regierung bei, erörterte in seiner nicht-öffentlichen Sitzung vom 28.02.2020 die Sach- und Rechtslage und entschied wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Der Beschwerdeführer stellte am 21.07.2018 in Liechtenstein ein Asylgesuch. Somit ist das Asylgesetz (AsylG) vom 14.12.2011, LGBl. 2012 Nr. 29 idF LGBl. 2018 Nr. 392, grundsätzlich anwendbar (vgl. Übergangsbestimmung des Art. 89 Abs. 1 AsylG).
Gemäss Art. 76 Abs. 1 AsylG kann gegen Entscheidungen der Regierung oder des zuständigen Regierungsmitglieds binnen 14 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof eingereicht werden.
Die Regierungsentscheidung vom 22.10.2019 zu LNR 2019-1263 BNR 2019/1385 REG 2582 wurde dem Beschwerdeführer am 30.10.2019 eröffnet. Die vorliegende Beschwerde vom 12.11.2019 (entspricht dem Datum der Postaufgabe) ist damit rechtzeitig.
Die Beschwerde erfüllt die gemäss Art. 93 LVG notwendigen Formvorschriften (vgl. StGH 2017/045 vom 18.12.2017, Erw. 2.5 ff, öffentlich abrufbar unter www.gerichtsentscheide. li; StGH 2017/167 vom 27.03.2018 sowie StGH 2017/142 vom 29.06.2018, beide nicht öffentlich abrufbar) und ist zulässig im Sinne des Art. 76 Abs. 1 AsylG. Dem schadet aufgrund der richtigen Bezeichnung der angefochtenen Regierungsentscheidung sowie der klar formulierten Anträge und des eindeutig erkennbaren Begehrens auch nicht die Begriffsverwechslung in den Beschwerdeanträgen ("Unzulässigkeitsentscheid" statt "Regierungsentscheidung"). 
Aufgrund der Aufklärung durch das APA sowie der umfassenden Beratung durch den Rechtsberater, der den Beschwerdeführer auch beim Verfassen der vorliegenden Beschwerde unterstützt hat, stand dem Beschwerdeführer ein effizientes Rechtsmittel gegen die angefochtene Regierungsentscheidung an den Verwaltungsgerichtshof zu, das er mit der vorliegenden Beschwerde auch ergriffen hat.
2.
Die Regierung hat in der angefochtenen Regierungsentscheidung folgenden Sachverhalt - teils disloziert - festgestellt:
Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger Nigerias, gesund und volljährig. Er war auch bei seiner Einreise nach Liechtenstein bereits volljährig. Sein bei der Einreise angegebenes Geburtsdatum als Minderjähriger konnte nicht festgestellt werden. Vielmehr wurde mittels Altersgutachten sein Alter mit mindestens 21 Jahren (Begutachtung am 13.09.2018) und somit seine Volljährigkeit bereits bei Gesuchstellung festgestellt.
Der Beschwerdeführer stammt aus dem im Süden Nigerias gelegenen Ort ***. Er besuchte neun Jahre die Schule, jedoch ohne einen Schulabschluss zu machen. Er war zudem in der eigenen Landwirtschaft tätig und verkaufte die eigenen Produkte auch auf einem Markt.
Die Eltern des Beschwerdeführers sind beide bereits verstorben. Der Vater verstarb im Jahr 2012 und die Mutter im Jahr 2015, als der Beschwerdeführer bereits volljährig war.
Der Beschwerdeführer gehört der Ethnie der Igbo an und ist Katholik, wie auch seine Mutter es war. Im Dorf des Beschwerdeführers sind die Mehrheit der Bevölkerung Christen. Neben christlichen Religionen wird auch eine Naturreligion verehrt und es wurden sogenannte „Juju-Rituale" durchgeführt. Der Beschwerdeführer selbst glaubt auch daran, dass die dabei verwendete Statue ihn töten kann.
Eine Verfolgung aus religiösen Gründen oder eine Inhaftierung des Beschwerdeführers durch die Polizei in seinem Heimatort konnte nicht festgestellt werden. Eine allfällige Aneignung des Hauses und des Grundstückes des Beschwerdeführers wären rechtliche und wirtschaftliche Probleme, welche der Beschwerdeführer mit der Polizei und den Institutionen vor Ort einschliesslich der katholischen Kirche, der er angehören will, klären müsste, was er jedoch nicht vorgenommen hat. Laut Altersgutachten war der Beschwerdeführer mindestens im Zeitpunkt der Wegnahme des Hauses des Vaters bereits volljährig. Er hätte folglich selbst tätig werden können, ohne auf die Zustimmung oder Mitwirkung seiner Tante angewiesen zu sein. Der Beschwerdeführer hat aber nicht versucht, Hilfe von entweder der Kirche oder der Polizei oder anderen Behörden zu erhalten, weshalb er nicht herausfinden konnte, ob die Kirche oder die Polizei schutzfähig oder schutzwillig gewesen wäre.
Eine Verweigerung der Übernahme einer Rolle als Priester kann gemäss Länderberichten schwierig sein, doch wird dies nicht als Affront gegen den Schrein empfunden und sind auch keine Fälle bekannt, in denen dies zu einer Bedrohung geführt hätte. Der Beschwerdeführer wurde von der Gemeinschaft nicht aufgefordert, eine derartige Rolle einzunehmen.
Nach dem Tod seiner Mutter wurde der Beschwerdeführer von seiner Tante mütterlicherseits, welche mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in der Stadt *** wohnhaft ist, aufgenommen. Dort konnte sich der Beschwerdeführer unbehelligt von religiöser Verfolgung aufhalten. *** liegt eineinhalb bis drei Autostunden vom Heimatort des Beschwerdeführers entfernt. Misshandlungen des Beschwerdeführers durch Schläge seiner Tante oder durch deren Ehemann konnten nicht festgestellt werden. Es konnte nicht festgestellt werden, dass dem Beschwerdeführer, der zu diesem Zeitpunkt bereits volljährig war, von der Tante der Schulbesuch verwehrt wurde. Schulpflicht besteht in Nigeria lediglich im Alter von 6 bis 15 Jahren.
Die Entwendung von Geld der Tante durch den Beschwerdeführer konnte nicht festgestellt werden.
Eine Verfolgung des Beschwerdeführers durch seine Tante wegen der Entwendung von Geld in den Städten Nigerias konnte nicht festgestellt werden.
Die Gefahr einer wie vom Beschwerdeführer geschilderten landesweiten Verfolgungslage oder Gefahr derselben konnte insgesamt nicht festgestellt werden.
Der volljährige, unverheiratete und kinderlose Beschwerdeführer verfügt mit seiner Tante und deren Familie grundsätzlich über ein soziales Netz in Nigeria. Auch hat er bereits bei seinem Vater in der Landwirtschaft und auf dem Markt gearbeitet, befindet sich im besten Schaffensalter und es spricht nichts dagegen, dass er nicht auch andernorts in Nigeria wieder in der Landwirtschaft und auf einem Markt arbeiten könnte. Zudem hat der Beschwerdeführer neun Jahre die Schule besucht, auch wenn er keinen Abschluss gemacht hat. Er kann sich auch in anderen im Süden Nigerias gelegenen Staaten niederlassen und seinen Lebensunterhalt sichern. 
In Liechtenstein geht der Beschwerdeführer - mit Ausnahme seiner Teilnahme am Beschäftigungsprojekt zwischen Juni und Mitte September 2019 - keiner geregelten Erwerbstätigkeit nach. Auch hat er keine persönlichen oder familiären Beziehungen in Liechtenstein.
3.
Diesen Sachverhaltsfeststellungen schliesst sich der Verwaltungsgerichtshof ebenso an (Art. 101 Abs. 4 LVG) wie der schlüssigen und plausiblen, dem Akteninhalt entsprechenden Beweiswürdigung der Regierung, auf die sich diese Sachverhaltsfeststellungen stützen.
In ihrer rechtlichen Subsumtion hielt die Regierung zu Recht fest, dass der Beschwerdeführer keine Verfolgung aufgrund seiner politischen Anschauungen, Nationalität, Rasse oder auch seiner Volkszugehörigkeit, den Igbo, oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe geltend machte. Er trage zwar vor, dass er vor religiös motivierter Verfolgung aus seinem Heimatland geflohen sei und deshalb in Liechtenstein Asyl beantragt habe. Allerdings erschienen diese vorgeblich religiös motivierten Verfolgungsgründe erstens unglaubwürdig und zweitens eher als wirtschaftlich motiviert. Eine Verfolgung aufgrund der Verweigerung der Annahme des Priesteramts in der im Dorf unter anderem vorkommenden Naturreligion könne mit Verweis auf die Ausführungen dazu im Länderbericht nicht festgestellt werden. Deshalb sei beim Beschwerdeführer keine begründete Furcht iSd Art. 2 Abs. 2 AsylG vorhanden.
Der Vollzug der Wegweisung nach Nigeria sei möglich, weil die Zusammenarbeit mit den nigerianischen Behörden als gut bezeichnet werden und die notwendigen Reisepapiere beschafft werden könnten.
Die immer wieder aufkommenden, gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen christlichen und muslimischen Gruppen bzw. die Angriffe und Auseinandersetzung mit der Gruppierung Boko Haram seien zudem nach den vorliegenden Erkenntnissen überwiegend regional auf den Norden Nigerias begrenzt und würden nicht die Merkmale eines innerstaatlichen Konflikts i.S. der Vorschrift aufweisen. Dem Beschwerdeführer gelinge es somit insgesamt gesehen nicht, den gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sowie jenen des UN-Anti-Folterausschusses erforderlichen Nachweis einer zumindest hinreichend konkreten Gefahr („real risk") zu erbringen oder zumindest glaubhaft zu machen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung nach Nigeria Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR Saadi gegen Italien von 28.02.2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124-127 mwH). Damit sei durch den Beschwerdeführer auch kein Vorbringen, welches Zweifel an der Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung entstehen lassen könnte, erstattet worden. Als ein sicheres Gebiet komme auch der Wohnort seiner Tante in Betracht, wo sich der Beschwerdeführer ohne die Gefahr religiöser Verfolgung bereits mehrere Monate aufgehalten habe.
Der Vollzug der Wegweisung nach Nigeria sei dem Beschwerdeführer auch zumutbar, denn er habe grundsätzlich soziale Bindungen nach Nigeria, gerade in den Süden des Landes, woher er auch stamme. In anderen Bundesstaaten Nigerias habe er mit Verweis auf eine innerstaatliche Fluchtalternative auch zumindest die Möglichkeit, sich mit seiner Berufserfahrung und Schulausbildung eine eigene wirtschaftliche Existenz aufzubauen bzw. wieder in der Landwirtschaft tätig zu werden. Abgesehen davon sei der Beschwerdeführer jedenfalls jung genug, um auch neue soziale Kontakte aufzubauen.
4.
Die Beschwerde tritt weder den Sachverhaltsfeststellungen noch der Beweiswürdigung oder der rechtlichen Subsumtion substantiiert entgegen.
Der Beschwerdeführer wiederholt in seiner Beschwerde lediglich, dass die religiöse Zugehörigkeit zum Christentum in weiten Teilen Nigerias einen Verfolgungsgrund darstellte, weil nicht nur die Boko Haram in den nördlichen Teilen des Landes die Christen verfolgten, misshandelten und töteten, sondern auch in anderen Teilen Nigerias die Zugehörigkeit zum  Christentum zu Konflikten führe. Die Toleranz zwischen den Glaubensgemeinschaften sei gemäss den beigezogenen Länderinformationen nur unzureichend ausgeprägt, weshalb der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr aufgrund seiner Religionszugehörigkeit mit Bedrohungen an seinem Leben rechnen müsse.  
Mit diesem allgemeinen, teils aus dem Zusammenhang genommenen Zitat aus den in die Regierungsentscheidung übernommenen Länderberichten und der dort erwähnten allfälligen Gefährdung von Christen insbesondere im Norden des Landes kann der Beschwerdeführer keinen persönlichen Bezug zu sich selbst herstellen. Dieses Beschwerdevorbringen ist schon deshalb nicht geeignet, die Entscheidung der Regierung in Frage zu stellen. Insbesondere tritt der Beschwerdeführer den Feststellungen in der angefochtenen Regierungsentscheidung nicht im Geringsten entgegen, wonach er aus dem christlich geprägten Süden des Landes stammt, wo laut seinen eigenen Angaben in Übereinstimmung mit den in der angefochtenen Entscheidung zitierten Länderberichten die Mehrheit der Bevölkerung Igbo und Christen sind. Deshalb droht ihm aufgrund seiner Religionszugehörigkeit zum Christentum bei einer Rückkehr in die christlich dominierten Landesteile gerade keine Gefahr, wie die Regierung in der angefochtenen Entscheidung zu Recht hervorgehoben hat.
Selbst bei Wahrunterstellung des Vorbringens ist - wie ebenfalls von der Regierung festgehalten wurde - zu betonen, dass der Beschwerdeführer selbst lediglich angab, dass die Gemeinschaft in seinem Dorf ihm und seiner Mutter wirtschaftlich habe schaden wollen. Hierbei hebt die Regierung zu Recht hervor, dass einem derartigen Vorbringen keine Asylrelevanz zukommt. Im Übrigen wurde aber auch dieses Vorbringen von der Regierung als gesteigert, wenig plausibel und nicht glaubhaft gewürdigt, wenn der Beschwerdeführer einmal betont, er hätte die Landwirtschaft des Vaters weiter führen müssen, was seine Mutter aufgrund seines Alters abgelehnt habe, während er ansonsten ausführte, er hätte die Rolle des Vater bei einem Ritual, bei dem ein Hund geopfert worden sei, übernehmen müssen. Dem Beschwerdeführer wurde von der Regierung zudem nicht geglaubt, dass er von der Tante und deren Ehemann als Sklave behandelt und misshandelt worden sei. Auch derartige familiäre Gründe des damals bereits volljährigen Beschwerdeführers stellen jedoch keinen Asylgrund dar.
Folglich erkannte die Regierung zu Recht darauf, dass der Beschwerdeführer lediglich wirtschaftliche Gründe vorbrachte, die einerseits nicht asylrelevant sind und andererseits mangels Glaubwürdigkeit auch der verfügten Wegweisung nicht entgegenstehen. Für den Verwaltungsgerichtshof ergab sich kein Hinweis darauf, dass die Rechte des Beschwerdeführers verletzt worden wären, die Unterinstanz den Sachverhalt nicht ausreichend ermittelt oder aktenwidrige Feststellungen getroffen hätte. Vielmehr war die Beweiswürdigung, auf der die getroffenen Feststellungen beruhen, und die Subsumtion des Sachverhaltes unter das Asylgesetz - und damit die Regierungsentscheidung - durch den Verwaltungsgerichtshof gerade nicht zu beanstanden.
5.
Der Beschwerdeführer hat mit seiner Beschwerde keinen Antrag auf Parteieneinvernahme bzw. Durchführung einer mündlichen Beschwerdeverhandlung gestellt. Auf die Durchführung einer mündlichen Beschwerdeverhandlung konnte auch im Lichte der jüngsten Judikatur des Staatsgerichtshofes (StGH 2019/038 vom 29.10.2019 sowie StGH 2019/091 vom 03.12.2019, nicht öffentlich abrufbar) verzichtet werden, weil sich das Vorbringen nicht als asylrelevant erweist, der Beschwerdeführer aus dem durch Christen dominierten Süden Nigerias stammt und er dorthin jedenfalls laut eigenen Angaben aktuelle Kontakte zu einem Freund hat sowie dort über gut situierte Verwandte verfügt. Überdies tritt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde der angefochtenen Regierungsentscheidung, die vom Verwaltungsgerichtshof wie auch das durchgeführte Ermittlungsverfahren nicht zu beanstanden ist, nicht annähernd entgegen.
6.
Gemäss Art. 83 Abs. 1 Bst. a AsylG kann Asylsuchenden nach Massgabe der einschlägigen Bestimmungen der Zivilprozessordnung Verfahrenshilfe im Beschwerdeverfahren gewährt werden.
Gemäss § 63 Abs. 1 ZPO ist einer Verfahrenspartei Verfahrenshilfe zu bewilligen, wenn sie ausser Stande ist, die Kosten der Führung des Verfahrens ohne Beeinträchtigung des notwendigen Unterhalts zu bestreiten und die beabsichtigte Rechtsverfolgung nicht als offenbar mutwillig oder aussichtslos erscheint. 
Als mutwillig ist die Rechtsverfolgung besonders anzusehen, wenn eine nicht die Verfahrenshilfe beanspruchende Partei bei verständiger Würdigung aller Umstände des Falles, besonders auch der für die Eintreibung ihres Anspruches bestehenden Aussichten, von der Führung des Verfahrens absehen oder nur einen Teil des Anspruches geltend machen würde (§ 63 Abs. 1 ZPO). 
Laut ständiger Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes (vgl. StGH 2016/115 vom 04.12.2018, nicht öffentlich abrufbar) liegt eine offenbare Aussichtslosigkeit der begehrten Rechtsverfolgung vor, wenn die Rechtsverfolgung schon ohne nähere Prüfung der Angriffs- oder Abwehrmittel als erfolglos erkannt werden kann. Um die Verfahrenshilfe bewilligen zu können, muss der Erfolg zwar nicht gewiss, aber nach der sofort erkennbaren Lage eine gewisse (wenn auch nicht allzu grosse) Wahrscheinlichkeit für sich haben (vgl. Michael Bydlinski, in: Andreas Konecny [Hrsg.], Kommentar zu den Zivilprozessgesetzen, 2. Band/1. Teilband, 3. Aufl., Wien 2015, § 63, Rz. 20; vgl. auch StGH 2013/171 vom 01.09.2014, abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li). Ob eine Rechtsverfolgung offenbar aussichtslos ist, muss nämlich objektiv beurteilt werden, was im konkreten Fall eine Auseinandersetzung mit dem Vorbringen des Beschwerdeführers in seinem Verfahrenshilfeantrag unter Zugrundelegung der Entscheidung erfordert. Bei der Prüfung der Erfolgsaussichten einer Beschwerdeführung ist jedoch grundsätzlich kein allzu strenger Massstab anzulegen, um den Anspruch der Verfahrenshilfe in einer für die Betroffenen existenziellen Angelegenheit nicht von vorneherein leer laufen zu lassen (vgl. Bydlinski aaO § 63 ZPO, Rz. 20 und Robert Fucik, in: Walter H. Rechberger [Hrsg.], Kommentar zur ZPO, 4. Aufl., Wien 2014, § 63 ZPO Rz. 6, jeweils mit Rechtsprechungsnachweisen). Die Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Prozessführung bzw. Rechtsverteidigung bedingt gemäss Judikatur des Staatsgerichtshofes jedenfalls eine ex ante bzw. prima facie Würdigung der Vorbringen und Umstände, auf die sich die antragstellende Partei beruft (StGH 2015/003 vom 23.03.2015; vgl. auch StGH 2013/171 vom 01.09.2014, VGH 2016/056 vom 29.04.2016, Erw. 6, alle abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li).  
Vorliegend besteht mangels anderslautender Hinweise im Verfahren kein Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage ist, die Kosten eines Beschwerdeverfahrens ohne Beeinträchtigung des notwendigen Unterhalts zu tragen, wie er auch in seinem Antrag und im Vermögensverzeichnis darlegt. 
Das Beschwerdeverfahren erweist sich jedoch in einer prima facie-Prüfung bereits als offensichtlich aussichtslos, weil sein fluchtrelevantes Vorbringen, finanziell geschädigt worden und als Jugendlicher familiär schlecht behandelt worden zu sein sowie aufgrund der Entwendung eines verhältnismässig geringen Geldbetrags innerhalb der reichen Familie von der Tante gesucht zu werden, selbst bei Wahrunterstellung keine Asylrelevanz - auch nicht aus religiösen Gründen - aufweist. 
Sein Beschwerdevorbringen, dass im Norden des Landes Christen durch die Boko Haram verfolgt würden und auch in anderen Teilen Nigerias die Zugehörigkeit zum Christentum zu Konflikten führe und die Toleranz zwischen den Glaubensgemeinschaften unzureichend ausgeprägt sei, weshalb eine Wegweisung unzumutbar sei, bezieht sich nicht auf die Herkunftsregion des Beschwerdeführers. Dieses Vorbringen vermag auch keine persönliche Betroffenheit des Beschwerdeführers darzulegen, der laut eigenen Angaben aus einer christlich dominierten grossen Ortschaft nahe der Hauptstadt *** und damit aus dem Süden Nigerias stammt, als Igbo der dortigen Mehrheitsbevölkerung angehört und über sehr reiche Verwandte in der Hauptstadt seines Bundesstaates verfügt, die sich bereits früher um ihn kümmerten.
Aufgrund des Vorliegens dieser Negativvoraussetzung kann dem Beschwerdeführer keine Verfahrenshilfe zugesprochen werden und war dessen Antrag spruchgemäss abzuweisen.
Folglich war dem Beschwerdeführer auch keine Nachfrist für eine Ergänzung seiner Beschwerde gemäss Art. 80 Abs. 1a AsylG zu gewähren.
7.
Auf die Auferlegung von Gebühren für das gegenständliche Verfahren kann verzichtet werden (Art. 8 Abs. 4 GGG).