VGH 2022/026
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30.06.2022
VGH
Urteil
Sprüche: abgewiesen
VGH 2022/026
Der Verwaltungsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, hat durch die
Richterlic.iur. Andreas Batliner, Präsident
lic.iur. Marion Seeger
lic.iur. Adrian Rufener
Dr.iur. Esther Schneider
lic.iur. Daniel Tschikof
in der Beschwerdesache der
Beschwerdeführerin:
A

wegenAsyl
gegenEntscheidung der Regierung vom 22. März 2022 zu LNR 2021-1810 BNR 2022/473 AP 244.1
in der nicht-öffentlichen Sitzung vom 30. Juni 2022
entschieden:
1.Die Beschwerde vom 14. April 2022 gegen die Entscheidung der Regierung vom 22. März 2022 zu LNR 2021-1810 BNR 2022/473 AP 244.1 wird abgewiesen und die angefochtene Entscheidung bestätigt.
2.Der Antrag vom 14. April 2022 auf Gewährung der Verfahrenshilfe unter Beigabe eines Rechtsanwaltes als Verfahrenshelfer wird abgewiesen.
3.Die Kosten des Verfahrens verbleiben beim Land.
TATBESTAND
1.
Die Beschwerdeführerin, eine Staatsangehörige der Türkei und am ***1973 geboren, reiste gemeinsam mit ihrem minderjährigen Sohn B, geboren am ***2014, 2021 in Liechtenstein ein und stellte beim Ausländer- und Passamt (APA) für sich und ihren Sohn ein Asylgesuch. 
Zum Nachweis ihrer Identität legte die Beschwerdeführerin für sich und ihren Sohn bis ins Jahr 2026 gültige türkische biometrische Reisepässe vor, die am 06.09.2021 ausgestellt worden waren. Es handelt sich dabei um sog. Spezialpässe ("Special Passport"), mit denen eine visabefreite Einreise in den Schengen-Raum möglich ist. Darüber hinaus legte die Beschwerdeführerin für ihren Sohn eine im Jahr 2014 ausgestellte und bis ins Jahr 2029 gültige türkische ID-Karte vor, auf deren Rückseite als Eltern des mj. Kindes A und C vermerkt sind. Die Beschwerdeführerin legte zudem ein auf sie ausgestelltes Covid-19 Impfzertifikat vor.
2.
Eine Prüfung in der Europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) wie auch im Visa-Informationssystem (VIS) vom 14.10.2021 ergab, dass die Beschwerdeführerin dort nicht vermerkt ist.
3.
Die Beschwerdeführerin wurde in Anwesenheit ihres Sohnes am 11. und 14.10.2021 zur Einreise und am 07.12.2021 auch in Anwesenheit einer Hilfswerksvertretung zu ihren Asylgründen befragt.
In der Einreisebefragung vom 14.10.2021 durch das APA gab sie an, am 18.01.1973 in Karamam in der Türkei geboren worden zu sein. Sie sei geschieden und habe einen Sohn. Sie habe einen Universitätsabschluss im Bereich Medizin und ein Diplom als Krankenschwester, weshalb sie in einer Fachschule für Gesundheit als Lehrerin gearbeitet habe. Sie habe bereits 30 Jahre als Staatsangestellte gearbeitet. Da sie eine hochqualifizierte Mitarbeiterin sei, habe sie nach 20 Jahren einen Spezialpass erhalten können. Zuerst sei sie bei ihrer Schwester in Antalya gewesen, von wo sie mit ihrem Neffen und dessen Frau nach Istanbul und dann weiter in den Kosovo geflogen sei. Ihr Neffe und dessen Frau seien mit ihr in den Kosovo geflogen, weil sie gedacht hätten, dass sie alleine mit dem Rollstuhl ihres Sohnes und dem Gepäck Probleme haben könnte. Von dort seien ihre Verwandten in die Türkei an ihren Wohnort in Alanya zurückgekehrt und sie selbst mit ihrem Sohn in die Niederlande geflogen.
In der Türkei habe sie eine Schwester, die in Antalya lebe, und zwei Brüder, von denen einer in Hatay und der andere in Konya lebe. Im Sommer 2021 sei sie in Pension gegangen und erhalte ca. EUR 400,- pro Monat. Sonst habe sie keine Vermögenswerte.
Sie habe bisher noch nirgendwo ein Asylgesuch gestellt, weil sie sich vor ihrer Ausreise erkundigt habe und nach Liechtenstein wolle. Dies sei ein schönes und nicht sehr kompliziertes kleines Land, das sie schützen könne. Sie wisse nicht, weshalb ihr Neffe den Flug in die Niederlande gebucht habe. Von den Niederlanden sei sie dann mit dem Taxi nach Liechtenstein gelangt, was sehr teuer gewesen sei. 
Ihr Heimatland Türkei habe sie wegen der Bedrohungen und Belästigungen des Vaters ihres Sohnes verlassen müssen. Von diesem habe sie sich vor fünf Jahren scheiden lassen. Ihr ehemaliger Ehemann habe eine psychische Krankheit, welche vom Arzt bestätigt worden sei. Obwohl sie sich vor fünf Jahren getrennt hätten, wolle er dies nicht akzeptieren. Sie sei oft bei der Polizei gewesen und habe auch eine Klage bei Gericht eingereicht, um eine neue Identität zu erhalten, was jedoch abgelehnt worden sei. Sie habe jedoch eine einstweilige Verfügung gegen ihren Ex-Mann erhalten, dass er sich ihnen nicht mehr nähern dürfe.
Die Beschwerdeführerin reichte eine vorbereitete Stellungnahme in englischer Sprache ein, welche alles genau erklären solle. Weiter reichte sie Ausdrucke eines Chats mit Fotos ein, welche die Bisswunden des Sohnes zeigen sollten, die diesem dessen Vater zugefügt habe, wie ihr ihr Sohn erzählt habe. Sie habe auch eine Klage vor Gericht eingereicht, in der sie eine neue Identität für ihren Sohn und sich selbst beantragt habe, damit sie irgendwo in einem Dorf in der Türkei weiterleben könnten. Dies sei jedoch abgelehnt worden. Sie habe eine einstweilige Verfügung gegen ihren ehemaligen Mann erhalten, dass er sich ihr nicht mehr nähern dürfe. Sie habe diesen Gerichtsbeschluss ebenfalls hier. Sie könne dazu auch Originale vorlegen, sobald diese mit der Post eingetroffen seien.
Ihre Stellungnahme und der Chat-Ausdruck wurden vom APA zum Akt genommen. Aus dieser englischsprachigen Stellungnahme ergibt sich unter anderem, dass der Sohn der Beschwerdeführerin mit einem acht Zentimeter kürzeren rechten Bein und zwei fehlenden Zehen geboren und am 17.03.2021 deswegen in der Türkei operiert worden war. 
4.
Am 04.11.2021 legte die Beschwerdeführerin dem APA eine CD mit Audioaufzeichnungen von WhatsApp-Telefonaten vor. Diese Aufzeichnungen wurden vom APA in der Folge durch eine Dolmetscherin zusammengefasst übersetzt.
In der Asylbefragung am 07.12.2021 wurde die Beschwerdeführerin durch das APA umfassend zu ihren Asylgründen befragt. Sie schilderte die Probleme mit ihrem Ex-Mann und dem Vater ihres Kindes, der gewalttätig sei, das Scheidungsverfahren, diverse Gerichtsverfahren und die Fernhaltemassnahmen, die vom Gericht ab 2014 wiederholt über ihren Ex-Mann verhängt worden waren. Dieser habe sie einmal geschlagen, dabei aber nicht verletzt, weshalb sie damals im Jahr 2015 nach nur eineinhalb Jahren Ehe die Scheidung eingereicht habe. Anfang August 2021 habe sie ihre Pension beantragt, welche Ende August 2021 bewilligt worden sei. Sie erhalte aktuell auch Rentenzahlungen, könne aber von dem Konto nichts abheben, weil sie keine Bankomatkarte mehr habe. Diese habe sie gemeinsam mit dem Handy weggeworfen, damit ihr Reiseweg nicht nachvollziehbar gewesen sei.
Ihren Ex-Mann habe sie am 06.08.2021 zuletzt vor dem Spital gesehen, als dieser das Kind für eine bevorstehende Operation zurückgebracht habe. Sie habe Kontakt zu ihrer Familie und ihrem Rechtsanwalt in der Türkei und verwende hierfür auch Social Media. 
Der Beschwerdeführerin wurde in weiterer Folge das rechtliche Gehör zu den von ihr vorgelegten Dokumenten gewährt und sie wurde gebeten, kurz zu schildern, worum es in den türkischsprachigen Dokumenten gehe und in welchem konkreten Zusammenhang diese mit ihrem Asylgesuch stünden. 
5.
Mit Entscheidung vom 22.03.2022 zu LNR 2021-1810 BNR 2022/473 AP 244.1 hielt die Regierung fest, dass die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin und ihres minderjährigen Sohnes nicht erfüllt sei und das Asylgesuch abgewiesen werde (Ziff. 1). Die Beschwerdeführerin und ihr minderjähriger Sohn würden in die Türkei weggewiesen und hätten das Fürstentum Liechtenstein binnen vierzehn Tagen ab Rechtskraft der Entscheidung zu verlassen (Ziff. 2), wobei für den Unterlassungsfall angemessene Zwangsmassnahmen angeordnet würden (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin sei schuldig, die Entscheidungsgebühr von CHF 100.- binnen 14 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft zu bezahlen (Ziff. 4). 
Die Regierung stützte ihre Entscheidung auf folgende Feststellungen (s. Regierungsentscheidung, Entscheidungsgründe Ziff. 2):
Die Gesuchstellerin und ihr mj. Sohn sind türkische Staatsangehörige und lebten bis vor ihrer Ausreise im Ort Corlu in der Türkei. Vor ihrer Pensionierung im Jahr 2021 war die Gesuchstellerin Krankenpflegerin und Ausbilderin und arbeitete ca. 30 Jahre für den türkischen Staat. Seit Ende August 2021 bezieht sie eine Pension, auf die sie jedoch mangels Bankomatkarte aktuell faktisch keinen Zugriff hat. Die Bankomatkarte hat sie selbst während der Reise nach Liechtenstein weggeworfen. Sie hat im Jahr 2014 Herrn C, den Vater ihres Sohnes, welcher im Dezember 2014 geboren wurde, geheiratet. Der Sohn wurde mit zwei fehlenden Fingern (richtig: Zehen am rechten Fuss) geboren und sein rechtes Bein war verkrümmt und deswegen acht Zentimeter kürzer.
Etwa im Oktober 2016 hat sie sich u.a. wegen Vorfällen häuslicher Gewalt vom Vater ihres Sohnes scheiden lassen. Der ehemalige Ehemann bekam im Scheidungsurteil ein Umgangsrecht mit dem gemeinsamen Sohn an Wochenenden. Der Sohn der Gesuchstellerin wurde am 17. März 2021 wegen seines verkürzten rechten Beins in der Türkei operiert. Die Gesuchstellerin erwirkte in den Jahren nach der Scheidung mehrere einstweilige Verfügungen, insbesondere Fernhaltemassnahmen gegen ihren Ex-Mann, an welche sich der Ex-Mann auch hielt. Eine dieser Fernhaltemassnahmen wurde ohne ausdrücklichen Antrag der Gesuchstellerin nach ihrem abgelehnten Antrag auf Namensänderung vom Gericht angeordnet. Auch an diese Massnahme hat sich der Ex-Mann gehalten. Er nahm jedoch weiterhin telefonisch Kontakt zur Gesuchstellerin und dem Sohn auf.
Die Gesuchstellerin hat nicht auf gerichtlichem Wege versucht, das Umgangsrecht des Vaters mit dem gemeinsamen Sohn wegen der von ihr vorgetragenen Verletzungen des Kindes durch den Vater zu ändern. Im Frühjahr 2021 verletzte sich das Kind abermals am Bein, der genaue Hergang konnte dabei nicht festgestellt werden. Wegen dieser angeblichen Verletzungen durch den Vater hat sie auch weder Hilfe bei der türkischen Polizei noch bei Gerichten oder anderswo gesucht. Sie hat auch nicht versucht, die Behandlungskosten des gemeinsamen Sohnes beim Vater einzuklagen. Die Gesuchstellerin hatte keine Probleme, die Gerichtsverfahren durchzuführen, und hat sich auch der Hilfe eines Rechtsanwaltes bedient.
Die Gesuchstellerin und ihr mj. Sohn, der bei der Einreise nach Liechtenstein im Rollstuhl sass, reisten über den Kosovo, Mazedonien, die Niederlande, Deutschland und die Schweiz oder Österreich nach Liechtenstein ein, wo sie das erste Asylgesuch nach der Ausreise aus der Türkei stellten. In Liechtenstein benötigt der Sohn der Gesuchstellerin weiter intensive medizinische Betreuung und hatte bereits mehrere Termine bezüglich seines Beins.
Nicht festgestellt werden konnte eine asylrelevante Bedrohung der Gesuchstellerin oder ihres mj. Sohnes durch dessen Vater bzw. den ehemaligen Ehemann der Gesuchstellerin. Eine der Gesuchstellerin oder ihrem mj. Sohn drohende asylrelevante Verfolgung oder eine hinreichend wahrscheinliche Gefahr derselben im Falle einer Rückkehr in die Türkei konnte ebenfalls nicht festgestellt werden.
Die Regierung stützte ihre Entscheidung auf eine umfangreiche Beweiswürdigung und das Referenzurteil des schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts vom 12.06.2018 zu E-1948/2018, wenn sie ausführt:
Ähnlich liegt der Fall hier, was das Kontaktieren von Behörden und Hilfsorganisationen zur Erlangung von Hilfe durch die Gesuchstellerin angeht. Die Gesuchstellerin hat weder wegen der Verletzungen ihres Sohnes noch wegen der Anrufe, die sie als Belästigungen bezeichnet, etwas gegen ihren ehemaligen Ehemann unternommen. Das gilt sowohl für eine Anzeigeerstattung bei der Polizei als auch für eine gerichtliche Änderung des Umgangsrechtes. Was die gerichtlich angeordneten Fernhaltemassnahmen angeht, so hat, soweit ersichtlich mindestens teilweise, nicht etwa die Gesuchstellerin den entsprechenden Antrag bei Gericht gestellt, sondern das Gericht wurde von sich aus tätig und hat die Fernhaltemassnahme verlängert.
Wie im obigen Urteil des BVGer und wie oben dargelegt, wäre es der Gesuchstellerin auch zumutbar, sich als Pensionistin andernorts in der Türkei aufzuhalten. Sie erhält auch eine monatliche Rente, so dass zumindest grundsätzlich keine gravierenden wirtschaftlichen Probleme zu erwarten sind. Wegen möglicher Behandlungskosten ihres Sohnes ist sie zur zumindest teilweisen Rückerstattung bzw. Kostentragung an die dortigen Sozial- bzw. Krankenkassen zu verweisen, was die Gesuchstellerin aber nach eigenem Vortrag gar nicht erst versucht hat.
In der Gesamtschau und unter Abwägung sämtlicher Gesichtspunkte ist keine asylrelevante Bedrohungssituation für die Gesuchstellerin oder ihren Sohn in ihrem Heimatland Türkei erkennbar und diese wurde daher auch nicht festgestellt. Aufgrund ihrer eigenen Angaben, des zitierten Urteils des BVGer und aktueller Länderinformationen ist festzustellen, dass die Gesuchstellerin in der Türkei auch jedenfalls Schutz durch die zuständigen Behörden erhalten hat und diese ihr gegenüber auch weiterhin schutzfähig und schutzwillig sind.
Die Regierung prüfte in weiterer Folge auch hinreichend begründet, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin und ihres minderjährigen Sohnes möglich, zulässig und zumutbar ist. Die diesbezüglichen Feststellungen finden sich disloziert in der rechtlichen Prüfung.
6.
Diese Entscheidung wurde der Beschwerdeführerin am 05.04.2022 mittels eines Dolmetschers durch das APA eröffnet. Die Beschwerdeführerin gab an, sie habe die Entscheidung und die Wegweisung in die Türkei verstanden. Der Beschwerdeführerin wurden die Rechtsmittel und die Beschwerdefrist erklärt sowie die Bestandteile einer Beschwerde explizit aufgezählt und übersetzt. Sie wurde auf die Möglichkeit einer Rechtsvertretung durch einen Rechtsanwalt und die Einreichung eines Antrags auf Verfahrenshilfe sowie die Möglichkeit, die Beschwerde in ihrer Muttersprache einzureichen, hingewiesen. Die Beschwerdeführerin gab an, sie habe die Rechtsmittel verstanden.
Der Beschwerdeführerin wurde auch die kostenlose Rechtsberatung erläutert, wonach der Rechtsberater über eine juristische Qualifikation verfüge und die Beratung die Chancen und den Ablauf des Beschwerdeverfahrens sowie die Beratung und Unterstützung im Beschwerdeverfahren, jedoch nicht die Vertretung vor Gericht umfasse. Zur Unterstützung im Beschwerdeverfahren zähle insbesondere die Stellung eines Verfahrenshilfeantrages, der zusammen mit der Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof einzureichen sei. Die Beschwerdeführerin wünschte eine Rechtsberatung.
Zur Frage nach dem Gesundheitszustand führte die Beschwerdeführerin aus, dass es ihrem Sohn nicht so gut gehe und im folgenden Monat eine Operation geplant sei. Sie zeigte sich besorgt, dass diese Operation nun allenfalls nicht stattfinden könnte. In einem solchen Fall würde ihr Sohn dann sein Leben lang im Rollstuhl sitzen. In der Türkei sei er einmal falsch operiert worden, daher sei diese zweite Operation nötig. Der erste Arzt habe nach dem Treppensturz nicht bemerkt, dass das Bein gebrochen gewesen sei. Sie könnten daher nicht zurück in die Türkei, auch weil sie ihr Ex-Mann umbringen würde. Ihr Sohn habe den schlechtesten Vater der Welt und den schlechtesten Arzt der Welt. Die Erklärung nach der Operation sei ganz falsch gewesen. Ein Gerät sei montiert worden, aber aufgrund einer falschen Bedienung sei das Bein kürzer statt länger geworden. Aus medizinischen Gründen spreche jedoch nichts gegen eine Reise in die Türkei mit dem Flugzeug.
7.
Mit im Zuge der kostenlosen Rechtsberatung verfasstem Schriftsatz der Beschwerdeführerin vom 14.04.2022 (entspricht dem Datum der Postaufgabe) erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die Entscheidung der Regierung vom 22.03.2022 an den Verwaltungsgerichtshof. Darin focht sie die Entscheidung zur Gänze an und machte als Beschwerdegründe insbesondere diejenigen des Art. 90 Abs. 6 LVG geltend. Inhaltlich bekämpfte sie die Asylentscheidung und nicht die ebenfalls erlassene Wegweisungsverfügung. Die Beschwerdeführerin stellte die Anträge, der Verwaltungsgerichtshof möge der gegenständlichen Beschwerde Folge geben und die angefochtene Entscheidung dahingehend abändern, dass die Entscheidung der Regierung ersatzlos aufgehoben und der Beschwerdeführerin Asyl gewährt werde; in eventu möge der Verwaltungsgerichtshof die angefochtene Entscheidung aufheben und die Rechtssache zur neuerlichen Entscheidung unter Bindung an die Rechtsansicht des Verwaltungsgerichtshofes an die Regierung zurückverweisen. Dem Schriftsatz war ein E-Mail einer Nachbarin der Beschwerdeführerin samt Übersetzung beigeschlossen.
Mit demselben Schriftsatz stellte die Beschwerdeführerin auch einen Antrag auf Gewährung der Verfahrenshilfe im vollen Umfang unter Beigabe eines Rechtsanwaltes zum Verfahrenshelfer. Im Antragsformular, datiert mit 11.04.2022, führte sie an, dass sie als Rentnerin in der Türkei eine monatliche Rente von TRY 5.200,- (also ungefähr CHF 320,-) erhalte. Sie habe ein Bankkonto in der Türkei, auf das sie derzeit keinen Zugriff habe, weil sie ihre Bankomatkarte und ihr Handy bei der Ausreise weggeworfen habe, und dessen Kontostand ihr unbekannt sei. Sie vermute einen Stand von Null. Sie habe auch keinen Anspruch auf Ehegattenunterhalt, weil sie während der Scheidung noch berufstätig gewesen sei. Zudem habe sie Unterhaltspflichten für ihren Sohn.
8.
Der Verwaltungsgerichtshof zog die die Beschwerdeführerin betreffenden Akten des APA und der Regierung dem Verfahren bei, erörterte in seiner nicht-öffentlichen Sitzung vom 30.06.2022 die Sach- und Rechtslage und entschied wie aus dem Spruch ersichtlich.
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE
1.
Die Beschwerdeführerin stellte für sich und ihren minderjährigen Sohn am 11.10.2021 in Liechtenstein ein Asylgesuch. Somit ist das Asylgesetz (AsylG) vom 14.12.2011, LGBl. 2012 Nr. 29 idF LGBl. 2021 Nr. 315, anwendbar.
Gemäss Art. 76 Abs. 1 AsylG kann gegen Entscheidungen der Regierung oder des zuständigen Regierungsmitglieds binnen 14 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof eingereicht werden. 
Die Beschwerde vom 14.04.2022 (entspricht dem Datum der Postaufgabe) gegen die der Beschwerdeführerin am 05.04.2022 eröffnete Entscheidung der Regierung vom 22.03.2022 zu LNR 2021-1810 BNR 2022/473 AP 244.1 ist binnen offener Beschwerdefrist eingebracht worden und zulässig im Sinne des Art. 76 Abs. 1 AsylG (vgl. dazu auch StGH 2017/167 vom 27.03.2018 sowie StGH 2017/142 vom 29.06.2018, beide nicht öffentlich abrufbar). 
2.
Der Verwaltungsgerichtshof schliesst sich den Feststellungen in der angefochtenen Regierungsentscheidung vom 22.03.2022 (s. oben Ziff. 5 des Tatbestandes), deren tragenden Überlegungen wie auch ihrer rechtlichen Beurteilung an und erhebt diese zum Inhalt des vorliegenden Urteils (Art. 101 Abs. 4 LVG).
3.
Die Beschwerdeführerin kann - wie unten im Detail ausgeführt wird - mit ihrer Beschwerde den tragenden Überlegungen der Regierung nicht entgegentreten, die im Folgenden zusammengefasst dargelegt werden. So ist der Regierung zu folgen, dass es dem Vortrag der Beschwerdeführerin an einer asylrelevanten Bedrohung ihrer selbst und ihres minderjährigen Sohnes in der Türkei mangelt (S. 11 der Regierungsentscheidung). Hierzu führte die Regierung aus, dass jedenfalls festzuhalten sei, dass relativ viel Zeit zwischen den fluchtauslösenden Vorfällen (Abweisung des Antrages auf Namensänderung und Unfall des Kindes auf der Treppe) und der effektiven Ausreise der Beschwerdeführerin am 24.09.2021 liege. Dies spreche gegen eine als solche empfundene akute Bedrohung der Beschwerdeführerin oder ihres minderjährigen Sohnes durch den ehemaligen Ehemann bzw. Vater des Kindes. Die Beschwerdeführerin trage zudem selbst vor, dass sich ihr Ex-Mann an die gerichtlich angeordneten Fernhaltemassnahmen gehalten habe (Asylbefragung am 07.12.2021, S. 5), weshalb ihre Furcht unbegründet erscheine.
Teilweise seien auch die zeitlichen Angaben widersprüchlich, weil einerseits der Ex-Mann am Beinbruch des Sohnes Mitte 2021 Schuld sein solle, obwohl er diesen seit einem Jahr nicht mehr abgeholt habe. In jedem Fall sei jedoch in Anbetracht der geschilderten Bissverletzungen des Sohnes durch den Vater unverständlich, warum die Beschwerdeführerin nicht erstens umgehend bei der Polizei Anzeige gegen ihren Ex-Mann erstattet habe, um diese Verletzungen und auch deren Verursachung als Beweismittel für das Gericht zu dokumentieren, und dann zweitens auch nicht auf gerichtlichem Wege versucht habe, auf der Basis dieser Verletzungen des Sohnes durch den Vater eine Änderung des Umgangsrechts zu erreichen. Weiterhin gebe die Beschwerdeführerin selbst an, dass das Gericht von sich aus, d.h. ohne ihren Antrag, diese Fernhaltemassnahme gegen den ehemaligen Ehemann verfügt habe. Offensichtlich sei die Justiz in der Türkei sehr wohl in der Lage und auch willens, die Beschwerdeführerin und ihren Sohn zu schützen. Dasselbe dürfte auch für die Polizei gelten. Die Beschwerdeführerin habe jedoch noch nicht einmal versucht, Hilfe von der Polizei zu erhalten. Sie trage zwar zu Beginn in der Einreisebefragung noch vor, dass sie häufig bei der Polizei gewesen sei, widerspreche sich dann aber in der Asylbefragung, wonach sie aus Angst vor angeblichen Konsequenzen eben nicht zur Polizei gegangen sei. 
Die Aussage, dass sie weder die Verletzungen des Sohnes noch die vorgetragenen Nachstellungen bezüglich ihrer Person per Telefon bei der Polizei zur Anzeige gebracht habe, sei unverständlich. Immerhin solle dies im Dezember 2019 und dann immer wieder vorgekommen sein. Dass der Vater des Sohnes diesen auf Androhung der Einschaltung der Polizei laut den Angaben der Beschwerdeführerin umgehend zurückgebracht habe, spreche jedenfalls für die Handlungsfähigkeit und -willigkeit der türkischen Polizei sowie gegen die vorgebrachte Entführung und Bedrohungslage. Auch sei nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin wegen den Verletzungen des Sohnes nicht gerichtliche Hilfe in Anspruch genommen habe, um eine Änderung des Umgangsrechts des Vaters zu erreichen. Dies hätte noch vor einer Namensänderung ihr erstes Ziel sein müssen, statt mit dem Kind unterzutauchen und so gegen das gerichtliche Besuchsrecht zu verstossen. Das Gericht sei offensichtlich sehr wohl bereit, die Beschwerdeführerin zu schützen, denn es habe im Rahmen ihres Antrages auf Namensänderung, welchen das Gericht abgelehnt habe, ohne einen separaten Antrag eine Fernhaltemassnahme gegen den ehemaligen Ehemann verlängert (Asylbefragung am 07.12.2021, S. 5).
Was die angeblichen Verletzungen des Sohnes angehe, so spreche dieses Verhalten der Beschwerdeführerin auch gegen deren Schwere und damit auch Relevanz, weil die Beschwerdeführerin eben nicht versucht habe, eine Änderung des Umgangsrechts gerichtlich zu erreichen. Auch habe der Vater den Sohn bereits ein Jahr lang nicht mehr abgeholt (Asylbefragung am 07.12.2021, S. 2). Auch aus den von der Beschwerdeführerin vorgelegten Unterlagen ergebe sich, dass mehrfach Fernhaltemassnahmen verhängt und auch verlängert worden seien, die Beschwerdeführerin wegen fehlender Unterhaltszahlungen vor Gericht ziehen konnte und offensichtlich damit auch erfolgreich war, denn ohne ein rechtskräftiges Urteil hätte der ehemalige Ehemann nicht mehrfach betrieben werden können. Es läge aber in der Hand der Beschwerdeführerin, dieses Umgangsrecht aufgrund der dem Sohn angeblich zugefügten Verletzungen gerichtlich beenden oder zumindest einschränken zu lassen, wodurch die von ihr vorgebrachten Fluchtgründe, wie ua die telefonischen Kontaktaufnahmen, hätten beendet werden können. Die von ihr als störend erachtete Videofunktion hätte sie ebenso nicht aktivieren müssen, wie sie das Telefon abends oder nachts hätte ausschalten können. Auch aus den vorgelegten und übersetzten Gesprächsmitschnitten ergebe sich im Übrigen kein anderes Bild. Zwar decke sich der Inhalt der Telefonate mit dem von der Beschwerdeführerin als Entführung geschilderten Vorfall und auch mit den Gesprächen der Beschwerdeführerin wegen fehlender finanzieller Unterstützung durch ihren Ex-Mann, aber diese Geschehnisse würden als nicht asylrelevant eingestuft. 
In der Gesamtschau sei demnach festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin sich eben nicht ausreichend um Schutz durch die türkischen Behörden, wie die Polizei und die Justiz, bemüht habe, um gegen das Verhalten ihres Ex-Mannes vorzugehen. Vielmehr ziehe es sich wie ein roter Faden auch durch die von ihr vorgelegte englischsprachige Erklärung, dass ihr ehemaliger Ehemann sie vor allem finanziell im Stich gelassen habe und sie sich von diesem gestört und belästigt fühle. Trotz Anerkennung einer Form von Beziehungsgewalt seien dies jedoch Probleme, welche die Beschwerdeführerin vor Ort in der Türkei mit Hilfe der dortigen Behörden und Institutionen klären müsse und auch klären könne. Ihr sei durchaus auch zuzumuten, in eine andere Stadt umzuziehen, wo es Hilfsorganisationen für Frauen gebe und auch die medizinische Versorgung des Sohnes noch besser sei. Die Hilfe der Verwandten bei der Ausreise belege, dass die Beschwerdeführerin in der Türkei keinesfalls auf sich selbst gestellt sei.
Gemäss Referenzurteil des schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts (BVGer) vom 12.06.2018 zu E-1948/2018 habe die Türkei in den vergangenen Jahren kontinuierliche Schritte zur Verbesserung der rechtlichen und gesellschaftlichen Situation der Frauen und im Besonderen zu deren Schutz vor Übergriffen mit soziokulturellem Hintergrund (bis hin zum Ehrenmord) unternommen. In städtischen Gebieten sei die Schutzinfrastruktur dichter als in den ruralen Gebieten. Zwar sei seit dem gescheiterten Putsch von Mitte Juli 2016 eine Zunahme der Gewalt gegen Frauen zu verzeichnen. In der Tat scheine sich in der türkischen Politik zunehmend ein konservativ-religiös geprägtes Frauenbild durchzusetzen. Solche Feststellungen könnten die gefestigte Praxis des Gerichts zur Schutzfähigkeit und Schutzbereitschaft der türkischen Behörden vorderhand jedoch noch nicht grundlegend beeinflussen. 
Mit Verweis auf dieses Referenzurteil sowie in der Gesamtschau und unter Abwägung sämtlicher Gesichtspunkte sei für die Regierung keine asylrelevante Bedrohungssituation für die Beschwerdeführerin oder ihren Sohn in ihrem Heimatland Türkei erkennbar und diese werde daher auch nicht festgestellt. Aufgrund ihrer eigenen Angaben, des zitierten Urteils des BVGer und aktueller Länderinformationen sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin in der Türkei auch jedenfalls Schutz durch die zuständigen Behörden erhalten habe und diese ihr gegenüber auch weiterhin schutzfähig und schutzwillig seien. 
Auch aus dem aktuellen Bericht von Amnesty International von Dezember 2021 würden sich im Vergleich zum zitierten BVGer-Urteil trotz des Austritts der Türkei aus der Istanbul-Konvention (Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt) am 01.07.2021 keine konkret fallbezogenen Anhaltspunkte ergeben, die am Vorliegen der Zulässigkeit des Vollzuges der Wegweisung der Beschwerdeführerin und ihres minderjährigen Sohnes in die Türkei etwas ändern würden. Der Vollzug sei aufgrund der aufrechten Reisepapiere auch möglich und der Beschwerdeführerin und ihrem Sohn zumutbar. Insbesondere bestehe Zugang zur Krankenversicherung und Zugang zu Unterstützung durch den Staat und könne medizinische Hilfe beantragt werden. Die Beschwerdeführerin habe in die Türkei durch nahe Verwandte auch verwandtschaftliche wie auch soziale Bindungen. 
4.
Die Beschwerdeführerin beantragt eingangs in ihrer Beschwerde (Ziff. II.3.1 und II.3.2), ergänzend fest- bzw. klarzustellen, dass sie ihren Ex-Mann im Jahr 2014 geheiratet und im Dezember des selben Jahres ihren gemeinsamen Sohn zur Welt gebracht habe. Dieser sei mit einem verkrümmten Bein geboren worden und ihm fehlten zwei Zehen. Je mehr der Sohn wachse, umso grösser werde auch die Differenz zwischen seinen beiden Beinen. Seit der Hochzeit leide die Beschwerdeführerin unter physischen und psychischen Gewalttaten ihres Ex-Mannes, weshalb sie sich 2016 von diesem habe scheiden lassen. Dennoch habe sie den Kontakt zu diesem aufgrund seines Besuchsrechts zum Sohn am Wochenende von Samstag, 10:00 Uhr, bis Sonntag, 17:00 Uhr, nicht vollständig vermeiden können. Darüber hinaus habe ihr Mann auch das Recht, den Sohn im Sommer vom 01. bis 15. Juli zu sich zu nehmen. Weitere Besuchszeiten könnten zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Ex-Mann einvernehmlich vereinbart werden. Im Rahmen dieser Besuche habe der Ex-Mann gegenüber dem gemeinsamen Sohn Gewalt ausgeübt. Er habe ihn so grob ins Treppenhaus gestossen, dass dieser die Treppen hinuntergefallen sei und sich das Bein gebrochen habe, was vom ersten Arzt jedoch nicht diagnostiziert worden sei. Erst aufgrund anhaltender starker Schmerzen sei ein Monat später von einem anderen Arzt der Bruch festgestellt und behandelt worden. Dieser sei aufgrund dieser Dauer falsch zusammengewachsen, weshalb eine neuerliche Operation notwendig sei. Andernfalls würde dies für den Sohn bedeuten, dass er sein Leben lang auf den Rollstuhl angewiesen sei. Derzeit sei es ihm unmöglich, gerade auf seinem Fuss aufzutreten. Der Sohn der Beschwerdeführerin müsse in der Nacht auch einen speziellen Schuh tragen. Der Ex-Mann der Beschwerdeführerin weigere sich jedoch, diesem den Schuh anzuziehen, wenn er bei ihm übernachte. Weiters habe der Ex-Mann der Beschwerdeführerin diese angerufen, wenn der Sohn in der Nacht geweint habe, nur um die Beschwerdeführerin zu quälen. Dieser habe sich nicht um den Sohn gekümmert, sondern lediglich zu ihr gesagt, dass sie jetzt zuhören müsse, wie der Sohn weine, weil sie sich von ihm habe scheiden lassen. Der Ex-Mann leide unter psychischen Erkrankungen, nämlich Narzissmus sowie paranoider und antisozialer Persönlichkeitsstörung, welche bereits diagnostiziert seien. Zudem sei er alkoholabhängig, was ihn unberechenbar mache. Der Ex-Mann der Beschwerdeführerin sei jedoch nicht dazu bereit, sich behandeln zu lassen und sehe die entsprechende Notwendigkeit auch nicht ein. 
Hierzu hält der Verwaltungsgerichtshof fest, dass die Verletzungen und angeborenen Fehlstellungen des minderjährigen Sohnes der Beschwerdeführerin im Wesentlichen bereits von der Regierung festgestellt wurden und auch vom Verwaltungsgerichtshof nicht angezweifelt werden. Die erfolgten detaillierteren Angaben können hier keine andere Bewertung ihres Vorbringens bringen und erweisen sich damit nicht als entscheidungsrelevant. Auch führte die Beschwerdeführerin aus, dass der Sohn im Heimatland behandelt und operiert worden sei. Hierzu ist mit der Regierung hervorzuheben, dass die Beschwerdeführerin sich weder um die Kostenübernahme durch die Versicherung noch anteilige Kostentragung durch den Ex-Mann (gerichtlich) bemüht hat, sondern angab, dass die Verwandten die Kosten übernommen hätten. Sie gab auch nicht an, sich aufgrund der angeblichen Fehlbehandlung an die Gerichte oder andere Krankenhäuser gewandt zu haben. Weshalb sie sich trotz starker Schmerzen des Kindes anlässlich dessen angeblich unentdeckten Beinbruches erst nach einem Monat wieder an einen - anderen - Arzt wandte, bleibt auch für den Verwaltungsgerichtshof unverständlich. Nicht zuletzt verfügt sie ja selbst über eine entsprechende einschlägige Ausbildung. Festzuhalten ist jedoch, dass ausreichende Behandlungsmöglichkeiten in der Türkei bestehen und sie allfällige Kosten auch bei einer Rückkehr erneut tragen können wird, wie sie selbst in ihrer Beschwerde (Ziff. II.10) ausführt. 
So die Beschwerdeführerin den Vorfall auf der Treppe, bei dem das Kind einen Beinbruch erlitten haben soll, nunmehr mit ihrer Beschwerde anderslautend schildert, ist hervorzuheben, dass bereits die Regierung nicht feststellen konnte, wie die angeblichen neuerlichen Verletzungen ihres Sohnes entstanden sind. Während die Beschwerdeführerin vor dem APA noch darlegte, ihr Ex-Mann habe den Sohn fallen gelassen, weil er ihn nicht tragen wollte, so soll er diesen nunmehr damit im Widerspruch derart gestossen haben, dass dieser die Treppe hinunterfiel. Festzuhalten ist hierzu jedoch, dass bereits die Regierung der Beschwerdeführerin vorgehalten hat, dass diese weder eine Anzeige bei der Polizei erstattete noch dies vor den Gerichten umgehend darlegte, um eine Änderung des Umgangsrechts des Ex-Mannes zu erwirken. Dies muss umso mehr wiegen, als die Beschwerdeführerin auch sonst wiederholt gegen ihren Ex-Mann vor Gericht zog und ausstehende Unterhaltszahlungen ebenso gerichtlich einforderte wie sie Fernhaltemassnahmen aufgrund erfolgter Belästigungen erreichte.
Zudem waren gemäss ihren eigenen Beschwerdeausführungen die Erkrankungen ihres Ex-Mannes bereits diagnostiziert, die Probleme auch der wiederholt von ihr gerufenen Polizei bekannt und die Beschwerdeführerin rechtsfreundlich vertreten. Dass ihre Anträge bei Gericht durchaus weitgehend erfolgreich waren, hat die Beschwerdeführerin selbst wiederholt dargelegt. Wenig nachvollziehbar ist deshalb, weshalb die Beschwerdeführerin die Verletzungen des Kindes nicht geltend machte und das Umgangsrecht nicht bekämpfte. Sie hätte ihrem Ex-Mann bei dessen Ausübung auch durchaus nicht persönlich zur Verfügung stehen müssen, sondern Vertrauenspersonen zwischenschalten können. Mit der Regierung ist deshalb hervorzuheben, dass die gebildete Beschwerdeführerin, die eine rein private Bedrohung vorbringt, bei weitem nicht alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfte, um Abstand von ihrem Ex-Mann zu gewinnen.
5.
Auch mit dem weiteren Vorbringen kann sie der Entscheidung der Regierung nicht entgegentreten. So führt sie an (Ziff. II.3.3 der Beschwerde), sie habe dann keinen Ausweg mehr gewusst und aus Angst um ihr Leben und jenes des Sohnes das Land verlassen. Bereits zuvor habe sie versucht, nach Antalya zu ziehen. Ihr Ex-Mann habe sie, als er dies erfahren habe, mit dem Tod bedroht. Ihr Ex-Mann hätte sie auch überall ausfindig machen können und sie über das digitale System in der Türkei, auf das er wegen des Besuchsrechts zu seinem Sohn Zugriff habe, überall finden können. Der Ex-Mann habe zudem mehrfach gegen sie Morddrohungen ausgesprochen, was auch von Freunden und Bekannten bestätigt werden könne.
Derartige Morddrohungen brachte die Beschwerdeführerin im bisherigen Verfahren nur am Rande und nicht näher erläutert vor. Derartiges geht auch nicht aus den vorgelegten Beweismitteln hervor. Auch die von der Beschwerdeführerin vorgelegten Audiomitschnitte zeichnen kein derartiges Bild. Bereits die Regierung hielt deshalb fest, dass das Verhalten der Beschwerdeführerin gegen eine derartige Intensität der Bedrohungen spricht. Die Regierung legte dabei in ihrer Entscheidung aus Sicht des Verwaltungsgerichtshofes nachvollziehbar dar, weshalb von einer derartigen Bedrohungslage nicht auszugehen ist. Dies nicht nur, weil die Beschwerdeführerin die Behörden und Gerichte nicht entsprechend eingeschalten hat, obwohl diese durchaus wiederholt in ihrem Sinne tätig wurden, sondern auch, weil die blosse Androhung der Einschaltung der Polizei im Sommer 2021 den Ex-Mann der Beschwerdeführerin umgehend dazu bewegt haben soll, das Kind zurückzubringen. Auch hat er die gerichtlich vorgeschriebenen Unterhaltszahlungen überwiesen und sich bis zur Ausreise der Beschwerdeführerin an die Fernhaltemassnahmen gehalten. 
Bereits die Regierung hat ihr deshalb zu Recht vorgehalten, dass sie ihre Möglichkeiten im Heimatland nicht annähernd ausgeschöpft hat und sich durchaus auch massiv widersprach, ob und wie häufig der Ex-Mann ihren Sohn im Jahr vor der Ausreise überhaupt zu sich nahm. Dass der Ex-Mann der Beschwerdeführerin sich nach ihrem Verbleib erkundigt und wütend ist, dass sie ohne Rücksprache mit ihm das gemeinsame Kind ins Ausland verbringt, wie sie mit der Beschwerde ausführt, leuchtet durchaus ein. Dass er ihr jedoch derart offensiv mit dem Umbringen gedroht haben soll, wie aus dem mit der Beschwerde vorgelegten E-Mail der Nachbarin angeführt ist, ist schon deshalb wenig glaubhaft, weil die Nachbarin diesen in einem derartigen Gemütszustand sicherlich nicht noch zurechtgewiesen hätte. Vielmehr hätte sie sich schnellstmöglich von ihm entfernt, ohne in eine weitere Diskussion einzutreten. Es ist folglich anzunehmen, dass es sich beim Schreiben der Nachbarin deshalb nur um ein Gefälligkeitsschreiben handelt, das allenfalls einen teilweise Wahrheitsgehalt aufweist. Hierzu hat der Verwaltungsgerichtshof bereits mehrfach dargelegt, dass derartigen Bestätigungen von Freunden keine erhöhte Glaubwürdigkeit und Relevanz zukommen kann (vgl. ua VGH 2020/064a vom 30.10.2020, E. 7; VGH 2022/002 vom 11.04.2022, beide öffentlich abrufbar).
Selbst bei Wahrunterstellung der vorgebrachten neuerlichen Morddrohungen und einer Steigerung weg von der Belästigung zur ernstzunehmenden Bedrohung ist für die Beschwerdeführerin, die als Staatsbedienstete in Pension Zugang zu den Gerichten und Sicherheitsbehörden hatte und erneut haben wird, nichts zu gewinnen. Vielmehr ist sie, wie bereits von der Regierung, an die Sicherheitsbehörden und Gerichte ihres Heimatlandes zu verweisen. Ein Gerichtsverfahren könnte auch bereits in ihrer Abwesenheit in die Wege geleitet werden. So hat sie ja nach wie vor zahlreiche Kontakte ins Heimatland und unter anderem auch zu ihrem Rechtsanwalt, wie sie selbst ausführt. In einem solchen Verfahren könnten die Nachbarin und Verwandten der Beschwerdeführerin als Zeugen beantragt werden. Die Beschwerdeführerin hat in einem solchen Verfahren selbst auch nichts zu befürchten, weil ihr, wie sie selbst in ihrer Beschwerde (S. 8) ausführt, die alleinige Obsorge für den minderjährigen Sohn zukommt. 
Der Annahme der Regierung, dass die Furcht der Beschwerdeführerin vor ihrem Mann unbegründet war, kann sie deshalb auch mit diesem Vorbringen nicht entgegentreten (s. auch Ziff. 6 der Beschwerde, wobei dort keine detaillierteren Ausführungen getätigt wurden).
6.
Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde (Ziff. II.3.4) vor, doch sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Mittel in der Türkei ausgeschöpft zu haben, um sich und ihren Sohn bestmöglich vor ihrem Ex-Mann zu beschützen. Diese Fernhaltemassnahmen würden jedoch nur für sie und nicht den gemeinsamen Sohn gelten. Der Ex-Mann der Beschwerdeführerin habe sich während des Bestehens der einstweiligen Verfügung insoweit daran gehalten, dass er der Beschwerdeführerin ferngeblieben sei. Dennoch habe er die Beschwerdeführerin durch nächtliche Videoanrufe beim gemeinsamen Sohn weiterhin kontrolliert. Er habe dieser auch Morddrohungen ausgesprochen. Zudem habe er sich nicht an die Besuchszeiten gehalten und habe der Sohn im letzten Jahr lediglich zwei Mal beim Ex-Mann übernachtet. Da ihr Ex-Mann durch die einstweiligen Verfügungen die Beschwerdeführerin zumindest für eine gewisse Zeit nicht mehr habe misshandeln können, habe er den Sohn verletzt, um dadurch der Beschwerdeführerin weh zu tun. Weiters habe die Beschwerdeführerin eine Namensänderung und eine Änderung der ID-Nummer beantragt, damit ihr Ex-Mann sie über die elektronischen Daten ihres Sohnes nicht ausfindig machen könne. Diese Namensänderung sei jedoch nicht bewilligt worden, sodass der Beschwerdeführerin ein Aufenthalt in der Türkei verunmöglicht worden sei, sofern sie den physischen und psychischen Gewalttaten ihres Ex-Manns entgehen und nicht weiter um ihr Leben fürchten wolle.
Mit diesem Vorbringen kann die Beschwerdeführerin den Ausführungen der Regierung nicht ansatzweise entgegentreten, wonach sie Zugang zu den Gerichten hatte, die angeblichen Verletzungen bei der schutzfähigen und -willigen Polizei hätte anzeigen müssen, das Besuchsrecht vor Gericht hätte bekämpfen müssen, die Besuchsfrequenz widersprüchlich vorgetragen wurde und ihr letztlich durchaus auch ein Umzug und die Kontaktaufnahme mit Frauenrechtsorganisationen zumutbar gewesen wäre. Auch sind die neuerlich behaupteten, jedoch unbelegten Morddrohungen von ihr in dieser Klarheit nie vorgetragen worden und als gesteigertes Vorbringen zu werten. Selbst bei Wahrunterstellung hätte sie auch diese zur Anzeige bringen müssen.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin sich in ihrer Beschwerde auch nicht ausreichend damit auseinandersetzt, dass der Ex-Mann sich an die einstweilige Verfügung gehalten habe und sie dem Sohn weder eine Videotelefonie noch ein derart spätes Telefonat mit dem Ex-Mann hätte ermöglichen müssen. Sie hätte nachts durchaus das Telefon abdrehen können, wie ihr bereits die Regierung zu Recht vorgehalten hat. Hieran kann auch das neue Vorbringen (Ziff. 9 der Beschwerde) nichts ändern, dass dies der Beschwerdeführerin nicht möglich gewesen sei, weil sie befürchtet hätte, dass ihr Ex-Mann - in alkoholisiertem Zustand - Gewalt anwenden könnte. So habe sie dies bereits einmal unterbunden und der Ex-Mann sei vor ihrem Haus gestanden und habe sie wüst beschimpft. Die alarmierte Polizei habe nichts unternehmen können, weil er keine körperliche Gewalt angewendet habe und sei unverrichteter Dinge wieder gegangen.
Einerseits ist der Beschwerdeführerin hier vorzuhalten, dass sie Derartiges erstmals vorbringt. Andererseits zeigt es erneut auf, dass die Polizei aufgrund ihres Anrufes zu ihrem Haus kam und damit schutzwillig und -fähig war. Dies, obwohl der Ex-Mann lediglich vor dem Haus gewesen sein soll. Es zeigt damit auch auf, dass die Polizei bereits beim Versuch, körperliche Gewalt auszuüben, einschreiten würde und nicht erst - wie die Beschwerdeführerin an anderer Stelle behauptet - im Falle eines versuchten Mordes (Ziff. 4 der Beschwerde). Dies geht im Übrigen auch bereits aus der von ihr anlässlich ihres Asylgesuches am 14.02.2022 vorgelegten Stellungnahme hervor, wonach sie bereits zu Beginn der Ehe die Polizei gerufen habe, damit diese ihren Mann fernhalte, bis dieser wieder nüchtern gewesen sei; dies aufgrund der Alkoholisierung ihres damaligen Mannes, der sie nachts im Haus so angeschrien habe, dass ihr dies vor den Nachbarn peinlich gewesen sei und sie befürchtet habe, er könne sie verletzen.
Wenn die Beschwerdeführerin überdies angibt, anstelle selbst misshandelt worden zu sein, habe ihr Ex-Mann wegen der Fernhaltemassnahmen nun ihren Sohn verletzt, so ist ihr entgegen zu halten, dass sie selbst in der Befragung noch betont hatte, dass es lediglich ein einziges Mal in der Ehe zu Schlägen und einem körperlichen Übergriff gekommen sei. Dies sei neben der Weigerung ihres damaligen Ehemannes, die Behandlungskosten für den Säugling zu übernehmen, und dessen Verhalten beim Arztbesuch der Anlass für sie gewesen, sich scheiden zu lassen. Noch am selben Tag habe sie über den Bruder ihres Ex-Mannes bewirkt, dass ihr damaliger Ehemann aus der Wohnung auszog.
Welche Intensität die Belästigungen und Drohungen ihres Ex-Mannes tatsächlich annahmen, kann aber dahingestellt bleiben. Relevant ist einzig, dass die Beschwerdeführerin ihre Möglichkeiten im Heimatland, sich dagegen zur Wehr zur setzen, nicht ausnützte. Weder strengte sie über den Anwalt ein Gerichtsverfahren zur Beschränkung des Besuchsrechts an noch brachte sie das Verhalten ihres Ex-Mannes zur Anzeige. Obwohl sie nur zwei Fahrstunden von Istanbul entfernt lebte und sich wiederholt dort aufhielt, hat sie sich auch nicht an eine Frauenhilfsorganisation um Unterstützung gewandt. Nicht zuletzt hatte und hat die Beschwerdeführerin laut ihren eigenen Angaben auch Rückhalt nicht nur in ihrer eigenen Familie, sondern durchaus auch in der Familie ihres Ex-Mannes.
7.
Ins Leere gehen muss auch, wenn die Beschwerdeführerin nun mit der Beschwerde neu behauptet (Ziff. II.3.4 und Ziff. 8 der Beschwerde), dass sie doch sogar mehrfach bei Gericht angeregt habe, die Besuchszeiten des Ex-Manns derart einzuschränken, dass zumindest keine Übernachtungen des Sohnes mehr bei diesem stattfinden. So hatte sie bisher im Verfahren nur angegeben, dass sie sich um die Betreibung der fehlenden Unterhaltszahlungen und Verhängung von Fernhaltemassnahmen bemüht habe. Von einer Einschränkung des Besuchsrechts hat sie nicht nur nichts ausgeführt, sondern klar und unmissverständlich dargelegt, dass sie gar nicht versucht hatte, vom Gericht eine Änderung der Umgangsregelung ihres Ex-Mannes zu erreichen (Asylbefragung vom 12.2021, S. 3). Deshalb setzt sie sich mit ihre Beschwerde in klaren Widerspruch zu ihrem bisherigen Vorbringen, was ihrer Glaubwürdigkeit abträglich ist. Zudem konnte sie - anders als zum geglaubten Vorbringen - hierfür auch keine Gerichtsunterlagen vorlegen, obwohl dieser Antrag laut ihrem neuen Vorbringen abgelehnt worden sein soll. 
Würde ihr Vorbringen über die Bedrohungslage der Wahrheit entsprechen, hätte sie als gebildete, durchaus selbstbewusste Frau im Staatsdienst jedoch vehement eine sofortige gänzliche Einstellung verlangt und hätte in ihren Befragungen durch das APA auch mitgeteilt, dass ihre diesbezüglichen Versuche zur Einschränkung ins Leere liefen. Folglich ist dieses neue Vorbringen (s. auch Ziff. 10 der Beschwerde) lediglich als Schutzbehauptung zu werten, mit dem die Beschwerdeführerin erfolglos versucht, dem Vorwurf der Regierung, ihre Möglichkeiten nicht ausgeschöpft zu haben, entgegenzutreten.
8.
Bereits die Regierung verkannte nicht, dass es in der Türkei nach wie vor Ehrenmorde und einen Rückschritt in der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen gibt. Es wurde auch nicht verkannt, dass der Staatschef den Austritt aus der Istanbul-Konvention erklärte, wie in Ziff. 4 der Beschwerde vorgebracht wird. Im von der Regierung herangezogenen Referenzurteil des schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts wurde aber auch bereits festgehalten, dass die Gerichte und Behörden der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen nach wie vor hohe Bedeutung zumessen. Auch aus dem von der Regierung herangezogenen aktuellen Bericht von Amnesty International "Turkey, turn words into actions; Duty-bound to end violence against women" von Dezember 2021 ergaben sich trotz des Austritts der Türkei aus der Istanbul-Konvention keine konkret fallbezogenen anderen Anhaltspunkte. Das türkische Oberste Kassationsgericht hat sich denn auch aufgrund dieser Austrittserklärung mit zahlreichen Klagen von Frauenorganisationen und Anwaltsvereinen auseinanderzusetzen, wobei der Vertreter der Staatsanwaltschaft jüngst den Austritt als Verstoss gegen türkisches Recht wertete (s. www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-schutz-frauen-gewalt-istanbul-konvention-1.5575275).
Hinzu kommt, dass die Regierung zu Recht für den vorliegenden Einzelfall der Beschwerdeführerin darauf verwiesen hat, dass die Beschwerdeführerin unstrittig Zugang zum Gericht hatte und dieses zuletzt auch ohne Antrag in ihrem Sinne tätig wurde und Fernhaltemassnahmen verhängte. Die weiteren angeblichen Bedrohungen und Übergriffe hat sie jedoch der Polizei gar nicht angezeigt. Hingegen zeigte sich die Beschwerdeführerin durchaus sehr durchsetzungsfähig, wenn sie darlegt, wie sie aufgrund eines tätlichen Übergriffs die Scheidung einreichte und ihren Ex-Mann auch nach der Scheidung wiederholt zu Psychiatern brachte. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführerin mit Hilfe ihres Rechtsanwaltes nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen würde, die ihr zur Verfügung stehen, würde ihr Vorbringen der Wahrheit entsprechen und eine derartige Bedrohung vorliegen. Auch dies wurde ihr bereits von der Regierung vorgehalten. Damit unterscheidet sie sich aber durchaus von jenen Frauen, die Opfer von Gewalt werden und keinen Zugang zu Anwälten und den Gerichten erhalten.
Nur weil Ehrenmorde in der Türkei nach wie vor vorkommen, wie die Beschwerde richtig vorbringt, ist nicht ersichtlich, weshalb dies auch auf die Beschwerdeführerin zutreffen sollte. Diese lebte überdies im Grossraum Istanbul und vertritt damit auch eine westlichere Einstellung. Auch liegt ihre Scheidung mittlerweile lange zurück und hat der Ex-Mann sich an alle einstweiligen Verfügungen gehalten. Sie gibt auch selbst zu, dass dieser ihren Sohn im letzten Jahr kaum mehr besuchte. Auch hat sie in der Türkei zahlreiche Verwandte, die ihr helfen. Auch bei diesen hätte sie sich während der Durchsetzung ihrer Rechte aufhalten können. Letztlich gibt es in der Türkei durchaus Frauenorganisationen, an die sie sich ebenfalls hätte wenden können.
9.
Wenn nunmehr die besondere Gewalttätigkeit des Mannes mit der Beschwerde behauptet wird und dessen erste Frau wegen ihr zugefügter Verletzungen angeblich sogar im Krankenhaus behandelt werden musste, so ist dies ein neues unzulässiges und nicht verifizierbares Vorbringen, das den eigenen Aussagen der Beschwerdeführerin neuerlich widerspricht. So gab sie selbst an, es sei bei ihr selbst nie zu Verletzungen gekommen. Sie sei vor Jahren ein einziges Mal von ihrem damaligen Mann geschlagen worden, weshalb sie die Scheidung eingereicht habe. Dass es danach zu weiteren Übergriffen auf sie kam, behauptet sie nicht. Die angeblichen Verletzungen ihres Sohnes lassen sich nicht verifizieren, jedoch wäre anzunehmen, dass sie im Falle von Misshandlungen ihres Sohnes annähernd so konsequent vorgegangen wäre, wie sie das tat, als sie damals selbst geschlagen wurde. Dort hatte sie umgehend ihren damaligen Mann mit Hilfe dessen Bruders aus dem Haus gewiesen und die Scheidung eingereicht. Hingegen will sie trotz der behaupteten Verletzungen ihres Sohnes nichts unternommen haben. Vielmehr führte sie in der Asylbefragung vom 07.12.2021 (S. 2) an, dass der Vater das Kind sogar nicht nur an den gerichtlich festgelegten Wochenenden, sondern auch unter der Woche sehen konnte, weil sie diesem das nicht verboten habe. Die erfolgten Verletzungen begründete sie dabei in ihrer Stellungnahme damit, dass ihr Ex-Mann den Sohn verletzt habe, wenn sie dessen Forderungen nicht entsprochen habe. Auch dies muss jedoch bereits länger zurückliegen, wenn die Beschwerdeführerin dann weiter in der Asylbefragung angibt, dass ihr Ex-Mann das Kind seit ca. einem Jahr nicht mehr abgeholt habe. Folglich müssen auch die Übergriffe auf das Kind entsprechend zurückliegen. Die behaupteten Bedrohungen gingen auch nicht aus den vorgelegten Beweismitteln hervor. Gleichermassen müssen auch die in den Raum gestellten, von ihr befürchteten künftigen Verschlimmerungen des Auftritts des Ex-Mannes aufgrund seiner psychischen Probleme ebenso ins Leere gehen wie die angeblichen "ausgelebten Aggressionen gegenüber der Beschwerdeführerin und dem Sohn entsprechend schlimmer geworden" (Ziff. 7 der Beschwerde) seien.
Dabei wird nicht verkannt, dass die Beschwerdeführerin Probleme mit ihrem Ex-Mann hatte und diesen aufgrund des Besuchsrechts wiederholt traf. Zudem begleitete er sie laut ihren Angaben in der Stellungnahme im Jahr 2021 auch zu den Operationsterminen des gemeinsamen Sohnes. Mit dem Vorbringen ihrer privaten Probleme kann sie jedoch bereits kein entsprechendes Risiko darlegen, dass ihr tatsächlich die mit der Beschwerde aufgezeigte Behandlung drohen sollte. Bereits die Regierung hat dargelegt, welche Möglichkeiten der Beschwerdeführerin selbst bei Wahrunterstellung zukommen. Dagegen bringt sie nichts hinreichend substantiiert vor. So kann die Beschwerdeführerin sich dagegen wehren, diesem das Besuchsrecht entziehen lassen und mit dem Sohn in einen anderen Landesteil ziehen, sollte das Vorbringen der Wahrheit entsprechen. Da die Beschwerdeführerin bereits pensioniert ist, ist sie diesbezüglich auch unabhängig. Nicht zuletzt verfügt sie über einen sehr hohen Bildungsstand und Berufserfahrung in mehreren Berufen, weshalb sie auch wieder am Arbeitsmarkt Fuss fassen könnte, sollte sie dies wünschen. 
Auch ist nicht ersichtlich, wodurch der Ex-Mann sich mehr provozieren liess und welche neuen Aggressionen er ausleben soll (Ziff. 7 der Beschwerde). Vielmehr war Derartiges selbst den vorgelegten Audiodateien und auch sonstigen Vorlagen nicht zu entnehmen. Ebenso gab die Beschwerdeführerin selbst an, dass ihr Ex-Mann den Sohn im Jahr vor der Ausreise praktisch nicht mehr besuchte, dieser sich an die Fernhaltemassnahmen hielt und auch die auferlegten Unterhaltszahlungen am Konto ihrer Schwester eingegangen seien. 
Weshalb die späte Diagnose des durchaus widersprüchlich vorgetragenen Beinbruches und die bereits geplante Flucht sie von einer solchen Anzeige abgehalten haben sollen, leuchtet nicht ein. Derartiges hat sie selbst in ihren Befragungen auch nicht vorgebracht. Ebenfalls erschliesst sich nicht, weshalb die Beschwerdeführerin jahrelang praktisch untätig blieb, dem Vater das Kind wiederholt auch ausserhalb der Besuchszeiten gab und erst kurz vor der Ausreise versuchte, ihren Namen zu ändern, nicht jedoch das Besuchsrecht infrage stellte. Hervorzuheben ist zudem, dass in der Beschwerde durchaus eingeräumt wird, dass die Beschwerdeführerin zur Polizei hätte gehen können und gegen den Ex-Mann ein Verfahren eingeleitet worden wäre (Ziff. 7 der Beschwerde).
10.
Entgegen dem Vorbringen in Ziff. 5. der Beschwerde, wonach die Asylgesuchstellung in Liechtenstein - anstelle von einem anderen Land - nachvollziehbar sei, hat die Regierung zu Recht auch hervorgehoben, dass gegen die vorgebrachte Bedrohung auch spricht, dass die Beschwerdeführerin nicht fluchtartig das Land verlassen musste, sondern vielmehr ihre Ausreise gut plante und vorbereitete, sich pensionieren und Pässe ausstellen liess sowie sich auch über das Ziel der Reise durchaus Gedanken machte und gut informierte. 
11.
Zusammenfassend ist hervorzuheben, dass die Beschwerdeführerin mit Hilfe des Rechtsberaters zwar die Regierungsentscheidung zur Gänze anficht und den Antrag stellte, ihr Asyl zu gewähren. Inhaltlich bringt sie aber nichts vor, mit dem sie der Begründung der Abweisung ihres Asylgesuches durch die Regierung substantiiert entgegentreten kann. Diese erkannte nicht nur, dass selbst bei Wahrunterstellung eine private Verfolgung des Ex-Mannes für die Beschwerdeführerin, die Zugang zu den Sicherheitsbehörden und Gerichten hatte, sich eines Rechtsanwaltes zur Durchsetzung ihrer Rechte bediente und durch die eigenen Berufstätigkeit im Staatsdienst und einer vergleichsweise hohen Pension (s. Ziff. 10 der Beschwerde) finanziell unabhängig war, keine Asylrelevanz im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) aufweist. Dabei wurde durch die Regierung nicht verkannt, dass es Probleme zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Ex-Mann gab und weiterhin gibt. Selbst bei Wahrunterstellung des Vorbringens, wobei sich durchaus zahlreiche Widersprüche und Unplausibiltäten zeigen, hat die Regierung der Beschwerdeführerin jedoch zu Recht vorgehalten - dass sie gerade nicht alle ihr zustehenden Möglichkeiten ergriffen hat. Insbesondere war festzustellen, dass die Sicherheitsbehörden und Gerichte in Bezug auf die Beschwerdeführerin schutzwillig und schutzfähig waren und erneut sein werden.
Da die Beschwerdeführerin damit den verfahrenswesentlichen Feststellungen der Regierung nicht substantiiert entgegentritt, konnte auch die von ihr angebotene Parteieneinvernahme unterbleiben. Insbesondere erachtet der Verwaltungsgerichtshof den von der Regierung festgestellten Sachverhalt als hinreichend ermittelt und im Wesentlichen unstrittig. Es lag damit auch kein Fall vor, wie in jenen Verfahren, in denen der Staatsgerichtshof eine Verhandlungspflicht für den Verwaltungsgerichtshof aussprach, damit dieser sich einen persönlichen Eindruck von den jeweiligen Beschwerdeführern verschaffen konnte (s. ua StGH 2019/091 vom 03.12.2019, öffentlich abrufbar).
Überdies stellte die Regierung auch eine innerstaatliche Fluchtalternative der Beschwerdeführerin bei ihrer Schwester, ihrem Neffen oder in den grösseren Städten des Landes fest, wo eine Kontaktaufnahme des Ex-Mannes nicht möglich sei.
Folglich hat die Regierung zu Recht das Asylgesuch der Beschwerdeführerin und ihres minderjährigen Sohnes abgewiesen. Eine andere, allenfalls von Amts wegen aufzugreifende Gefährdungslage ergibt sich für die Beschwerdeführerin auch aus Sicht des Verwaltungsgerichtshofes nicht. 
12.
Die Regierung hat damit rechtsrichtig in weiterer Folge die Wegweisung der Beschwerdeführerin und ihres Sohnes, die nach wie vor über gültige Spezialpässe verfügen, geprüft und deren Vollzug für möglich, zulässig und auch zumutbar erachtet. Der Wegweisungsverfügung tritt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde nicht entgegen und diese wird auch durch den Verwaltungsgerichtshof nicht beanstandet.
Ein reales Risiko einer Verletzung ihrer nach Art. 2 oder 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) gewährleisteten Rechte aufgrund der behaupteten privaten Verfolgung durch den Ex-Mann kann durch den Verwaltungsgerichtshof auch von Amtes wegen nicht festgestellt werden (s. auch S. 23 der Regierungsentscheidung). Selbst bei Wahrunterstellung ihres durchaus widersprüchlichen und gesteigerten, teils wenig plausiblen Vorbringens kann sie an die schutzwilligen und -fähigen Behörden und Gerichte ihres Heimatlandes verwiesen werden.
Zudem betont die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Ziff. 10 der Beschwerde), dass sie Staatsangestellte war und über eine verhältnismässig hohe Rente verfügt, womit sie sich das Leben in der Türkei sehr gut finanzieren könne. Gegen einen Umzug innerhalb der Türkei spreche nur die nicht erfolgte Namensänderung, auf die oben bereits ausführlich eingegangen worden ist und die auch für die Frage der Wegweisung keine Relevanz aufweist. Vielmehr kann die Beschwerdeführerin ihre Angelegenheit mit Hilfe ihres Rechtsanwaltes und der Gerichte regeln und erste Schritte bereits aus Liechtenstein in die Weg leiten.
Auch die medizinische Versorgung ihres Sohnes ist in der Türkei gewährleistet, wie die Beschwerdeführerin selbst in ihrer Beschwerde betont (Ziff. 10).  Die Regierung hielt für die Beschwerdeführerin zudem unwidersprochen fest, dass diese auch Begünstigte des türkischen Sozialsystems sei.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin über zahlreiche Verwandte im Heimatland verfügt, die sie ebenfalls unterstützen. So hat bereits die Regierung zu Recht hervorgehoben, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Schwester unterkam und ihr Neffe mit dessen Frau nicht nur ihre Reise organisierte, sondern sie sogar bis in den Kosovo begleitete. Als ihr Sohn damals noch ein Baby war, begab die Beschwerdeführerin sich mit diesem zu Behandlungszwecken nach Istanbul. Am Rande dessen Behandlungen, zuletzt auch im August 2021, konnte sie - wie auch bei Problemen mit ihrem Ex-Mann - auf die Unterstützung des Bruders ihres Ex-Mannes zählen und bei diesem unterkommen. Wie ihre vorgelegten Beweismittel zeigen, hatte sie auch noch kurz vor ihrer Ausreise mit diesem und dessen Ehefrau Kontakt, um die Beschwerdeführerin bei ihren Problemen mit ihrem Ex-Mann zu unterstützen. 
13.
Gemäss Art. 83 Abs. 1 Bst. a AsylG kann Asylsuchenden nach Massgabe der einschlägigen Bestimmungen der Zivilprozessordnung Verfahrenshilfe im Beschwerdeverfahren gewährt werden. Ein Antrag auf Gewährung von Verfahrenshilfe kann gemäss Art. 83 Abs. 1a Asylgesetz frühestens mit dem verfahrenseinleitenden Schriftsatz bzw. der Beschwerde gestellt werden, was vorliegend eingehalten worden ist. Gemäss § 63 Abs. 1 ZPO ist einer Verfahrenspartei Verfahrenshilfe zu bewilligen, wenn sie ausser Stande ist, die Kosten der Führung des Verfahrens ohne Beeinträchtigung des notwendigen Unterhalts zu bestreiten und die beabsichtigte Rechtsverfolgung nicht als offenbar mutwillig oder aussichtslos erscheint. Als notwendiger Unterhalt ist derjenige Unterhalt anzusehen, den die Partei für sich und ihre Familie, für deren Unterhalt sie zu sorgen hat, zu einer einfachen Lebensführung benötigt. Als mutwillig ist die Rechtsverfolgung besonders anzusehen, wenn eine nicht die Verfahrenshilfe beanspruchende Partei bei verständiger Würdigung aller Umstände des Falles, besonders auch der für die Eintreibung ihres Anspruches bestehenden Aussichten, von der Führung des Verfahrens absehen oder nur einen Teil des Anspruches geltend machen würde.
Laut ständiger Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes (vgl. ua in StGH 2015/116 vom 26.01.2016, derzeit nicht öffentlich abrufbar) liegt eine offenbare Aussichtslosigkeit der begehrten Rechtsverfolgung vor, wenn die Rechtsverfolgung schon ohne nähere Prüfung der Angriffs- oder Abwehrmittel als erfolglos erkannt werden kann. Um die Verfahrenshilfe bewilligen zu können, müsse der Erfolg zwar nicht gewiss, aber nach der sofort erkennbaren Lage eine gewisse (wenn auch nicht allzu grosse) Wahrscheinlichkeit für sich haben (vgl. Michael Bydlinski, in: Fasching / Konecny - 13 - [Hrsg.], Kommentar zu den Zivilprozessgesetzen, 2. Band/1. Teilband, 3. Aufl., Wien 2015, § 63, Rz. 20; vgl. auch StGH 2013/171 vom 01.09.2014, abrufbar unter www.gerichtsentscheide.li). Ob eine Rechtsverfolgung offenbar aussichtslos sei, müsse nämlich objektiv beurteilt werden, was im konkreten Fall eine Auseinandersetzung mit dem Vorbringen des Beschwerdeführers in seinem Verfahrenshilfeantrag unter Zugrundelegung der angefochtenen Entscheidung erfordere. Bei der Prüfung der Erfolgsaussichten einer Beschwerdeführung sei jedoch grundsätzlich kein allzu strenger Massstab anzulegen, um den Anspruch der Verfahrenshilfe in einer für die Betroffenen existenziellen Angelegenheit nicht von vorneherein leer laufen zu lassen (vgl. Bydlinski aaO § 63 ZPO, Rz. 20 und Robert Fucik, in:Walter H. Rechberger [Hrsg.], Kommentar zur ZPO, 4. Aufl., Wien 2014, § 63 ZPO Rz. 6, jeweils mit Rechtsprechungsnachweisen).
Die Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Prozessführung bzw. Rechtsverteidigung bedingt gemäss Judikatur des Staatsgerichtshofes jedenfalls eine ex ante bzw. prima facie Würdigung der Vorbringen und Umstände, auf die sich die antragstellende Partei beruft (StGH 2015/003 vom 23.03.2015; StGH 2013/171 vom 01.09.2014; VGH 2016/056 vom 29.04.2016, Erw. 6; alle abrufbar unter: www.gerichtsentscheide.li).
Bei der Beschwerdeführerin stellt sich bereits die berechtigte Frage, ob für diese von einer Bedürftigkeit auszugehen ist. So erhält sie Rentenzahlungen und Unterhaltszahlungen des Ex-Mannes für den Sohn. Zumindest zwei solche Zahlungen sollen zeitgleich mit ihrer Ausreise an ihre Schwester überwiesen worden sein. Die Beschwerdeführerin schildert in ihrer Beschwerde denn auch selbst, dass sie über eine gute finanzielle Lage verfügt. Dass sie keinen Zugang zu ihrem Konto herstellen können soll, verwundert. So pflegt sie nach wie vor engen Kontakt zu ihren Familienmitgliedern und steht auch in Kontakt mit ihrem Rechtsanwalt. Folglich wäre auch davon auszugehen, dass dieser ihr neuerlich Zugang zum Konto beschaffen kann. Das dortige Guthaben würde jedenfalls ausreichen, um einen Rechtsvertreter für das vorliegende Beschwerdeverfahren zu bestellen. Nicht geteilt werden kann, wenn die Beschwerdeführerin betont, über ausreichend finanzielle Mittel zu verfügen und seit beinahe einem Jahr monatlich ihre Rente zu erhalten, jedoch im Vermögensformular angibt, das Konto weise einen Stand von Null auf. 
Da ein Beschwerdeverfahren der Beschwerdeführerin in einer prima facie-Prüfung auch als offenbar aussichtslos zu beurteilen ist, ist auf die Frage der Bedürftigkeit jedoch nicht weiter einzugehen. Die Beschwerdeführerin tritt den rechtlichen Ausführungen, wonach ihre Fluchtgründe privater Natur und damit nicht asylrelevant im Sinne des Asylgesetzes wie auch der GFK seien, nicht substantiiert entgegen. Zudem bringt sie nichts vor, das der nachvollziehbaren Beweiswürdigung der Regierung entgegentreten könnte, wonach ihr Vorbringen bzw. die Intensität der Bedrohung nicht glaubhaft und ihr vorzuwerfen ist, nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Selbst bei Wahrunterstellung habe eine Verweisung der im Heimatland rechtsfreundlich betreuten Beschwerdeführerin an die schutzfähigen und -willigen Sicherheitsbehörden und Gerichte der Türkei zu erfolgen. 
Der Wegweisungsverfügung selbst tritt die Beschwerdeführerin gar nicht entgegen, sondern sie betont vielmehr, dass sie über ausreichend finanzielle Mittel verfügt und die medizinische Versorgung ihres Sohnes in der Türkei gesichert ist. Zusammengefasst erweist sich das Vorbringen mit Verweis auf die ständige Judikatur der liechtensteinischen Höchstgerichte desalb als nicht geeignet, um der Regierungsentscheidung entgegenzutreten und der Beschwerde Aussicht auf Erfolg zu verschaffen.
Hervorzuheben ist überdies, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der kostenlosen Rechtsberatung jedenfalls ein effektives Rechtsmittel zukam, das diese auch entsprechend nützte, indem sie mit Hilfe ihres Rechtsberaters ihre Beschwerde einbrachte.
14.
Auf die Auferlegung von Gebühren für das gegenständliche Verfahren konnte verzichtet werden (Art. 8 Abs. 4 GGG).